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1. Definition

Definition

Je nach Hauttyp kann man zwischen trockener, normaler und fettiger Haut unterscheiden. Die meisten Menschen haben, vor allem im Gesicht, eine sogenannte Mischhaut, die sich aus verschiedenen Hauttypen zusammensetzt.

Fettige Haut im Gesicht kann beispielsweise mit einer trockenen Körperhaut kombiniert sein. Ausserdem schwankt der Hauttyp abhängig vom Hormonspiegel, dem Alter, der Jahreszeit und dem Gesundheitszustand.

Fettige Haut entsteht, wenn die Talgdrüsen der Haut zu viel Talg produzieren und die Haut dadurch übermässig gefettet wird. Meist kommt es im Bereich der Kopfhaut und des gesamten Gesichts zu fettiger Haut. Aber auch der Rücken, die Brust und andere Körperregionen davon betroffen sein.

Ausnahmen sind die Handinnenflächen und Fusssohlen: Dort kann keine fettige Haut entstehen, da sie keine Talgdrüsen besitzen.

Bei einer fettigen Haut verdickt sich die oberste Hautschicht, die sogenannte Hornschicht. Mediziner nennen dies Hyperkeratose. Die Hautporen erweitern sich und die Haut wirkt oft schlecht durchblutet und blass. Ausserdem glänzt sie ölig und neigt dazu, Mitesser und Pickel zu bilden, da die Talgdrüsenporen oft verstopfen. Bei einer fettigen Kopfhaut sind auch die Haare sehr schnell fettig. 

Eine mögliche Ursache von fettiger Haut kann zum Beispiel Stress sein. In manchen Fällen kann fettige Haut auch als Begleiterscheinung einer anderen Krankheit auftreten, etwa bei Parkinson. Dann muss der Arzt diese Grunderkrankung gezielt behandeln.

Fettige Haut braucht eine Therapie, welche sich individuell nach ihrer Ursache und ihrem Schweregrad richtet. Zusätzlich sollte man fetthaltige Salben und Kosmetika vermeiden. Tritt die fettige Haut begleitend bei einer leichten Akne auf, reicht oft eine regelmässige Hautreinigung. Bei Frauen kann eine Östrogentherapie helfen, wenn eine schwere Akne besteht. UV-Bestrahlung kann sich ebenfalls positiv auf das Hautbild auswirken.

2. Ursachen

Vor allem jüngere Menschen haben im Rahmen einer Akne eine fettige Haut. Zu den Ursachen gehört eine zunehmende Talgproduktion durch die Hormonumstellung in der Pubertät. Zwischen dem 15. und 18. Lebensjahr tritt die Akne am häufigsten auf und geht zumeist bis zum 25. Lebensjahr wieder zurück.

Durch hormonelle Einflüsse kann es bei Frauen auch jeden Monat vor dem Einsetzen der Menstruation, nachdem hormonelle Verhütungsmittel (z.B. Antibabypille) abgesetzt wurden oder während der Schwangerschaft und nach der Entbindung zu fettiger Haut kommen.

Für fettige Haut gibt es noch weitere Ursachen, wie etwa:

  • Fehl- und Mangelernährung
  • Alkoholkonsum
  • Stress
  • feuchtes und sehr warmes Wetter
  • erbliche Veranlagung
  • bestimmte Medikamente (z.B. Beruhigungsmittel, Hormonpräparate)
  • seborrhoischen Ekzem
  • fehlgesteuertes vegetatives Nervensystem
  • Störung der Nebennierenrinde
  • Störung der Eierstöcke
  • Parkinsonerkrankung

3. Diagnose

Der Hautarzt erkennt fettige Haut meist schon anhand des Erscheinungsbildes. Fettige Haut im Alter zwischen 10 und 18 Jahren mit vielen Pickeln und Mitessern lässt schnell auf Akne schliessen. Ist die Diagnose nicht eindeutig oder möchte der Arzt andere Grunderkrankungen wie Hormon- oder Stoffwechselstörungen ausschliessen, führt er gegebenenfalls eine gründliche körperliche Untersuchung durch. Sind Pickel oder Pusteln auf der Haut vorhanden, hilft ein Abstrich, um mögliche Erreger festzustellen.

Je nach vermuteter Ursache schliessen sich weitere Untersuchungen an, zum Beispiel:

  • Blutuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke
  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT)

4. Therapie

Fettige Haut braucht eine Therapie, welche sich individuell nach ihrer Ursache und ihrem Schweregrad richtet.

Das können Sie selber tun:

  • Vermeiden Sie fetthaltige Salben und Kosmetika.

  • Bei leichter Akne reicht es oft, die Haut regelmässig mit tensidfreien Reinigungswässern zu pflegen.

  • Machen Sie einmal pro Woche ein Gesichtsdampfbad, zum Beispiel mit Kamille – so können Sie Pickeln vorbeugen.

Ist das Krankheitsbild ausgeprägter und liegen ausserdem bakterielle Infektionen der Haut vor, können Wirkstoffe wie Benzoylperoxid sowie Antibiotika sinnvoll sein. Bei Frauen kann der Frauenarzt bei sehr schwerer Akne eine Östrogentherapie verschreiben (z.B. Antibabypille), um die fettige Haut und die Entzündungen der Talgdrüsenfollikel zu bekämpfen. UV-Bestrahlung kann sich ebenfalls positiv auf das Hautbild auswirken.

Da fettige Haut häufig aufgrund von Stress entsteht, können bei der Behandlung begleitend Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung helfen. 

Ist die fettige Haut Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung, wie zum Beispiel Parkinson, ist eine gezielte Therapie dieser Krankheit notwendig.