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Blut im Stuhl

(Hämatochezie)
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1. Definition

Definition

Blut im Stuhl (Hämatochezie, Meläna) oder dem Stuhl aufgelagertes Blut ist ein Symptom, das unterschiedliche Ursachen haben kann. Das sichtbare oder versteckte Blut stammt dabei aus Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Blut im Stuhl oder aufgelagertes Blut sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

Mediziner unterscheiden verschiedene Arten von Blut im Stuhl:

okkultes Blut im Stuhl:
Die Blutbeimengungen im Stuhl sind nicht sichtbar. Okkultes Blut im Stuhl kann der Arzt nur durch einen sogenannten Hämoccult-Test feststellen.

Hämatochezie:
Das Blut im Stuhl ist als hellrote Blutauflagerung sichtbar. Ursache der Hämatochezie sind entweder Blutungen in den unteren Abschnitten des Darms (untere gastrointestinale Blutung), aus Hämorrhoiden oder eine sehr starke Blutung aus den oberen Bereichen des Verdauungstrakts.

Meläna (Teerstuhl):
Der Stuhl ist schwarz verfärbt. Teerstuhl glänzt stark und klebt. Meist ist eine Blutung in einem der oberen Abschnitte des Magen-Darm-Trakts die Ursache (obere gastrointestinale Blutung). Dann erbrechen Betroffene mit Teerstuhl oft auch Blut (Hämatemesis). Seltener führen Blutungen in tieferen Darmabschnitten zu Meläna.

roter Blutstuhl:
Bei Blutungen in tieferen Darmregionen ist manchmal helles Blut auf oder im Stuhl sichtbar. Bei Blutungen in den oberen Abschnitten des Verdauungstrakts tritt helles Blut im Stuhl auf, wenn der Darminhalt den Darm sehr schnell passiert – dies ist zum Beispiel bei leerem Magen der Fall.

Befindet sich Blut im Stuhl, kommen viele Ursachen infrage. Neben harmloseren Darmveränderungen wie Darmdivertikeln können auch chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa zu Blutungen im Verdauungstrakt führen, die sich durch Blut im Stuhl äussern. Darmkrebs ist dagegen nur selten die Ursache.

Ob und gegebenenfalls welche Behandlung bei Blut im Stuhl notwendig ist, hängt von der jeweiligen Ursache ab. Erstes Ziel ist es immer, die Blutung im Magen-Darm-Trakt zu stoppen.

2. Ursachen

Blut im Stuhl (Hämatochezie, Meläna) kann verschiedene Ursachen haben. Wer Blut im Stuhl oder Blutauflagerungen beim Stuhlgang entdeckt, erschreckt sich meist sehr und befürchtet, an Darmkrebs erkrankt zu sein. Doch es gibt viele harmlose Gründe für Blut im Stuhl. In jedem Fall empfiehlt sich ein Arztbesuch, um die genaue Ursache abzuklären. Denn Blut im Stuhl kann harmlos sein, mitunter aber Zeichen einer ernsten Erkrankung oder einer grösseren Blutung sein, die schnell ärztlich versorgt werden muss.

Hämorrhoiden gehören bei hellem Blut im Stuhl (Hämatochezie) zu den häufigen Ursachen. Hämorrhoiden sind gutartige knotenförmige Erweiterungen, die oberhalb des Schliessmuskels im After liegen. Zusammen mit dem Schliessmuskel dichten sie den After ab. Die exakte Bezeichnung für Erkrankungen der Hämorrhoiden lautet Hämorrhoidalleiden. Auch kleine Schleimhautrisse (Fissuren) können zu Blut im Stuhl führen, zum Beispiel wenn Betroffene beim Stuhlgang stark pressen müssen, etwa bei Verstopfung (Obstipation). Analfissuren kommen häufig bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa vor.

Auch verschiedene Veränderungen des Darms gehören bei Blut im Stuhl zu den möglichen Ursachen, zum Beispiel:

  • Darmdivertikel (Ausstülpungen der Darmwand)
  • Darmpolypen (gutartige Neubildungen der Darmwand)
  • Darmkrebs (Kolonkarzinom)

Auch Blutkrankheiten, Gefässentzündungen (Vaskulitiden) und Gefässmissbildungen im Darm (Angiodysplasien) kommen bei Blut im Stuhl als Ursachen infrage. Zudem können Darminfekte, zum Beispiel durch Parasiten, mit Darmblutungen einhergehen.

Ursachen für die Meläna, den Teerstuhl, ist meist eine Blutung aus dem oberen Verdauungstrakt (obere gastrointestinale Blutung). Durch den Kontakt von Blut mit Magensäure färbt sich der Stuhl schwarz. Blutungen im oberen Verdauungstrakt sind vor allem durch ein Geschwür (Ulkus) bedingt, zum Beispiel ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi) oder ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni). Auch ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie), bei dem sich Teile des Magens in Richtung Brustkorb verlagern, sowie Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) können zu einer gastrointestinalen Blutung und in der Folge zu Blut im Stuhl führen.

3. Diagnose

Bei Blut im Stuhl (Hämatochezie, Meläna) ist eine gezielte Diagnose wichtig. Wenn Sie Blut im Stuhl oder Blutauflagerungen bei sich beobachten, ist es ratsam, diese immer ärztlich abklären zu lassen. Der Arzt kann die Ursache der Beschwerden feststellen und bei ernsten Erkrankungen (z.B. Darmkrebs) gegebenenfalls eine Behandlung einleiten. Bei Blut im Stuhl ist eine genaue Diagnose ausserdem wichtig, weil sich durch den Blutverlust auf Dauer eine Blutarmut (Anämie) entwickeln kann – auch wenn harmlosere Ursachen wie Hämorrhoiden die Blutung hervorrufen.

Bei Blut im Stuhl ist es für die Diagnose wichtig, zunächst herauszufinden, an welcher Stelle es im Magen-Darm-Trakt blutet. Den ersten Hinweis gibt die Farbe des Stuhls: Ist er schwarz gefärbt (Meläna), sind hellrote Blutauflagerungen (Hämatochezie) sichtbar oder wurde das Blut durch einen Stuhlbluttest beziehungsweise Papierstreifentest (z.B. Hämoccult-Test) entdeckt? Ein solcher Test weist mittels einer biochemischen Reaktion Blut im Stuhl nach, das mit blossem Auge nicht sichtbar ist (sog. verstecktes oder okkultes Blut – daher auch die Bezeichnung Okkultbluttest).

Der Arzt erkundigt sich in einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) unter anderem nach:

  • den Stuhlgewohnheiten (eher Durchfall oder Verstopfung, hat sich etwas geändert in der letzten Zeit?)
  • eventuellen Beschwerden (z.B. Bauchschmerzen?)
  • Vorerkrankungen (sind Hämorrhoiden, Darmpolypen oder Magengeschwüre)
  • dem Appetit
  • der Ernährung
  • einer möglichen Gewichtsveränderung in den letzten Wochen

Anschliessend folgt eine gründliche körperliche Untersuchung, bei welcher der Arzt auch den Bauch abtastet und mit dem Stethoskop abhorcht. Ausserdem tastet der Arzt den Enddarm mit dem Finger aus (rektale Untersuchung). Hämorrhoidalleiden und Tumoren im Enddarm erkennt er häufig bereits mit diesen einfachen Untersuchungen und kann so bei Blut im Stuhl die Diagnose stellen.

Im Labor erfolgen zusätzlich eine Blutuntersuchung und Stuhluntersuchung. Manchmal ist ergänzend eine Spiegeluntersuchung des Magen-Darm-Trakts, die Endoskopie, notwendig, um bei Blut im Stuhl die Diagnose zu stellen. Je nachdem, wo der Arzt die Blutung vermutet, wählt er eine Magenspiegelung (Gastroskopie), eine Darmspiegelung (Koloskopie) oder eine Enddarmspiegelung (Rektosigmoidoskopie).

Abhängig von der vermuteten Ursache der Blutung sind weitere Untersuchungen sinnvoll. Dies können eine Röntgenuntersuchung des Bauchs, eine Röntgenaufnahme der Baucharterien (Mesenterikographie) oder eine Szintigraphie sein. Bei der Szintigraphie verabreicht der Arzt sogenannte Radiopharmaka. Dies sind leicht radioaktive Medikamente, die sich in der jeweils zu untersuchenden Körperregion beziehungsweise dem Organ anreichern, dort gespeichert oder verstoffwechselt werden. Die Radiopharmaka markieren somit ein Organ beziehungsweise dessen Stoffwechsel. Eine spezielle Kamera zeichnet bei der eigentlichen Szintigraphie auf, wo sich das radioaktive Medikament angereichert hat. Das angefertigte Bild (Szintigramm) zeigt die Verteilung des Radiopharmakons und gibt dem Arzt so Aufschluss über eventuelle krankhafte Veränderungen.

4. Therapie

Bei Blut im Stuhl (Hämatochezie, Meläna) ist es zur Therapie wichtig, möglichst schnell die Blutungsquelle zu finden, um die Blutung zu stoppen. Vor allem bei plötzlichen starken Blutungen, beispielsweise bei Blutungen aus einem Magengeschwür oder Krampfadern in der Speiseröhre, ist ein rascher Eingriff nötig. Grundsätzlich richtet sich die Behandlung nach der Ursache der Blutung.

Sind zum Beispiel Hämorrhoiden die Ursache von Blut im Stuhl oder Blutauflagerungen im Stuhlgang, helfen bei leichten Beschwerden meist Salben und Zäpfchen. Bei stärkerer Ausprägung ist es sinnvoll, die Hämorrhoiden veröden (sklerosieren) oder komplett entfernen zu lassen. Darmpolypen und Darmdivertikel entfernt der Arzt operativ, in der Regel mittels Endoskopie. Sollte Darmkrebs das Blut im Stuhl verursacht haben, ist eine gezielte Therapie (z.B. Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie) erforderlich.