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Veröffentlicht am 21.12.2020

1. Überblick

Die Symptome einer Durchblutungsstörung hängen davon ab, wie stark und wo der Blutfluss gestört ist. Besonders im Herzmuskel sind die Folgen schwerwiegend.

Mit zunehmendem Alter, aber auch durch eine ungesunde Lebensweise, können sich die Gefässe verengen. Die Folge sind Durchblutungsstörungen, die plötzlich oder im Rahmen einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) auftreten. Doch jeder kann selbst eine Menge tun, um vorzubeugen.

Eine Durchblutungsstörung kann entweder plötzlich (akut) auftreten oder auch sehr langsam (chronisch) verlaufen. Dabei können zahlreiche Stellen im menschlichen Körper betroffen sein: Häufig sind Durchblutungsstörungen der Extremitäten (Arme oder Beine, evtl. nur Hände bzw. Finger oder Zehen), aber auch im Gehirn, Darm, den Nieren, Herzkranzgefässen oder anderen Organen kann die Durchblutung gestört sein. Entsprechend können Durchblutungsstörungen unterschiedliche Symptome hervorrufen. Häufig treten Schmerzen in den entsprechenden Bereichen auf; unzureichend durchblutete Bereiche können zudem in ihrer Funktion beeinträchtigt sein oder gar absterben.

Zu den typischen Erkrankungen, die mit Durchblutungsstörungen einhergehen, gehören unter anderem die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) und die koronare Herzkrankheit (KHK):

 

  • Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) sind die Beine oder Arme nicht ausreichend durchblutet.
  • Die koronare Herzkrankheit ist hingegen durch eine mangelnde Durchblutung des Herzmuskels gekennzeichnet.

Durchblutungsstörungen können unterschiedliche Ursachen haben, zum Beispiel:

 

Ausserdem fördern Faktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Übergewicht oder Diabetes mellitus das Risiko für Durchblutungsstörungen.

Die Behandlung von Durchblutungsstörungen verfolgt zwei Ziele:

 

  1. die Beschwerden lindern und
  2. die zugrunde liegende Erkrankung aufhalten.

Ob Letzteres gelingt, hat entscheidenden Einfluss auf den weiteren Verlauf von Durchblutungsstörungen – im schlimmsten Fall können Herzinfarkt, Schlaganfall oder auch der Verlust einer Extremität die Folge einer Durchblutungsstörung sein. Daher ist es wichtig, mithilfe von ausreichend Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und dem Verzicht auf Nikotin die Wahrscheinlichkeit für eine gestörte Durchblutung zu minimieren.

Ein älterer Mann fasst sich an die schmerzende Brust.

Durchblutungsstörungen des Herzmuskels können zu einem Herzinfarkt führen.

Quelle: Getty Images

2. Definition von Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen sind – meist durch verengte oder verstopfte Arterien entstandene – Behinderungen des Blutflusses, was zu einer schlechteren Versorgung der betroffenen Körperbereiche mit sauerstoff- und nährstoffreichem Blut führt: Eine gute Durchblutung ist notwendig, um die Organe und Gewebe zu versorgen. Darüber hinaus nimmt das Blut Substanzen auf beziehungsweise gibt diese ab, damit Organe und Gewebe optimal arbeiten können. Andere Substanzen wiederum, zum Beispiel Kohlendioxid, transportiert das Blut aus den Organen wieder ab.

Durchblutungsstörungen können entweder plötzlich (akut) oder auch sehr langsam (chronisch) an jeder Stelle im Körper entstehen.

Häufigkeit

Durchblutungsstörungen sind sehr verbreitet. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, eine Durchblutungsstörung zu entwickeln. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), bei der der Blutfluss in Armen oder Beinen gestört ist, kommt besonders häufig vor: Schätzungen zufolge sind rund 20 von 100 Personen von dieser arteriellen Durchblutungsstörung betroffen, wobei viele von ihnen noch keine Beschwerden verspüren.

3. Ursachen von Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen können viele Ursachen haben, zum Beispiel:

 

Ausserdem fördern verschiedene Risikofaktoren die Entstehung von Gefässerkrankungen und somit von Durchblutungsstörungen. Zu den möglichen Ursachen für ein erhöhtes Risiko, eine Durchblutungsstörung zu entwickeln, gehören:

 

Viele dieser Faktoren lassen sich durch reichlich Bewegung und eine gesunde Ernährung minimieren.

Arterienverkalkung (Arteriosklerose)

Die häufigste für Durchblutungsstörungen verantwortliche Ursache ist die Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Sie tritt mit zunehmendem Alter häufiger auf. Bei einer Arteriosklerose kommt es in den Blutgefässen, die das Blut vom Herz weg transportieren (d.h. in den Arterien), zur Ablagerung von Blutfetten, Blutgerinnseln, Bindegewebe und Kalk in den Gefässwänden, wodurch die Blutgefässe verengen.

Gefässverschluss (Embolie)

Zu den für Durchblutungsstörungen infrage kommenden Ursachen zählt auch der Gefässverschluss (Embolie): Dabei blockiert eingeklemmtes Material (ein sog. Embolus = ein über die Blutbahn verschleppter Blutpfropf) ein Blutgefäss. Das kann zum Beispiel ein Blutgerinnsel (Thrombose) sein, aber auch Teile von Tumorgewebe, Fruchtwasser oder auch Luft.

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Gefässentzündungen (Vaskulitiden)

Selten treten Gefässveränderungen mit nachfolgenden Durchblutungsstörungen als Folge von Gefässentzündungen (Vaskulitiden) auf. Eine Vaskulitis wird durch eine Immunreaktion des Körpers ausgelöst. Die primäre Vaskulitis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem unangemessen reagiert und eine Entzündung auslöst. Die häufigere sekundäre Vaskulitis ist auf eine andere Grunderkrankung zurückzuführen – zum Beispiel auf eine bestimmte Autoimmunerkrankung, eine Infektion oder einen Tumor.

4. Symptome von Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen äussern sich ja nach Ort und Ausmass durch unterschiedliche Symptome.

Akute Durchblutungsstörungen der Arme und Beine

Akute Durchblutungsstörungen der Arme und Beine (Extremitäten), also ein akuter Gefässverschluss in der Arterie eines Arms oder Beins, führen innerhalb weniger Minuten zu heftigsten Beschwerden im betroffenen Bereich. Die typischen Symptome nennt man auch nach ihren englischen Bezeichnungen die sechs P:

 

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Schleichend verlaufende Durchblutungsstörungen der Arme und Beine bezeichnet man als periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK). Ihre Symptome hängen vom Stadium der Durchblutungsstörung ab. Eine PAVK in den Beinen bereitet zu Beginn keine Symptome. Später haben die Betroffenen zunehmend Schmerzen beim Gehen. Die Wegstrecke, die sie ohne Schmerzen zurücklegen können, wird immer kürzer. Im weiteren Verlauf treten die Schmerzen auch in Ruhe auf. Im letzten Stadium ist die Durchblutung so gestört, dass das Gewebe Schaden nimmt. Dies kann zum Beispiel zu einem sogenannten Raucherbein führen.

Durchblutungsstörungen im Darm

Zu Durchblutungsstörungen im Darm kommt es im Rahmen der sogenannten Viszeralarterien-Insuffizienz. Die versorgenden Arterien des Darms sind hierbei verengt oder verschlossen. Typische Symptome dieser Durchblutungsstörungen im Darm sind Bauchschmerzen, die nach dem Essen auftreten (sog. Angina abdominalis). Die Betroffenen essen weniger und verlieren an Gewicht. Im weiteren Verlauf kann sich eine ischämische Kolitis entwickelt – der Dickdarm ist entzündet. Mögliche Symptome sind dann anhaltende Bauchschmerzen, Blut im Stuhl und eventuell Fieber.

Eine akute arterielle Durchblutungsstörung im Darm kann lebensbedrohlich sein. Sie kann zum Beispiel entstehen, wenn ein Blutgerinnsel eine Darmarterie verschliesst. Anhand der Symptome, die ein solcher akuter Verschluss verursacht, unterscheidet man drei Stadien:

 

  • Stadium I (Initialstadium)
    Ein akuter Verschluss einer Darmarterie ruft zunächst heftige Bauchschmerzen hervor. Hinzu kommen Symptome wie Übelkeit und Erbrechen. Es können auch Anzeichen für einen Schock auftreten.
  • Stadium II (stilles Intervall)
    Einige Stunden nach dem akuten Verschluss bessern sich die Schmerzen, der Allgemeinzustand der Betroffenen verschlechtert sich jedoch langsam.
  • Stadium III (Endstadium)
    Der akute Verschluss einer Arterie führt zu einer Bauchfellentzündung und einer Darmlähmung (paralytischer Ileus). Nahrungsbrei und Flüssigkeit werden nicht mehr weitertransportiert, sodass sich der Darminhalt staut. Zudem stirbt das Darmgewebe ab.
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Durchblutungsstörungen des Herzmuskels (koronare Herzkrankheit)

Durchblutungsstörungen können auch das Herz betreffen. Bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) wird der Herzmuskel nicht ausreichend durchblutet, weil die Herzkranzgefässe verengt sind. Typische Symptome sind Engegefühle und/oder Schmerzen in der Brust (sog. Angina pectoris). Ebenso wird eine deutliche Leistungseinschränkung von den Patienten beschrieben. Die Schmerzen können in andere Körperregionen ausstrahlen, etwa in den Arm, die Schultern oder den Hals.

Ist die Durchblutung so sehr behindert, dass ein Teil des Herzmuskels abstirbt, entsteht ein Herzinfarkt.

Mögliche Symptome eines Herzinfarkts sind

  • anhaltende, heftige Brustschmerzen; diese können bis in Schulter, Arm, Unterkiefer oder Oberbauch ausstrahlen
  • Blässe, kalter Schweiss
  • starke Unruhe, Panik
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Atemnot
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Durchblutungsstörungen der Finger

Plötzlich auftretende Durchblutungsstörungen der Finger oder Zehen bezeichnet man als Raynaud-Syndrom. Vor allem Frauen sind davon betroffen. Durch Auslöser wie Stress oder Kälte verkrampfen die Gefässe einzelner Finger oder Zehen.

Mögliche Symptome: Die betroffenen Finger färben sich zunächst weiss, danach bläulich und anschliessend, sobald die Durchblutung wieder einsetzt, rot. Schmerzen treten eher selten auf.

In den meisten Fällen ist das Raynaud-Syndrom harmlos.

Darüber hinaus können Durchblutungsstörungen der Finger Symptome verschiedener Erkrankungen sein und häufig mit Schmerzen und Gewebeschäden einhergehen. Ein Beispiel hierfür ist die progressive systemische Sklerodermie, eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem das Bindegewebe angreift.

Durchblutungsstörungen im Gehirn

Die häufigste Ursache für eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn ist ein Blutgerinnsel, das eines der feinen Blutgefässe im Hirn verstopft.

Wenn das Gehirn längere Zeit nicht mehr richtig durchblutet wird und dadurch zu wenig Sauerstoff bekommt, entsteht ein Schlaganfall. Dabei sterben die betroffenen Nervenzellen ab.

Mögliche Symptome eines Schlaganfalls sind:

Ein Vorbote für einen möglichen Schlaganfall ist die sogenannte transitorische ischämisch Attacke, kurz TIA. Eine TIA gilt als Warnzeichen für einen Schlaganfall. Dabei ist die Durchblutung nur kurzfristig gestört. Eine TIA führt zu ähnlichen Symptomen wie ein Schlaganfall, die Beschwerden klingen jedoch meist innerhalb von wenigen Minuten (spätestens aber innerhalb von 24 Stunden) ohne Folgen wieder ab.

Eine Durchblutungsstörung im Gehirn kann auch zu einer sogenannten vaskulären Demenz führen. Diese kann zum Beispiel infolge einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) oder durch einen Schlaganfall entstehen. Personen mit einer vaskulären Demenz leiden zunehmend unter Schwindel, Vergesslichkeit und Gedächtnisproblemen.

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5. Diagnose von Durchblutungsstörungen

Bei Durchblutungsstörungen ist eine erste, vorläufige Diagnose meist schon anhand der typischen Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung möglich. Je nachdem, welche Diagnose der Arzt vermutet, wird er weiterführende Untersuchungen veranlassen. Diese helfen ihm auch dabei, den Schweregrad der Durchblutungsstörung zu bestimmen und bisher unbekannte Risikofaktoren zu ermitteln.

Welche Untersuchungen im Einzelnen durchgeführt werden, hängt unter anderem davon ab, in welcher Region der Blutfluss gestört ist.

Blutdruckmessung

Weichen die Blutdruckwerte des rechten und linken Arms deutlich voneinander ab, dann weist dies auf eine einseitige Gefässveränderung hin.

Provokationstests

Mithilfe von Provokationstests versucht die Ärztin, die Symptome der vermuteten Durchblutungsstörung hervorzurufen. So wird sie beispielsweise einen Patienten mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) bitten, eine gewisse Wegstrecke zu Fuss zurückzulegen. Anhand der Strecke, die der Patient ohne Schmerzen gehen kann, kann die Ärztin den Schweregrad der Durchblutungsstörung beurteilen. Bei Verdacht auf ein Raynaud-Syndrom kann Kälte die Symptome auslösen.

Dopplersonographie der Gefässe

Bei Durchblutungsstörungen kann zur Diagnose auch eine Dopplersonographie der Gefässe beitragen. Die dopplersonographische Blutdruckmessung zum Beispiel ist eine Standarduntersuchung bei Durchblutungsstörungen der Extremitäten (pAVK). Der Betroffene ruht dabei zunächst mindestens 15 Minuten. Im Anschluss an die Ruhephase misst der Arzt unter Einsatz eines Ultraschallkopfs den sogenannten systolischen Blutdruck an beiden Oberarmen sowie an beiden Knöcheln. Der systolische Blutdruck entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und dabei Blut aus der linken Hauptkammer in den Körper presst. Der entstehende Druck überträgt sich dabei auf die Hauptschlagader und weiter auf die folgenden Arterien und Arteriolen.

Anhand der Werte, die die Blutdruckmessung unter Einsatz der Dopplersonographie ergeben hat, ermittelt der Arzt für die Diagnose den sogenannten Knöchel-Arm-Index (bzw. Doppler-Index), indem er das Verhältnis des gemessenen Drucks von Knöchel und Oberarm bestimmt. Ein Index unterhalb eines bestimmten Werts deutet auf eine Durchblutungsstörung hin. Auf einem ähnlichen Prinzip basiert die sogenannte Oszillographie, die es ermöglicht, genaue Puls-Volumen-Kurven aufzuzeichnen.

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Angiographie

Die Angiographie ermöglicht es, die minderdurchbluteten Arterien eingehender zu untersuchen. Dazu spritzt der Arzt ein Röntgenkontrastmittel direkt in eine Schlagader. Die Angiographie ermöglicht es, die minderdurchbluteten Arterien genauer zu untersuchen. Dazu spritzt die Ärztin ein Röntgenkontrastmittel direkt in eine Schlagader. Die Angiographie ist nicht nur eine Diagnose-, sondern auch eine Behandlungsmethode. So kann die Ärztin zum Beispiel verengte Gefässe während der Untersuchung weiten.

Weitere Untersuchungsmethoden

Je nach Krankheitsbild wird der Arzt weitere Untersuchungen durchführen, so zum Beispiel

  • eine Magnetresonanztomographie,
  • eine Computertomographie oder
  • eine Blutuntersuchung.

6. Therapie von Durchblutungsstörungen

Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich vor allem danach, wo der Blutfluss gestört ist und wie ausgeprägt die Störung ist. Die gegen Durchblutungsstörungen eingesetzte Therapie hat zwei Ansatzpunkte:

 

  1. Zum einen behandelt die Ärztin die jeweiligen Beschwerden,
  2. zum anderen zielt die Behandlung von Durchblutungsstörungen darauf ab, die zugrunde liegende Erkrankung aufzuhalten.

Erstmassnahmen bei akutem Gefässverschluss

Schnelle Hilfe ist nötig, wenn bei Durchblutungsstörungen ein akuter Gefässverschluss auftritt: Bei Verdacht auf einen akuten Gefässverschluss in einem Arm oder Bein ist sofort ein Arzt zu verständigen. Die weiteren Erstmassnahmen bei akutem Gefässverschluss bestehen darin, die betroffene Extremität sofort zu polstern und tief zu lagern, da dies die Durchblutung fördert.

Die Ärztin kann zur Therapie schmerzlindernde Medikamente und Heparin verabreichen. Heparin verdünnt das Blut. Bei einem schlechten Allgemeinzustand erhalten die Betroffenen zusätzlich Flüssigkeit über Infusionen sowie Sauerstoff. Ein akuter Gefässverschluss ist ein medizinischer Notfall, den man am besten innerhalb kürzester Zeit in einer gefässchirurgischen Klinik versorgen lässt.

Medikamente

Bei Durchblutungsstörungen können zur Therapie auch Medikamente zum Einsatz kommen. Diese Behandlung wirkt aber nur indirekt – die eigentliche Ursache bekämpfen die Medikamente nicht. So kann man bei einer gestörten Durchblutung beispielsweise:

 

  • Risikofaktoren behandeln (z.B. Diabetes mellitus)
  • Begleiterkrankungen behandeln, die sich auf die Sauerstoffversorgung des Körpers auswirken (z.B. Herz- oder Lungenerkrankungen)
  • Fliesseigenschaften des Bluts verbessern (z.B. mithilfe von sogenannten Thrombozyten-Aggregationshemmern wie Acetylsalicylsäure und anderen Medikamenten wie Naftidrofuryl, Pentoxifyllin)
  • Durchblutung fördern (z.B. durch Infusionstherapien mit Prostaglandinen, durch Plasmaexpander oder durch Substanzen, welche die Flexibilität der roten Blutkörperchen steigern und so den Blutfluss erleichtern)
  • Schmerzen lindern; je nach Stärke der Schmerzen mit herkömmlichen Schmerzmitteln – sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika – oder mit Schmerzmitteln aus der Gruppe der Opiate (z.B. Morphium)
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Medizinische Eingriffe

Je nach Krankheitsbild und Verlauf können bei Durchblutungsstörungen zur Therapie verschiedene medizinische Eingriffe sinnvoll oder gar notwendig sein. Einige Beispiele:

  • Entfernen eines Blutpfropfs (Embolektomie): Falls ein über die Blutbahn verschleppter Blutpfropf (Embolus) für die Durchblutungsstörung verantwortlich ist, wird der Arzt den Pfropf gegebenenfalls unter örtlicher Betäubung entfernen. Diesen medizinischen Eingriff nennt man Embolektomie.
  • Dehnung des Gefäßes (Gefässdilatation): Vor allem bei einem kurzstreckigen Gefässverschluss kann es helfen, das Gefäss von innen zu dehnen. Diesen Eingriff nennt man Gefässdilatation. Dabei kommt ein Ballonkatheter zum Einsatz. Nachdem der Arzt das Gefäss mit dem Ballon aufgedehnt hat, setzt er eventuell eine Drahthülse (sog. Stent) ein, die das Gefäss langfristig offen hält.
  • Operation: Bei manchen Durchblutungsstörungen ist eine Operation erforderlich. Zu einem wichtigen Operationsverfahren zählt die Ausschälplastik (Desobliteration). Die Operateurin legt dabei den jeweiligen Gefässabschnitt frei und entfernt die Substanzen, die für den Verschluss verantwortlich sind. Nach dem Eingriff verschließt sie die Arterie mit einem sogenannten Patch. Außerdem ist es möglich, mit einem Bypass eine «Umleitung» um die verengte Stelle zu bilden.

Bei sehr ausgeprägten Durchblutungsstörungen im Arm oder Bein mit entsprechendem Gewebeverlust (Gangrän) kann in seltenen Fällen eine Amputation nötig sein.

 

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Bewegungstherapie

Ein hilfreiches Mittel gegen Durchblutungsstörungen ist die konsequente Bewegungstherapie: Durch Bewegung verbessern Sie Ihre Durchblutung und fördern die Bildung von wichtigen Umgehungskreisläufen. So können Sie zum Beispiel durch gezieltes Gehtraining zur Therapie beitragen, wenn Ihre Beine unzureichend durchblutet sind, etwa weil Sie eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) haben. Auch aktive Krankengymnastik, Schwimmtraining oder Velotraining (Ergometer) sind bei Durchblutungsstörungen der Beine sehr wirksam. Wichtig ist, vorher mit einem Arzt zu sprechen, ob und welche Form der Bewegung geeignet ist.

Physikalische Bäder

Neben dem Bewegungstraining sind bei Durchblutungsstörungen im Rahmen einer Physiotherapie auch bestimmte Bäder geeignet, da sie sich positiv auf die Durchblutung auswirken: Dazu zählen das Kohlensäurebad und warm aufsteigende Armbäder. Wechselwarme Bäder sind nur als Therapie gegen arterielle Durchblutungsstörungen im Frühstadium geeignet.

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Blutverdünnung (Lysetherapie)

Wenn bei Durchblutungsstörungen frische Blutgerinnsel vorliegen, ist in manchen Fällen eine medikamentöse Therapie zur Blutverdünnung (Lysetherapie) geeignet: Hierbei kommen bestimmte blutverdünnende Medikamente zum Einsatz, die das Blutgerinnsel auflösen sollen – sogenannte Fibrinolytika. Der Arzt spritzt das Medikament in eine Vene oder direkt in das betroffene Gefäss. Die Lysetherapie erhöht allerdings die Blutungsgefahr, sodass eine intensive Überwachung der Betroffenen nötig ist.

7. Verlauf von Durchblutungsstörungen

 

Durchblutungsstörungen können sehr unterschiedlich verlaufen. Je nachdem, in welchem Körperbereich der Blutfluss gestört ist, treten verschiedene Beschwerden auf – von Schmerzen beim Gehen über Sprachstörungen bis hin zu Bauchschmerzen. Manche Formen treten plötzlich auf. Andere entwickeln sich schleichend und schreiten langsam voran.

Welche Folgen eine Durchblutungsstörung hat, richtet sich vor allem danach,

  • welches Gefäss betroffen ist,
  • wie stark es verstopft ist,
  • welche Ursachen die Störung hat und
  • wie rasch der Blutfluss wiederhergestellt werden kann.

 

Gefässschäden bei Durchblutungsstörungen, die als Folge einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) entstanden sind, bilden sich nicht mehr zurück. Es ist jedoch möglich, die Arteriosklerose zu stoppen oder ihren fortschreitenden Verlauf zu verlangsamen, indem man die Risikofaktoren wie

 

minimiert. Bleiben die Risikofaktoren bestehen oder hat die Erkrankung schon ein fortgeschrittenes Stadium erreicht, so kann es im weiteren Verlauf zum Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen. In seltenen Fällen kann es bei Durchblutungsstörungen der Arme oder Beine erforderlich sein, die betroffene Extremität zu amputieren. Wenn man jedoch rechtzeitig vorbeugt, muss es dazu nicht kommen.

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8. Vorbeugen gegen Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen können Sie vorbeugen, indem Sie darauf achten, Risikofaktoren zu vermeiden. So ist es zum Beispiel empfehlenswert, dass Sie:

 

  • nicht rauchen,
  • Übergewicht abbauen,
  • für ausreichend Bewegung sorgen und
  • sich gesund und ausgewogen zu ernähren.

Darüber hinaus ist es zum Vorbeugen von Durchblutungsstörungen sinnvoll, dass Sie Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck, durch die es zu einer gestörten Durchblutung kommen kann, rechtzeitig und konsequent behandeln (lassen).

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