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Kopfschmerzen

(Cephalgie)
von Onmeda-Ärzteteam

1.  Definition

Definition

Kopfschmerzen (Cephalgie) können eine eigenständige Erkrankung (sog. primäre Kopfschmerzen) oder ein Symptom einer anderen Erkrankung (sog. sekundäre Kopfschmerzen) sein. Bei Cephalgie kann der Kopf einseitig oder beidseitig sowie an unterschiedlichen Stellen weh tun: an der Stirn, den Schläfen, hinter den Augen, am Nacken oder am Hinterkopf.

Bei den wesentlich häufigeren primären Formen entsteht der Kopfschmerz nicht als Folge anderer gesundheitlicher Probleme. Beispiele für primäre Kopfschmerzen sind Spannungskopfschmerz, Migräne und Cluster-Kopfschmerz.

Sekundäre Kopfschmerzen treten als Begleiterscheinung oder als Folge einer anderen Erkrankung auf. So können etwa eine Erkältung, eine Grippe, Bluthochdruck oder auch eine Hirnhautentzündung mit Kopfschmerzen einhergehen. Ebenso ziehen mitunter Flüssigkeitsmangel, ein Sonnenstich oder exzessiver Alkoholkonsum die unangenehmen Beschwerden nach sich. Nicht wenige Menschen reagieren auch auf Stress, Lärm oder Änderungen des Wetters mit Kopfschmerzen. Auch Medikamente selbst können Kopfschmerzen auslösen – es handelt sich dann um medikamenteninduzierten Kopfschmerz.

Cephalgie ist eine weit verbreitete Schmerzform. Kopfschmerzen sind der häufigste Grund für den Besuch beim Hausarzt.

Betroffene sollten ihrem Arzt möglichst genau schildern, in welchen Situationen, wo und wie oft die Beschwerden auftreten. Dies hilft dem Mediziner, eine genaue Diagnose zu stellen. Dies ist nicht zuletzt deshalb wichtig, da für die Therapie der verschiedenen Kopfschmerz-Arten sehr unterschiedliche Ansätze bestehen. Oft eignet sich eine Kombination aus Medikamenten (z.B. Schmerzmitteln) und bestimmten Verhaltensweisen gut, um die Kopfschmerzen in den Griff zu bekommen.

Wer Stress vermeidet, sich regelmässig entspannt, auf erholsamen Schlaf achtet und Nikotin, Alkohol sowie Drogen meidet, tut eine Menge für seine Gesundheit und beugt Kopfschmerzen vor.

Kopfschmerzen bei Kindern

In den letzten Jahren treten Kopfschmerzen bei Kindern immer häufiger auf.  Bereits im Vorschulalter hatte etwa jedes fünfte Kind bereits einmal Kopfschmerzen. Etwa bei der Hälfte der Kinder treten die Beschwerden im Erwachsenenalter nicht mehr auf. Allerdings ist es wichtig, Kopfschmerzen bei Kindern angemessen zu behandeln, denn ohne eine entsprechende Therapie können die Beschwerden chronisch werden.

Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Kopfschmerzen kommen auch in der Schwangerschaft vor. Durch die hormonelle Umstellung können gerade in dieser Phase etwa Migräne-Anfälle häufiger auftreten. Eine Behandlung mit Medikamenten ist in der Schwangerschaft oft schwierig. Dennoch kann es bei schweren Kopfschmerzen in der Schwangerschaft notwendig sein, auf Schmerzmittel zurückzugreifen. Er wird dabei aber die Vor- und mögliche Nachteile für das Kind besonders gründlich abwägen. Es gibt auch verschiedene Wirkstoffe, die geeignet sind, um Kopfschmerzen in der Schwangerschaft – insbesondere Migräne-Attacken – vorzubeugen. Ob dies nötig ist, entscheidet der Arzt gemeinsam mit der Schwangeren.

Kopfschmerzen (Cephalgie) können vielfältige Ursachen haben. Die häufigsten Formen von Kopfschmerz sind Spannungskopfschmerzen und Migräne. Insgesamt sind 251 Arten und Auslöser von Kopfschmerzen bekannt – mögliche Ursachen einer Cephalgie sind zum Beispiel:

  • Spannungskopfschmerzen bei Muskelverspannungen
  • Migräne durch Veranlagung und individuelle Auslöser
  • Schmerzmittelkopfschmerz (durch übermässige Einnahme von Schmerzmitteln)
  • Cluster-Kopfschmerz
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Infekte (wie Erkältung, Grippe, Nasennebenhöhlen-Entzündung)
  • Alkohol (vom Kater bis zur Alkoholvergiftung)
  • Gifte
  • Flüssigkeitsmangel
  • Medikamenten-Nebenwirkung
  • Sonnenstich und Hitzschlag
  • Schlafmangel
  • Augenerkrankungen (wie Glaukom-Anfall)
  • eine nicht ausgeglichene Sehschwäche
  • Orthopädische Erkrankungen (besonders der Nackenwirbelsäule)
  • Stoffwechselstörungen (z.B. Unterzuckerung)
  • Blutarmut (Anämie)
  • Kopfverletzungen (Gehirnerschütterung, Schädel-Hirn-Trauma)
  • Kopfschmerz durch äusseren Druck (z.B. enger Helm)
  • Kopfschmerz durch Zugwirkung (z.B. straffer Pferdeschwanz)
  • Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • Gehirnentzündung (Enzephalitis)
  • Schlaganfall (Apoplex), Durchblutungsstörungen und Hirnblutungen
  • Hirntumoren
  • Psychische Ursachen (psychogener Kopfschmerz)
  • Kopfschmerzen ohne erkennbare Ursachen (idiopathischer Kopfschmerz)

Bei Kopfschmerzen (Cephalgie) erfordert die genaue Diagnose oft etwas Zeit, da viele Ursachen möglich sind. Da die einzelnen Schmerzarten der Cephalgie mit jeweils typischen Beschwerden und Begleiterscheinungen einhergehen, ist es besonders bei länger anhaltenden, wiederkehrenden sowie bei plötzlichen, sehr starken Kopfschmerzen ratsam, einen Arzt aufzusuchen und die Ursachen abklären zu lassen.

Fragen zu den Kopfschmerzen

Um bei Kopfschmerzen die richtige Diagnose zu stellen, befragt der Arzt den Betroffenen zunächst:

  • In welchem Bereich des Kopfs treten Ihre Schmerzen auf?
  • Sind die Kopfschmerzen einseitig oder über den ganzen Kopf verteilt?
  • Wie stark sind die Schmerzen?
  • Wie fühlt sich der Schmerz an: dumpf, drückend, bohrend, stechend, pochend, hämmernd?
  • Wie häufig treten Ihre Schmerzen auf?
  • Wie lange dauern die Schmerzattacken an oder ist der Schmerz dauerhaft vorhanden?
  • Haben Sie weitere Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Sehstörungen, Lähmungen?
  • Werden die Schmerzen durch etwas ausgelöst, z.B. Stress, Alkohol, bestimmte Nahrungsmittel, Medikamente, Menstruation, Wetter?
  • Hatten Sie einen Unfall oder eine Verletzung?
  • Nehmen Sie regelmässig Schmerzmittel?
  • Haben Sie Vorerkrankungen wie Bluthochdruck?
  • Waren Sie schon einmal wegen Kopfschmerzen in Behandlung?

Bei chronischen Kopfschmerzen empfiehlt es sich, ein Kopfschmerztagebuch zu führen, in dem man die Schmerzattacken, ihre Dauer und vieles mehr genau dokumentiert und später mit dem Arzt bespricht.

Untersuchungen bei Kopfschmerzen

Verschiedene Untersuchungen helfen dem Arzt, bei Kopfschmerzen die richtige Diagnose zu stellen. Bei der körperlichen Untersuchung achtet der Arzt neben dem allgemeinen Gesundheitszustand besonders auf mögliche das Nervensystem betreffende (neurologische) Auffälligkeiten. Eine neurologische sowie weitere fachärztliche Untersuchungen, zum Beispiel durch einen Augenarzt, Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Orthopäden oder Zahnarzt, können bei Kopfschmerzen je nach vermuteter Ursache sinnvoll sein. Abhängig von der Kopfschmerzart sind mögliche weitere Untersuchungen:

  • Blut-, Urin- und Hirnwasseruntersuchungen
  • EEG (elektrische Ableitung der Hirnströme)
  • Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT)
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie) beispielsweise der Nasennebenhöhlen
  • Angiographie (Röntgenuntersuchung der Blutgefässe)
  • Positronen-Emissions-Tomographie (PET)

Bei Kopfschmerzen (Cephalgie) ist nicht in jedem Fall eine Therapie notwendig. Viele Kopfschmerzen verschwinden nach kurzer Zeit von selbst. Insbesondere wenn die Kopfschmerzen durch vorübergehende Überanstrengung, Schlafmangel oder durch vorabendlichen übermässigen Alkoholkonsum bedingt sind oder zum Beispiel im Rahmen einer Erkältung auftreten, klingen sie auch ohne Behandlung wieder ab.

Anders bei Kopfschmerzen wie der Migräne: Bei dieser Erkrankung treten die Kopfschmerzen bei den meisten Betroffenen attackenweise immer wiederkehrend auf, was oft eine langfristige Kopfschmerz-Therapie erfordert. Auch wenn eine ernste Erkrankung, wie ein Hirntumor, hinter den Beschwerden steckt, ist eine gezielte Therapie nötig. Eine solche Erkrankung ist allerdings in den seltensten Fällen der Auslöser, denn meist haben Kopfschmerzen eine harmlose Ursache.

Bei Kopfschmerzen richtet sich die Therapie nach der Ursache der Schmerzen. Anfallsweise auftretende Kopfschmerzen wie die Migräne sowie potenziell lebensgefährliche Erkrankungen wie eine Hirnhautentzündung, ein Schlaganfall oder Hirntumoren gehören in ärztliche Behandlung. Freiverkäufliche Schmerzmittel sind in der Selbstmedikation zwar sehr beliebt – sie sollten aber mit Bedacht angewendet werden. Hierbei gilt die Regel, dass solche Schmerzmittel keinesfalls häufiger als an zehn Tagen im Monat und nicht häufiger als an drei aufeinander folgenden Tagen eingenommen werden sollten. Andernfalls sind Kopfschmerzen durch Schmerzmittel möglich (sog. medikamenteninduzierter Kopfschmerz).

Neben der medikamentösen Behandlung sind bei Kopfschmerzen oft auch weitere Therapie-Massnahmen hilfreich. Dies können zum Beispiel Massagen, Akupunktur, autogenes Training und physikalische Therapie sein. Nicht alle dieser Verfahren sind in der Behandlung von Kopfschmerzen auch wissenschaftlich gesichert und finden sich im Leistungskatalog der Krankenkassen. Welches Verfahren im Einzelfall Erfolg versprechend ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt.

Darüber hinaus können Sie mit einigen Verhaltensweisen die Kopfschmerzen lindern oder ihnen vorbeugen:

  • Vermeiden Sie Stress.
  • Bewegen Sie sich ausreichend und treiben Sie Sport.
  • Erlernen Sie Entspannungsübungen.
  • Legen Sie regelmässige Pausen von der Arbeit ein.
  • Nehmen Sie geregelte Mahlzeiten zu sich.
  • Ernähren Sie sich gesund und vollwertig.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser, Saftschorle oder Kräutertee.
  • Sorgen Sie für ausreichend erholsamen Schlaf.
  • Meiden Sie möglichst Alkohol und Nikotin.

Kopfschmerzen und Hausmittel

Handelt es sich bei den Kopfschmerzen nicht um eine ernstzunehmenden Erkrankung, können Hausmittel die Beschwerden lindern. Bekannte Hausmittel gegen Kopfschmerzen sind zum Beispiel:

  • feuchte Stirnkompressen mit Obstessig, Lavendel- oder Rosmarinmilch
  • Breiauflagen mit Quark, Kümmel oder Wachholderbeeren
  • Einreiben der Schläfen und Stirn mit Pfefferminzöl
  • Nackenkompressen mit Meerrettich

Bei Kopfschmerzen können Hausmittel vor allem entspannend und belebend wirken. Insbesondere bei Kindern sollten sie aber mit Vorsicht angewendet werden. Bei empfindlicher Haut können verschiedene Hausmittel gegen Kopfschmerzen – insbesondere Pfefferminzöl und Meerrettich – Hautreizungen hervorrufen.