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Frieren

(Kälteempfindlichkeit)
Von Veröffentlicht am 01.01.1970

1. Definition

Definition

Frieren (Kälteempfindlichkeit) ist eine normale Reaktion des Körpers auf eine kalte Umgebungstemperatur. Es kann aber auch als Begleiterscheinung von Infekten, Durchblutungsstörungen und hormonellen Störungen auftreten.

Im Gehirn, genauer gesagt im Bereich des sogenannten Hypothalamus, befindet sich das Temperaturzentrum. Es steuert die Wärme- und Kälteregulation sowie das Wärme- und Kälteempfinden. Das Frieren bei Kälte hat eine spezielle Schutzfunktion: Auf diese Weise verhindert der Körper, dass die Körpertemperatur zu stark abfällt.

Beim Frieren laufen im Körper folgende Vorgänge ab:

 

  • Die Durchblutung konzentriert sich auf die lebenswichtigen Organe wie Herz, Gehirn, Nieren und Verdauungsorgane.
  • Gleichzeitig sinkt die Durchblutung der Körperteile, die am weitesten vom Rumpf entfernt sind, der sogenannten Akren. Dazu gehören die Finger, Zehen, Nase oder die Ohren. An diesen Stellen friert man bei Kälte zuerst. Typisch bei Frieren sind daher kalte Hände und kalte Füsse. Die Akren sind auch besonders anfällig für Erfrierungen, im Volksmund auch als Frostbeulen bezeichnet. Deshalb ist es bei niedrigen Temperaturen unterhalb von 0 Grad Celsius wichtig, Zehen und Finger vor der Kälte zu schützen.
  • Die Blutgefässe in der Haut ziehen sich zusammen, dadurch wird die Haut blass.
  • Die Muskeln zittern. Dieser Vorgang erzeugt Wärme.
  • Die Härchen auf der Haut stellen sich auf, es kommt zur typischen Gänsehaut.

Eine der Aussentemperatur unangemessene Kälteempfindlichkeit kann aber auch Hinweis auf eine Erkrankung sein. So tritt Frieren häufig bei grippalen Infekten mit Fieber, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Auszehrung mit Untergewicht (z.B. bei Magersucht oder infolge von Krebserkrankungen), Durchblutungsstörungen oder Hormonumstellungen (etwa in den Wechseljahren) auf.

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2. Ursachen

Für Frieren (Kälteempfindlichkeit) gibt es verschiedene Ursachen. Wie stark jemand bei einer bestimmten Umgebungstemperatur friert, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Grund dafür ist zum Beispiel die Dicke des Unterhautfettgewebes. Dieses isoliert die inneren Organe und schützt sie somit unter anderem vor Wärmeverlust. Damit frieren dünne Menschen häufig schneller als diejenigen, die etwas mehr Unterhautfettgewebe besitzen. Auch bei Müdigkeit und Abgeschlagenheit reagiert man empfindlicher auf Kälte. Diese Erscheinungen sind aber in der Regel normal und nicht behandlungsbedürftig.

Bei vermehrtem Frieren kommen auch Erkrankungen als Ursachen infrage, zum Beispiel eine Erkältung, eine Grippe oder andere Infekte. Typisch sind dann Fieber mit Schüttelfrost und das Gefühl, am ganzen Körper zu frieren.

Grundsätzlich steigt die Kälteempfindlichkeit, wenn die Durchblutung sinkt. Deshalb kann Frieren auch im Rahmen von Durchblutungsstörungen auftreten. Eine Durchblutungsstörung kann sich unter anderem durch kalte Hände, kalte Füsse und Blässe anzeigen. Das ist der Grund, warum Menschen mit einem niedrigen Blutdruck (Hypotonie) häufiger frieren.

Schilddrüsenunterfunktionen (Hypothyreose) sind bei Frieren ebenfalls häufige Ursachen. Weil bei dieser Erkrankung Schilddrüsenhormone fehlen, laufen viele Stoffwechselprozesse langsamer ab und es wird weniger Körperwärme gebildet. Selten geht eine Kälteempfindlichkeit auf Erkrankungen im Temperaturzentrum des Gehirns zurück.

Menschen, die krankheitsbedingt untergewichtig sind oder unter Magersucht (Anorexie) leiden, frieren – bedingt durch ihr geringes Unterhautfettgewebe – mehr als Normalgewichtige. Viele Frauen frieren auch in den Wechseljahren – Ursachen sind hier die Hormonumstellungen. Dadurch treten häufig abwechselnd Kälteempfinden und Hitzewallungen auf.

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3. Diagnose

Frieren (Kälteempfindlichkeit) ist keine typische medizinische Diagnose, sondern eher ein Symptom. Wer jedoch häufig und stark friert, kann sich bei seinem Hausarzt untersuchen lassen. Der Arzt erfragt zunächst, ob noch weitere Beschwerden vorliegen. Das ist wichtig, da Frieren als einzige Diagnose sehr selten vorkommt. Meist tritt eine Kälteempfindlichkeit im Rahmen einer Erkrankung auf.

Eine gründliche körperliche Untersuchung sowie Bluttests (z.B. auf Schilddrüsenwerte) helfen meist schon weiter, um bei Frieren die richtige Diagnose zu finden. Besteht der Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung (wie Schilddrüsenunterfunktion, Durchblutungsstörungen etc.) sind weitere Untersuchungen nötig. Liegen der Kälteempfindlichkeit grippale Infekte zugrunde, kann der Arzt dies meist schon anhand der typischen Symptome wie Husten, Schnupfen, Fieber und Abgeschlagenheit erkennen.

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4. Therapie

Gegen das Frieren (Kälteempfindlichkeit) gibt es keine spezielle Therapie. Es ist vielmehr wichtig, die Grunderkrankung, die hinter dem Symptom Frieren steckt, zu behandeln. So ist bei einer Schilddrüsenunterfunktion beispielsweise die Behandlung mit Schilddrüsenhormonen notwendig. Gegen einen zu niedrigen Blutdruck (Hypotonie) als Ursache für kalte Hände und Füsse helfen spezielle Mittel aus der Apotheke, die den Blutdruck sanft erhöhen. Bei schwerwiegenenden Durchblutungsstörungen ist es jedoch wichtig, dass ein Arzt die Beschwerden abklärt.

Wenn Sie unter Kälteempfindlichkeit leiden, sollten Sie versuchen, sich mit warmer Kleidung, Decken, heissen Getränken (z.B. Tee) und einer warmen Umgebungstemperatur zu erwärmen. Bewegung (Sport), Sauna, Wechselduschen und Bürstenmassagen sind Massnahmen, mit denen Sie Ihren Stoffwechsel ankurbeln und dem Frieren entgegenwirken können.

Bei Erkältungen und Infekten verschwindet das Frieren, wenn die Krankheit ausgestanden ist. Eine Therapie richtet sich hierbei nach der genauen Ursache des Infektes.

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