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Hühnerauge

(Clavus)
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Definition

Mit einem Hühnerauge (Clavus) hatte wahrscheinlich jeder schon einmal zu kämpfen. Ob auf der Zehenoberfläche, an den Seiten der Zehen oder am Ballen – ein Hühnerauge tritt in aller Regel an den Füssen auf.

Das liegt daran, dass

  • falsch sitzende Schuhe und
  • Fussfehlstellungen

zu den häufigsten Ursachen von Hühneraugen zählen.

Laut Definition bezeichnet ein Clavus eine verdickte und verhornte Stelle am Fuss infolge ständiger Druckbelastungen oder Reibung. Im Zentrum des Hühnerauges befindet sich ein in die Tiefe reichender Dorn, der ebenfalls aus verhornter Haut besteht.

Unbequeme und zu enge Schuhe führen schnell zu Druckstellen, unschönen Blasen oder sogar zu Hühneraugen. Wer im Sommer gerne ohne Socken in die Schuhe schlüpft, riskiert durch die Reibung an den Füssen, dass Hühneraugen entstehen.

Riemchensandalen oder raffinierte Pumps sehen zwar schick aus, sind aber nur selten bequem. Daher sind Frauen häufiger von Hühneraugen betroffen als Männer!

Hühneraugen stellen nicht nur ein kosmetisches Problem dar, sie sind vor allem sehr schmerzhaft – besonders, wenn sie auf Gelenken oder unter der Fusssohle liegen. Häufig treten Hühneraugen an den Stellen auf, an denen die Haut direkt über einem Knochen liegt, zum Beispiel an den Zehen.

Man sollte auf keinen Fall probieren, das Hühnerauge selbstständig mit einem Messer oder einer Schere herauszuschneiden! Häufig verletzen Betroffene bei diesem Versuch nicht nur den Clavus, sondern auch die umliegende Haut.

Ein Hühnerauge kann bei oberflächlicher Betrachtung einer Dornwarze sehr ähnlich sehen. Im Gegensatz zu einem Hühnerauge entstehen Warzen jedoch durch eine Virusinfektion, genauer gesagt durch das humane Papillomvirus (HPV). Wer gewaltsam eine Dornwarze herausschneidet, verbreitet das ansteckende Virus auf seiner Haut, so dass sich weitere Warzen bilden können.

Deshalb sollte man bei einem Hühnerauge sicherheitshalber zu einem Podologen gehen – er kann feststellen, ob es sich um ein Hühnerauge oder um eine andere Hautveränderung wie eine Warze handelt.

Je früher Sie ein Hühnerauge entdecken, desto kürzer und einfacher lässt es sich behandeln.

Bei ersten Anzeichen für ein Hühnerauge ist es ratsam, einen Podologen aufzusuchen. Er kann den Clavus samt Dorn schonend und sorgfältig entfernen, ohne dabei die umliegende Haut zu verletzen.

Wer häufiger unter einem Hühnerauge leidet, für den ist es wichtig, die Ursache zu erkennen und zu behandeln. Andernfalls entsteht an derselben Stelle ein neues Hühnerauge, sobald man die drückenden Schuhe wieder trägt.

Oft reicht es aus, auf drückende oder scheuernde Schuhe zu verzichten. Ist eine Zehen- oder Fussfehlstellung für das Hühnerauge verantwortlich, hilft eine solche Therapie aber meist nur in geringem Masse. Wer durch eine Fussfehlstellung immer wieder unter Hühneraugen leidet, für den kann eine Operation der Füsse infrage kommen.

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2. Ursachen

Ein Hühnerauge kann verschiedene Ursachen haben. Zu den häufigsten Ursachen von Hühneraugen zählen falsch sitzende Schuhe und Fuss- beziehungsweise Zehenfehlstellungen.

Wie entstehen Hühneraugen?

Hühneraugen entstehen, wenn zu enge oder schlecht passende Schuhe ständig an den Füssen drücken oder scheuern. Ist die Haut einem ständigen Druck ausgesetzt, bildet sich an der betroffenen Stelle Hornhaut.

Eine übermässige Verhornung nennt man Schwiele – sie dient in erster Linie als Schutz vor weiteren Verletzungen. Ein Hühnerauge entsteht, wenn

  • ein Schuh über längere Zeit auf dieselbe Stelle drückt,
  • die betroffene Stelle zunehmend verhornt und
  • die Hornhaut dornartig in tiefere Hautschichten vordringt.


Während bei einer Schwiele die Haut nur oberflächlich verhornt, sind bei einem Hühnerauge stets tiefere Hautschichten betroffen. Der ständige Druck von aussen verhindert, dass an der obersten Hautschicht weitere Hornschichten entstehen können. Stattdessen führt der fortwährende Druck dazu, dass die Verhornung dornartig nach innen in tieferes Gewebe «ausweicht».

Je stärker der Druck ist, und je länger die Belastung auf die betroffene Stelle einwirkt, desto weiter dringt der Dorn des Hühnerauges in tiefere Hautschichten vor.

Ein Hühnerauge kann bis in die Lederhaut (Dermis) und Unterhaut (Subkutis) wachsen. Da sich in diesen Hautschichten Nerven und Blutgefässe befinden, führt ein Hühnerauge in der Regel zu Schmerzen. Die Schmerzen treten vor allem dann auf, wenn das Hühnerauge belastet wird – zum Beispiel beim Gehen.

Unter Umständen kann der Dorn des Hühnerauges sogar die Knochenhaut reizen – insbesondere dann, wenn unmittelbar darunter der Knochen liegt.

Hauptursachen für ein Hühnerauge sind falsch sitzende Schuhe und Zehen- beziehungsweise Fussfehlstellungen, wie zum Beispiel

Bei falschen Schuhen entstehen Hühneraugen meist an den Zehen – vor allem dort, wo die Haut direkt über einem Knochen liegt. Unter Umständen kann auch zwischen den Zehen ein Hühnerauge entstehen, etwa wenn zu enge Schuhe dazu führen, dass die Zehen ständig gegeneinander reiben.

Auch bei Hammerzehen bilden sich Hühneraugen typischerweise an den Zehen, genauer gesagt an der Oberseite der Zehen. Liegen andere Fehlstellungen vor, zum Beispiel Spreiz- oder Plattfüsse, können auch an der Fusssohle oder unter dem Ballen Hühneraugen entstehen.

3. Diagnose

Bei einem Hühnerauge können Betroffene die vorläufige Diagnose oft bereits durch die Symptome und das typische Aussehen stellen.

In einigen Fällen lässt sich ein Hühnerauge nur schwer von anderen Hautveränderungen wie zum Beispiel einer Warze unterscheiden. Wer eine schmerzhafte und verhornte Stelle an den Füßen entdeckt, sollte einen Arzt aufsuchen – er kann eine sichere Diagnose stellen.

Je nach Beschaffenheit, Form und Aufbau unterscheiden Mediziner etwa sieben Arten von Hühneraugen. In der Praxis lassen sie sich jedoch nicht immer voneinander abgrenzen.

  • Hartes Hühnerauge (Clavus durus): Das harte Hühnerauge weist meist einen runden bis ovalen oder C-förmigen harten Kern auf. Häufig entstehen harte Hühneraugen an Stellen, die starken Belastungen von aussen ausgesetzt sind – zum Beispiel am Zehenrücken oder an der Aussenseite des kleinen Zehs.
  • Weiches Hühnerauge (Clavus mollis): Wie der Name schon sagt, weist das weiche Hühnerauge einen weichen und flachen Kern auf. Es befindet sich in der Regel zwischen den Zehen und kann sowohl an der Innenseite eines als auch beider Zehen vorkommen.
  • Hühnerauge mit kleinen Blutgefässen (Clavus vascularis): Den Clavus vascularis erkennt man daran, dass die äussere Hornschicht kleine rote Punkte oder Streifen enthält. Dies sind kleine Blutgefässe, sogenannte Kapillaren. Durch die vermehrte Durchblutung treten bei diesen Hühneraugen starke Schmerzen auf.
  • Hühneraugen mit Nerven und kleinen Blutgefässen (Clavus neurovascularis): Der Clavus neurovascularis weist in der Hornschicht neben kleinen Blutgefässen auch Nerven auf. Dieses Hühnerauge ist äusserst schmerzempfindlich und entsteht meist am Zehenrücken oder am Großzehengrundgelenk.
  • Hühneraugen mit Nervenfasern und Bindegewebsfasern (Clavus neurofibrosus): Der Clavus neurofibrosus entsteht ausschließlich an der Fusssohle – häufig unter den Zehenkuppen oder am Fussballen. Dieses Hühnerauge ist in der Regel rund, großflächig und sehr hart. Seine runde Form erklärt sich durch den flachgedrückten Hornhautdorn in der Lederhaut.
  • Hühneraugen mit warzenähnlichen Erhebungen (Clavus papillaris): Der Clavus papillaris, auch als Papillen-Hühnerauge bekannt, gleicht auf den ersten Blick oft einer Warze. Besonderes Merkmal dieses Hühnerauges ist sein scharf umrissener, oft weisser Rand. Unterhalb der Verhornung befindet sich eine gallertartige Masse oder ein Bluterguss – dadurch treten bei diesem Hühnerauge starke Schmerzen auf.
  • Hühneraugen mit oberflächlichen punktförmigen, «hirsekornartigen» Verhornungen (Clavus miliaris): Der Clavus miliaris stellt eine Besonderheit da: Dieses Hühnerauge verursacht in der Regel keine Schmerzen. Meist treten zahlreiche sehr kleine Pseudo-Hühneraugen auf, deren Form einem Hirsekorn ähnelt. Der Clavus miliaris kommt vor allem an Stellen vor, die keinem Druck ausgesetzt sind – zum Beispiel oberhalb der Ferse.

Nachdem der Podologe das Hühnerauge eindeutig diagnostizieren konnte, muss man es von ihm entfernen lassen. Das Hühnerauge bildet sich nicht von selbst zurück, auch wenn der Druck von aussen nachlässt. Zwar kann sich die Hornschicht verringern, der schmerzende Dorn des Hühnerauges bleibt jedoch bestehen.

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4. Therapie

Bei einem Hühnerauge richtet sich die Therapie danach, welche Art von Hühnerauge vorliegt. In aller Regel besteht die Therapie daraus, dass der Arzt das Hühnerauge entfernen muss.

Was hilft gegen Hühneraugen?

Bei Hühneraugen hilft oft nur eines: Man muss die drückenden oder scheuernden Schuhe gegen ein Paar tauschen, das passt.

Wenn man eine schmerzhafte und verhornte Stelle unter den Füssen oder an den Zehen entdeckt, ist es ratsam, rasch nach der Ursache zu suchen und sie zu beseitigen. In der Regel bedeutet das, dass die neuen, zu engen Treter für einige Zeit im Schuhschrank verschwinden müssen.

Ein zugeschnittenes und gepolstertes Pflaster hilft, weiteren Druck oder Reibung auf das Hühnerauge zu vermeiden. Einige Hersteller haben spezielle Hühneraugenpflaster entwickelt, die in der Mitte hornhautlösende Substanzen wie Salicylsäure oder Milchsäure enthalten. Im Umgang mit säurehaltigen Hühneraugenpflastern sollte man vorsichtig sein –verrutschen diese Pflaster, verletzen sie die umliegende, gesunde Haut.

Ist eine leichte Fußfehlstellung für das Hühnerauge verantwortlich, können orthopädische Einlagen oder speziell angepasste Schuhe helfen. Bei ausgeprägten Deformationen der Füße hilft eine solche Therapie aber meist nicht – dann ist eine Operation nötig. Je nachdem, welche Fuss- oder Zehenfehlstellung vorliegt, stehen verschiedene Operationsmethoden zur Verfügung.

Bleibt die Ursache für das Hühnerauge bestehen, entsteht früher oder später an derselben Stelle erneut ein Hühnerauge. Ein wiederkehrendes Hühnerauge bezeichnen Mediziner auch als rezidivierend.

Damit Hühneraugen erst gar keine Chance haben, empfiehlt es sich, ein paar einfache Tipps zu beachten.

  • Schuhwerk: Passende Schuhe sind das A & O. Drückende Schuhe können zum Beispiel mithilfe eines Schuhspanners geweitet werden. Vor einer Wanderung sollte man darauf achten, die Schuhe frühzeitig einzulaufen.
  • Socken: Schlecht sitzende Socken bieten eine hohe Reibungsfläche. Daher sollte man bei belastenden Tätigkeiten bequeme Strümpfe wählen. Spezielle Sportsocken aus dem Fachhandel helfen, Hühneraugen zu vermeiden.
  • Hühneraugenpflaster: Ein Hühneraugenpflaster hilft nicht nur dann gegen Hühneraugen, wenn es bereits zu spät ist. Ein gepolstertes Hühneraugenpflaster kann die besonders beanspruchten Stellen an den Füßen vor Druck und Reibung schützen.