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Knieschmerzen

(Schmerzen im Knie)
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1. Definition

Definition

Bei Knieschmerzen handelt es sich in der Regel um Schmerzen im Bereich des Kniegelenks. Sie treten vor allem bei älteren Menschen auf, die unter Arthrose leiden. Aber auch andere Personen können durch Verletzungen, Über- und Fehlbelastungen unter Knieschmerzen leiden.

Das Kniegelenk verbindet den Oberschenkelknochen (Femur) und den Schienbeinknochen (Tibia) des Unterschenkels. Zwischen diesen Knochen befinden sich im Gelenk die beiden Menisken, zwei halbmondförmige Knorpelscheiben, die als Puffer dienen. Davor liegt die knöcherne Kniescheibe (Patella). Das Kniegelenk wird durch Bänder und Muskeln zusammengehalten, unter anderem innen und aussen durch die Seitenbänder und weiterhin durch die Kreuzbänder.

Erkrankungen, Verletzungen oder falsche Belastung einer oder mehrerer dieser Strukturen verursachen häufig Knieschmerzen. Knieprobleme äussern sich je nach Ursache durch drückende, ziehende oder stechende Schmerzen. Hinzu kommen teilweise entzündliche Schwellung, Überwärmung und eingeschränkte Beweglichkeit des Knies.

Je nachdem, welche Ursache für die Schmerzen im Knie verantwortlich ist, können unterschiedliche Therapiemöglichkeiten helfen. Oft reicht es schon aus, wenn Sie das betroffene Knie schonen – das heisst hochlagern, wenig bewegen und belasten. Ist das Knie entzündet und geschwollen kann Kühlung die Schmerzen lindern und die Schwellung zurückgehen lassen. In einigen Fällen, wie zum Beispiel bei einem Kreuzbandriss, kann es sein, dass der Arzt das betroffene Knie operieren muss. Nach einem solchen Eingriff ist es meist wichtig, eine entsprechende Bandage oder Schiene zu tragen, sowie mit Physiotherapie die Muskulatur wieder aufzubauen.

Neben diesen Therapie-Optionen können auch Medikamente gegen Knieschmerzen helfen. Diese sollen in den meisten Fällen die Schmerzen lindern, aber auch gegen eventuelle Entzündungen im Knie helfen.

2. Ursachen

Bei Knieschmerzen sind die Ursachen häufig starke Belastungen des Kniegelenks. Sowohl im Alltag als auch bei sportlicher Betätigung, zum Beispiel beim Laufen, Heben oder Springen, wird das Knie besonders beansprucht. Ist die Belastung falsch, zu gross oder ist eine der vielen Strukturen (z.B. Knochen, Knorpel, Menisken, Kreuzbänder, Seitenbänder, Kniescheibe) des Kniegelenks verletzt, entzündet oder gereizt, machen sich Knieschmerzen bemerkbar.

Für Knieschmerzen gibt es unter anderem folgende Ursachen:

  • Arthritis (Gelenkentzündung, im Knie: Gonarthritis)
  • Rheumatoide Arthritis
  • Arthrose (Gelenkabnutzung, im Knie: Gonarthrose)
  • Baker-Zyste
  • Chondropathia patellae
  • Meniskusschaden
  • Bandverletzungen (wie Kreuzbandriss)
  • Läuferknie
  • Gichtanfall
  • Fraktur im Kniegelenkbereich (z.B. Schienbeinbruch)
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis praepatellaris)
  • Verrenkung der Kniescheibe (Patellaluxation)
  • X- und O-Beine oder andere Beinfehlstellungen

3. Diagnose

Besonders bei starken Knieschmerzen, die über einen längeren Zeitraum bestehen, ist eine genaue Diagnose durch den Arzt wichtig. Dieser klärt die Ursachen der Kniebeschwerden ab und kann auch eine behandlungsbedürftige Verletzung (wie Kreuzbandriss) feststellen.

Der Arzt stellt zunächst ein paar Fragen zu den Beschwerden, Begleitsymptomen und Vorerkrankungen. Wichtig ist:

  • seit wann die Schmerzen im Knie bestehen,
  • wo genau der Schmerz lokalisiert ist (z.B. Innenseite des Knies),
  • ob bereits ein Knieschaden vorliegt und
  • ob es eine Verletzung oder einen Unfall gab.

Es folgt eine gründliche Untersuchung des Knies mithilfe verschiedener Bewegungstests. Anhand der Beschwerden (z.B. Knieschwellung, Gelenkerguss, eingeschränkter Bewegungsumfang) kann der Arzt feststellen, in welchem Bereich und wie stark das Knie geschädigt ist.

Je nach Befund sind bei Knieschmerzen weitere Untersuchungen zur Diagnose notwendig. Dazu zählen unter anderem:

  • Röntgenaufnahmen des Knies
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Kernspintomographie (MRT)
  • Arthroskopie (Kniegelenkspiegelung)
  • Gelenkpunktion bei Gelenkerguss

4. Therapie

Bei Knieschmerzen richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache.

Akute Schmerzen im Knie nach kurzzeitiger Fehl- oder Überlastung verschwinden manchmal gänzlich ohne Therapie. Symptomatisch lassen sich Knieprobleme mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln behandeln, die es vorwiegend als Tabletten, Pflaster oder Salben gibt. Auch Gelenkinjektionen und Gelenkspülungen mit Kortisonpräparaten oder lokalen Betäubungsmitteln eignen sich als akute Schmerztherapie bei Kniebeschwerden.

Bei einigen Ursachen von Knieschmerzen ist die einzige geeignete Therapie ein operativer Eingriff. Viele Knieschäden können Ärzte heutzutage im Rahmen einer Arthroskopie (Kniegelenkspiegelung) operieren. Bei einer Kniegelenksarthrose ist manchmal eine sogenannte gelenknahe Osteotomie sinnvoll. Bei diesem Eingriff durchtrennt der Chirurg Knochengewebe beziehungsweise schneidet ein Stück des Knochens aus, um eine Fehlstellung des Gelenks zu korrigieren. In einigen Fällen, wenn andere Behandlungen nicht helfen und die Beschwerden extrem beeinträchtigen, kommt ein künstlicher Gelenkersatz (Knieprothese) infrage. Das Kniegelenk wird nach dem Hüftgelenk am zweithäufigsten ersetzt.

Unterstützend sind bei Knieschmerzen weitere Massnahmen hilfreich. Ob vorübergehende Schonung oder Bewegung und ob Wärme oder Kühlung besser sind, hängt vom jeweiligen Knieproblem ab. Wenn Sie selbst an Schmerzen im Knie leiden, können Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen, welche der folgenden Therapie-Formen für Sie geeignet sind:

  • Physiotherapie
  • Wärme- und Kältetherapie
  • Muskeltraining (Kräftigung und Dehnung)
  • Bewegung und Sport (wie Schwimmen, Radfahren)
  • Wasser- und Bädertherapie
  • Elektro- und Ultraschalltherapie
  • orthopädische Hilfsmittel (wie Bandagen, Schuhabsätze, Gehstützen)