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1. Definition

Definition

Bei Halsschmerzen kratzt, brennt und schmerzt es meist in Rachen und Hals. Diese schmerzhaften Empfindungen treten als ein häufiges Symptom oft zusammen mit Schluckbeschwerden auf. Vor allem bei Infekten der oberen Atemwege kommt es zu Halsschmerzen, besonders bei einer Erkältung oder auch bei einer Mandelentzündung (Angina tonsillaris).

Viren, Bakterien und andere Keime reizen und schädigen die Schleimhäute im Hals – diese entzünden sich, der Hals wird rot, schwillt an und schmerzt. Schluckbeschwerden und Heiserkeit können die Halsschmerzen begleiten. Bei Infekten kommt meist auch Fieber hinzu, bei einer Angina sind die Mandeln geschwollen, gerötet oder sogar vereitert.

Bei Halsschmerzen sind ausserdem häufig auch die Lymphknoten am Unterkiefer und am Hals geschwollen.

Halsschmerzen sind in aller Regel Zeichen eines harmlosen Infekts, können jedoch auch durch Rauchen oder in seltenen Fällen im Rahmen von ernsteren Erkrankungen, zum Beispiel einem Kehlkopftumor, auftreten.

Leichte Halsschmerzen erfordern nur selten einen Arztbesuch. Meist wartet man ein paar Tage ab, ob sie von allein wieder vergehen. Sie sollten sich allerdings nach ein bis zwei Tagen bessern und nach etwa sieben Tagen verschwunden sein. Halsschmerzen, die länger andauern, von starken Schluckbeschwerden, Atemnot oder Ähnlichem begleitet sind, sollte man jedoch beim Hausarzt abklären lassen. Sind Kinder von starken Halsschmerzen betroffen, empfiehlt sich ein Besuch beim Kinderarzt.

Die meisten Menschen wenden bei leichten Halsschmerzen zunächst freiverkäufliche Arzneimittel aus der Apotheke, meist Lutschtabletten, an. Sie betäuben teilweise die schmerzhaften Stellen und bekämpfen die Entzündung. Gegen die Ursachen der Halsschmerzen, meist Viren, können sie aber nichts ausrichten.

Auch einige Hausmittel können bei Halsschmerzen helfen, so spart man sich manchmal den Gang in die Apotheke. Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser, Kamillen- oder Salbeitee empfinden viele Betroffene als wohltuend und schmerzlindernd bei Halsschmerzen.

2. Ursachen

Halsschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Meist handelt es sich um Infekte der oberen Atemwege, etwa im Rahmen einer Erkältung. Diese wird meist von weiteren Beschwerden wie Husten, Schnupfen und Kopfschmerzen begleitet.

Grundsätzlich kommen bei Halsschmerzen als Ursachen eine ganze Reihe von Erkrankungen im Hals-Nasen-Rachenbereich infrage. Hier eine Übersicht:

  • Erkältung und Grippe

  • Mandelentzündung (Angina tonsillaris, Tonsillitis)

  • Rachenentzündung (Pharyngitis)

  • Kehlkopfentzündung (Laryngitis)

  • Reizung der Atemwege durch Rauchen oder staubige, trockene Luft

  • Überbeanspruchung der Stimme durch Singen, Schreien, langes Reden

  • Krupp-Syndrom und Pseudokrupp

  • Diphtherie

  • Mumps

  • pfeiffersches Drüsenfieber

  • Kehldeckelentzündung (Epiglottitis)

  • Einatmen von schädlichen Dämpfen (Giftinhalation)

  • Erkrankungen der Schilddrüse (wie Schilddrüsenentzündung, Schilddrüsenvergrösserung)

  • Speiseröhrenerkrankungen (wie Speiseröhrenentzündung)

  • Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom)

  • Halsabszess (entzündliche Abkapselung)

  • Halszysten

  • Verletzungen am Hals

3. Diagnose

Leichte Halsschmerzen erfordern oft keine spezielle Diagnose – meist wartet man ein paar Tage ab, ob sie von allein wieder vergehen. Allerdings sollten sie sich nach ein bis zwei Tagen bessern und nach etwa sieben Tagen verschwunden sein. Sollten die Halsschmerzen länger andauern, von Atemnot, starken Schluckbeschwerden oder ähnlichen Symptomen begleitet sein, ist ein Arztbesuch ratsam. Haben Kinder starke Hallschmerzen, sollte ein Kinderarzt sie untersuchen.

Um die Ursache der Halsschmerzen besser eingrenzen und eine genaue Diagnose stellen zu können, fragt der Arzt zunächst nach:

  • den genauen Beschwerden
  • möglichen Vorerkrankungen
  • Allergien und Unverträglichkeiten
  • derzeit eingenommenen Medikamenten
  • dem allgemeinen Wohlbefinden
  • den Lebensgewohnheiten (z.B. Rauchen, Alkoholkonsum, stimmliche Beanspruchung).

Es folgt eine gründliche Untersuchung von Hals und Rachen, um die Ursache der Halsschmerzen zu ermitteln. Dabei schaut der Arzt mit einem Holzspatel und einer kleinen Lampe in Mund und Rachen, ob diese entzündlich gerötet und ob die Mandeln geschwollen oder gar vereitert sind. Anschliessend tastet er Unterkiefer und Hals nach schmerzhaften und geschwollenen Lymphknoten ab. Besteht der Verdacht auf eine Mandelentzündung als Ursache der Halsschmerzen, entnimmt er mit einem Wattestäbchen einen Abstrich von den Mandeln. Dieser wird im Labor auf Erreger untersucht, bei der Angina tonsillaris (Mandelentzündung) sind dies meist A-Streptokokken.

Bei Halsschmerzen sind je nach Diagnose zusätzliche Untersuchungen sinnvoll. Dazu zählt eine Blutuntersuchung auf Entzündungswerte oder um den Erreger einer Infektion nachzuweisen (Blutkultur ). Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung wird der Arzt auch die Lungen mit einem Stethoskop abhorchen.

Um den Kehlkopf genauer zu betrachten, kann der Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) eine Spiegelung des Kehlkopfs und des Rachens (Laryngoskopie) durchführen. Sieht der Arzt dabei verdächtige Veränderungen der Rachen- oder Kehlkopfschleimhaut, entnimmt er eine Gewebeprobe (Biopsie).

4. Therapie

Halsschmerzen erfordern nur selten eine Therapie durch den Arzt. Die meisten Menschen wenden bei Halsschmerzen zur Therapie zunächst freiverkäufliche Arzneimittel aus der Apotheke an, etwa Lutschtabletten. Davon gibt es eine Reihe, die vor allem gegen akute, erkältungsbedingte Halsschmerzen wirken und lokal in Mund, Hals und Rachen ihre Wirkung entfalten.

Je nach Wirkart unterscheidet man Präparate, die örtlich betäubend (lokalanästhetisch), entzündungshemmend (antiinflammatorisch), desinfizierend (antiseptisch), reizlindernd und schleimhautauskleidend (mucilaginös) sowie zusammenziehend und abschwellend (adstringierend) sind.

Rezeptfreie und freiverkäufliche Medikamente wie Lutschpastillen, Gurgellösungen und Sprays zur Selbstbehandlung sind meist wohltuend, sind allerdings keine geeignete Therapie gegen Halsschmerzen – sie lindern zwar die Beschwerden, verkürzen aber nicht die Dauer der Schmerzen.

Bei bakteriellen Infektionen hilft gegen Halsschmerzen (z.B. einer Mandelentzündung) eine Therapie mit Antibiotika, meist verordnet der Arzt ein Antibiotikum mit breitem Wirkspektrum (Breitbandantibiotikum). Bei häufigen Mandelentzündungen kann es sinnvoll sein, die Gaumenmandeln operativ zu entfernen.

Andere Erkrankungen, zum Beispiel Kopf-Hals-Tumoren, die Ursachen für Halsschmerzen sind, erfordern eine spezielle Therapie. Grundsätzlich empfiehlt es sich bei einer Behandlung gegen Halsschmerzen auch alle die Schleimhaut reizenden und schädigende Faktoren wie das Rauchen zu vermeiden.

Hausmittel

Gegen Halsschmerzen können auch einige Hausmittel helfen – es muss nicht immer gleich der Gang in die Apotheke sein. Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser, Kamillen- oder Salbeitee gelten als wohltuend und schmerzlindernd bei Halsschmerzen. Diese Hausmittel befeuchten ausserdem die Schleimhäute und lösen bei einer Erkältung oder Entzündung den Schleim. Wenn Sie unter Halsschmerzen leiden, sollten Sie zudem viel trinken, sich warm halten und schonen.

Bewährte Hausmittel gegen Halsschmerzen sind auch Halswickel und das Inhalieren von Kamillenteedampf. Die Wärme tut dem Hals gut und kann auch Husten lindern. Zudem können pflanzliche Medikamente die Beschwerden bessern.

Manche Menschen wenden auch homöopathische und anthroposophische Medikamente als Hausmittel gegen Halsschmerzen an. Es gibt jedoch keine Studien, die ihre Wirksamkeit belegen. Aus Sicht der Schulmedizin sind die Mechanismen und Theorien, die diesen Ansätzen zugrunde liegen, in aller Regel nicht plausibel und nicht nachvollziehbar.