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Veröffentlicht am 28.05.2021

1. Definition von Fieber

Wenn der Körper gegen eine Infektion ankämpft, kann sich die Körpertemperatur stark erhöhen. Vor allem bei Babys und Kindern kommt Fieber häufig vor.

Eine Körpertemperatur über 38° Celsius (38°C) bezeichnet man als erhöhte Temperatur, über 38.5°C handelt es sich laut Definition um Fieber (lat. Febris). Ab 39 Grad sollte man als Erwachsener einen Arzt aufsuchen. Bei Babys und Kindern kann ein Arztbesuch auch schon bei leichtem Fieber notwendig sein, wenn der Gesundheitszustand insgesamt besorgniserregend ist oder das Fieber seit mehreren Tagen anhält.

Häufig ist Fieber ein Symptom einer Grippe, einer Erkältung oder sonstiger Infektionen. Die Temperatur lässt sich mit einem geeigneten Fieberthermometer im Enddarm (rektal), unter der Achselhöhle (axillar), im Ohr oder unter der Zunge im Mund (oral) messen. Die rektale Temperaturmessung gilt als die genaueste. Am gebräuchlichsten sind elektronische Digital-Fieberthermometer.

Das Temperaturzentrum im Gehirn steuert die Wärmeregulation des menschlichen Körpers. Fieber entsteht entweder, wenn die Wärmeregulation nicht mehr richtig funktioniert, oder dadurch, dass der Sollwert der Körpertemperatur in diesem Temperaturzentrum nach oben verstellt ist. Dies geschieht häufig durch Stoffe, die sich bei der Abwehr von Krankheiten im Körper sammeln.

Fiebererzeugende Stoffe nennt man Pyrogene. So können etwa bestimmte Bestandteile von Bakterien als Pyrogen wirken und zu Fieber führen. Fieber kann wiederum vermutlich dazu beitragen, die natürlichen Abwehrprozesse des Körpers zu beschleunigen.

Man unterscheidet verschiedene Arten von Fieber, so zum Beispiel:

 

  • Über Tage und Wochen anhaltendes Fieber mit Temperaturschwankungen bis zu 1°C (sog. durchgehendes Fieber)
  • Zeitweise abfallendes Fieber, ohne dass die normale Körpertemperatur erreicht wird (sog. remittierendes Fieber)
  • Tägliche starke Fieberschwankungen, die periodisch abfallen und sich mit Unter- oder Normaltemperatur abwechseln (sog. intermittierendes Fieber)
  • Langsam ansteigendes, länger anhaltendes Fieber mit fieberfreien Intervallen (undulierendes Fieber)
  • In kurzen Perioden auftretendes Fieber, welches von einem oder mehreren fieberfreien Tagen unterbrochen wird, z.B. bei Malaria (sog. rekurrierendes Fieber)

Neben dem Anstieg der Körpertemperatur äussert sich Fieber oft mit Symptomen wie:

Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern können auch Fieberkrämpfe auftreten. Dabei handelt es sich um epileptische Anfälle, die meist weniger als 15 Minuten andauern. Fieberkrämpfe können bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren auftreten – in dieser Altersgruppe sind drei bis vier von hundert Kindern davon betroffen.

In den meisten Fällen sind Fieberkrämpfe harmlos. Sie gehen von selbst vorüber und ziehen in der Regel keine langfristigen Folgen nach sich. Wichtig ist, dass die Atmung des Kindes während des Anfalls nicht beeinträchtigt wird, etwa durch zu enge Kleidung. Auch sollte man ihm nichts zu trinken oder zu essen geben, bis die Krämpfe nachlassen.

Zur Ärztin sollte man, wenn der Fieberkrampf nach 15 Minuten nicht von selbst aufhört.

Eine Mutter liegt neben ihrer kleinen Tochter und misst ihre Temperatur.

Fieber tritt oft bei Infektionen auf. Besonders Kinder sind häufig betroffen.

Quelle: Getty Images

2. Ursachen von Fieber

Fieber ist ein häufiges Symptom bei zahlreichen Erkrankungen und kann viele Ursachen haben. Vor allem Infektionskrankheiten, die durch Bakterien oder Viren ausgelöst werden, gehen oft mit Fieber einher. Beispiele sind:

Klassische Reise-Fieberkrankheiten sind unter anderem das Dengue-Fieber, das West-Nil-Fieber, das Lassa-Fieber und Malaria. Auch viele Kinderkrankheiten gehen mit Fieber einher, zum Beispiel Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Scharlach und das Drei-Tage-Fieber.

Darüber hinaus kann es zu Fieber kommen, wenn das Immunsystem zu heftig auf Erreger oder andere Reize reagiert und irrtümlicherweise körpereigenes Gewebe angreift. Dazu kommt es vor allem bei der Sepsis (Blutvergiftung) sowie bei Autoimmunkrankheiten wie der Sarkoidose und beim rheumatischen Fieber. Auch bei einem geschwächtem Immunsystem, zum Beispiel bei AIDS, kann Fieber auftreten.

Als Tumorfieber bezeichnet man Fieber, das im Rahmen von Krebserkrankungen (z.B. bei Leukämie oder Lymphomen) vorkommt. Zum einen setzen Krebszellen Pyrogene frei, zum anderen sterben bei bestimmten Tumorerkrankungen vermehrt Körperzellen ab, deren Bestandteile ebenfalls pyrogen, also Fieber erzeugend, wirken können.

Auch hormonelle Störungen können bei Fieber zu den Ursachen gehören. Diese treten beispielsweise bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) auf. Auch extremer Flüssigkeitsmangel bei Kindern und Säuglingen (sog. Durstfieber) sowie Arzneimittel, Gifte oder Drogen können Fieber auslösen. Fieber kann zudem durch eine zentrale Störung im Temperaturzentrum bedingt sein, etwa verursacht durch ein Schädel-Hirn-Trauma.

3. Diagnose von Fieber

Fieber messen

Die Körpertemperatur lässt sich mit einem Fieberthermometer messen. Am gebräuchlichsten sind elektronische Fieberthermometer, die man zur Messung in den Po, in die Achselhöhle, ins Ohr oder unter die Zunge steckt.

Am genauesten ist die Messung im Po – Ärzte sprechen von der rektalen Messung. Da diese etwas unangenehm ist, entscheiden sich jedoch viele für die Messung im Ohr, in der Achselhöhle oder unter der Zunge. Bei jeder Variante gibt es einige Regeln zu beachten:

  • Für die Messung im Po wird die Spitze des Thermometers gereinigt, dann dünn mit einer fetthaltigen Creme beschichtet und etwa ein bis zwei Zentimeter tief in den Po eingeführt. Anschliessend ist es wichtig, das Thermometer und die Hände sorgfältig mit Seife zu waschen und zu desinfizieren.
  • Für die Messung im Ohr gibt es spezielle Infrarot-Thermometer, die die vom Trommelfell abgegebene Wärme erfassen. Damit das Thermometer genau in Richtung Trommelfell zeigt, muss der Gehörgang möglichst gerade sein. Dazu kann es notwendig sein, das Ohr bei der Messung leicht nach oben und/oder hinten zu ziehen.
  • Wird unter der Achsel gemessen, muss man den Arm an den Körper pressen und sich möglichst wenig bewegen. Kindern gelingt das häufig nicht.
  • Führt man das Fieberthermometer in den Mund ein, sollte man es vorher gründlich reinigen und kurz vor der Messung keine kalten oder heissen Getränke zu sich nehmen. Für die Messung steckt man die Spitze des Thermometers unter die Zunge und hält den Mund geschlossen. Für Kleinkinder ist das oft schwierig. Daher ist die Messung unter der Zunge erst ab einem Alter von vier Jahren empfehlenswert. 

Abgesehen von der rektalen Messung liefern alle Methoden Werte, die meist leicht unter der tatsächlichen Körpertemperatur liegen. In der Regel bewegen sich die Abweichungen im Bereich von 0,3 bis 0,5 Grad Celsius. Die Messung unterm Arm kann sogar um bis zu zwei Grad Celsius unter dem richtigen Wert liegen.

Neben den klassischen Fieberthermometern gibt es seit einigen Jahren auch sogenannte Stirnthermometer. Diese sind jedoch recht fehleranfällig und somit für eine genaue Messung ungeeignet.

Ärztliche Diagnose

Zur Diagnose erfragt der Arzt zunächst, ob zusätzliche Beschwerden wie Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen, Hautausschlag, Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall vorliegen und ob weitere Familienmitglieder oder Kollegen erkrankt sind. Auch möchte er wissen, ob man kürzlich ins Ausland verreist war. Der Arzt erkundigt sich ausserdem nach eventuellen Vorerkrankungen, Kontakt zu möglicherweise erkrankten Tieren, bekannten Allergien und eingenommenen Medikamenten.

Zudem ist es für den Arzt hilfreich, zu erfahren, wann genau das Fieber begonnen hat und wie es sich entwickelt hat. Denn der Verlauf des Fiebers ist häufig charakteristisch für die ursächliche Erkrankung:

  • Über Tage und Wochen anhaltendes Fieber mit Temperaturschwankungen bis zu 1°C (sog. durchgehendes Fieber) – z.B. bei infektiöser Endokarditis
  • Zeitweise abfallendes Fieber, ohne dass die normale Körpertemperatur erreicht wird (sog. remittierendes Fieber) – z.B. bei Harnwegsinfektionen
  • Tägliche starke Fieberschwankungen, die periodisch abfallen und sich mit Unter- oder Normaltemperatur abwechseln (sog. intermittierendes Fieber) – z.B. bei einer Sepsis
  • Langsam ansteigendes, länger anhaltendes Fieber mit fieberfreien Intervallen (undulierendes Fieber) – z.B. bei Tumoren oder Morbus Hodgkin
  • In kurzen Perioden auftretendes Fieber, welches von einem oder mehreren fieberfreien Tagen unterbrochen wird (sog. rekurrierendes Fieber) – z.B. bei Malaria

Je nachdem, welche Ursache der Arzt vermutet, können noch weitere Untersuchungen nötig sein, beispielsweise eine Blutuntersuchung, eine Urinuntersuchung oder in seltenen Fällen (etwa bei Verdacht auf einen Tumor) Untersuchungen mithilfe bildgebender Verfahren wie CT oder MRT.

Babys, Kleinkinder und Kinder

Bei neugeborenen Säuglingen sollte Fieber immer ärztlich abgeklärt werden. Denn in den ersten Monaten nach der Geburt ist der Körper oft noch nicht dazu in der Lage, auf einen Infekt mit Fieber zu reagieren. Bei Babys äussern sich selbst schwere Infekte oft nur durch leicht erhöhte Temperatur (38 Grad Celsius). Mitunter erhöht sich die Körpertemperatur auch überhaupt nicht.

Bei Babys ab etwa drei Monaten, Kleinkindern und älteren Kindern hingegen schwankt die Körpertemperatur allgemein stärker als bei Erwachsenen. Fieber ist bei ihnen also nicht unbedingt Hinweis auf eine schwere Erkrankung.

Ein Besuch beim Kinderarzt ist notwendig, wenn das Fieber

  • auf über 39 Grad Celsius steigt,
  • länger anhält (länger als ein Tag bei Babys, länger als drei Tage bei Kindern),
  • in Schüben auftritt,
  • sich nicht mit Ibuprofen oder Paracetamol senken lässt und/oder
  • mit Fieberkrämpfen einhergeht.

Auch wenn das Kind neben dem Fieber noch weitere Beschwerden hat, die auf schwere Infekte hindeuten, ist ein Arztbesuch nötig. Dazu zählen vor allem

  • Übelkeit, Erbrechen und Durchfall,
  • Hautausschlag,
  • Atemnot und Atemprobleme sowie
  • Nackensteifigkeit.

4. Therapie von Fieber

Wenn es dem Betroffenen abgesehen von dem Fieber gut geht, er ausreichend trinkt und sich ausruht, sollte das Fieber nicht gesenkt werden, da es ein wichtiger Bestandteil der Infektabwehr ist. Es geht von selbst zurück, sobald die ursächliche Erkrankung abklingt. 

Wenn der Erkrankte unter dem Fieber oder dessen Begleiterscheinungen leidet oder die Körpertemperatur auf über 39 Grad Celsius ansteigt, kann es notwendig werden, die Temperatur medikamentös zu senken, etwa mit Ibuprofen oder Paracetamol.

Auch Acetylsalicylsäure (ASS) wirkt fiebersenkend, kann jedoch bei Babys und Kindern zum sogenannten Reye-Syndrom führen. Medikamente, die ASS enthalten, sind daher für Kinder und Babys ungeeignet. Ärzte verordnen sie Kindern unter zwölf Jahren nur in bestimmten Fällen und wenn kein anderes fiebersenkendes Mittel ausreichend wirkt.

Hausmittel

Beliebte Hausmittel gegen Fieber sind kühle Wadenwickel und nasse Umschläge. Diese kühlen den Körper von aussen und können die Körpertemperatur kurzfristig senken. Das Fieber geht dadurch allerdings nicht dauerhaft zurück.

Viel wichtiger ist Trinken: Bei Fieber schwitzt man, wobei der Körper viel Flüssigkeit verliert. Damit der Körper nicht austrocknet, sollte der Erkrankte daher etwa jede halbe Stunde etwas trinken, am besten Wasser oder Tee.