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Veröffentlicht am 08.04.2020

1. Definition von Flankenschmerzen

Der häufigste Grund für Flankenschmerzen sind Nierenerkrankungen. Schmerzen in diesem Bereich können aber auch durch Verletzungen oder Infektionen entstehen.

Als Flanken bezeichnet man die beiden hinteren seitlichen Bauchregionen im Bereich des Rumpfs.

Hier befinden sich unter anderem die beiden Nieren, die Nebennieren sowie weitere Organe und zahlreiche Muskeln, Nerven und Blutgefässe. Flankenschmerzen können dumpf, stechend oder krampfartig sein. Nierensteine beispielsweise verursachen akute Krämpfe (Koliken). Rückenschmerzen und Wirbelsäulenprobleme hingegen führen oft zu dauerhaften Schmerzen im Flankenbereich.

Entzündliche Ursachen von Flankenschmerzen können mit Symptomen wie Abgeschlagenheit und Fieber einhergehen. Bei Harnwegsinfekten oder Nierenbeckenentzündungen treten zudem Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen sowie häufiger Harndrang auf. Entspringen die Schmerzen dem Darm, können Verdauungsprobleme (Blähungen, Verstopfung) und Übelkeit hinzukommen.

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2. Ursachen von Flankenschmerzen

Bei Flankenschmerzen sind die häufigsten Ursachen Nierenprobleme und Erkrankungen der Harnwege. So verursachen eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) oder eine Nierenentzündung (Glomerulonephritis) zum Teil heftige Schmerzen im Flankenbereich. Für krampfartige Flankenschmerzen sind in der Regel Nierensteine bzw. Harnleitersteine die Ursache. Anfangs verursachen diese keine Beschwerden. Wenn die Steine allerdings aus dem Nierenbecken austreten und durch den Harnleiter wandern, können sie, wenn sie gross genug sind, den Harnleiter reizen und dabei starke Schmerzen verursachen (Harnleiterkolik). In aller Regel treten die Flankenschmerzen dann einseitig links oder rechts auf und können bis in die Schamlippen oder Hoden ausstrahlen.

Auch Nierenkrebs kann Grund für Flankenschmerzen sein. Dieser Krebs verläuft lange Zeit unbemerkt und macht oft erst im fortgeschrittenen Stadium Beschwerden.

Probleme der Rückenmuskeln und der Wirbelsäule (z.B. Bandscheibenvorfall) können ebenfalls bei Flankenschmerzen die Ursachen sein. Weitere Auslöser für Flankenschmerzen sind Nervenreizungen und Infektionen im Flankenbereich wie die Gürtelrose (Herpes zoster). Zudem können Schmerzen anderer Organe, wie Darm, Gallenblase oder Bauchspeicheldrüse in den Flankenbereich ausstrahlen.

Flankenschmerzen können auch durch eine Verletzung im Rahmen eines Unfalls entstehen. Ein Stoss in die entsprechende Region kann einen leichten Bluterguss verursachen, aber auch zu Schäden an den inneren Organen führen.

Bei Frauen kann eine Schwangerschaft ausserhalb der Gebärmutter (Extrauteringravidität) Schmerzen im Flankenbereich verursachen.

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3. Diagnose von Flankenschmerzen

Flankenschmerzen können auf harmlose Erkrankungen oder Verspannungen hindeuten, jedoch auch auf Krankheiten, die unbehandelt gefährliche Folgen nach sich ziehen können. Flankenschmerzen sollten deshalb immer frühzeitig ärztlich abgeklärt werden. Internisten und Allgemeinmediziner (Hausärzte) sind auf die Diagnose von Flankenschmerzen spezialisiert.

Ort und Charakter der Schmerzen können bereits wichtige Hinweise auf die Art der Erkrankung liefern:

  • Krampfartige, bohrende Flankenschmerzen entspringen meist den inneren Organen und gehen mitunter mit weiteren Beschwerden wie Übelkeit, Schwitzen, Blähungen und Erbrechen einher. Mögliche Ursachen sind etwa Nierensteine, Gallensteine oder Darmbeschwerden bzw. -erkrankungen.
  • Scharfe, brennende oder dumpfe, drückende Flankenschmerzen, die länger bestehen und sich manchmal beim Einatmen, beim Husten oder bei Bewegung verstärken, können auf Entzündungen (Blinddarmentzündung, Nierenbeckenentzündung, Gallenblasenentzündung) hindeuten. Typischerweise nehmen die Patienten eine gekrümmte Schonhaltung ein oder legen sich hin. Bei einer Blinddarmentzündung nehmen die Schmerzen allmählich über 12 bis 24 Stunden zu.
  • Treten die Flankenschmerzen ausschliesslich auf der linken Seite auf, kann zum Beispiel eine Nierenbeckenentzündung auf dieser Seite dahinterstecken. Auch Erkrankungen der Milz (Milzruptur), des Magens (Gastritis, Magengeschwüre) oder des Darms (Divertikulitis) führen häufiger zu linksseitigen Flankenschmerzen.
  • Einseitige Nieren- und Harnwegserkrankungen können auch zu rechtsseitigen Flankenschmerzen führen. Darüber hinaus zählen Erkrankungen der Gallenblase (z.B. eine Gallenkollik oder eine Gallenblasenentzündung) oder eine Blinddarmentzündung zu den möglichen Ursachen.
  • Zu beidseitigen Flankenschmerzen kommt es unter anderem bei einer Nierenbeckenentzündung, von der beide Nieren betroffen sind. Beidseitige Schmerzen im unteren seitlichen Rückenbereich können aber auch durch Muskelverspannungen entstehen.

Der Arzt stellt zudem weitere Fragen (Anamnese), um die möglichen Ursachen genauer eingrenzen zu können:

Wenn die Patientin im gebärfähigen Alter ist, besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft ausserhalb der Gebärmutter. In diesem Fall wird der Arzt zusätzlich fragen, ob die Patientin ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte, ob ihre Menstruation ausgeblieben ist und ob Risikofaktoren für eine Extrauteringravidität bestehen (z.B. Eileiterentzündungen, künstliche Befruchtungen).

Welche Untersuchungen nach dem Gespräch notwendig sind, hängt davon ab, welche Ursache der Arzt vermutet. Steht eine Nierenbeckenentzündung im Verdacht, klopft der Arzt beide Nieren vorsichtig ab, um herauszufinden, ob sie schmerzempfindlich sind. Ausserdem kann er den Urin des Patienten im Labor auf Bakterien untersuchen lassen. Nierensteine kann der Arzt im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung erkennen.

Weitere Untersuchungen, die je nach vermuteter Ursache notwendig werden können, sind:

  • Blutuntersuchung
  • spezielle bildgebende Verfahren (z.B. Magnetresonanztomographie, Computertomographie)
  • orthopädische Untersuchungen des Bewegungsapparats
  • Untersuchungen des Gehirns
  • gynäkologische Untersuchung der Geschlechtsorgane
Ein Mann hält sich die schmerzende linke Flanke.

Flankenschmerzen können sowohl durch Verletzungen wie auch durch Krankheiten verursacht werden.

Quelle: Getty Images

4. Therapie von Flankenschmerzen

Bei Flankenschmerzen richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache. Eine Nierenbeckenentzündung zum Beispiel erfordert in der Regel Bettruhe und eine Behandlung mit Antibiotika.

Nierensteine werden in den meisten Fällen von selbst über den Harn ausgeschieden. Gegen die Flankenschmerzen können krampflösende Schmerzmittel helfen. Sind die Nierensteine etwas grösser und können nicht über den Harn abgehen, kann der Arzt sie mithilfe von Stosswellen (Extrakorporale Stosswellenlithotripsie, ESWL) zertrümmern. Anschliessend werden die Bruchstücke mit dem Urin ausgeschieden. Ist das nicht möglich, kann es durch Einlage einer Schiene erleichtert werden.

Auch bei einer akuten Gallenkolik, wenn also Gallensteine die Gallenblasenwand reizen oder einen Gallengang blockieren und dadurch Schmerzen in der rechten Flanke verursachen, können Schmerzmittel und krampflösende Medikamente die Beschwerden lindern.

Treten Flankenschmerzen aufgrund von chronischen oder wiederholten Rücken- oder Wirbelsäulenproblemen auf, ist es sinnvoll, diese von einem Orthopäden behandeln zu lassen. Akute Verspannungen lockern sich häufig durch Massagen. Verspannen sich die Rückenmuskeln immer wieder, liegt das möglicherweise an einer falschen Haltung oder einer zu schwachen Rumpfmuskulatur. In diesem Fall kann Krafttraining helfen, insbesondere Rückenübungen und Bauchmuskeltraining.

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