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Blässe

Definition

von Onmeda-Ärzteteam

Definition

Blässe äussert sich vor allem durch eine blasse Haut. Wer wenig Sonnenlicht oder generell UV-Strahlung ausgesetzt ist, dessen Hautfarbe ist oft heller als die von sonnengebräunten Menschen.

Auch haben Völker und sogar einzelne Familien eine natürlicherweise hellere oder dunklere Hautfarbe als andere – und damit eine vergleichsweise blasse Haut.

Im Gegensatz zu diesen normalen Hautfarbunterschieden kann Blässe aber auch Zeichen einer Erkrankung oder einer körperlichen Störung sein. Dann sind typischerweise auch die Schleimhäute wie die Mundschleimhaut blass. Dies ist vor allem bei der Blutarmut (Anämie) oder bei niedrigem Blutdruck (Hypotonie) der Fall. Auch der Lebensstil wirkt sich auf die Hautfarbe aus: Blasse Haut tritt oft bei Rauchern auf. Die Blässe entsteht durch den Sauerstoffmangel.

Der Arzt versucht die Ursachen der Blässe herauszufinden. Dazu befragt er Betroffene zunächst unter anderem, wann ihnen die blasse Haut erstmals aufgefallen ist, nach der Medikamenteneinnahme und nach Lebensgewohnheiten wie der Ernährung und dem Rauchen. Je nach vermuteter Ursache der Blässe ordnet der Arzt weitere Untersuchungen wie eine Elektrokardiographie (EKG) oder eine Langzeit-Blutdruckmessung an.

Die Therapie bei Blässe richtet sich nach ihren Ursachen. Ist ein niedriger Blutdruck (Hypotonie) die Ursache, sind keine Medikamente notwendig. Meist reichen eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung an der frischen Luft aus, damit die Blässe verschwindet. Blasse Haut durch eine Eisenmangelanämie – also einer durch Eisenmangel hervorgerufenen Blutarmut (Anämie) – behandelt der Arzt mit Eisenpräparaten. Bei schweren Erkrankungen als Ursache der Blässe ist eine gezielte Therapie der Grunderkrankung notwendig, zum Beispiel bei Krebserkrankungen oder einer Herzschwäche.

Ursachen

Blässe beziehungsweise blasse Haut kann verschiedene Ursachen haben. Manch einer wird blass vor Schreck – denn das Blut aus seinem Gesicht sammelt sich überwiegend in den inneren Organen. Blasse Haut tritt in ebensolchen Schocksituationen in Erscheinung: Bei starkem Blutverlust, nach einem Unfall oder bei einem blutenden Magengeschwür, wenn der Blutdruck abfällt und bei einem Kreislaufschock. Unter chronischer – also anhaltender – Blässe leiden vor allem Menschen mit niedrigem Blutdruck (Hypotonie) und Blutarmut (Anämie). Eine Blutarmut ist ein Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) und kann verschiedene Ursachen haben. Bekannte Formen der Blutarmut sind die Eisenmangelanämie und die Vitamin-B12-Mangelanämie.

Auch starke Raucher haben eine blasse Haut, die oft fahl wirkt. Sie wird als Raucherhaut bezeichnet. Bei dieser Form der Blässe zählt vor allem der durch das Rauchen bedingte Sauerstoffmangel zu den Ursachen. Viele Störungen und Krankheiten führen durch Blutarmut und Sauerstoffmangel zu Blässe – diese reichen von einer schlechten Ernährung bis hin zur Magersucht (Anorexia nervosa).

Blässe tritt als eines von vielen Symptomen bei zahlreichen Erkrankungen auf – von harmlosen Infekten wie einer Erkältung, über Herzkrankheiten (wie koronare Herzkrankheit), Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) bis hin zu Tumorerkrankungen wie Leukämien (Blutkrebs) und Lymphomen (Lymphdrüsenkrebs).

Diagnose

Wer ohne erkennbaren Grund unter Blässe leidet, sollte von einem Arzt die Diagnose stellen lassen. Dieser wird zunächst in einem ausführlichen Gespräch erfragen, wann die blasse Haut bemerkt wurde, ob weitere Beschwerden (wie Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme) oder Vorerkrankungen bestehen, ob beziehungsweise welche Medikamente ein Betroffener einnimmt und wie seine Ernährung und sonstigen Lebensgewohnheiten (z. B. Sport, Rauchen) aussehen.

Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung, bei der der Arzt auch Puls und Blutdruck misst. Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss über eine mögliche Blutarmut (Anämie) und weitere Abweichungen von normalen Blutwerten. Sinnvoll ist auch die Überprüfung der Herzfunktion mittels EKG.

Je nach Verdacht, woher die Blässe kommt, sind weitere Untersuchungen im Rahmen der Diagnose sinnvoll. Dies können zum Beispiel Langzeit-Blutdruckmessung, ein Langzeit-EKG oder ein Belastungs-EKG sowie Ultraschalluntersuchungen und eine Knochenmarkdiagnostik sein.

Therapie

Bei Blässe richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei der Eisenmangelanämie ist es zunächst wichtig, eine mögliche Blutungsquelle (z.B. ein Magengeschwür) zu finden und zu behandeln. Unter Umständen empfiehlt der Arzt Eisentabletten. Die Behandlung sollte mindestens drei Monate fortgeführt werden, um die Eisenspeicher wieder aufzufüllen.

Bei niedrigem Blutdruck als Ursache für eine blasse Haut, sind nur selten Medikamente notwendig. Grundsätzlich sind eine gesunde, ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung sowie Entspannung wichtig, um Blässe zu vermeiden.

Falls eine Krebserkrankung (wie Leukämie) die Blässe verursacht, ist – je nach Art und Stadium der Erkrankung – eine gezielte Therapie (z.B. eine Chemo- und Strahlentherapie) erforderlich. Herz- und Nierenerkrankungen müssen ebenfalls entsprechend ursächlich, unter Umständen medikamentös, behandelt werden.