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Eingerissene Mundwinkel

Definition

von Onmeda-Ärzteteam

Definition

Eingerissene Mundwinkel können hartnäckig und sehr unangenehm sein. Sie äussern sich dadurch, dass die Haut der Mundwinkel schmerzt, entzündet ist und schlecht heilt.

Die Mundwinkel spannen, brennen beim Kontakt mit Speichel, sauren Speisen oder Zahnpasta und sind empfindlich gegenüber Berührung.

Wenn die Mundwinkel ständig und immer wieder entzündet und eingerissen sind, sprechen Mediziner von sogenannten Mundwinkelrhagaden, auch Faulecken, Perlèche und Cheilitis angularis genannt. Ihnen kann eine Reihe von Ursachen, zum Beispiel Vitamin- und Mineralstoffmangel sowie Infektionen zugrunde liegen.

Je nach Ursachen der eingerissenen Mundwinkel sind verschiedene Therapien möglich oder erforderlich. Wichtig ist generell, dass die Mundwinkel trocken bleiben. Wer häufig mit der Zunge die Lippen befeuchtet, sollte dies unbedingt vermeiden. Unterstützend gibt es Pasten, um die Lippen trocken zu halten. Auch Reiben und Kratzen sollte man unterlassen und den Mund nicht zu weit öffnen.

Bei einer Infektion können entsprechende Salben und Pasten gegen Bakterien (antibiotisch), gegen Viren (antiviral) oder gegen Pilze (antimykotisch) helfen. Wer auf ein bestimmtes Kosmetikum allergisch reagiert, sollte dies meiden.

Ursachen

Eingerissene Mundwinkel können verschiedene Ursachen haben. Die Lippen sind sehr empfindlich gegenüber äusseren Einflüssen und können zum Beispiel bei ungewohnter Luftfeuchtigkeit oder bei sehr kalter oder sehr warmer Luft trocken, spröde und rissig werden. Auch permanente Feuchtigkeit, bedingt durch häufiges Lecken oder Kauen der Lippen, kann zum Einreissen der Haut in den Mundwinkeln führen. Wenn sich die Mundwinkel entzünden und immer wieder einreissen, spricht man von sogenannten Mundwinkelrhagaden (Faulecken).

Hartnäckig eingerissenen Mundwinkel haben häufig Infektionen der Lippen und des Munds als Ursachen – zum Beispiel hervorgerufen durch:

Darüber hinaus können den eingerissenen Mundwinkeln auch ein Vitamin-B2-Mangel (Mangel an Riboflavin), ein Eisenmangel, Hautkrankheiten, wie Neurodermitis, Kontaktallergie, z.B. auf Kosmetika, Lippenstift, und eine schlecht sitzende Zahnprothese zugrunde liegen.

Begünstigt werden eingerissene Mundwinkel durch Allgemeinerkrankungen wie Diabetes mellitus, eine Behandlung mit Antibiotika sowie in der Schwangerschaft.

Diagnose

Hartnäckige und immer wiederkehrende eingerissene Mundwinkel erfordern eine genaue Diagnose durch den Haus- oder Hautarzt. Der Arzt wird zunächst einige Fragen zu den Beschwerden, möglichen Vorerkrankungen und Vorbehandlungen stellen und sich anschliessend die Mundwinkel genau anschauen. Sind Bläschen an den Lippen vorhanden, könnte es sich um eine Herpes-Infektion handeln. Ein Blick in den Mund zeigt, ob auch die Mundschleimhaut von einer Entzündung oder einem Pilzbefall (Mundsoor) betroffen ist. Unter Umständen macht der Arzt einen Abstrich von der Lippe und von der Mundschleimhaut, der anschliessend im Labor auf Erreger (Bakterien, Viren oder Pilze) gestestet wird.

Je nach Befund können weitere Untersuchungen sinnvoll sein, um die Ursache für eingerissene Mundwinkel herauszufinden und die Diagnose zu sichern: Blutuntersuchungen, Allergietests oder zahnärztliche Untersuchungen sind entsprechende Beispiele.

Therapie

Eingerissene Mundwinkel erfordern häufig verschiedene Therapie-Massnahmen, da die Ursachen sehr unterschiedlich sein können. Wichtig ist generell, dass die Mundwinkel trocken bleiben. Wer häufig mit der Zunge die Lippen befeuchtet, sollte dies unbedingt vermeiden. Unterstützend gibt es Pasten, um die Lippen trocken zu halten. Auch Reiben und Kratzen sollte man unterlassen und den Mund nicht zu weit öffnen.

Wenn eine Infektion Ursache der eingerissenen Mundwinkel ist, können entsprechende Salben und Pasten gegen Bakterien (antibiotisch), gegen Viren (antiviral) oder gegen Pilze (antimykotisch) helfen. Wer auf ein bestimmtes Kosmetikum allergisch reagiert, muss dies meiden.

Um langfristig eingerissene Mundwinkel erfolgreich zu behandeln, muss die Therapie auf die zugrunde liegenden Erkrankungen und Mangelerscheinungen abzielen – zum Beispiel auf einen Diabetes mellitus, einen Vitamin-B2- oder einen Eisenmangel.