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Exophthalmus

(Vorwölbung des Augapfels)
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1. Definition

Definition

Eine Verwölbung des Augapfels wird medizinisch als Exophthalmus bezeichnet. Es handelt sich dabei um ein krankhaftes, ein- oder beidseitiges Hervortreten des Augapfels aus der Augenhöhle (Orbita). Der umgekehrte Fall, das heisst ein nach hinten gesunkenes Auge, wird Enophthalmus genannt.

Die Vorwölbung kann in der Folge die Beweglichkeit des Augapfels einschränken und das Schliessen des Augenlids verhindern. Mögliche Begleitbeschwerden, die aufgrund eines Exophthalmus auftreten können, sind zum Beispiel sogenannte Doppelbilder durch eine Beeinflussung der Augenmuskulatur und der Orbitalnerven, eine Schwellung der Bindehaut (Chemosis), eine Austrocknung der Hornhaut (Xerophthalmie) oder Entzündungen. Häufig treten auch Schmerzen auf.

Ein Exophthalmus kann in sechs Schweregrade eingeteilt werden:

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  • Grad I: Oberlid zieht sich zurück, Augenbewegungen sind eingeschränkt
  • Grad II: Angeschwollene Augenlider und Bindehaut, Lichtempfindlichkeit
  • Grad III: Auffällige Vorwölbung des Augapfels
  • Grad IV: Sehen von unscharfen Bildern oder Doppelbildern
  • Grad V: Augapfel trocknet aus, Trübungen und Oberflächenzerstörung der Hornhaut
  • Grad VI: Sehausfälle bis Sehverlust aufgrund einer Beteiligung des Sehnervs

Die Therapie bei einer Vorwölbung des Augapfels richtet sich nach der jeweiligen Ursache des Exophthalmus. Ziel ist es vor allem, Komplikationen zu vermeiden. Daher ist es wichtig, das Auge feucht zu halten, zum Beispiel mit künstlicher Tränenflüssigkeit. Ist die Vorwölbung des Augapfels Folge einer Grunderkrankung wie einer Schilddrüsenerkrankung, muss diese behandelt werden. Ist etwa ein Abszess oder eine Entzündung (Phlegmon) Ursache des Exophthalmus, verschreibt der Arzt Antibiotika. Manchmal ist es auch nötig, einen Abszess chirurgisch zu öffnen und zu entleeren. Bedingen Tumoren die Vorwölbung des Augapfels, entfernt der Arzt diese operativ.

2. Ursachen

Für einen Exophthalmus können die Ursachen sehr unterschiedlich sein. Sie beeinflussen das Erscheinungsbilds des Exophthalmus, beispielsweise ob er ein- oder beidseitig auftritt, und seine Begleitsymptome.

Als charakteristisches Symptom tritt eine beidseitige Vorwölbung des Augapfels bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse auf. Zu diesen Krankheiten, bei denen ein Exophthalmus typischerweise auftritt, gehören der Morbus Basedow und die Hashimoto-Thyreoiditis. Bei diesen Erkrankungen kommt es zu Entzündungen in der Augenhöhle, wodurch das Gewebe hinter dem Auge anschwillt und der Augapfel hervorgedrückt wird.

Gleiches können Tumoren, die hinter dem Auge liegen (wie zum Beispiel Neuroblastom, Neurinom), oder Phlegmone (eitrige Infektionen) des Gewebes der Augenhöhle hervorrufen. Bei diesen Exophthalmus-Ursachen ist die Vorwölbung des Augapfels meist einseitig. Bei Krebserkrankungen wie Leukämie oder Lymphomen kann es, falls Metastasen gebildet werden und die Augenhöhle beteiligt ist, ebenfalls zu einem Exophthalmus kommen.

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Weitere Exophthalmus-Ursachen können sein:

  • Blutungen in der Augenhöhle
  • Hochgradige Kurzsichtigkeit (Myopie)
  • Entzündungen der Augenmuskeln
  • Schädelfehlbildungen (Dyskranie)
  • Thrombose oder Aneurysma der Hirnvenen

3. Diagnose

Wenn Sie eine Vorwölbung des Augapfels – also einen Exophthalmus – bei sich feststellen, ist eine genaue Diagnose durch einen Arzt wichtig, um ernsthafte Ursachen auszuschliessen. Der Arzt teilt dazu die Vorwölbung des Augapfels nach ihrem Schweregrad ein. Beim Blick von hinten und oben kann er am besten feststellen, ob der Exophthalmus ein- oder beidseitig und wie stark er ausgeprägt ist. Die eigentliche Vorwölbung kann er aber auch objektiv mit einem speziellen Instrument, dem Exophthalmometer messen.

Mithilfe verschiedener bildgebender Verfahren wie einer Computer- oder Magnetresonanztomographie kann die Struktur der Augenhöhlen dargestellt und mögliche Neubildungen wie Tumoren oder Entzündungen festgestellt werden. Häufig wird auch eine Ultraschalluntersuchung oder Röntgenuntersuchung des Auges durchgeführt, um bei einem Exophthalmus das Stellen der Diagnose zu unterstützen.

Vermutet der Arzt als Ursache für die Vorwölbung des Augapfels Schilddrüsenerkrankungen, lässt er die Schilddrüsenwerte im Blut bestimmen. Ebenso kann bei einer Blutuntersuchung mithilfe der Entzündungswerte eine Aussage über mögliche Entzündungen (Phlegmone) als Ursache des Exophthalmus gemacht werden.

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Begleitend wird bei einem Exophthalmus auch ein Sehtest durchgeführt, das Gesichtsfeld bestimmt und der Augendruck gemessen.

4. Therapie

Bei einer Vorwölbung des Augapfels (Exophthalmus) richtet sich die Therapie immer individuell nach der Ursache. Ziel ist es, Komplikationen des Exophthalmus zu vermeiden. Um einer Austrocknung und damit Schädigung der Hornhaut vorzubeugen, ist es wichtig, die Augen sorgfältig zu pflegen und regelmässig künstlich zu befeuchten. In manchen Fällen kann es notwendig sein, operativ Ober- und Unterlid teilweise zu vernähen (Tarsorrhaphie), damit die Lider sich schliessen können.

Entsteht die Vorwölbung des Augapfels aufgrund von Phlegmonen oder Abszessen, werden diese mit Antibiotika behandelt. In manchen Fällen öffnet und entleert der Arzt sie zunächst in einem chirurgischen Eingriff. Tumoren, welche den Augapfel nach vorne drängen und damit eine mögliche Ursache für einen Exophthalmus darstellen, können operativ entfernt werden.

Ist der Exophthalmus Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung, zum Beispiel eines Morbus Basedow, ist die gezielte Therapie dieser Erkrankung notwendig.

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