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Dehydration

(Flüssigkeitsmangel)
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Veröffentlicht am 05.12.2019

1. Definition

Definition

Dehydration ist ein Mangel an Wasser oder den Mineralien darin. Bei Krankheiten wie Diabetes oder Nierenleiden und im Alter besteht ein besonderes Risiko.

Unter Dehydration verstehen Mediziner einen Flüssigkeitsmangel, der auftritt, wenn der Körper vermehrt Flüssigkeit verliert, ohne ausgleichend Flüssigkeit aufzunehmen. Eine weitere Bezeichnung für den Verlust von Flüssigkeit ist Dehydratation, umgangssprachlich auch oft Dehydrierung. Wenn der Körper so viel Flüssigkeit verloren hat, dass er auszutrocknen droht, spricht man von einer Exsikkose.

Mögliche Ursachen von Dehydration sind Durchfall und Erbrechen, zu häufiges Wasserlassen, vermehrtes Schwitzen sowie ein grosser Blutverlust. Bei fiebrigen Erkrankungen oder starker körperlicher Anstrengung verliert der Körper besonders viel Flüssigkeit. Aber auch eine Reihe von anderen Erkrankungen, etwa Nierenleiden, können zu einer starken Dehydration führen.

Der menschliche Körper besteht zu einem Grossteil aus Wasser. Dieses ist für sämtliche Stoffwechselprozesse wichtig. Im Wasser selbst sind verschiedene Salze (Mineralstoffe, Elektrolyte) in einer bestimmten Konzentration gelöst. Wichtige Elektrolyte sind unter anderem Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium.

Nur wenn ausreichend Flüssigkeit und Salze vorhanden sind, ist der Wasserhaushalt ausgeglichen und Körperfunktionen und Prozesse – wie etwa die Funktion des Nervensystems – können problemlos ablaufen. Fehlen Flüssigkeit und/oder Salze, kommt es zu Beschwerden wie Durst, Schwäche, Kopfschmerzen und weiteren Störungen. In schweren Fällen von Dehydration drohen Herzrasen, Muskelkrämpfe und Bewusstlosigkeit – ein starker Flüssigkeitsmangel ist lebensbedrohlich.

Dehydration kann Menschen jeden Alters betreffen. Erwachsene tolerieren einen Flüssigkeitsverlust jedoch meist besser als Säuglinge und Kleinkinder. Sie können besonders schnell – zum Beispiel infolge von Durchfall und Erbrechen – dehydriert sein.

Mediziner unterscheiden drei Arten der Dehydration:

  • Isotone Dehydration: Bei der sogenannten isotonen Dehydration gehen gleichermassen Wasser und Salze (u.a. Natrium) verloren. Ursache ist häufig zu weniges Trinken, akutes oder chronisches Nierenversagen sowie Erbrechen oder Durchfall.
  • Hypertone Dehydration: Eine hypertone Dehydration entsteht, wenn dem Körper Wasser, aber keine Salze (Elektrolyte, v.a. Natrium) fehlen. Dies kann z.B. bei Fieber und bei starkem Schwitzen der Fall sein.
  • Hypotone Dehydration: Eine hypotone Dehydration entsteht, wenn im Verhältnis zur Menge des vorhandenen Wassers zu wenig Elektrolyte vorhanden sind. Dies geschieht, wenn der Körper zu viel Salz ausscheidet, z.B. bei starkem Schwitzen, und die Flüssigkeit durch salzarmes Wasser ausgeglichen wird (z.B. destilliertes Wasser).
Ein Mann hält ein Glas unter den Wasserhahn und füllt es.

Um einer Dehydration vorzubeugen, sollte man mindestens anderthalb Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen.

Quelle: Getty Images

2. Ursachen

Dehydration (Flüssigkeitsmangel) kann vielfältige Ursachen haben. Häufig tritt ein Flüssigkeitsmangel auf, wenn die betroffenen Personen zu wenig trinken. Aber auch schwere organische Erkrankungen, zum Beispiel Erkrankungen der Nieren, können eine Dehydration hervorrufen. Die Gefahr von Flüssigkeitsverlust ist besonders gross bei:

  • unzureichender Aufnahme von Flüssigkeit, besonders bei grosser Hitze, schweren Belastungen sowie häufig durch ein geringes Trinkbedürfnis bei älteren und/oder pflegebedürftigen Menschen
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • vermehrtem Schwitzen (z.B. Hitzeerschöpfung)
  • Fieber
  • Verbrennungen
  • Missbrauch von Abführmitteln (Laxanzienabusus)
  • Einnahme entwässernder Medikamente (Diuretika)
  • grösseren Blutverlusten, etwa während einer Operation oder nach einem Unfall
  • erhöhter Urinausscheidung, z.B. bei Diabetes mellitus oder Diabetes insipidus
  • Nebennieren-Schwäche
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3. Diagnose

Bei Dehydration (Flüssigkeitsmangel) ist es wichtig, für die Diagnose einen Arzt aufzusuchen. Dieser informiert sich darüber, wie lange der Zustand schon anhält. Der Arzt stellt zudem weitere Fragen, die bei Dehydration für die Diagnose beziehungsweise für die Ursachenforschung wichtig sind, zum Beispiel:

  • Haben Sie häufiger einen Flüssigkeitsmangel?
  • Haben Sie bei grosser Hitze schwer körperlich gearbeitet?
  • Trinken Sie genug?
  • Was haben Sie getrunken und in welcher Menge?
  • Nehmen Sie regelmässig Medikamente ein oder machen Sie gerade eine Diät?
  • Hatten Sie kürzlich eine Darmerkrankung mit Erbrechen und/oder anhaltendem Durchfall?
  • Gibt es Vorerkrankungen wie etwa Diabetes mellitus oder Nierenerkrankungen?
  • Müssen Sie weniger Urin lassen (Oligurie)?

Anschliessend erfolgt eine körperliche Untersuchung, um das Ausmass und die Ursache der Dehydration festzustellen. Der Arzt schaut nach Anzeichen der Dehydration wie trockener Haut und Schleimhäuten, Augenringen (halonierte Augen), verminderter Hautspannung, Bewusstseinstrübungen, Krämpfen, Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit. Zusätzlich misst er den Blutdruck und den Puls.

Auch starker Durst ist ein Zeichen für eine Dehydration. Bei älteren und/oder pflegebedürftigen Menschen ist das Durstgefühl allerdings oft stark verringert, wodurch ein Flüssigkeitsmangel allenfalls nicht bemerkt wird.

Die Symptome einer Dehydration können variieren und sind unterschiedlich je nachdem, ob der Körper vorwiegend Wasser, vorwiegend Elektrolyte oder beides in gleichem Masse verloren hat.

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4. Therapie

Bei Anzeichen einer Dehydration (Flüssigkeitsmangel) ist eine rasche Therapie wichtig, um den Flüssigkeitsmangel sowie den damit verbundenen Mangel an Salzen möglichst schnell auszugleichen. Häufig reicht es aus, wenn Sie bei einer Dehydration schluckweise viel trinken. Besonders eignen sich mineralhaltige Getränke wie Wasser, Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees, Saftschorlen oder Bouillon.

Ist die Dehydration fortgeschritten und zeigen sich bereits deutliche Anzeichen wie Bewusstseinstrübungen, kann eine Infusion von Flüssigkeit und Mineralstoffen (Elektrolyten) notwendig sein.

Bei einer zugrunde liegenden Erkrankung, wie etwa Diabetes mellitus, ist es erforderlich, zunächst den Flüssigkeitsmangel zu beheben und im weiteren Verlauf die Grunderkrankung ärztlich behandeln zu lassen.

Einer Dehydration kann man vorbeugen, indem man über den Tag verteilt anderthalb bis zwei Liter Flüssigkeit zu sich nimmt, bei hohen Temperaturen oder körperlicher Anstrengung auch mehr.

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