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Dyspareunie

(Schmerzen beim Sex bei der Frau)
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1. Definition

Definition

Dyspareunie (Schmerzen beim Sex) kann bei der Frau und beim Mann auftreten. Mediziner bezeichnen Schmerzen beim Sex (sowohl bei Frauen als auch bei Männern) auch als Dyspareunie oder Algopareunie.

In manchen Fällen sorgen Schmerzen dafür, dass eine Frau den Geschlechtsverkehr als unangenehm empfindet. Die Schmerzen können sehr unterschiedlich sein. Manche betroffenen Frauen spüren ein Brennen, Stechen oder Ziehen, Juckreiz oder einen dumpfen Schmerz. Bei anderen sind die Schmerzen beim Sex eher krampfartig. Der Orgasmus bleibt bei Dyspareunie dann beim Geschlechtsverkehr häufig aus.

Treten bei Frauen Schmerzen beim Sex auf, können diese eingeteilt werden in äussere und innere Schmerzen. Äussere Schmerzen gehen meist vom Scheidenausgang aus, innere Schmerzen entstehen häufig in der Gebärmutter oder anderen Strukturen des kleinen Beckens (wie Mastdarm, Harnblase, Eierstöcke, Scheide).

Mögliche Ursachen von Schmerzen beim Sex sind zum Beispiel Infektionen mit:

  • Pilzen
  • Bakterien
  • Viren
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So kann eine Harnwegsentzündung Auslöser von Schmerzen beim Sex sein. Auch eine Eierstockentzündung, Gebärmutterentzündung oder eine Entzündung der Bartholindrüsen (Bartholinitis) können Ursachen der Beschwerden sein. Zudem können Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhö Schmerzen beim Sex verursachen.

Hat die Frau Schmerzen beim Sex, können diese zu unterschiedlichen Zeitpunkten auftreten. Manche entstehen, wenn der Penis des Manns beim Geschlechtsverkehr an eine bestimmte Stelle stösst. Dies muss nicht in allen Stellungen der Fall sein. Die Schmerzen können entweder nach dem Geschlechtsverkehr aufhören oder noch einige Zeit danach anhalten. Manche Schmerzen kommen erst beim Orgasmus vor.

Ob und gegebenenfalls wie die Dyspareunie behandelt werden kann, hängt von den jeweiligen Ursachen ab. Bei Infektionen zum Beispiel kann der Gynäkologe Medikamente verschreiben.

2. Ursachen

Dyspareunie (Schmerzen beim Sex) kann bei der Frau vielfältige Ursachen haben. Häufige Auslöser sind akute oder langwierige (chronische) Infektionen der Harnwege (Harnwegsinfekte) und andere durch Bakterien, Viren oder Pilze ausgelöste Infektionen wie zum Beispiel:

  • Scheidenentzündung (Kolpitis)
  • Eileiter- und Eierstockentzündung (Adnexitis)
  • Entzündung bestimmter Drüsen der großen Schamlippen, der sog. Bartholindrüsen (Bartholinitis)
  • Geschlechtskrankheiten, wie z.B. Trichomoniasis, Gonorrhö, Syphilis
  • Genitalwarzen
  • Candidose
  • Tuberkulose


Bei Dyspareunie (Schmerzen beim Sex) kommen als weitere Ursachen unter anderem infrage:

  • Endometriose
  • Myom
  • vorhandene Narben nach einer Geburt, z.B. nach einem Dammschnitt oder Dammriss
  • angeborene Fehlbildungen der inneren Geschlechtsorgane
  • schmerzhafte Reaktion auf chemische Verhütungsmittel oder Intimpflegeprodukte
  • Schwäche der Scheidenwand (v.a. bei älteren Frauen)
  • zu trockene Scheide, z.B. aufgrund hormoneller Störungen
  • psychische Probleme
  • Stress


Eine weitere Ursache für Schmerzen der Frau beim Sex oder auch nach dem Sex, kann das Beckenvenensyndrom (Pelvic Congestion Syndrome) sein. Hier spielen schmerzhafte Krampfadern im Beckenbereich eine entscheidende Rolle – diese bleiben oft unerkannt und verursachen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder der Menstruation. Meist sind Frauen im gebärfähigen Alter betroffen, die schon zwei oder mehr Schwangerschaften durchlebt haben.

3. Diagnose

Ist eine Frau von Dyspareunie (Schmerzen beim Sex) betroffen, beruht die Diagnose vor allem auf einem ausführlichen Gespräch. Schmerzen beim Sex fallen häufig in eine Tabuzone, über die man nicht gerne mit anderen spricht. Bei lang anhaltenden Schmerzen unbekannter Ursache sollten Sie dennoch auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Dieser wird Sie zunächst befragen:

  • Seit wann beeinträchtigt Sie die Dyspareunie beim Geschlechtsverkehr?
  • Zu welchem Zeitpunkt treten die Schmerzen beim Sex auf?
  • Treten sie regelmässig auf oder nur gelegentlich?
  • Wie lange dauern sie an?
  • Welche Begleitsymptome liegen vor?

Diese und andere Fragen können dem Arzt einen ersten Hinweis auf die Ursache der Schmerzen beim Geschlechtsverkehr geben.

Nach der Befragung zu den Schmerzen beim Sex folgt bei Frauen immer eine gynäkologische Untersuchung zur Diagnose. Der Frauenarzt untersucht dabei die äusseren und inneren Geschlechtsorgane auf Auffälligkeiten. Gleichzeitig entnimmt er einen Abstrich des Scheidensekrets, das er auf mögliche Erreger untersucht. Ausserdem kann der Arzt eine Ultraschalluntersuchung der inneren Geschlechtsorgane durchführen, um organische Ursachen für mögliche Schmerzen beim Sex zu finden oder auszuschliessen.

Je nach vermuteter Ursache für die Dyspareunie stehen weitere Untersuchungsverfahren zur Verfügung, zum Beispiel:

  • Urin- und Blutuntersuchung
  • Gewebeprobenentnahme von auffälligen Stellen der Haut und Schleimhaut (Biopsie)
  • Laboruntersuchung eines Abstrichs auf Viren

Wenn der Arzt nach der körperlichen Untersuchung der Frau organische Ursachen ausschliessen kann, folgt ein Gespräch zur psychischen Verfassung, zum Beispiel zu Beziehungsproblemen, Stress, Ängsten etc..

4. Therapie

Bei einer Dyspareunie (Schmerzen beim Sex) bei der Frau richtet sich die Therapie immer individuell nach ihren Ursachen und kann daher sehr unterschiedlich sein.

Bei Infektionen der Harnwege oder der inneren Geschlechtsorgane, die durch Bakterien verursacht werden, helfen beispielsweise oft Antibiotika. Bei einer Endometriose verschreibt der Arzt oft Hormone, im fortgeschrittenen Stadium ist häufig eine Operation notwendig. Genitalwarzen können je nach Größe mit zellwachstumshemmenden Mitteln (z.B. das Zytostatikum Podophyllotoxin oder das Virostatikum Imiquimod) oder Trichloressigsäure bestrichen werden. Grössere Genitalwarzen entfernt der Arzt, indem er sie vereist (Kyrotherpaie) oder mit Elektro- oder Lasertherapie behandelt. Nur in seltenen Fällen müssen sie chirurgisch entfernt werden.

Reagiert die Scheide überempfindlich auf chemische Verhütungsmittel, sollten Sie diese durch andere Verhütungsmittel ersetzen. Bei einer zu trockenen Scheide kann ein Gleitmittel helfen. Über psychische Ursachen für die Dyspareunie sollten betroffene Frauen auf jeden Fall mit ihrem Partner, nach Möglichkeit auch mit einem Psychologen sprechen.

Sind die Schmerzen beim Sex bei der Frau Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung, sollte diese Krankheit behandelt werden.