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Geruchsstörung

(Riechstörung)
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1. Definition

Definition

Geruchsstörungen (Riechstörung, Dysosmie) umfassen verschiedene Arten von Störungen des Geruchssinns.

Geruchsstörungen können in qualitative und quantitative Riechstörungen unterteilt werden. Bei den  qualitativen Geruchsstörungen nehmen Betroffene Gerüche anders wahr als Menschen ohne Riechstörungen. Zu den qualitativen Riechstörungen zählen:

  • Parosmie: Betroffene nehmen vorhandene Gerüche anders wahr. Häufig empfinden sie diese Gerüche als unangenehm.
  • Phantosmie: Menschen, die an dieser Geruchsstörung leiden, nehmen Gerüche wahr, ohne dass Geruchsstoffe vorhanden sind – sie phantasieren einen Geruch.
  • Pseudoosmie: Bei dieser Riechstörung deuten Betroffene wahrgenommene Gerüche fantasievoll um (unbewusstes Fehlriechen).
  • olfaktorische Intoleranz: Betroffene reagieren übersensibel auf Duftstoffe, obwohl die Riechzellen nicht empfindlicher sind als normal.

Bei einer quantitativen Riechstörung nehmen Betroffene Gerüche stärker oder weniger stark wahr als normal. Es gibt verschiedene quantitative Geruchsstörungen:

  • Anosmie: Betroffene können überhaupt nichts mehr riechen, also keine Geruchsreize mehr wahrnehmen. Dabei unterscheidet man drei Formen:
    • komplette Anosmie: vollständiger Verlust des Riechvermögens
    • funktionelle Anosmie: sehr deutliche Einschränkung des Riechvermögens
    • partielle Anosmie: Verlust der Empfindlichkeit gegenüber eines bestimmten Duftstoffs oder einer Duftstoffgruppe
  • Hyposmie: Das Riechvermögen ist deutlich gemindert. Menschen, die unter dieser Art der Geruchsstörung leiden, können Gerüche wesentlich schlechter wahrnehmen.
  • Kakosmie: Bei dieser Riechstörung empfinden Betroffene alle Gerüche als unangenehm.
  • Hyperosmie: Menschen mit dieser Geruchsstörung reagieren überempfindlich auf Geruchsreize.

Mediziner teilen Riechstörungen zudem nach den zugrunde liegenden Ursachen in sinunasale, nicht-sinunasale und idiopathische Störungen ein. Bei sinunasalen Geruchsstörungen liegen die Ursachen der Beschwerden im Bereich der Nase oder der Nasennebenhöhlen. Lassen sich weder sinunasale noch nicht-sinunasale Ursachen als Auslöser der Riechstörung ausmachen – sind die Ursachen also unbekannt – sprechen Ärzte von einer idiopathischen Geruchsstörung.

2. Ursachen

Eine Geruchsstörung (Riechstörung, Dysosmie) kann sinunasale oder nicht-sinunasale Ursachen haben. Sinunasale Geruchsstörungen entstehen durch Erkrankungen der Nase oder ihrer Nebenhöhlen. Das eigentliche olfaktorische System – also die Riechzellen in der Nasenschleimhaut (Riechepithel) sowie die Riechbahn – ist dabei nicht direkt betroffen. Ist das olfaktorische System dagegen gestört oder geschädigt und entsteht dadurch eine Geruchsstörung, sprechen Mediziner von nicht-sinunasalen Ursachen.

Sinunasale Geruchsstörungen können aufgrund von Entzündungen entstehen. Infektiöse Entzündungen, die bei Geruchsstörungen als Ursachen infrage kommen, treten zum Beispiel im Rahmen von chronischen Infektionen der Nase oder Nasennebenhöhlen auf. Auch nicht-infektiöse Entzündungen, zum Beispiel aufgrund von Allergien, bei Polypen in der Nase oder toxischen Reizungen, sind mögliche Auslöser einer Riechstörung. Weitere sinunasale Ursachen sind anatomische Gegebenheiten, wie Verengungen durch Nasenpolypen oder Verkrümmungen der Nasenscheidewand, und nicht entzündliche Schwellungszustände, die zum Beispiel als Nebenwirkung bestimmter Medikamente oder durch hormonelle Einflüsse auftreten können.

Nicht-sinunasale Ursachen für eine Schädigung des Riechapparats und damit einer Geruchsstörung können sein:

  • virale Infektionskrankheit der oberen Luftwege
  • Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • Kopfverletzungen
  • Kontakt mit Reizstoffen, z.B. Kohlendioxid, Ammoniak
  • Medikamentennebenwirkung

Ausserdem kann es in einer Schwangerschaft oder bei verschiedenen Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder Migräne zu vorübergehenden Geruchsstörungen kommen.

3. Diagnose

Um bei einer Geruchsstörung die richtige Diagnose zu finden, stellt der Arzt zunächst einige Fragen, um die Art der Störung genau zu charakterisieren:

  • Können Sie keine Gerüche mehr wahrnehmen oder ist der Geruchssinn nur eingeschränkt?
  • Ist es ein bestimmter Duftstoff, den Sie nicht wahrnehmen können?
  • Treten gleichzeitig weitere Beschwerden auf oder bestehen auch Geschmacksstörungen?
  • Nehmen Sie in letzter Zeit Medikamente ein oder hatten Sie Kontakt zu bestimmten Reizstoffen?
  • Haben Sie bestimmte Vorerkrankungen, die zu vorübergehenden Geruchsstörungen führen können, z.B. Diabetes mellitus, Allergien oder Migräne?

Wenn der Arzt diese und weitere Fragen geklärt hat, untersucht er gründlich die Nase, den Nasenrachen und die Riechspalte.

Um die Geruchsstörung genauer zu identifizieren, führt der Arzt je nach vermuteter Ursache unterschiedliche Riechtests durch. Mit manchen Tests kann er beispielsweise messen, in welcher Konzentration eine Person mit Riechstörung einen Duftstoff gerade eben noch wahrnimmt. Bei anderen Tests beurteilt der Betroffene die Intensität einer Duftprobe oder soll bestimmte Duftstoffe erkennen (z.B. mit sog. Sniffin’ Sticks). Andere Verfahren beruhen darauf, Signale aus den Hirnströmen abzuleiten, die nach einer Duftreizung entstehen.

Je nach vermuteter Ursache veranlasst der Arzt bei Geruchsstörungen weitere Untersuchungen, um die Diagnose stellen zu können. Zu diesen gehören zum Beispiel eine Computer- oder Magnetresonanztomographie (CT bzw. MRT) oder neurologische Untersuchungen.

4. Therapie

Bei einer Geruchsstörung (Riechstörung, Dysosmie) ist die Therapie nicht in allen Fällen einfach und erforscht, richtet sich aber auf jeden Fall nach der jeweiligen Ursache. In einigen Fällen verschwindet die Geruchsstörung nach einiger Zeit von alleine.

Liegen die Ursachen für eine Geruchsstörung in anatomischen Veränderungen wie zum Beispiel einer Verkrümmung der Nasenscheidewand, korrigiert ein Chirurg diese in einer Operation. Polypen oder Tumoren der Nase oder Nasennebenhöhlen entfernt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt.

Wird die Geruchsstörung durch ein bestimmtes Medikament ausgelöst, hilft es manchmal, dieses wegzulassen oder die Dosis entsprechend anzupassen. Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Medikament bei Ihnen eine Geruchsstörung verursacht, sollten Sie den behandelnden Arzt darauf ansprechen. Er wird Sie zum weiteren Vorgehen beraten. Setzen Sie Medikamente aber nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab.

Bei einer Geruchsstörung ist auch eine medikamentöse Therapie möglich. Ärzte verschreiben zum Teil Steroide, Zink, Antibiotika und Vitamin A, B und C-Präparate. Ob alle diese Medikamente bei einer Geruchsstörung zur Therapie geeignet sind, ist aber noch nicht abschliessend geklärt.

Ist die Geruchsstörung Begleitsymptom einer Grunderkrankung, ist auf jeden Fall eine zielgerichtete Therapie dieser Krankheit notwendig.