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Von Veröffentlicht am 24.11.2016

1. Definition

Definition

Blasenschmerzen kommen häufig im Rahmen von einer Harnwegsinfektion, wie der Blasenentzündung (Zystitis), vor. Neben Schmerzen über dem Schambein kommt es dabei häufig auch zu schmerzhaftem Brennen beim Wasserlassen (Algurie) und häufigem Harndrang (Pollakisurie).

Die Harnblase liegt im kleinen Becken auf dem Beckenboden im Bereich des Schambeins. Das muskuläre Hohlorgan ist Teil der ableitenden Harnwege und speichert Urin zwischen. Mit den beiden Nieren ist die Blase über jeweils einen Harnleiter (Ureter) verbunden. Über die Harnröhre (Urethra) wird der Urin ausgeschieden.

Blasenschmerzen werden vor allem durch eine erschwerte Harnentleerung, auch Harnverhalt oder Harnzwang (Dysurie) genannt, verursacht. Auch eine Blasenentzündung kann Blasenschmerzen hervorrufen. Weitere mögliche Ursachen sind zum Beispiel:

  • Blasensteine
  • Fremdkörper in der Blase
  • Blasentumoren
  • Prostataerkrankungen
  • gynäkologische Erkrankungen

Um die Ursachen der Blasenschmerzen festzustellen, sind verschiedene Untersuchungen nötig, zum Beispiel Blut- und Urinuntersuchungen. Auch bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) kommen teilweise zum Einsatz.

Die Therapie der Blasenschmerzen richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Verursacht eine Harnwegsinfektion die Blasenschmerzen, verschreibt der Arzt ein passendes Antibiotikum. Blasensteine oder Fremdkörper entfernt er dagegen während einer Blasenspiegelung.

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2. Ursachen

Harnwegsinfektionen sind bei Blasenschmerzen häufige Ursachen – zum Beispiel eine Blasenentzündung (Zystitis) oder eine Harnröhrenentzündung (Urethritis). Dabei kommt es zu häufigem, schmerzhaft brennendem Wasserlassen bei gleichzeitig erschwerter Harnentleerung. Vor allem junge Frauen, aber auch Schwangere, Frauen in den Wechseljahren und Menschen mit bestimmten Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Steinleiden sind besonders anfällig für Harnwegsinfektionen und Blasenschmerzen.

Weitere Auslöser von Blasenschmerzen sind neben psychischen Ursachen und einer Reizblase auch ein Harnverhalt, zum Beispiel durch Blasensteine und Fremdkörper in der Blase sowie Krebserkrankungen, zum Beispiel Blasenkrebs (Blasenkarzinom). Blasenschmerzen können zudem gynäkologische Ursachen wie eine Scheidenentzündung (Vaginitis, Kolpitis), eine Gebärmutterentzündung (Zervizitis, Endometritis) oder eine Endometriose haben. Bei Männern verursachen mitunter Erkrankungen der Vorsteherdrüse (Prostata) wie eine Prostataentzündung (Prostatitis), eine Prostatavergrösserung (Benigne Prostatahyperplasie, BPH) oder Prostatakrebs (Prostatakarzinom) Blasenschmerzen.

Treten zusätzlich Schmerzen in den Flanken auf, kann dies Zeichen einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) oder einer Nierenentzündung (Glomerulonephritis) sein.

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3. Diagnose

Wer unter starken oder immer wiederkehrenden Blasenschmerzen leidet, sollte zur Diagnose der Beschwerden einen Arzt aufsuchen. Zunächst erfragt der Arzt, wo genau es weh tut, seit wann die Blasenschmerzen bestehen und ob weitere Beschwerden wie häufiger Harndrang, Brennen beim Wasserlassen, Harnverhalt, Schmerzen in den Flanken, Fieber oder Ähnliches bestehen. Wichtig ist auch, ob der Betroffene unter bestimmten Erkrankungen (z.B. einer Prostatavergrösserung oder einer chronischen Harnwegsinfektion) leidet. Bei der körperlichen Untersuchung klopft der Arzt unter anderem das sogenannte Nierenlager im Flankenbereich ab und führt gegebenenfalls eine rektale Untersuchung durch. Hierbei kann er durch das Austasten des Enddarms mit dem Finger bei Männern die Prostata beurteilen.

Bei Blasenschmerzen erfolgt zur weiteren Diagnose eine Blutentnahme. Das Blut wird im Labor vor allem auf Entzündungswerte untersucht. Mit einem Urinteststreifen sind verschiedene Urintests möglich, zum Beispiel der Nachweis von Nitrit oder Leukozyten (weisse Blutkörperchen) im Urin. Besteht der Verdacht auf eine hartnäckige chronische Harnwegsinfektion als Ursache der Blasenschmerzen, legt der Arzt zur Diagnose zusätzlich eine Urinkultur an, mit der er die Erreger gezielt bestimmen kann. Auf diese Weise kann er auch das passende Antibiotikum ermitteln.

Vermutet der Arzt Steine, Fremdkörper oder Blasentumoren als Ursache der Blasenschmerzen, sind weitere Diagnose-Verfahren sinnvoll. Dazu zählen unter anderem eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Blase und Nieren, Röntgenuntersuchungen, eine Harnröhren- und Blasenspiegelung (Zystoskopie) sowie weitere spezielle urologische Untersuchungen.

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4. Therapie

Bei Blasenschmerzen richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache. Eine häufige Ursache von Blasenschmerzen ist eine bakterielle Harnwegsinfektion (z.B. Blasenentzündung). Diese behandelt der Arzt mit Antibiotika.

Zusätzlich empfiehlt es sich, ausreichend Flüssigkeit zu trinken und für eine gute Intimhygiene zu sorgen. Gegen die Blasenschmerzen selbst helfen Schmerzmittel und krampflösende Medikamente (Spasmolytika).

Sind Fremdkörper, Blasentumoren oder Blasensteine Ursache der Blasenschmerzen erfolgt eine operative Therapie. In vielen Fällen gelingt dies im Rahmen einer Blasenspiegelung (Zystoskopie). Blasensteine kann der Arzt teilweise auch mittels Stosswellentherapie zertrümmern.

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