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Von Veröffentlicht am 01.01.1970

1. Definition

Definition

Eine Gelenkschwellung ist meist Zeichen einer Entzündung oder Verletzung des Gelenks. Zusätzlich zur Schwellung fühlt sich das Gelenk oft warm an und ist eventuell auch gerötet. Bei einer Gelenkschwellung fühlt sich das umliegende Gewebe in vielen Fällen weich und flüssigkeitsgefüllt an, es kann aber auch verhärtet sein.

Gelenke verbinden Knochen beweglich miteinander. Der menschliche Körper besitzt mehr als einhundert Gelenke. Neben den Knochenenden besteht ein Gelenk aus Gelenkknorpel, Gelenkflüssigkeit, Sehnen, Bändern und vielen weiteren Strukturen.

Die Gelenke sind oft starken Belastungen ausgesetzt, sowohl im Alltag als auch bei sportlicher Betätigung, zum Beispiel beim Laufen, Heben oder Springen. Falsche oder zu große Belastung kann ebenso zu einer Gelenkschwellung und Gelenkschmerzen führen wie verletzte, entzündete oder gereizte Knochen, Knorpel, Bänder, Sehnen oder andere Strukturen des Gelenks.

In einigen Fällen ist das Gelenk nur kurzzeitig geschwollen. Bei dem einen Patienten schwillt das Gelenk an, weil er sich körperlich überanstrengt oder falsch belastet. Bei anderen Patienten kommt es zu einer Gelenkschwellung, weil sie beruflich bestimmte Werkzeuge oder Geräte benutzen und das Gelenk dauerhaft monoton bewegen. Wieder andere Patienten tragen falsches Schuhwerk und bekommen dadurch eine Gelenkschwellung. Meist verschwinden eine Gelenkschwellung und die oft damit verbundenen Schmerzen nach einiger Zeit von ganz alleine beziehungsweise wenn der auslösende Reiz oder andere Ursachen vermieden werden. Sollte die Schwellung aber bestehen bleiben und die Schmerzen sehr stark sein, empfiehlt es sich einen Arzt oder im Notfall ein Krankenhaus aufzusuchen. Der Arzt kann durch einige Fragen und Untersuchungen herausfinden warum das Gelenk geschwollen ist und entsprechende Maßnahmen zur Therapie einleiten. Gerade bei Infektionen oder Autoimmunerkrankungen als Ursache für eine Gelenkschwellung ist eine genaue Diagnose wichtig.

Bei einer Gelenkschwellung helfen oft entzündungshemmende Medikamente. Ist aber das Gelenk stark geschädigt, muss der Arzt in einigen Fällen operieren, um das Problem zu beheben, wie zum Beispiel bei einem Kreuzbandriss oder Meniskusverletzung. Wenn ein Gelenk stark flüssigkeitsgefüllt ist, kann manchmal eine Punktion des Gelenks helfen oder auch zur genauen Diagnose beitragen.

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2. Ursachen

Für eine Gelenkschwellung gibt es viele mögliche Ursachen. Bei Gelenkverletzungen (z.B. ein Sturz auf das Kniegelenk) bildet sich oft ein Gelenkerguss – das Gelenk schwillt an und schmerzt. Eine Entzündung des Gelenks (Arthritis) kann durch Bakterien hervorgerufen werden (bakterielle Arthritis, Lyme-Arthritis), aber auch bei bestimmten Erkrankungen wie Psoriasis-Arthritis oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, vorkommen. Typisch sind Gelenkschwellungen für degenerative (gelenkabbauende) Gelenkerkrankungen wie die Arthrose.

Gelenkschwellungen können zahlreiche Ursachen haben, unter anderem:

  • Gelenkentzündung (Arthritis)
  • Arthrose (Gelenkverschleiss)
  • Gelenkrheumatismus (Rheumatoide Arthritis)
  • Gelenkausrenkung (Luxation)
  • Bandverletzungen (z.B. Kreuzbandriss im Kniegelenk)
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis präpatellaris)
  • Läuferknie
  • Gichtanfall
  • Pseudogicht (Chondrokalzinose)
  • Knochenbruch im Gelenkbereich
  • Tumoren im Gelenkbereich
  • Osteoporose (Knochenschwund)
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3. Diagnose

Bei einer Gelenkschwellung sollte eine ärztliche Untersuchung die genauen Ursachen abklären. Der Arzt, entweder der Hausarzt, ein Orthopäde oder Unfallchirurg, stellt zunächst ein paar Fragen.

  • Seit wann besteht die Gelenkschwellung?
  • Sind mehrere Gelenke geschwollen?
  • Liegen weitere Beschwerden vor (z.B. Gelenkschmerzen, Fieber)?

Wichtig ist ebenfalls, ob das Gelenk bereits beschädigt ist und ob es eine Verletzung oder einen Unfall gab.

Der Arzt untersucht das geschwollene Gelenk gründlich und prüft die Gelenkschwellung. Hierbei achtet er darauf, ob das Gelenk entzündlich überwärmt, schmerzhaft und unbeweglich ist und ob ein Gelenkerguss vorliegt. Mithilfe verschiedener Bewegungstests kann der Arzt feststellen, in welchem Bereich und wie stark das Gelenk geschädigt ist.

Abhängig vom Ergebnis der Untersuchungen sind bei einer Gelenkschwellung weitere Massnahmen zur Diagnose notwendig. Dazu zählen unter anderem:

  • Blutuntersuchungen
  • Röntgenaufnahmen des Gelenks
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Kernspintomographie (MRT)
  • Gelenkspiegelung (Arthroskopie)
  • Gelenkpunktion bei Gelenkerguss
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4. Therapie

Bei einer Gelenkschwellung richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache. Eine akute Gelenkentzündung (Arthritis) mit Gelenkschwellung, Überwärmung und Schmerzen, kann sich durch Schonung, Kühlen und gegebenenfalls entzündungshemmende Schmerzmittel bessern. Bei einer entzündlichen Gelenkschwellung kann der Arzt gegen die Schmerzen den Wirkstoff Kortison oder ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) einsetzen, welches er in das Gelenk spritzt oder es damit spült.

Bei einem Gelenkerguss ist es unter Umständen notwendig, etwas Gelenkflüssigkeit mit einer Nadel abzulassen (Gelenkpunktion). Dies kann der Arzt sowohl diagnostisch (um Krankheitserreger nachzuweisen), als auch therapeutisch (zur Druckentlastung des Gelenks) durchführen. Im Falle einer Arthrose (Gelenkverschleiss) hingegen empfehlen sich eher Bewegung und Sport (wie Schwimmen, Radfahren), sofern das Gelenk nicht entzündet ist. Auch Physiotherapie, Wärmebehandlung, Muskeltraining zur Kräftigung und Dehnung sowie weitere unterstützende Massnahmen können bei einer Arthrose hilfreich sein.

Einige Gelenkschwellungen erfordern eine operative Therapie. So lassen sich viele Gelenkbeschwerden heutzutage im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) operieren. Orthopädische Hilfsmittel wie Bandagen oder Gehhilfen wirken bei Gelenkschwellungen unterstützend.

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