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1. Definition

Definition

Bei Heiserkeit ist die Stimme so beeinträchtigt, dass der Stimmklang verändert und die Lautstärke eingeschränkt ist. Wer heiser ist, hat typischerweise eine belegte, raue Stimme. Manchmal kann die Heiserkeit auch bis zum völligen Stimmverlust führen – dann ist nur noch ein Flüstern möglich.

Die menschliche Stimme entsteht im Wesentlichen im Kehlkopf (Larynx), der sich am oberen Ende der Luftröhre befindet. Er enthält zwei Stimmlippen, deren freie Ränder die Stimmbänder bilden. Beim Sprechen treten die Stimmlippen zusammen und verschliessen die Stimmritze fast vollständig. Strömt dann beim Ausatmen Luft durch diesen Spalt, bringt diese die Stimmlippen in Schwingung und es entstehen Töne. Heiserkeit entsteht, wenn dieser Vorgang beeinträchtigt ist. Die möglichen Gründe hierfür sind sehr vielfältig.

Heiserkeit kann zum Beispiel ein Anzeichen sein für:

  • Reizzustand (durch äussere Faktoren wie Rauchen oder zu kalte/trockene/warme Raumluft)
  • Überlastung der Stimme (z.B. durch Singen, Schreien)
  • zu geringe Trinkmenge
  • Stress, Nervosität, Angst
  • Entzündung im Bereich von Kehlkopf (Laryngitis) und Kehldeckel (Epiglottitis)
  • Tuberkulose
  • Diphtherie
  • Allergie
  • Pseudokrupp
  • gutartige Tumoren (z.B. Stimmbandknötchen, Stimmbandpolypen)
  • Krebserkrankung (z.B. Kehlkopfkrebs, Lippenbandkarzinom)
  • Kehlkopflähmung

In den meisten Fällen ist eine Heiserkeit bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen harmlos und verschwindet nach kurzer Dauer wieder. Häufig geschieht es im Rahmen einer Erkältung, dass die Stimme mehr oder weniger heiser oder gar völlig weg ist. Der Rachen fühlt sich dann gleichzeitig rau und trocken an, der Hals kratzt und die Betroffenen müssen sich häufig räuspern. Manchmal tritt eine Heiserkeit aber auch unabhängig von Erkältungen über längere Zeit hinweg auf (chronische Heiserkeit). Vor allem wer viel und laut reden muss, wie zum Beispiel Lehrer oder Marktschreier, kann schnell heiser werden.

2. Ursachen

Heiserkeit kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. In den meisten Fällen bleibt die Stimme weg, weil Viren oder Bakterien eine Entzündung im Bereich von Kehlkopf (Laryngitis) und Kehldeckel (Epiglottitis) ausgelöst haben. Diese Entzündungen treten vor allem infolge von Infektionen im Rahmen einer Erkältung oder Grippe auf. Aufgrund der Entzündungsreaktion können die Stimmlippen nicht mehr frei schwingen. Aber auch wenn die Schleimhaut durch äussere Faktoren gereizt ist (z.B. durch Rauchen) oder die Stimme durch Singen oder Schreien überlastet ist, kann Heiserkeit entstehen.

Daneben können einer Heiserkeit folgende Ursachen zugrunde liegen:

  • Tuberkulose
  • Diphtherie
  • Allergien
  • Pseudokrupp
  • gutartige Tumoren, wie beispielsweise Stimmbandknötchen oder Stimmbandpolypen
  • Krebserkrankungen, wie zum Beispiel Kehlkopfkrebs oder Lippenbandkarzinom
  • Lähmung des Kehlkopfs (Recurrensparese) oder des Nervus vagus zum Beispiel nach Operationen im Halsbereich

Eine kurzzeitige Heiserkeit kann ihre Ursachen ausserdem im Einatmen zu kalter, zu trockener oder zu warmer Raumluft haben. Auch eine zu geringe Trinkmenge kann die Entstehung einer Heiserkeit beeinflussen. Psychische Faktoren wie Stress, Nervosität oder Angst können die Stimme ebenfalls heiser klingen lassen.

3. Diagnose

In den meisten Fällen klingt eine Heiserkeit nach einigen Tagen von alleine wieder ab. Wer aber länger als zwei bis vier Wochen heiser ist, starke Schmerzen oder Atemnot hat, sollte die Ursachen der Heiserkeit im Rahmen einer ärztlichen Diagnose abklären lassen.

Bei einer Heiserkeit besteht der erste Schritt zur Diagnose in der Regel in einer ausführlichen Befragung. Dabei interessiert sich der Arzt zum Beispiel für Folgendes: Wie lange hält die Heiserkeit schon an? Treten gleichzeitig Schmerzen oder Schluckbeschwerden auf? Bestand in letzter Zeit gehäufter Kontakt zu chemischen Reizstoffen oder Rauch? Erfolgte eine Operation der Schilddrüse? Anhand dieser und anderer Fragen können sich erste Hinweise auf die mögliche Ursache der Heiserkeit ergeben.

Danach folgt eine körperliche Untersuchung: Hierbei tastet der Arzt die Lymphknoten ab und begutachtet Mundraum und Rachen. Bei einer Infektion ist es zur Diagnose hilfreich, einen Abstrich zu nehmen, um die Erreger zu bestimmen. Häufig wird auch eine Blutuntersuchung und eine Kehlkopfspiegelung durchgeführt, um den Grund für die Heiserkeit abzuklären. Dabei kann eine sogenannte Stroboskopie erfolgen, um die schnell ablaufenden Stimmlippenbewegungen sichtbar zu machen.

Je nachdem, welche Ursache der Arzt für die Heiserkeit vermutet, folgen zur Diagnose weitere Untersuchungen, wie beispielsweise eine Röntgenuntersuchung des Kehlkopfs, eine Ultraschalluntersuchung, eine Gewebeprobenentnahme (Biopsie) aus möglichen Tumoren oder eine Computertomographie (CT).

4. Therapie

Bei Heiserkeit besteht der erste Schritt der Therapie darin, dass Sie Ihre Stimme schonen – das heisst: möglichst wenig sprechen und auch nicht flüstern. Wenn Sie heiser sind, ist es ausserdem wichtig, nicht zu rauchen und verrauchte Räume zu meiden. Eine ausreichend grosse Flüssigkeitszufuhr und Bonbons beispielsweise mit Primelwurzel oder Isländisch-Moos helfen Ihrer Stimme ebenso. Scharfe Erkältungsbonbons mit Menthol sollten Sie meiden. Hilfreiche Hausmittel gegen Heiserkeit sind dagegen heisse Getränke wie Tee oder heisse Milch mit Honig sowie Dampfbäder mit Kamille oder Sole-Salzen.

Ist Ihre Heiserkeit Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung, ist eine gezielte Behandlung dieser Krankheit notwendig. Haben Sie beispielsweise aufgrund einer bakteriellen Kehlkopfentzündung eine belegte und raue Stimme, kommen Antibiotika zur Therapie zum Einsatz. Wenn Ihre Stimme wegen Stimmbandknötchen heiser klingt, ist es eventuell möglich, diese endoskopisch zu entfernen. Steckt ein Kehlkopfkrebs hinter Ihrer Heiserkeit, kann die Therapie darin bestehen, den Tumor operativ zu entfernen, ihn zu bestrahlen oder beide Behandlungsmethoden miteinander zu kombinieren.