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Koma

(Bewusstlosigkeit)
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1. Definition

Definition

Das Bewusstsein ist die Fähigkeit, die Umwelt wahrzunehmen und mit ihr zu kommunizieren – beim Koma, auch als Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht bezeichnet, ist die Wahrnehmung von äusseren Reizen, Personen und der Umwelt beeinträchtigt.

Man unterscheidet verschiedene Bewusstseinsgrade:

  • Bewusstseinsklarheit
  • Somnolenz/Benommenheit
  • Sopor
  • Koma

Bewusstseinsgrade bis zum Koma

Die Bewusstseinsklarheit stellt den Normalzustand dar. In diesem Zustand nehmen wir unsere Umwelt uneingeschränkt mit allen Sinnen wahr. Somnolenz beziehungsweise Benommenheit bezeichnet dagegen einen Zustand, in dem das Bewusstsein leicht beeinträchtigt ist. Betroffene sind schläfrig, können aber durch Ansprechen oder Rütteln aufgeweckt werden. Bei Sopor ist die Schläfrigkeit stärker ausgeprägt, Betroffene sind kaum weckbar.

Die schwerste Form der Bewusstlosigkeit ist das Koma. Dabei herrscht vollkommene Bewusstlosigkeit. Betroffene können nicht durch Ansprechen oder Rütteln geweckt werden. Eine Person im Koma zeigt keinerlei Reaktionen, auch nicht auf Schmerzreize. Es gibt verschiedene Koma-Skalen, mit denen der Arzt abschätzen kann, wie schwer die Bewusstlosigkeit ist, zum Beispiel die Glasgow Coma Scale.

Es gibt verschiedene Formen von Koma. Bei schlecht eingestelltem Diabetes mellitus kann der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht geraten. Dann entstehen giftige Substanzen im Körper, die ein diabetisches Koma hervorrufen können. Wie jede Form von Koma stellt auch ein diabetisches Koma eine Notfallsituation dar.

Manchmal ist es notwendig, eine Person in ein künstliches Koma – zu versetzen. Etwa bei Schwerverletzten nach Unfällen oder nach schweren Operationen kann ein künstliches Koma für den Betroffenen das Beste sein.

Weitere Formen der Bewusstlosigkeit

Eine weitere Form der Bewusstlosigkeit ist die Ohnmacht. Dabei handelt es sich um eine vorübergehende Bewusstseinsstörung, ausgelöst durch eine Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff – also eine Kreislaufstörung. Sie wird oft auch als vasovagale Synkope oder schwerer Schwindelanfall bezeichnet. Bei einer Synkope sind Betroffene kurzzeitig nicht bei Bewusstsein, erlangen dieses aber in der Regel innerhalb einer Minute wieder. Geht die Ohnmacht aber in eine tiefere Bewusstlosigkeit über, müssen Massnahmen ergriffen werden, damit keine bleibenden Schäden an Gehirn und anderen Organen entstehen.

2. Ursachen

Für Koma, Bewusslosigkeit und Ohnmacht gibt es zahlreiche Ursachen. Oft sind es nur leichte Durchblutungsstörungen des Gehirns, aber die Auswahl der möglichen Ursachen ist gross:

  • Kopfverletzungen (z.B. Schädel-Hirn-Trauma)
  • Unterbrechung oder Einschränkung der Sauerstoffzufuhr zum Gehirn (z.B. bei Würgegriff)
  • Schlaganfall (Apoplex) und Hirnblutungen
  • Steigerung des Hirndrucks (z.B. durch Blutungen oder einen Tumor im Gehirn)
  • Hirninfektionen (z.B. Gehirnentzündung, Gehirnhautentzündung)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Herzstillstand)
  • Flüssigkeitsmangel (Volumenmangelschock, z.B. durch starken Blutverlust)
  • Vergiftungen (z.B. mit Schlafmitteln oder Alkohol)
  • Allergischer Schock (Anaphylaktischer Schock, z.B. nach einem Insektenstich)
  • Stoffwechsel- und Elektrolytstörungen
  • Über- und Unterzuckerung bei Diabetes mellitus
  • Krampfanfälle (Epilepsie)
  • Hitzschlag
  • Unterkühlung (Körpertemperatur unter 30°C)
  • Einwirkung von elektrischem Strom
  • Hyperventilationssyndrom
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Lungenembolie
  • Nierenversagen bei Niereninsuffizienz, führt zur Harnvergiftung (Urämie)
  • Leberversagen (z.B. bei Leberzirrhose)

3. Diagnose

Ist ein Mensch bewusstlos, ist die richtige Diagnosenstellung wichtig. Finden Sie einen Menschen auf, der schlaff am Boden liegt, sollten Sie die Person ansprechen oder durch vorsichtiges Rütteln versuchen zu wecken. Zeigt die Person keine Reaktion darauf, ist sie bewusstlos und benötigt dringend ärztliche Hilfe.

Der Notarzt ist auf die Schilderung von Begleitpersonen angewiesen (z.B. Zeugen bei einem Unfall oder Angehörige). Es ist also wichtig, von möglichen Vergiftungen (wie Alkohol, Drogenkonsum) oder Vorerkrankungen (wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Schlaganfall) zu berichten. Der erste Eindruck, wenn Kopfverletzungen vorhanden sind oder der Betroffene stark nach Alkohol riecht, kann bereits erste Hinweise auf die Ursache der Bewusstlosigkeit liefern.

Der Notarzt prüft bei Bewusstlosigkeit beziehungsweise Koma zunächst die Vitalzeichen des Betroffenen – dazu gehören vor allem die Atmung, der Blutdruck und der Puls. Mithilfe eines EKG-Geräts kann der Notarzt auch meist an Ort und Stelle die Herzfunktion kontrollieren und schwere Herzrhythmusstörungen als Ursache der Bewusstlosigkeit rasch feststellen.

Der Arzt testet die Reflexe, prüft Bewegung und Empfindung, schaut sich die Augäpfel und Pupillen an und führt erste schnelle Bluttests (z.B. Blutzuckermessung) durch. Nach den Erste-Hilfe-Massnahmen sind – je nach Ursache der Bewusstlosigkeit – weitere Untersuchungen in der Klinik notwendig, wie:

  • weiterführende Blutuntersuchungen
  • Ultraschalluntersuchungen, Röntgenaufnahmen
  • Computertomographie (CT)
  • Kernspintomographie (MRT)
  • Elektroenzephalographie (EEG)
  • Angiographie
  • Liquorpunktion (Hirnwasseruntersuchung)
  • weitere neurologische Untersuchungen

Mittels sogenannter Koma-Skalen (wie Glasgow Coma Scale, Brüsseler Koma Skala) teilen Mediziner die Bewusstlosigkeit im Rahmen der Diagnose in den entsprechend zutreffenden Grad ein. Die Gradeinteilung dieser Skalen reicht von Bewusstseinsklarheit (keine Bewusstlosigkeit) bis hin zum Koma (völlige Bewusstlosigkeit).

4. Therapie

Koma, Bewusstlosigkeit und Ohnmacht sind ernst zu nehmende Notfälle und erfordern eine sofortige und richtige Therapie. Erste-Hilfe-Massnahmen und eine anschliessende Behandlung der Ursachen sind dringend erforderlich.

Einige allgemeine Massnahmen sollten Sie im Falle einer Ohnmacht als Helfer beachten:

  • Den Bewusstlosen ansprechen und an den Schultern rütteln (Vorsicht bei Unfallverletzten!).
  • Laut um Hilfe rufen, um Umstehende auf den Notfall aufmerksam zu machen.
  • Die Atmung prüfen:
    • Den Kopf des Bewusstlosen nach hinten neigen und das Kinn anheben, um die Atemwege frei zu machen, und die Atmung durch Sehen, Hören und Fühlen prüfen:
    • Hebt und senkt sich der Brustkorb?
    • Hört und spürt man Atemgeräusche über Mund und Nase des Betroffenen?
    • Prüfen Sie immer wieder Atmung und Puls, bis der Notarzt kommt.
    • Falls der Bewusstlose normal atmet, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage, alarmieren Sie dann den Notruf und prüfen anschliessend nochmals die Atmung.
    • Falls keine regelmässige Atmung vorhanden ist und sich die Person im Koma befindet, wählen Sie sofort den Notruf und beginnen dann mit der Herz-Lungen-Massage.

Wenn der Notarzt eintrifft, wird er mit den ersten ärztlichen Notfallmassnahmen beginnen. Auf der Intensivstation in der Klinik findet die ursächliche Behandlung der Bewusstlosigkeit statt – zum Beispiel die Therapie eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarkts.