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Blähungen

(Flatulenz)
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Veröffentlicht am 24.02.2021

1. Definition von Blähungen

Blähungen sind unangenehm und vielen Menschen peinlich. Meist gehen sie rasch wieder vorbei. Hat man allerdings weitere Beschwerden, sollte man zum Arzt.

Bei Blähungen (Flatulenz) befinden sich zu viel Gase im Darm. Blähungen haben verschiedene Ursachen. Möglich sind zum Beispiel das Verschlucken von Luft (Aerophagie) oder eine ungünstige Ernährung.

Von Meteorismus spricht man, wenn der Bauch gebläht und vorgewölbt ist. Bei der Flatulenz, den eigentlichen Blähungen, entweichen übermässig viele Darmgase über den After.

In den meisten Fällen sind Blähungen harmlos und nur vorübergehend. Zum Beispiel falsche Ernährung, zu hastiges Essen und Stress, aber auch eine Reihe von Darmerkrankungen können Blähungen auslösen. Je nach Ursache können Blähungen von Durchfall, Bauchschmerzen, Bauchkrämpfen oder Verstopfung (Obstipation) und Völlegefühl begleitet sein.

Geht man mit Blähungen zu einem Arzt, fragt dieser zunächst nach eingenommenen Medikamenten, Vorerkrankungen und begleitenden Beschwerden sowie nach den Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Nach einer gründlichen körperlichen Untersuchung sind eventuell weitere diagnostische Massnahmen notwendig. Dazu gehören unter anderem eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Bauchs, Röntgenuntersuchungen oder Blutuntersuchungen.

Wer unter einem Blähbauch (Meteorismus) und starkem Abgang von Darmgasen (Flatulenz) leidet, sollte auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten. Zusätzlich gibt es einige Hausmittel, die Blähungen lindern können, wie Kümmel, Anis oder Fenchel. Diese nimmt man als Tees zu sich. Sie wirken blähungstreibend (carminativ) und entkrampfend. Darüber hinaus können warme Wickel gegen Blähungen helfen.

Eine Frau hält sich den schmerzenden Bauch.

Blähungen sind meist harmlos. Treten aber auch Bauchschmerzen oder andere Beschwerden auf, sollte man sich untersuchen lassen.

Quelle: Getty Images

2. Ursachen von Blähungen

Bei Blähungen sind die Ursachen meist harmlos. Falsche Ernährungs- und Lebensgewohnheiten sind der häufigste Grund für einen aufgeblähten Bauch (Meteorismus) und einen übermässig starken Abgang von Darmgasen (Flatulenz).

Häufige Ursachen von Meteorismus/Flatulenz sind:

Reizdarm

Oft treten Blähungen im Rahmen eines sogenannten Reizdarms auf. Personen mit Reizdarm haben immer wieder unterschiedliche Beschwerden im Bauchbereich, ohne dass eine körperliche Ursache dafür gefunden wird. Unter anderem kann sich der Bauch aufgebläht anfühlen (Meteorismus) oder es können übermässig viele Darmgase aus dem After entweichen (Flatulenz).

Ungünstige Ernährung

Häufig ist die Ernährung für Blähungen verantwortlich. Zu besonders blähenden Speisen zählen unter anderem Kohl, Hülsenfrüchte und Zwiebeln. Diese Nahrungsmittel sind reich an unverdaulichen Ballaststoffen. Bakterien im Dickdarm ernähren sich von diesen Ballaststoffen und bilden Abbauprodukte in Form von Gasen.

Nicht jeder Mensch reagiert auf ballaststoffreiche Kost mit Flatulenz/Meteorismus. Wie gut eine Person Ballaststoffe verträgt, hängt unter anderem von ihrer individuellen Darmflora ab. Zudem spielt eine Rolle, wie sehr die Person diese Ernährungsweise gewohnt ist. Manche Menschen reagieren auch bei einem leeren Magen mit Blähungen.

Darüber hinaus können nicht nur viele Ballaststoffe, sondern auch andere Kohlenhydrate eine verstärkte Gasbildung zur Folge haben. Kohlensäurehaltige Getränke, Zuckeraustauschstoffe wie Fructose oder Sorbit, Alkohol und Kaffee können ebenfalls blähend wirken – genau wie üppiges, fettiges, süsses und zu hastiges Essen und das dadurch bedingte Luftschlucken.

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Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Eine weitere Ursache von Meteorismus und Flatulenz können Nahrungsmittelunverträglichkeiten sein. Zu solchen Unverträglichkeiten zählen

  • Laktoseintoleranz (Unverträglichkeit von Milchzucker),
  • Fructoseintoleranz (Unverträglichkeit von Fruchtzucker) oder
  • Zöliakie (Unverträglichkeit von Gluten).

Bakterielle Fehlbesiedlung

Meteorismus und/oder Flatulenz können Zeichen einer gestörten Darmflora sein. Vor allem nach einer Behandlung mit Antibiotika kann die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten.

Innere Erkrankungen

Bestimmte innere Erkrankungen können mit Blähungen verbunden sein, so zum Beispiel

  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, z.B. Morbus Crohn,
  • eine Herzschwäche,
  • eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut,
  • Krankheiten der Bauchspeicheldrüse und der Gallenwege oder
  • Tumoren des Dickdarms.

Beachten Sie: Akute, plötzlich auftretende Blähungen können ein Hinweis auf einen Darmverschluss (Ileus) sein. Bei zusätzlichen Beschwerden wie Erbrechen oder Bauchschmerzen sollten Sie daher immer einen Arzt aufsuchen.

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Babys und Schwangere

Weil sich der Verdauungstrakt nach der Geburt erst an Nahrung gewöhnen muss, leiden viele Säuglinge in den ersten Lebenswochen unter Blähungen. Und auch Schwangere haben oft mit Blähungen zu kämpfen, was zum Beispiel an den veränderten Druck- und Lagebedingungen im Bauchraum liegen kann. 

3. Diagnose von Blähungen

Um bei Blähungen (Flatulenz) die Diagnose zu stellen, informiert sich der Arzt zunächst über mögliche eingenommene Medikamente, Vorerkrankungen (wie eine Nahrungsmittelunverträglichkeit) und begleitenden Beschwerden (wie Durchfall oder Übelkeit) sowie Ernährungs- und Lebensgewohnheiten (Machen Sie Sport? Haben Sie vermehrt Stress? Haben Sie in letzter Zeit an Gewicht verloren?). Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung, bei welcher die Ärztin den Bauch abtastet, abklopft und mit dem Stethoskop abhorcht. Unter Umständen tastet sie den Enddarm mit dem Finger ab (sog. rektale Untersuchung).

Je nach Ergebnis der vorangegangenen Massnahmen und nach vermuteter Ursache sind bei Blähungen weitere Untersuchungen notwendig, um die Diagnose zu sichern. Dazu gehören unter anderem eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Bauchs, Röntgenuntersuchungen, Urin- und Stuhluntersuchungen sowie Tests auf Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten (z.B. Laktose-Toleranztest). Unter Umständen ist es notwendig, eine Magenspiegelung und/oder eine Darmspiegelung mit Entnahme kleiner Mengen von Gewebe (Biopsie) vorzunehmen.

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4. Therapie von Blähungen

Bei Blähungen richtet sich die Therapie auch nach der genauen Ursache. Blähungen sind in den meisten Fällen harmlos und bedingt durch falsche Essgewohnheiten. Dennoch sollte der Arzt vorsichtshalber eine organische Ursache ausschliessen.

Wer unter einem Blähbauch (Meteorismus) und starkem Abgang von Darmgasen (Flatulenz) leidet, sollte auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten und blähende Speisen zum Beispiel Erbsen, Linsen, Sellerie oder Rosenkohl meiden. Zudem sollte man langsam essen und gründlich kauen sowie beim Essen nicht oder nur wenig sprechen, um möglichst wenig Luft zu verschlucken. Verzichten Sie darum auch auf Getränke, die viel Kohlensäure enthalten. Künstliche Süßstoffe sollten Sie ebenfalls von Ihrem Speiseplan streichen, da diese Blähungen hervorrufen können. Viele kleinere Mahlzeiten sind meist besser verträglich als große Portionen.

Um für einen geregelten Stuhlgang sorgen, sollte man sich ausreichend bewegen. Zum anderen empfiehlt es sich, auf alle Speisen und Getränke, die man nicht verträgt, zu verzichten. Wer sich eine mögliche Ernährungsumstellung alleine nicht zutraut, kann bei Blähungen eine Ernährungsberatung als Therapie in Anspruch nehmen.

Als Mittel gegen Blähungen eignen sich unter anderem:

  • Hausmittel: Wenn Sie unter Blähungen leiden, können Sie verschiedene Hausmittel ausprobieren. Für manche dieser Mittel gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis, dass sie tatsächlich wirken, oder sie wurden bislang nicht ausreichend untersucht. Dennoch sind Hausmittel gegen Blähungen bei vielen Menschen beliebt. Bestimmte Gewürze haben erwiesenermaßen eine blähungstreibende (karminative) und entkrampfende Wirkung. Dazu zählen Fenchel, Kümmel, Anis und Pfefferminze. Tees mit diesen Inhaltsstoffen gibt es als Hausmittel gegen Blähungen praktisch in jedem Lebensmittelladen. Sie können sie auch selbst herstellen, zum Beispiel aus zerdrückten Anis-, Fenchel- und Kümmelsamen und etwas Pfefferminze. Ein weiteres Hausmittel gegen Blähungen sind warme Wickel. Schlagen Sie zum Beispiel eine Wärmflasche in ein feuchtes Tuch ein und legen sie auf den Bauch. Die feuchte Wärme entspannt den Darm und kann die Blähungen lösen.
  • Entschäumer-Präparate (wie Dimeticon, Simeticon) als Kautabletten oder Suspension. Entschäumer-Präparate zerstören die Gasblasen im Darm und können bei leichten, vorübergehenden Blähungen helfen. Bei chronischen Blähungen haben sich Entschäumer allerdings nicht bewährt.
  • Verdauungsenzyme (z.B. Pankreas-Pulver, Pankreatin) in Tablettenform. Verdauungsenzyme eignen sich als Therapie bei Blähungen, die auf einer Schwäche der Bauchspeicheldrüse beruhen.

Darüber hinaus können bei Blähungen, die mit Bauchkrämpfen einhergehen, zur Behandlung krampflösende Schmerzmittel, sog. Spasmolytika (wie Butylscopolamin), hilfreich sein.

Wenn Sie Blähungen haben, die auf bestimmte Medikamente zurückzuführen sind, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob Sie das Präparat absetzen oder auf ein anderes Medikament ausweichen können. Bei Blähungen durch eine gestörte Darmflora, zum Beispiel nach einer Antibiotika-Therapie, wird die Ärztin evtl. Probiotika vorschlagen. Diese Präparate enthalten Milchsäurebakterien, die sich positiv auf die Darmflora auswirken können.

Liegt den Blähungen eine bestimmte Erkrankung zugrunde – zum Beispiel Morbus Crohn –, wird der Arzt diese entsprechend behandeln. Sind Angst oder Stress die Ursache für Blähungen, können Ihnen Entspannungsverfahren wie autogenes Training und/oder allenfalls eine psychologische Behandlung helfen.

Wann zum Arzt?

Oft sind Blähungen harmlos – manchmal steckt aber auch eine Erkrankung dahinter. Suchen Sie bei Blähungen in jedem Fall den Arzt auf, wenn Sie

  • unter Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfen und/oder Bauchschmerzen leiden,
  • vorher keine Probleme mit Blähungen hatten und die Blähungen plötzlich neu aufgetreten sind,
  • Blut im Stuhl haben,
  • in letzter Zeit ungewollt viel Gewicht verloren haben,
  • sich krank fühlen und/ oder wenn Sie
  • eine Veränderung der Stuhlbeschaffenheit bemerkt haben.