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Hitzewallungen

(Fliegende Hitze)
Von Veröffentlicht am 24.11.2016

1. Definition

Definition

Hitzewallungen sind anfallsweise auf- oder absteigende Wärmewellen («hot flushes»), die vom Hals, Kopf oder von der Brust ausgehen. Gleichzeitig erröten die betroffenen Personen und die Herzfrequenz erhöht sich. Hitzewallungen gehören zu den typischen Wechseljahresbeschwerden bei Frauen.

Erstes Anzeichen einer nahenden Hitzewallung ist häufig ein Druckgefühl im Kopf und ein leichtes Unbehagen. Nach der Hitzewallung, die im Durchschnitt zwei bis drei Minuten dauern kann, folgt unmittelbar ein Schweissausbruch. Hitzewallungen und Schweissausbrüche gehören zur Gruppe der vasomotorischen Symptome. Darunter versteht man Symptome, die mit einer Verengung oder Erweiterung der Blutgefässe zusammenhängen.

Hitzewallungen entstehen, wenn sich die direkt unter der Haut liegenden Blutgefässe plötzlich weiten und so eine grössere Menge warmes Blut aus dem Körperinneren durch die Haut fliesst. Nach der Hitzewallung ist daher oft auch ein leichtes Frösteln zu spüren, welches durch die Verdunstungskälte entsteht.

Frauen im Alter von 45 bis 70 Jahren, die sich in den Wechseljahren (Klimakterium) befinden, sind häufig von Hitzewallungen betroffen. Diese treten meist im Übergang von Prämenopause zu Postmenopause auf. Mehr als 80 Prozent aller Frauen leiden während der Wechseljahre unter Hitzewallungen, die bis zu 30 Mal am Tag auftreten können. Ihren Höhepunkt erreichen sie etwa ein Jahr nach der Menopause.

Die Beschwerden während der Wechseljahre sind sehr individuell – nicht jede Frau ist in dieser Zeit gleichermassen von Hitzewallungen betroffen. Auch in ihrer Intensität und Dauer sind Hitzewallungen unterschiedlich. Sie können zu jeder Tageszeit auftreten und somit auch nachts den Schlaf stören. In der Regel verschwinden die Hitzewallungen jedoch mit Abschluss der Hormonumstellung.

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2. Ursachen

Für Hitzewallungen kann es verschiedene Ursachen geben. Am häufigsten sind von Hitzewallungen jedoch Frauen in den Wechseljahren betroffen. Bei ihnen hängen die Hitzewallungen mit den Hormonumstellungen in dieser Zeit zusammen. Denn mit Beginn der Wechseljahre sinkt die Produktion des Sexualhormons Östrogen – Östrogen beeinflusst unter anderem die Wärmeregulation des Körpers.

Verschiedene Faktoren können das Auftreten von Hitzewallungen in den Wechseljahren fördern. Zu diesen Faktoren zählen unter anderem:

  • positiver und negativer Stress
  • Alkohol
  • Kaffee
  • heisse Speisen und Getränke

Eine warme Umgebung verlängert die Dauer der Hitzewallungen. Fieber dagegen kann eine Hitzewallung abschwächen, eine kühle Umgebung verhindert oder reduziert ihr Auftreten.

Aber auch verschiedene Medikamente können zu den Ursachen für Hitzewallungen zählen. Zu diesen gehören beispielsweise:

  • Wirkstoffe aus der Gruppe der Antiöstrogene (z.B. bei Brustkrebs, Osteoporose oder einer Kinderwunsch-Behandlung)
  • Insulin
  • Niacin (Vitamin B3)
  • Glyceroltrinitrat
  • Calcitonin

Ausserdem können Hitzewallungen im Rahmen verschiedener Erkrankungen auftreten, wie bei

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3. Diagnose

Wenn eine Frau mit Hitzewallungen zum Arzt geht, wird dieser im Rahmen der Diagnose zunächst überprüfen, ob die Ursache für diese die Wechseljahre sein können. Wichtig ist dabei, ob die Frau über 45 Jahre alt ist und ob gleichzeitig Zyklusschwankungen auftreten. Bei einer gynäkologischen Untersuchung kann der Arzt Veränderungen an Gebärmutter, Vagina und Brüsten feststellen. Mithilfe einer Blutuntersuchung lässt sich zudem die Konzentration der weiblichen Geschlechtshormone wie zum Beispiel Estradiol und Follikelstimulierendes Hormon (FSH) bestimmen.

Kommen die Wechseljahre nicht als Ursache infrage oder leidet ein Mann unter Hitzewallungen, wird der Arzt nachfragen, ob der oder die Betroffene zurzeit Medikamente einnimmt und ob weitere Symptome vorliegen.

Je nach vermuteter Ursache führt der Arzt weitere Untersuchungen durch, wie

  • Allergietest
  • Bestimmung der Schilddrüsenhormone
  • Urinuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung
  • Magen-Darm-Spiegelung
  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
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4. Therapie

Bei Hitzewallungen hängt die Therapie von der jeweiligen Ursache ab. Treten die Hitzewallungen aufgrund der hormonellen Umstellung in den Wechseljahren auf, können Sofortmassnahmen wie frische Luft und das Ablegen von Kleiderstücken helfen. Um über längere Zeit die Stärke der Hitzewallungen während der Wechseljahre zu schwächen, können Spaziergänge an der Luft, Ruhe und Entspannungstechniken helfen. Alkohol, Kaffee oder schwarzen Tee sollten Betroffene nur in Massen geniessen. Auch das Trainieren der Blutgefässe durch Wechselduschen kann helfen.

Meist ist die Hormonumstellung nach drei bis fünf Jahren abgeschlossen und die Hitzewallungen klingen wieder ab. Wenn Frauen aber besonders unter den Hitzeattacken und anderen Beschwerden der Wechseljahre leiden und diese die Lebensqualität stark einschränken, kann eine Hormonbehandlung mit einer Kombination aus Östrogenen und Gestagenen oder Tibolon in Betracht gezogen werden.

Bei leichten Hitzewallungen können Arzneimittel aus dem Bereich der Phytomedizin helfen. Präparate wie Rotklee und Soja oder eine Kombination aus Traubensilberkerze und Johanniskraut enthalten Phytoöstrogene (pflanzliche Stoffe, die Östrogenen ähneln) und können die Beschwerden lindern. Ihre Wirkung ist jedoch sehr unterschiedlich und wissenschaftlich nicht eindeutig nachgewiesen. Die Einnahme sollte man deshalb vorher mit dem Arzt besprechen.

Sind die Hitzewallungen Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung, beispielsweise einer Schilddrüsenüberfunktion oder eines Karzinoids, ist eine gezielte Therapie dieser Krankheit notwendig.

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