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Konzentrationsschwäche

(Aufmerksamkeitsschwäche, Konzentrationsstörung)
von Onmeda-Ärzteteam

1.  Definition

Definition

Wenn schulische oder berufliche Leistungen nachlassen, kann dies an einer Konzentrationsschwäche beziehungsweise Konzentrationsstörung liegen: Hierbei ist die Konzentration unterschiedlich stark und lange beeinträchtigt.

Sich auf etwas zu konzentrieren bedeutet, sich geistig zu sammeln und sich willentlich mit seiner gesamten Aufmerksamkeit einer bestimmten Tätigkeit, einem Reiz, einer Person oder einer Sache zuzuwenden. Solange die Konzentration anhält, nimmt man andere Dinge nur am Rande wahr. Konzentration erfordert eine geistige Anstrengung und lässt mit der Zeit nach – dies ist ganz normal. Doch erst wenn es ständig oder wiederholt nicht gelingt, sich gezielt auf eine Sache zu konzentrieren, liegt eine Konzentrationsstörung oder Konzentrationsschwäche vor:

Von einer Konzentrationsschwäche spricht man, wenn jemand dauerhaft nicht in der Lage ist, sich von anderen Reizen abzuschirmen, um sich einer bestimmten Sache anzunehmen. Als Konzentrationsstörung bezeichnet man eine vorübergehend geschwächte oder beeinträchtigte Fähigkeit, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Störungen der Konzentration können in unterschiedlich starker Form auftreten. Eine eindeutige Definition, ab wann es sich bei einer verringerten Fähigkeit zur Konzentration medizinisch um eine Konzentrationsschwäche oder Konzentrationsstörung handelt, liegt jedoch nicht vor.

Eine Konzentrationsstörung kann in jedem Lebensalter vorkommen, aber von einer Konzentrationsschwäche spricht man vor allem bei Kindern: Die betroffenen Kinder können sich nicht lange auf eine Sache konzentrieren oder zwischen wichtigen und unwichtigen Dingen unterscheiden. Sie lassen sich leicht durch äussere Reize ablenken. Eine Konzentrationsschwäche oder -störung bei Kindern und Erwachsenen kann viele verschiedene Ursachen haben – beispielsweise Stress, zu wenig Schlaf, falsche Ernährung, hoher Fernsehkonsum, Medikamente, Schilddrüsenüberfunktion, ADHS und vieles mehr. Um die Konzentration zu steigern, ist es wichtig, die Ursachen zunächst abzuklären.

Eine vorübergehende Konzentrationsschwäche oder Konzentrationsstörung kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel:

  • Unter- oder Überforderung im Beruf oder Privatleben
  • Stress und Burnout-Syndrom
  • Schlafmangel
  • Alkohol-, Kaffee-, Nikotin- oder Drogenkonsum
  • mangelnde Bewegung
  • unausgewogene Ernährung ( Vitamin- und Mineralstoffmangel, Zuckerüberschuss)
  • Allergie
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Nachwirkungen einer Chemotherapie

Eine Konzentrationsschwäche oder Konzentrationsstörung bei Kindern entsteht häufig durch langes Fernsehschauen oder Computerspiele. Ausserdem können Konzentrationsstörungen in jedem Alter verschiedene organische, psychosomatische oder neurologische Ursachen haben und treten oft als Symptom einer anderen Grunderkrankung auf, wie beispielsweise bei Depression, Magersucht und Schilddrüsenüberfunktion. Bei Frauen kommen Konzentrationsstörungen häufig während der Wechseljahre vor. Vor allem bei älteren Menschen kann eine Konzentrationsstörung die Folge einer Störung der Gehirndurchblutung sein, die aufgrund einer Arteriosklerose der Blutgefässe im Gehirn entsteht. Häufig tritt die Konzentrationsstörung als Symptom einer Demenz oder Alzheimererkrankung auf.

Für eine andauernd bestehende Konzentrationsschwäche kommen als Ursachen erblich bedingte oder früh erworbene Schäden infrage. Bei Kindern ist eine ständige Konzentrationsschwäche häufig ein Anzeichen für ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) oder Legasthenie. Aber auch eine Wahrnehmungsstörung (z.B. infolge einer spät entdeckten Seh- oder Hörschwäche) kann der Grund für eine Konzentrationsstörung oder -schwäche bei Kindern sein.

Bei Verdacht auf eine Konzentrationsschwäche oder Konzentrationsstörung stehen mehrere spezifisch standardisierte Testverfahren zur Diagnosestellung zur Verfügung. Bei Schulkindern kommen am häufigsten die Testreihe zur Prüfung der Konzentrationsfähigkeit (TPK) und der KT 3-4 zum Einsatz. Mit beiden Verfahren kann man die Konzentrationsfähigkeit auf bestimmte Aufgaben überprüfen, wobei der KT 3-4 zusätzlich die Ablenkbarkeit der Schüler dokumentiert.

Neben diesen standardisierten Testverfahren ist zur Diagnose einer Konzentrationsschwäche oder Konzentrationsstörung immer auch ein Gespräch mit Menschen aus dem persönlichen Umfeld der Betroffenen – bei Kindern mit den Eltern und Lehrern – sehr aussagekräftig.

Je nach vermuteter Ursache für die Konzentrationsschwäche oder Konzentrationsstörung sind zur Diagnose weitere Untersuchungen empfehlenswert, um organische, psychosomatische und neurologische Gründe zu bestätigen oder auszuschliessen. Zu diesen Untersuchungen gehören Hör- und Sehtests, Bestimmung bestimmter Hormonkonzentrationen im Blut oder eine Elektroenzephalographie (EEG).

Bei einer Konzentrationsschwäche oder Konzentrationsstörung richtet sich die Therapie immer nach den individuellen Ursachen. Um die Fähigkeit zur Konzentration zu fördern, ist es allgemein wichtig, auf eine fett- und zuckerarme sowie vitaminreiche Ernährung zu achten, die ausserdem reich an Selen, Niacin und Cholin ist. Ist Stress und Überforderung die Ursache einer Konzentrationsstörung, können Entspannungsübungen – wie zum Beispiel autogenes Training, Yoga oder progressive Muskelentspannung – und ausreichend Schlaf helfen, die Konzentration zu verbessern. Auch Akupunktur kann zur Förderung der Konzentration beitragen. Darüber hinaus sind genügend Bewegung und der Verzicht auf Kaffee, Nikotin und Alkohol eine grosse Hilfe bei einer Konzentrationsschwäche oder -störung, da sich eine solche Lebensweise positiv auf das Konzentrationsvermögen auswirkt.

Zur gezielten Steigerung der Konzentration sind spezielle Konzentrationsübungen empfehlenswert. Hierzu gehören beispielsweise Fehlersuch-Bilder, Kreuzwort- und Zahlenrätsel. Sehr hilfreich zur Therapie einer Konzentrationsschwäche oder Konzentrationsstörung sind auch sogenannte Über-Kreuz-Übungen, bei denen Sie zum Beispiel erst das rechte Knie mit dem linken Ellenbogen und danach das linke Knie mit dem rechten Ellenbogen berühren. Alternativ können Sie Ihre Konzentration auch trainieren, indem Sie mit der linken Hand das rechte Ohr reiben und danach mit der rechten Hand das linke Ohr. Bei einer Konzentrationsschwäche bei Kindern können ausserdem viele Spiele dazu beitragen, eine bessere Konzentration zu erreichen: So können Sie zum Beispiel die Anordnung von Spielsachen oder Büchern in einem Regal ändern und Ihr Kind anschliessend bitten, die Veränderungen zu benennen. Ausserdem ist es bei einer Konzentrationsschwäche zur Therapie empfehlenswert, nur eine begrenzte Zeit vor dem Fernseher oder mit anderen Medien zu verbringen. Ist Ihr Kind unkonzentriert, bringen Geschimpfe oder Bestrafungen jedoch nichts: Ein solches Verhalten ist kein geeignetes Mittel, um gegen die Konzentrationsschwäche Ihres Kindes anzugehen, sondern erhöht nur dessen Frustration und Verzweiflung. Damit Kinder ein gesundes Selbstvertrauen aufbauen können, ist es wichtig, dass sie sich mit all ihren Schwächen angenommen fühlen.

Ist die Konzentrationsstörung Symptom einer anderen Grunderkrankung, wie einer Schilddrüsenüberfunktion oder Depression, oder basiert sie auf einer Wahrnehmungsstörung, müssen diese Ursachen behandelt werden. Besondere Behandlungsmöglichkeiten bestehen auch bei Kindern mit ADHS.