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Doppeltsehen

(Diplopie)
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1. Definition

Definition

Doppeltsehen (Diplopie) ist eine Sehstörung. Dabei werden die vom linken und rechten Auge wahrgenommenen Bilder im Gehirn nicht zu einem räumlichen Bild zusammengefügt. Die Folge sind Doppelbilder.

Drei Hirnnerven und zwölf Augenmuskeln sind normalerweise für das räumliche Sehen verantwortlich. Doppeltsehen (Diplopie) und die daraus resuliterenden Doppelbilder können zahlreiche Ursachen haben: Erkrankungen und Störungen der Augenmuskeln, Verletzungen, Entzündungen, Durchblutungsstörungen und Tumoren in Auge und Gehirn. Auch bei angeborenem und bei erworbenem Schielen (Strabismus) kommt es typischerweise zu Doppelbildern.

Bei starker Müdigkeit und nach Alkoholgenuss können die Augenmuskeln nachlassen und man sieht vorübergehend doppelt. Da Doppeltsehen Zeichen einer ernsten Erkrankung im Auge oder im Gehirn sein kann, muss die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

2. Ursachen

Doppeltsehen (Diplopie) und Doppelbilder können viele Ursachen haben. Besonders eine Reihe von Erkrankungen und Störungen, vor allem der Augenmuskeln (wie Augenmuskelschwäche, Augenmuskellähmungen), können hier zugrunde liegen. Einige Ursachen für das Sehen von Doppelbildern sind:

 

  • Alkohol
  • Müdigkeit
  • Angeborenes Schielen (Strabismus)
  • Durchblutungsstörungen, Thrombosen und Schlaganfall
  • Verletzungen und Unfälle (Kopfverletzungen, z.B. Blow-Out-Fraktur, Schädelbasisfraktur)
  • Medikamente und Vergiftungen (z.B. Botulismus)
  • Entzündungen (z.B. Augenmuskelentzündung, Sehnervenentzündung)
  • Infektionen (z.B. Meningitis, Diphtherie, Lues)
  • Hirnnervenlähmungen
  • Nervenerkrankungen (z.B. multiple Sklerose, Myasthenia gravis)
  • Polyneuropathie bei Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus)
  • Tumoren (z.B. Augentumoren, Hirntumoren)

3. Diagnose

Um bei Doppeltsehen (Diplopie) die richtige Diagnose zu stellen, ist eine augenärztliche (ophthalmologische) Untersuchung notwendig. Diese beinhaltet eine sogenannte Doppelbildprüfung mit verschiedenen Tests (z.B. Prüfung der Augenbeweglichkeit, Hess-Schirm-Test, Taschenlampen-Test, Abdeck-Test, Prismencover-Test, Aufdeck-Test).

Je nach vermuteter Ursache des Doppeltsehens führt der Augenarzt zur weiteren Diagnose zusätzliche Untersuchungen durch, zum Beispiel Blutuntersuchungen, Hirnwasseruntersuchung, eine Angiographie, Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen, eine Computertomographie oder ein Elektromyografie (EMG).

4. Therapie

Bei Doppeltsehen (Diplopie) richtet sich die Behandlung nach der zugrunde liegenden Ursache. Bakterielle Entzündungen und Infektionen im Kopf- und Augenbereich werden gegebenenfalls mit Antibiotika behandelt. Durchblutungsstörungen, Thrombosen und ein Schlaganfall erfordern eine sofortige ärztliche Therapie. Bei Kopfverletzungen und Tumoren als Ursache des Doppeltsehens sind unter Umständen operative Eingriffe notwendig.

Angeborenes Schielen bei Kindern kann durch sogenannte Prismenbrillen oder -folien, die auf eine vorhandene Brille aufgeklebt werden, ausgeglichen werden. Gegebenenfalls sind bei Schielen, das zu Doppeltsehen führt, Augenmuskel-Operationen sinnvoll.