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1. Definition

Definition

Als Gewichtsabnahme bezeichnet man eine Verringerung des Körpergewichts. Eine Gewichtsabnahme kann viele verschiedene Ursachen haben. Oftmals wünschen sich Menschen, die übergewichtig sind oder sich mit ihrem aktuellen Körpergewicht nicht wohl fühlen, ein geringeres Körpergewicht. Hinter einer Gewichtsabnahme können aber auch verschiedene Erkrankungen sowie psychische Belastung stecken.

Eine Gewichtsabnahme ist häufig das Ziel von übergewichtigen beziehungsweise adipösen Menschen. Mithilfe einer Ernährungsumstellung sowie regelmässiger Bewegung können sie dieses Ziel langfristig erreichen. Dies ist besonders wichtig, um das Risiko von Folgeerkrankungen der Adipositas (Fettleibigkeit) vorzubeugen, etwa Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) oder Arteriosklerose (Gefässverkalkung).

Daneben gibt es aber auch krankhafte Ursachen für eine Gewichtsabnahme. Hierzu zählen beispielsweise

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  • akute oder chronische Magen-Darm-Erkrankungen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien
  • Erkrankungen weiterer Verdauungsorgane (z.B. Bauchspeicheldrüse)
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Krebserkrankungen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Drogenmissbrauch

Auch im Rahmen einer HIV-Infektion beziehungsweise einer AIDS-Erkrankung nehmen die Patienten häufig ab.

Eine wichtige Rolle bei einer Gewichtsabnahme spielen auch Essstörungen wie Magersucht (Anorexia nervosa). Bei dieser psychischen Erkrankung hungern sich die Betroffenen bewusst runter – oftmals bis zu einem lebensbedrohlichen Untergewicht. Zusätzlich besteht die krankhafte Angst vor einer Gewichtszunahme. Magersucht tritt häufig bei Mädchen, etwas seltener auch bei Jungen auf. Oft beginnt die Essstörung in der Pubertät. Sie erfordert eine intensive Psychotherapie sowie eine medizinische Betreuung bei starkem Untergewicht.

Eine Gewichtsabnahme kann auch die Folge von emotionalem Stress und psychischer Anspannung sein, etwa nach Trauerfällen, bei Liebeskummer oder in Prüfungssituationen. Hierbei handelt es sich zumeist nur um eine vorübergehende Gewichtsabnahme. Oftmals reguliert sich das Körpergewicht wieder von alleine, sobald sich die Belastungssituation auflöst.

Tritt eine Gewichtsabnahme plötzlich, ohne erkennbaren Grund auf, ist es ratsam, die Ursachen hierfür von einem Arzt abklären zu lassen. Das gilt insbesondere für eine starke und anhaltende Gewichtsabnahme. Der Arzt kann die jeweiligen Ursachen feststellen und gegebenenfalls eine entsprechende Therapie einleiten.

2. Ursachen

Eine Gewichtsabnahme kann verschiedene Ursachen haben. Wer weniger isst, sich mehr bewegt, Stress hat oder eine Diät macht, nimmt in der Regel ab.

Meist ist eine Gewichtsabnahme harmlos und erklärt sich durch veränderte Ernährungs- oder Lebensgewohnheiten. Hinter jeder ungewollten Gewichtsabnahme, die ohne erkennbare Ursachen auftritt, kann jedoch eine Erkrankung stecken und sollte daher beim Hausarzt abgeklärt werden.

Das gezielte extreme Hungern bei Essstörungen, vor allem bei der Magersucht (Anorexia nervosa), teilweise auch bei der Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa), führt zu einer mitunter lebensgefährlichen Gewichtsabnahme. Auch bei anderen psychischen Erkrankungen, zum Beispiel Depressionen, treten häufig Gewichtsveränderungen auf, weil die Betroffenen die Lust am Essen verloren haben oder sich gezielt schädigen wollen.

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Körperliche Krankheiten, die einer raschen Gewichtsabnahme als Ursachen zugrunde liegen können, sind unter anderem:

  • Magen-Darm-Infektionen und Durchfallerkrankungen
  • Wurminfektionen des Darms (z.B. Rinderbandwurm, Fischbandwurm)
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Malassimilationssyndrome (ungenügende Verdauung der aufgenommenen Nahrung, z.B. Zöliakie)
  • Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z.B. Laktoseintoleranz)
  • Krebserkrankungen (z.B. Lungenkrebs, Darmkrebs)
  • Chronische Infektionen (z.B. AIDS)
  • Bauchspeicheldrüsen-Entzündung (Pankreatitis)
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Addison-Krankheit (Erkrankung der Nebennierenrinde)
  • Diabetes insipidus
  • Drogenmissbrauch (z.B. Alkohol, Nikotin, Heroin)
  • Medikamente (z.B. das Herzmittel Digitalis, bestimmte Asthmamittel)

3. Diagnose

Eine ungewollte rasche Gewichtsabnahme ohne erkennbaren Grund erfordert eine genaue Diagnose durch den Hausarzt. Der Arzt erfragt im Anamnesegespräch, wie viel Körpergewicht Sie in welchem Zeitraum abgenommen haben und ob noch weitere Beschwerden vorliegen (z.B. Abgeschlagenheit, Durchfall, Schmerzen oder Erbrechen). Von Interesse ist auch, ob Sie Ihre Ernährung, Ihr Bewegungsverhalten verändert haben, ob Vorerkrankungen bestehen (wie eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, eine Krebserkrankung), ob Sie Medikamente einnehmen, ob eine belastende familiäre oder berufliche Situation vorliegt und vieles mehr.

Ihr aktuelles Körpergewicht stellt der Arzt mithilfe einer Waage fest. Danach kann er Ihren Body Mass Index (BMI) errechnen. Dieser gibt einen Anhaltspunkt, ob Sie bereits untergewichtig sind. Um das Ausmass und die Ursache der Gewichtsabnahme herauszufinden, folgt eine gründliche körperliche Untersuchung, bei der auch Puls und Blutdruck gemessen werden. Gegebenenfalls kommen auch ein EKG oder eine Ultraschalluntersuchung in Betracht.

Eine Blutuntersuchung gibt weiteren Aufschluss über die mögliche Ursache der Gewichtsabnahme. Für die Diagnose sind unter anderem die Schilddrüsenwerte, der Blutzuckerspiegel, Leber- und Nierenwerte, Blutfettwerte, rote und weisse Blutkörperchen, Entzündungszeichen und einige weitere Blutwerte wichtig. Auch eine Stuhlprobe kann, beispielsweise zum Nachweis einer Wurminfektion, sinnvoll sein. Besteht der Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung (z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes mellitus, Darmerkrankung, Krebserkrankung) als Ursache der Gewichtsabnahme, sind für eine sichere Diagnose weitere Untersuchungen nötig.

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4. Therapie

Bei einer Gewichtsabnahme richtet sich die Therapie nach der jeweiligen Ursache.

Wenn Sie sich falsch ernährt haben, also zum Beispiel über einen längeren Zeitraum weniger gegessen haben als Ihr Körper benötigt, ist es wichtig, Ihre Ernährung sowie Ihr Essverhalten wieder zu normalisieren. Der behandelnde Arzt sowie weitere Therapeuten können Sie dabei unterstützen. Zusammen mit einem Ernährungsberater können Sie zudem einen Ernährungsplan aufstellen, der Ihnen hilft, Ihr Körpergewicht wieder zu steigern und dauerhaft zu halten. Vor allem bei Essstörungen (wie Magersucht) und psychischen Erkrankungen ist eine psychotherapeutische und gegebenenfalls psychiatrische Behandlung wichtig – wenn bereits starkes Untergewicht besteht, sogar überlebenswichtig.

Liegt der Gewichtsabnahme eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) zugrunde, besteht die Therapie meist aus Medikamenten. Wurminfektionen als Ursache der Gewichtsabnahme werden mit speziellen Wurmmitteln behandelt.

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Sollte eine Krebserkrankung den Gewichtsverlust verursacht haben, ist je nach Tumor und Stadium eine gezielte Therapie (z.B. Operation, Chemo-, Strahlentherapie) erforderlich. Falls Sie einen Zusammenhang zwischen einer Gewichtsabnahme und bestimmten Medikamenten vermuten, sollten Sie Ihren Verdacht unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen. Er kann Ihnen gegebenenfalls ein anderes Präparat verordnen. Bitte setzen Sie auf keinen Fall Medikamenten ohne ärztliche Aufsicht ab.