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Veröffentlicht am 13.03.2020

1. Definition

Fussschmerzen sind meist ein Zeichen für Überlastung oder Fehlbelastung der Füsse. Zu welchem Arzt man damit sollte, hängt stark vom Grund der Schmerzen ab.

Fussschmerzen können nicht nur an einem bestimmten Punkt des Fusses vorkommen sondern überall am Fuss. Verschiedene Ursachen können zu Fussschmerzen führen.

Der Fuss besteht aus den Fusswurzelknochen, dem Mittelfuss und den Fusszehen, auch Vorfuss genannt. Verschiedene Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder, Nerven und Blutgefässe sorgen dafür, dass die Füsse zugleich stabil und beweglich sind. Wenn eine dieser Strukturen beschädigt oder beeinträchtigt ist, etwa durch eine Verletzung oder Erkrankung, äussert sich das durch Schmerzen in einem Fuss oder beiden Füssen.

Bei leichteren Fussschmerzen gehört häufig eine kurzfristige Über- oder Fehlbelastung zu den Ursachen, etwa durch falsches Schuhwerk. Bei zu engen Schuhen entstehen oft auch Druckstellen und Blasen, die sich ebenfalls durch Schmerzen äussern.

Bei Fussschmerzen richtet sich die Therapie meist nach der zugrunde liegenden Ursache. Akute Fussschmerzen nach kurzzeitiger Fehl- oder Überlastung verschwinden oft ganz von alleine. Unter Umständen sind Bandagen, Salbenverbände, eine Gipsschiene oder ein Gipsverband notwendig, um den Fuss ruhig zu stellen. Zusätzlich verordnet der Arzt oft Mittel gegen die Schmerzen und Entzündung.

Ob vorübergehende Schonung oder Bewegung und ob Wärme oder Kühlung besser sind, hängt von der jeweiligen Ursache ab und sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Achten Sie immer auf richtiges Schuhwerk, um Fehlstellungen und dadurch verursachte Schmerzen zu vermeiden.

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2. Ursachen

Bei leichteren Fussschmerzen gehört häufig falsches und zu enges Schuhwerk zu den Ursachen. Dadurch können Fehl- und Überbelastung sowie Druckstellen und Blasen bis hin zu Druckgeschwüren an den Füssen entstehen. Auch Hautkrankheiten, Durchblutungsstörungen und Entzündungen gehören zu den Gründen für Fussschmerzen.

Eine häufige Ursache bei Sportlern ist die sogenannte Plantarfaszitiis: Wenn die Füsse beim Abrollen zu stark nach innen knicken, kann das eine Entzündung der Sehne an der Fusssohle zur Folge haben. Erstes Anzeichen dafür sind Fussschmerzen an der Ferse oder der Fusssohle, die vor allem morgens nach dem Aufstehen und bei Belastung auftreten.

Fussschmerzen können im Allgemeinen folgende Ursachen haben:

Verletzungen:

Entzündungen:

Ein Arzt behandelt eine Dornwarze am Fuss eines Kindes.

Dornwarzen gehören zu den Ursachen für Fussschmerzen und werden vom Hautarzt behandelt.

Quelle: Getty Images

Fussdeformitäten:

Bei Fussschmerzen kommen aber noch weitere Ursache infrage:

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3. Diagnose

In manchen Fällen verschwinden die Fussschmerzen wieder von selbst – vor allem, wenn sie nach kurzer ungewohnter Belastung aufgetreten sind. Wenn die Schmerzen im Fuss sehr stark sind, durch einen Unfall verursacht wurden oder über längere Zeit anhalten, ist ein Arztbesuch ratsam.

Welche Ärztin oder welcher Arzt bei Fussschmerzen helfen kann, hängt davon ab, wo genau es weh tut: Mit Schmerzen, die den Gelenken, Sehnen, Muskeln oder Fussknochen entspringen, sollte man eine Orthopädin aufsuchen. Schmerzt der Fuss wegen einer Hauterkrankung wie zum Beispiel einer Dornwarze an der Fusssohle, ist es sinnvoll, zu einem Hautarzt zu gehen.

Wenn Sie sich aufgrund Ihrer Fussschmerzen in ärztliche Behandlung begeben, stellt Ihnen der untersuchende Arzt zunächst ein paar Fragen, um erste Hinweise auf die Ursachen zu erhalten und die Diagnose eingrenzen zu können. Dabei bittet Sie der Arzt, die Schmerzen im Fuss und die Umstände genauer zu beschreiben:

  • Wo genau tut es weh und seit wann?
  • Gab es einen bestimmten Auslöser?
  • Schmerzen beide Füsse?
  • Wie genau fühlen sich die Schmerzen an (stechend, dumpf, brennend)?
  • Treten die Schmerzen nur bei Belastung auf oder auch in Ruhe?
  • Haben Sie noch weitere Beschwerden?
  • Haben Sie Vorerkrankungen (zum Beispiel Arthrose)?

Dann wird der Arzt Ihren Fuss und die Gelenke gründlich untersuchen und verschiedene Bewegungstests durchführen. Er prüft, ob eine Gelenkschwellung und ein Gelenkerguss vorhanden sind, ob die Bewegung des Fusses eingeschränkt ist oder ob Muskeln verkürzt sind.

Je nach vermuteter Ursache der Fussschmerzen können weitere Untersuchungen notwendig sein, um die Diagnose zu sichern:

  • Röntgenuntersuchung
  • Blutuntersuchungen (z.B. auf Entzündungswerte)
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Untersuchungen auf Nervenerkrankungen oder -schäden (z.B. Elektroneurographie, EMG)
  • Arthroskopie (Gelenkspiegelung)
  • Gelenkpunktion bei Gelenkerguss
  • Kernspintomographie (MRT)
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4. Therapie

Bei Fussschmerzen richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache. Akute Fussschmerzen nach kurzzeitiger Fehl- oder Überlastung verschwinden oft ganz von alleine. Hierbei ist es empfehlenswert, den Füssen wenn möglich auch tagsüber immer wieder eine Auszeit zu gönnen. Unter Umständen sind Bandagen, Salbenverbände, Gehhilfen, eine Gipsschiene oder ein Gipsverband notwendig, um den Fuss ruhig zu stellen.

Entzündungshemmende Schmerzmittel (wie Acetylsalicylsäure, Diclofenac), die es vorwiegend als Tabletten oder Salben gibt, können die Fussschmerzen lindern. Bei Gelenkbeschwerden im Fussbereich helfen mitunter Gelenkinjektionen und Gelenkspülungen mit Medikamenten, die Kortison enthalten, oder lokalen Betäubungsmitteln.

Bei einigen Ursachen von Fussschmerzen ist eine konservative Therapie, die auf chirurgische Massnahmen verzichtet, nicht wirksam – eine Operation ist dann notwendig. Ein Fersensporn (dornartige, verknöcherte Ausziehung an der Ferse) wird beispielsweise häufig operativ entfernt, wenn er starke Beschwerden verursacht. Auch ein eingeklemmter Nerv lässt sich oft durch eine Operation befreien.

Unterstützend können bei Fussschmerzen weitere Therapie-Massnahmen sinnvoll sein:

  • Physiotherapie
  • Wärmebehandlung und Kältebehandlung
  • Muskeltraining (Kräftigung und Dehnung)
  • Bewegung und "gelenkfreundliche" Sportarten (wie Schwimmen)
  • Wasser- und Bädertherapie
  • Elektrotherapie und Ultraschalltherapie
  • orthopädische Hilfsmittel (Bandagen, Fersenkissen bei Fersensporn)

Ob vorübergehende Schonung oder Bewegung und ob Wärme oder Kühlung besser sind, hängt von der jeweiligen Ursache ab und sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Achten Sie immer auf richtiges Schuhwerk, um Fehlstellungen und dadurch verursachte Schmerzen zu vermeiden.

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