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Hodenveränderungen

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Definition

Die möglichen Ursachen von Hodenveränderungen sind zum Beispiel Entwicklungsstörungen und angeborene Fehlbildungen, Verletzungen und Erkrankungen des Hodens. Darüber hinaus kann es durch Haut- und Geschlechtskrankheiten zu einem Ausschlag oder anderen Hautveränderungen am Hoden kommen.

Der Hoden ist ein pflaumenförmiges, paariges Geschlechtsorgan des Manns, in dem Samenzellen (Spermien) und Geschlechtshormone (vor allem Testosteron) gebildet werden. Mit den Hoden verwachsen sind die beiden Nebenhoden (Epididymis), in denen die Spermien reifen.

Die Hoden liegen während der Embryonalentwicklung in der Bauchhöhle und wandern dann in den Hodensack (Skrotum). Bereits bei diesem Vorgang kann es zu Störungen im sogenannten Hodenabstieg kommen. Wandert ein Hoden nicht wie vorgesehen aus der Bauchhöhle in den Hodensack, sondern verbleibt an seinem Ursprungsort, spricht man von einem Kryptorchismus. Der Hoden nimmt also eine falsche Lage ein, genau wie beim Leistenhoden, wo der Hoden im Leistenkanal bleibt.

Ein Gleithoden liegt ebenfalls im Leistenkanal, lässt sich aber durch leichten Druck in den Hodensack verlagern. Danach nimmt er aufgrund eines zu kurzen Samenstranges wieder seine Position in der Leiste ein. Im Gegensatz hierzu liegt der sogenannte Pendelhoden oder auch Wanderhoden normal im Hodensack, kann aber durch bestimmte Reflexe oder Reize (z.B. sexuelle Erregung) in den Leistenkanal rutschen.

Bei Hodenveränderungen wie einer Hodenentzündung (Orchitis) oder Hodendrehung (Hodentorsion), ist der Hoden oft angeschwollen und der Hodensack gerötet. Hierbei können starke Schmerzen im Bereich des Hodens, aber auch in der Leiste und im Bauch auftreten. Eine Entzündung des Hodens kann durch einen Unfall entstehen. Häufige Ursachen einer Orchitis sind aber Infektionen mir Bakterien oder Viren. In manchen Fällen ist auch der Nebenhoden (Epididymis) entzündet.

Hodenveränderungen können sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen. Oft bemerken Betroffene sie erst überhaupt nicht.

Im Fall eines Hodenhochstands sind die Hoden nicht im Hodensack tastbar oder nur durch Druck auf die Leiste (Leistenhoden). Bei einer Hodentorsion (Drehung des Hodens bzw. Hodenstiels) treten aber meist äußerliche Veränderungen auf. Der Hodensack ist an der betroffenen Stelle gerötet und der Hoden angeschwollen. Hinzu kommen sehr starke Hodenschmerzen, die auch in die Leistengegend oder den Bauch ausstrahlen können.

Bei einer starken Hodenentzündung (Orchitis) kann der Hoden in einigen Fällen auch schrumpfen – Ärzte sprechen von einer Hodenatrophie. Bei einem Hodentumor ist der betroffene Hoden meist leicht angeschwollen und eventuell verhärtet.

Gerade im Säuglingsalter bleiben viele Hodenveränderungen unentdeckt und die Situation normalisiert sich meist von selbst. Treten allerdings aufgrund von Hodenveränderungen auch Symptome wie starke Hodenschmerzen auf, empfiehlt es sich einen Arzt aufzusuchen, der die genauen Ursachen erkennen kann.

2. Ursachen

Häufige Hodenveränderungen und ihre Ursachen sind:

  • Hodenentzündung (Orchitis): Auslöser einer Entzündung des Hodens sind meist Bakterien oder Viren (z.B. Mumpsviren) .
  • Nebenhodenentzündung (Epididymitis): Die Nebenhodenentzündung ist ebenfalls vorwiegend durch Bakterien verursacht und tritt oft gemeinsam mit der Hodenentzündung auf.
  • Hodenhochstand (Maldescensus testis): Befindet sich der Hoden nicht im Hodensack, spricht man von einem Hodenhochstand. Nach der Geburt sind dann einer oder beide Hoden nicht ertastbar. Der Hoden liegt entweder in der Bauchhöhle – Bauchhoden – in der Leiste – Leistenhoden – oder im Eingangsbereich des Hodensacks – Gleithoden. Beim sogenannten Pendelhoden liegt der Hoden zwar im Hodensack, wird jedoch unter bestimmten Bedingungen (wie Kälte) nach oben gezogen.
  • Hodentorsion: Die Hodentorsion ist eine Hodendrehung, genauer eine Stieldrehung von Hoden und Nebenhoden. Dadurch verzwirbeln sich Samenleiter und Blutgefässe. Meist tritt sie bei Säuglingen und Kleinkindern auf, bei denen der Hoden nicht ausreichend fixiert ist. Bei der Hodentorsion besteht die Gefahr, dass die Blutversorgung abgedrückt wird und der Hoden abstirbt.
  • Hydrozele (Wasserbruch des Hodens): Unter einer Hydrozele versteht man eine Flüssigkeitsansammlung um den Hoden herum innerhalb der inneren Hodenhüllen. Eine Hydrozele entsteht entweder während der Entwicklung des Ungeborenen oder aufgrund von Entzündungen, Tumoren oder Verletzungen.
  • Hodenbruch (Hernia scrotalis, Orchozele): Bei einem Hodenbruch tritt ein Leistenbruch in den Hodensack ein.
  • Hodentumoren: Hodentumore können gutartig oder bösartig sein. Hodenkrebs ist selten, kommt allerdings vorwiegend bei jüngeren Männern vor.
  • Hodenschwund (Hodenatrophie): Eine Hodenatrophie, das Schrumpfen eines oder beider Hoden, kann zum Beispiel durch eine Hodenentzündung, einen Hodenbruch, Verletzungen, Durchblutungsstörungen und bestimmte Medikamente ausgelöst werden.
  • Anorchie, Monorchie und Triorchie: Seltene angeborene Fehlbildungen der Hoden sind das völlige Fehlen des Hodens (Anorchie), nur ein statt zwei Hoden (Monorchie) und drei Hoden (Triorchie).

3. Diagnose

Bei Hodenveränderungen kann die gezielte Diagnose ein Arzt – meist ein Urologe oder Androloge – stellen. Meist erkennen Betroffene die Veränderungen bereits in der Selbstuntersuchung. Ähnlich wie die Selbstuntersuchung der Brust bei der Frau, sollte jeder Mann regelmässig seine Hoden selbst untersuchen, um Hodenveränderungen festzustellen. Dabei prüft man, ob sie sich in Grösse, Forum und Aussehen verändert haben. Direkt nach der Geburt untersucht der Kinderarzt, ob beide Hoden des Jungen richtig im Hodensack liegen. Treten Hodenveränderungen im Kindes-, Jugend- oder Erwachsenenalter auf, empfiehlt sich der sofortige Besuch beim Arzt.

Der Arzt, ein Urologe, stellt zunächst ein paar Fragen, beispielsweise wann Sie die Hodenveränderungen bemerkt haben, ob Sie weitere Beschwerden haben (wie Schmerzen, Fieber, Blut im Samenerguss, Ausfluss aus dem Penis), ob Sie sich verletzt haben, ob Sie Medikamente einnehmen und vieles mehr. Dann wird der Urologe beide Hoden gründlich untersuchen. Er schaut dabei, ob der Hoden vergrössert, geschwollen, schmerzhaft auf Berührung oder Druck ist, ob ein Knoten in einem der beiden Hoden tastbar ist, ob ein Schweregefühl oder ziehender Schmerz im Hoden vorliegt und ob sich Flüssigkeit im Hodensack angesammelt hat.

Weitere Untersuchungen, die dem Arzt helfen, bei Hodenveränderungen die Diagnose zu stellen, sind zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung, Blutuntersuchungen sowie die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) bei Verdacht auf Hodenkrebs.

4. Therapie

Bei Hodenveränderungen richtet sich die Therapie nach der jeweiligen Ursache. .

Bei einer Hodenentzündung, die durch Bakterien verursacht wird, sind gegebenenfalls Antibiotika notwendig, bei einer durch Viren ausgelösten Orchitis hingegen helfen in der Regel nur Massnahmen gegen die Beschwerden, wie Hochlegen, Schonen und Kühlen des Hodens.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hodenhochstand spontan verschwindet, ist im ersten Lebensjahr recht hoch. Ist jedoch eine Behandlung dieser Hodenveränderung notwendig, sollte diese spätestens mit Vollendung des zweiten Lebensjahrs abgeschlossen sein. Infrage kommt eine Hormontherapie oder eine Operation.

Hodentumore, vor allem ein Hodenkrebs, werden operativ entfernt. Je nach Art und Stadium des Tumors, ist zusätzlich eine Chemo- und Strahlentherapie notwendig. Die Hodentorsion ist ein absoluter Notfall und muss sofort operiert werden.