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Hautausschlag

(Exanthem)
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Veröffentlicht am 27.03.2020

1. Definition

Hautausschlag hat zahlreiche Formen. Oft sind die Ursachen harmlos. Gerade bei Kindern kann ein Ausschlag aber auf eine ansteckende Krankheit hindeuten.

Sonne, Kälte, Hitze, Staub, Rauch, Seife, Allergene, Krankheitserreger: Die Haut kommt jeden Tag mit zahlreichen Reizen in Berührung. Normalerweise ist das kein Problem. Schliesslich ist unser grösstes Organ dafür zuständig, uns vor schädlichen Einflüssen zu schützen. Manchmal hinterlässt diese Aufgabe der Haut allerdings sichtbare Spuren: Ein Ausschlag, fachsprachlich Exanthem genannt, ist immer ein Zeichen dafür, dass die Haut sich mit einer Entzündung gegen etwas wehrt.

Ein Hautausschlag entwickelt sich typischerweise schnell und ist von vorübergehender Natur. Je nach Ursache kann er mit Symptomen wie Juckreiz, Schmerzen und Fieber einhergehen.

Im Gegensatz zum Ekzem, das einen eng begrenzten Hautbereich betrifft, erstreckt sich ein Exanthem über grössere Hautbereiche. Die Hautveränderungen ragen dabei über die Hautoberfläche hinaus.

Wo der Hautausschlag entsteht, hängt von der Ursache ab. Bei manchen Erkrankungen bleibt der Ausschlag auf ein Körperteil begrenzt, bei anderen breitet er sich aus oder tritt von Anfang an am gesamten Körper auf. Deshalb achtet die Ärztin bei der Suche nach der Ursache auf das gesamte Erscheinungsbild des Ausschlags und dessen Ausbreitungsmuster.

Meist treten Exantheme symmetrisch auf beiden Körperseiten auf (zum Beispiel bei Röteln oder Masern). Bestimmte Ausschläge treten allerdings auch nur auf einer Körperseite auf.

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Eine Mutter behandelt den Hautausschlag ihres Kindes.

Bei Kindern sind Ausschläge oft Zeichen einer Erkrankung wie Windpocken (wilde Blattern).

Quelle: Getty Images

Oft sind bei einem Hautausschlag rote Flecken auf der Haut erkennbar. Je nach Ursache kann der Hautausschlag aber auch andere Formen annehmen, etwa Pusteln, Quaddeln oder Bläschen. Manchmal ist die Haut an den betroffenen Stellen auch trocken und schuppt ab.

Häufige Ursachen für einen Hautausschlag sind zum Beispiel:

Die Therapie bei Hautausschlag richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Infektionen behandelt der Arzt zum Beispiel mit

  • Antibiotika,
  • antiviralen Medikamenten,
  • Arzneimitteln gegen Pilze (Antimykotika) oder
  • gegen Parasiten (Antiparasitika).

Bei Krankheiten verschwindet der Hautausschlag normalerweise von alleine, sobald die Grunderkrankung behandelt wird. Unterstützend kann der Arzt aber auch spezielle Salben und Cremes verschreiben, die den Heilungsprozess fördern. Allergische Reaktionen lassen sich mit Antihistaminika und kortisonhaltigen Präparaten lindern.

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2. Ursachen

Ein Hautausschlag (Exanthem) kann verschiedene Ursachen haben. Oft stecken Infektionen mit Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten hinter den Hautveränderungen. Neben eigenständigen Hautkrankheiten sind Exantheme auch typisch für Kinderkrankheiten sowie für Allergien.

Mögliche Hautausschlag-Ursachen sind unter anderem:

Hautausschlag durch Stress

Die Haut kommuniziert über ein grosses Nervengeflecht permanent mit dem Gehirn und umgekehrt. Dieser enge Austausch zwischen den beiden Organen erklärt, warum sich starker psychischer Stress in Hautproblemen äussern kann.

Stress ist zwar nie die alleinige Ursache von Hautausschlag. Als sicher gilt aber, dass Stress die Symptome bestimmter Hautkrankheiten wie etwa Schuppenflechte, Neurodermitis und Akne verstärken kann. Vermutlich ist der Grund eine Schutzreaktion des Körpers: Der Stress wird vom Hirn als Warnsignal für eine drohende Gefahr, etwa durch Krankheitserreger, interpretiert. Die Nervenenden in der Haut alarmieren daraufhin Immunzellen, die eine Entzündungsreaktion in Gang setzen, um potenzielle Eindringlinge abzuwehren.

Hautausschlag bei Kindern

Wenn Babys einen Hautausschlag entwickeln, handelt es sich meist um

  • Windeldermatitis: Die Haut wird dabei durch Nässe aufgeweicht. Reibt dann die Windel an der Haut, kann ein Exanthem entstehen. Die gereizte Haut ist zudem anfälliger für Infektionen, zum Beispiel mit dem Pilz Candida albicans.
  • Hitzepickel
  • Kopfgneis
  • Milchschorf (eine Frühform der Neurodermitis bei Babys)

Bei Kindern sind die Ursachen von Hautausschlägen meist verschiedene typische Kinderkrankheiten wie Masern oder Röteln. Auch die atopische Dermatitis (Neurodermitis) ist ein Hautausschlag, der besonders häufig bei Kindern auftritt. Hautausschläge bei Kindern sollten grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden.

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3. Diagnose

Bei Hautausschlag (Exanthem) ist eine rasche Diagnose der Ursache sinnvoll, um schnell mit der am ehesten geeigneten Behandlung zu beginnen. Darum empfiehlt es sich, den Hausarzt, einen Hautarzt oder bei Kindern den Kinderarzt aufzusuchen. Im Gespräch wird der Arzt zunächst erfragen, wann und an welcher Körperstelle der Hautausschlag zuerst aufgetreten ist.


Für eine genaue Diagnose ist ausserdem wichtig:

  • ob weitere Beschwerden vorliegen, z.B. Juckreiz, Fieber, Übelkeit, Husten oder Schnupfen
  • ob Vorerkrankungen oder Allergien bestehen
  • ob bestimmte Medikamente eingenommen werden oder
  • ob Kontakt zu erkrankten Personen bestand – beispielsweise im Kindergarten zu an Windpocken erkrankten Kindern.

Je nach vermuteter Ursache können sich noch weitere Fragen ergeben.

Anschliessend untersucht der Arzt den Betroffenen gründlich und sieht sich den Hautausschlag genau an. Dafür benutzt er eine Vergrösserungslupe, einen Holz- oder Glasspatel und gegebenenfalls weitere optische Geräte. Zudem tastet der Arzt häufig die Lymphknoten ab, wirft einen Blick in den Hals und misst die Körpertemperatur. 

Um festzustellen, was genau den Hautausschlag verursacht hat, sind – je nach Befund – weitere Untersuchungen notwendig, beispielsweise:

  • Abstriche,
  • eine Biopsie (Gewebeentnahme aus der Hautveränderung),
  • Blutentnahmen und
  • Allergietests.

Bei manchen Arten von Hautausschlag gibt bereits die Körperstelle, an der das Exanthem vorwiegend auftritt, einen Hinweis auf die Diagnose. Manche Hauterkrankungen, die sich durch Hautausschlag äussern, betreffen den ganzen Körper. In anderen Fällen dagegen kommt der Ausschlag hauptsächlich im Gesicht, am Hals oder am Bauch vor oder beginnt dort und breitet sich dann weiter aus.

  • Bei einem Hautausschlag im Gesicht handelt es sich meist um Allergien, Neurodermitis oder Eiterflechte (Grindflechte). Darüber hinaus gibt es Kinderkrankheiten, die Hautausschlag im Gesicht hervorrufen (zum Beispiel Masern, Scharlach, Röteln und Ringelröteln). Bei diesen Erkrankungen tritt der Ausschlag meist zunächst am Kopf auf und breitet sich dann über den Körper aus.
  • Rote Flecken, die ausschliesslich am Hals und oberhalb der Brust in Erscheinung treten, lassen sich häufig auf eine Kontaktallergie gegen Parfüm oder im Schmuck enthaltene Stoffe zurückführen. Vor allem bei Babys und Kindern bilden sich am Hals oft auch Hitzepickel.
  • Verschiedene Krankheiten können sich durch Ausschlag am Rumpf äussern. Eine häufige Ursache dafür ist die Gürtelrose. Sie verdankt ihren Namen der gürtelförmigen Ausbreitung entlang der Nervenbahnen. Typischerweise treten gruppenförmig rote Hautknötchen am Rücken und Bauch in Erscheinung. Bei einer Arzneimittelallergie zeigen sich meist rote Flecken gleichmässig über den gesamten Rumpf, teilweise auch an Armen und Beinen (Arzneimittelexanthem). Bei manchen Menschen löst eine Therapie mit bestimmten Antibiotika Hautreaktionen aus. Auch bestimmte Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (Aspirin) können bei einigen menschen einen Ausschlag verursachen.
  • Eine häufige Ursache für Hautausschlag an den Beinen ist die Badedermatitis. Es handelt sich dabei um eine allergische Reaktion auf Saugwurmlarven, die in natürlichen Gewässern vorkommen. Die Larven sterben zwar, wenn sie sich in die menschliche Haut bohren, nach kurzer Zeit ab. Beim Betroffenen bleiben aber für einige Tage oder Wochen rote, stark juckende Flecken zurück. An welchen Körperteilen die Badedermatitis auftritt, ist abhängig davon, ob man nur durchs Wasser gewatet ist oder schwimmen war. Badedermatitis ist in Europa meist harmlos, sollte in tropischen und subtropischen Gebieten aber ärztlich untersucht werden, weil sie mit einer Schistosomiasis einhergehen kann. Weitere Gründe für Ausschlag an den Beinen sind Grasmilbenbisse, die vor allem in den Sommermonaten auftreten. Auch Rasurbrand, der durch Haarstoppel, die sich in die Haut bohren, verursacht wird, und Neurodermitis sind mögliche Ursachen für Ausschlag an den Beinen. Die Neurodermitis zeigt sich dabei vor allem in den Kniekehlen.

Bei Ausschlägen aufgrund viraler und bakterieller Infekte lässt sich oft durch die Art des Ausschlags und die Begleitsymptome schon sagen, welche Erreger als Ursache in Frage kommen:

  • Das Masernvirus zeigt sich durch purpurrote bis braune, teils leicht erhöhte grosse Flecken, die ineinander übergehen und meist hinter den Ohren und an der Stirn beginnen und sich dann auf Rumpf, Arme und Beine ausbreiten. Mögliche Begleitsymptome sind steigendes Fieber, weisse Flecken auf der Wangenschleimhaut und eine Bindehautentzündung.
  • Virale Röteln zeigen sich durch rosafarbene bis rote, teils erhöhte Flecken, die nicht ineinander übergehen. Wie bei Masern beginnen sie hinter den Ohren und im Gesicht und breiten sich dann auf Rumpf, Arme und Beine aus. Bereits vor dem Ausschlag tritt Fieber auf und die Lymphknoten am Nacken schwellen an.
  • Windpocken (Varizella-Zoster-Virus), auch wilde Blattern genannt, beginnen mit roten Flecken, die sich dann in Bläschen und teils Eiterbläschen umwandeln und später verkrusten. Alle Formen können auch zeitgleich bestehen, die Kopfhaut ist ebenfalls befallen. Nebenbei treten Kopfschmerzen, Fieber und geschwollene Lymphknoten auf.
  • Ringelröteln (humanes Parovirus B19) breitet sich girlandenförmig von den Wangen her auf Arme, Beine und Gesäss aus. Begleitet wird der Ausschlag von Juckreiz und Fieber, oft kommt es auch zu einer Rachenentzündung.
  • Das Dreitagefieber (humanes Herpesvirus 6) zeigt sich durch blassrosafarbene Flecken vor allem am Rumpf (nicht im Gesicht), die oft nur ein bis drei Tage anhalten. Das Fieber tritt plötzlich auf und ist hoch, der Ausschlag tritt auf, während das Fieber abklingt.
  • Scharlach (Streptokokken-Bakterien) verursacht feinfleckige, erhöhte gelbliche bis rote raue Hautveränderungen, die meist im Bereich der Leistengegend, der Oberschenkelinnenseite oder den Achseln beginnen und sich rasch ausbreiten. Nach etwa drei Wochen schält sich die Haut. Auch die Zunge und der Rachen sind gerötet und es kommt zu Fieber.
  • Impetigo Contagiosa (Streptokokken- und Staphylokokken-Bakterien) führt zu oberflächlichen Eiterblasen, die schnell platzen und honiggelbe Krusten bilden. Begleitet wird der Ausschlag von Juckreiz.
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4. Therapie

Bei Hautausschlag (Exanthem) richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache. So verschwindet der Ausschlag beispielsweise bei einer Kontaktallergie, wenn Sie das Allergen (z.B. das Tragen einer Nickel-Armbanduhr bei Nickelallergie) vermeiden. Oft sind aber auch antiallergische Salben und Tabletten notwendig.

Kinderkrankheiten wie Masern werden in der Regel nur symptomatisch behandelt. Nach überstandener Krankheit verschwindet auch der Ausschlag. Hautkrankheiten wie die Schuppenflechte erfordern hingegen eine spezielle Therapie mit Salben oder Cremes, Medikamenten, Lichtstrahlen oder ergänzenden Massnahmen wie eine Ernährungsumstellung oder Entspannungstechniken gegen Stress.

Bei Hausmitteln gegen Hautausschläge ist Vorsicht geboten. Einige Tipps können tatsächlich helfen: Kopfgneis bei Säuglingen lässt sich zum Beispiel behandeln, indem man Olivenöl auf den betroffenen Stellen über Nacht einwirken lässt und am nächsten Tag mit Babyshampoo abwäscht. Zinksalbe kann bei einer Windeldermatitis lindernd wirken.

Allerdings können Hausmittel auch je nach Ursache des Ausschlags die Haut zusätzlich reizen, allergische Reaktionen verschlimmern und den Ausschlag noch verstärken. Das gilt auch für Cremes, Salben und Lotionen, die in Apotheken oder Drogerien zu kaufen sind. Eine Selbstbehandlung ist deshalb immer mit Risiken verbunden. Sinnvoller ist es, den Ausschlag zuerst ärztlich abklären zu lassen und die Ärztin zu fragen, ob und welche Hausmittel helfen könnten.

Bei juckendem Hautausschlag ist das wirksamste Hausmittel oft das Meiden jeglicher Reize. Heisses Wasser, Seife, Pflegeprodukte, trockene Luft, Synthetik- und Wollkleidung können den Juckreiz verschlimmern.

 

 

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