Von Veröffentlicht am 01.01.1970

1. Definition

Definition

Durst ist ein Signal des Gehirns: Es weckt das Verlangen zu trinken. Demnach ist Durst ein lebensnotwendiges Gefühl, denn ohne Wasser kann der Mensch nur wenige Tage überleben.

Normalerweise zeigt Durst an, dass der Körper Flüssigkeit benötigt. Durst entsteht bereits, wenn der Körper wenige Prozent Wasser verliert oder wenn sich zu viel Kochsalz im Blut befindet (z.B. nach dem Verzehr von zu viel Salz). Allerdings entspricht der Durst nicht immer dem tatsächlichen Flüssigkeitsbedarf. So kann etwa im Alter das Durstgefühl verringert sein oder sogar überhaupt kein Durst mehr auftreten. Diese sogenannte Adipsie kann zur Austrocknung der Betroffenen führen, da sie den vorhandenen Flüssigkeitsbedarf des Körpers nicht mehr ausgleichen. Gerade für ältere Menschen ist es daher wichtig, auf die tägliche Trinkmenge zu achten und auch dann zu trinken, wenn sie nicht durstig sind.

Neben dem natürlichen Durstgefühl bei Flüssigkeitsmangel oder Salzüberschuss kann viel Durst auch trotz fehlenden Flüssigkeitsbedarfs auftreten – zum Beispiel als Symptom einer Krankheit. Es gibt einige Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes mellitus), bei denen die Betroffenen ständig Durst haben, obwohl sie genug trinken. Ein solcher krankhaft gesteigerter Durst ist eine sogenannte Polydipsie.

Nur wenn Durst krankhaft gesteigert ist, erfordert er eine Behandlung. Diese zielt vor allem auf die für das gesteigerte Durstgefühl verantwortliche Grunderkrankung ab.

Anzeige

2. Ursachen

Normalerweise signalisiert Durst, dass der Körper Flüssigkeit benötigt. Die Ursachen für den Flüssigkeitsbedarf sind dann zu geringe Trinkmengen oder eine zu hohe Salzzufuhr. Vermehrter Durst tritt auch nach grösseren Flüssigkeitsverlusten – zum Beispiel durch starkes Schwitzen und Fieber, bei Durchfall und Erbrechen sowie nach Blutverlust und Verbrennungen – auf. Wer das Durstgefühl nicht stillt, verspürt nachfolgend häufig ein allgemeines Unwohlsein.

Allerdings entspricht der Durst nicht immer dem tatsächlichen Flüssigkeitsbedarf. Neben dem natürlichen Durstgefühl bei Flüssigkeitsmangel oder Salzüberschuss kann trotz fehlenden Flüssigkeitsbedarfs ein starker Durst auftreten. Ein solcher krankhaft vermehrter Durst, auch Polydipsie genannt, kann seine Ursachen in verschiedenen Stoffwechselstörungen haben. Dazu zählen vor allem der Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und der Diabetes insipidus, bei dem ein Mangel an einem bestimmten Hormon vorliegt.

Auch Erkrankungen der Nieren, der Nebennieren, der Schilddrüse und der Nebenschilddrüsen können Auslöser für einen krankhaft gesteigerten Durst sein. Daneben sind Elektrolytstörungen wie ein erhöhter Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzämie) sowie die Einnahme verschiedener Medikamente (z.B. Diuretika) mögliche Gründe für ein starkes Durstgefühl trotz fehlenden Flüssigkeitsbedarfs. Darüber hinaus kann ein übermässiger Durst auch seelische Ursachen haben – in dem Fall liegt eine sogenannte psychogene Polydipsie vor. Bei vielen dieser Störungen besteht neben dem immer vorhandenen Durst auch eine gesteigerte Ausscheidung von Urin, eine sogenannte Polyurie.

Anzeige

3. Diagnose

Wenn ohne ersichtlichen Grund ein vermehrter Durst besteht, ist eine gründliche Diagnose ratsam, um die Ursache abzuklären. Dabei könnte sich beispielsweise ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder ein Diabetes insipidus (Wasserharnruhr) als Grund für ein starkes Durstgefühl ergeben.

Um die Gründe für den gesteigerten Durst herausfinden zu können, ist es zur Diagnose zunächst wichtig, folgende Fragen zu beantworten:

  • Seit wann sind die Betroffenen vermehrt oder ständig durstig?
  • Bestehen bereits eine Vorerkrankung wie ein Diabetes mellitus oder eine fieberhafte Infektion oder Ähnliches?
  • Was haben die Betroffenen gegessen und getrunken?
  • Haben die Betroffenen in den letzten Wochen Gewicht verloren?
  • Müssen sie oft zur Toilette?
  • Nehmen sie Medikamente ein?

Anschliessend erfolgt eine gründliche körperliche Untersuchung der Betroffenen. Ausserdem umfasst die Diagnostik bei vermehrtem Durst verschiedene Labortests. Der Arzt lässt eine Blut- und eine Urinprobe untersuchen. Zu dieser Untersuchung gehört unter anderem, die Ausscheidung von Urin und das Harngewicht zu messen. Des Weiteren kommen ein Test auf Diabetes mellitus sowie ein sogenannter Durstversuch bei Verdacht auf Diabetes insipidus zum Einsatz. Bei Letzterem misst man die Konzentration des antidiuretischen Hormons (ADH), denn bei einem Diabetes insipidus herrscht ein ADH-Mangel.

Anzeige

4. Therapie

Nur ein krankhaft vermehrter Durst erfordert eine Therapie. Extrem grosser Durst trotz ausreichender Trinkmenge ist ein Symptom für eine zugrunde liegende Störung oder Erkrankung. Deshalb zielt die Behandlung von vermehrtem Durst vor allem darauf ab, die Grunderkrankung zu therapieren.

Hinter einem gesteigerten Durst steckt häufig ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Wenn sich die Blutzuckerwerte durch eine entsprechende Therapie normalisiert haben, stellt sich auch wieder ein normales Durstgefühl ein. Auch bei einem Diabetes insipidus (Wasserharnruhr) ist es empfehlenswert, ihn zu behandeln und einen gestörten Elektrolythaushalt auszugleichen.

Anzeige