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1. Überblick

Als Kreuzschmerzen bezeichnet man Schmerzen des Iliosakralgelenks, auch Kreuzbein-Darmbeingelenk oder Sakroiliakalgelenk genannt. Das Iliosakralgelenk liegt im unteren Bereich des Rückens. Es verbindet durch starre Bänder das Kreuzbein mit den Hüftknochen (Darmbeine). Eine Form des Kreuzschmerzes ist das sogenannte Iliosakralgelenk-Syndrom (ISG-Syndrom).

Kreuzschmerzen können verschiedene Ursachen haben, so dass der Arzt zur genauen Diagnose meist mehrere Untersuchungen einsetzt. So kann der Kreuzschmerz unter anderem durch Abbauprozesse (degenerativ), Entzündungen, Haltungsschäden oder Fehlbelastungen (funktionell) hervorgerufen werden. Auch Verletzungen (traumatisch) oder Schmerzen im Rahmen einer Tumorerkrankung (neoplastisch) sind mögliche Ursachen von Kreuzschmerzen. Viele Erkrankungen führen zu Rückenschmerzen, welche die Funktion von Knochen und Gelenken beeinflussen. Ein häufiges Beispiel ist Knochenschwund (Osteoporose), welcher besonders häufig im Alter auftritt.

Kreuzschmerzen können prinzipiell in jedem Lebensalter auftreten. Meist sind Erwachsene, darunter ältere Menschen betroffen. Bei Kindern sind Kreuzschmerzen seltener, durch bestimmte Erkrankungen, Fehlhaltungen und andere Ursachen aber auch möglich.

Der Arzt nutzt zur Diagnose von Kreuzschmerzen meist eine körperliche Untersuchung, darunter einige Handgriffe, um die genaue Lage des Schmerzes zu orten. Ausserdem prüft die Funktion der Nerven mit speziellen neurologischen Tests. Laboruntersuchungen wie eine Blutuntersuchung sind sinnvoll, um bestimmte Erkrankungen als mögliche Auslöser von Kreuzschmerzen nachzuweisen. Mit einer Röntgenuntersuchung macht sich der Arzt ein Bild von den Rückenbeschwerden. Hiermit kann er unter anderem Fehlhaltungen, Abnutzungserscheinungen, Entzündungen oder Knochenschwund feststellen. Bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall setzt der Arzt meist ein sogenanntes MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie) ein. So kann er erkennen, ob eine Bandscheibe möglicherweise auf einen Nerv drückt und dadurch oder durch Muskelblockaden Kreuzschmerzen auslöst.

Die Kreuzschmerzen lassen sich mittels Physiotherapie mit speziellen Übungen und Anwendungen (zum Beispiel Massagen, Wärmetherapie, Rückengymnastik) oder medikamentös behandeln. Ausserdem ist es wichtig, mögliche Grunderkrankungen zu therapieren, welche die Schmerzen auslösen.

2. Definition

Kreuzschmerzen sind laut Definition Beschwerden, die den unteren Rücken betreffen. Sie gehen häufig vom Iliosakralgelenk aus, das Mediziner auch als Kreuzbeindarmbeingelenk oder Sakroiliakalgelenk bezeichnen. Das Iliosakralgelenk verbindet die Hüftknochen mit dem unteren Abschnitt der Wirbelsäule, genau genommen dem Kreuzbein. Eine Form des Kreuzschmerzes ist das sogenannte Iliosakralgelenk-Syndrom (ISG-Syndrom). Kreuzschmerzen können ausserdem durch Beschwerden der Lendenwirbelsäule ausgelöst werden. Die Lendenwirbelsäule ist der Bereich, in welchem der untere Rücken ein leichtes Hohlkreuz bildet. Mit rund 62 Prozent sind Schmerzen in diesem Bereich die häufigste Form von Rückenschmerzen.

Bei Kreuzschmerzen sprechen Mediziner auch vom sogenannten Lumbalsyndrom. Je nach Stärke der Schmerzen und der Art weiterer Symptome teilen sie das Lumbalsyndrom in drei Stadien ein.

 

  • Lokales Lumbalsyndrom: Die Kreuzschmerzen beschränken sich auf den Bereich der Lendenwirbelsäule.
  • Lumbales Wurzelsyndrom: Die Kreuzschmerzen strahlen ins Bein aus.
  • Alarmierendes Lumbalsyndrom: Weitere Symptome wie Lähmungen oder Harn- und Stuhlinkontinenz treten auf.

Anatomie des unteren Rückens

Die Wirbelsäule besteht aus insgesamt 24 Wirbeln. Die Wirbel nehmen zur Lendenwirbelsäule hin an Grösse zu. Das Verhältnis von der leichteren Knochensubstanz, den Knochenbälkchen (Spongiosa), zu kompakter Knochensubstanz im Wirbelkörper nimmt ebenfalls zu, da die Belastung der Wirbelsäule zur Lendenwirbelsäule hin ansteigt. Im unteren Rücken lastet also besonders viel Gewicht auf der Wirbelsäule – deutlich mehr als zum Beispiel auf den Halswirbeln. Daher sind degenerative Veränderungen und Schmerzen (Kreuzschmerzen) im unteren Rücken besonders häufig.

Das Kreuzbein (Os sacrum) befindet sich unter den Lendenwirbeln und über dem Steissbein. Über das Kreuzbein-Darmbeingelenk (auch Iliosakralgelenk oder Sakroiliakalgelenk) ist es mit dem Becken (Pelvis) verbunden und bildet mit den Hüftbeinen (Os coxae) das knöcherne Becken oder den Beckengürtel. Das Kreuzbein besteht aus fünf Wirbeln, die miteinander verwachsen sind und dem Oberkörper eine feste Basis geben.

3. Ursachen

Kreuzschmerzen können durch verschiedene Ursachen bedingt sein. Häufig liegt den Schmerzen des Iliosakralgelenks eine andere Erkrankung oder Verschleisserscheinungen an der Wirbelsäule zugrunde.

Verschleisserscheinungen

Mögliche Ursachen von Kreuzschmerzen sind Verschleisserscheinungen des Rückens. Durch den aufrechten Gang des Menschen werden Wirbel und Bandscheiben dauerhaft belastet. Wichtig ist daher, durch Bewegung und eine möglichst natürliche Haltung dem Rücken einen Wechsel von Be- und Entlastung zu bieten. So werden die Bandscheiben mit Nährstoffen versorgt, die Rückenmuskulatur trainiert und die Wirbelgelenke geschont. Gerade durch Bewegungsmangel und Übergewicht, aber auch durch Fehlhaltungen oder Fehlbelastungen kann es daher zu vorzeitigen Verschleisserscheinungen und damit Kreuzschmerzen kommen. Werden die so entstehenden Schmerzen durch verstärkte Muskelspannung kompensiert, kann es zu einer Wechselwirkung aus Verschleissschmerzen und Verspannung kommen.

Angeborene Erkrankungen

Kreuzschmerzen können ausserdem angeborene Erkrankungen als Ursachen haben. Zu den angeborenen Erkrankungen, die zu Rückenschmerzen führen können, zählt die vererbbare Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew). Es handelt sich hierbei um eine chronisch entzündliche Erkrankung, deren Ursache unbekannt ist. Jedoch besteht zu über 90 Prozent eine Veranlagung (genetische Disposition). Ausserdem weist das Gewebe Betroffener bestimmte Merkmale auf, die sich in einem Bluttest bestimmen lassen (Assoziation zum Gewebsantigen HLA-B27).

Erworbene Erkrankungen

Erworbene Erkrankungen kommen ebenfalls als Ursachen von Kreuzschmerzen infrage. Solche Erkrankungen, die zu Schmerzen des Iliosakralgelenks führen, können entzündlich, durch den Stoffwechsel oder Verschleiss (degenerativ) bedingt sein sowie durch Tumoren hervorgerufen werden.

Im Rahmen entzündlicher Erkrankungen findet man Kreuzschmerzen bei:

 

  • rheumatischen Erkrankungen
  • chronisch entzündlichen Darmerkrankungen vom Typ Morbus Crohn
  • bakteriellen Infektionen (reaktive Arthritis): Häufigste Ursachen hierfür sind urogenitale Infekte durch Chlamydien, Gonokokken und Ureoplasmen sowie Durchfallerkrankungen durch Erreger wie Salmonellen, Shigellen und Yersinien. Es handelt sich dabei trotz infektiösem Auslöser um eine sterile Gelenkentzündung, das heisst es sind keine Erreger nachweisbar. Die reaktive Arthritis heilt meist innerhalb eines halben Jahrs aus.

Kreuzschmerzen im Rahmen degenerativer Erkrankungen treten eher bei älteren Personen auf und sind beispielsweise im Rahmen einer fortgeschrittenen Osteoporose oder Arthrose zu finden.

Beim Iliosakralsyndrom (ISG) ist das Kreuzbein-Darmbeingelenk blockiert. Das bedeutet, die Muskeln, die das Gelenk beeinflussen, sind schmerzhaft angespannt. Das ISG beziehungsweise die Kreuzschmerzen haben ihre Ursachen unter anderem in einer Überlastung oder Lockerung (z.B. durch Schwangerschaft, Geburt, Verletzung) beziehungsweise es entsteht als Reaktion auf eine Bandscheibenerkrankung.

Die Wirbel sind durch die dazwischen liegenden Bandscheiben vor Abnutzung geschützt. Rutscht eine Bandscheibe aus seiner natürlichen Position und drückt gegen einen Nerv, sind Schmerzen und weitere Beschwerden möglich.

Psychosomatische Ursachen

Kreuzschmerzen können psychosomatische Ursachen haben oder sich durch seelische Einflüsse verstärken. Der Begriff psychosomatisch umfasst die aus dem Griechischen stammenden Wörter psyche (Seele) und soma (Körper). Psychosomatische Erkrankungen sind damit die Äusserung seelischer Befindlichkeiten, Probleme oder Krankheiten, die sich in körperlichen Beschwerden äussern. Dasselbe gilt auch andersherum: Körperliche Beschwerden können ihrerseits psychische Probleme nach sich ziehen.

Das vegetative Nervensystem bildet eine Brücke zwischen Psyche und Körper. So kann es bei Angst- oder Stresssituationen beispielsweise zu erhöhtem Herzschlag und gesteigerter Durchblutung kommen. Dauert die Überbelastung zu lange an, können psychosomatische (auch: somatoforme) Störungen auftreten. Äussern sich diese in dauerhaften Schmerzen, etwa Kreuzschmerzen, so wird wiederum eine Stresssituation geschaffen und der Teufelskreis schliesst sich.

Wer Gefühle wie Aggression, Wut oder Trauer nicht ausleben kann beziehungsweise möchte, hat ein bis zu siebenfach höheres Risiko für Rückenschmerzen, vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule (Kreuzschmerzen). Während Schmerzen für den Körper Stress bedeuten, löst umgekehrt Stress bei Rückenschmerzerkrankten wiederum (Dauer-) Schmerzen aus. Bandscheibenoperationen verlaufen in diesen Fällen oft unbefriedigend.

4. Symptome

Bei Kreuzschmerzen beschränken sich die Symptome nicht auf das Kreuzbein. Die Schmerzen strahlen stattdessen häufig bis in das Gesäss und die Beine aus. Oftmals ist der Rücken stellenweise oder grossflächig verspannt. Ausserdem können zu den typischen Kreuzschmerzen weitere Symptome auftreten:

5. Diagnose

Bei Kreuzschmerzen stellt der Arzt die Diagnose aufgrund der Krankheitsgeschichte (Anamnese) und der typischen Symptome. Weitere Untersuchungen sind hilfreich, um der genauen Ursache der Schmerzen auf den Grund zu gehen. Bei Verdacht auf die angeborene Bechterew-Krankheit ergibt eine Röntgenuntersuchung ein typisches Bild. Gleichzeitig ist eine Blutuntersuchung sinnvoll, um nach dem Gewebsantigen HLA-B27 zu suchen. Dieses ist vererbbar. Bei Betroffenen von Morbus Bechterew kommt es statistisch häufiger vor als bei Gesunden.

Vermutet der Arzt, dass Morbus Crohn die Kreuzschmerzen auslöst, stellt er die Diagnose durch eine Spiegelung (Endoskopie) des Magen-Darm-Trakts. Dabei entnimmt er kleine Gewebstücke (Biopsien), die er im Labor feingeweblich (histologisch) untersuchen lässt. Ausserdem kann eine Spezialröntgenuntersuchung der Dünndarmpassage sinnvoll sein.

Ob das Iliosakralgelenk die Kreuzschmerzen bedingt, prüft der Arzt mit einer körperlichen Untersuchung. Zur Diagnose setzt er den sogenannten Mennell-Handgriff ein. Er dient dazu, schmerzhafte Scherbewegungen im Iliosakralgelenk festzustellen, die durch Entzündung oder Blockierung entstanden sind. Dabei drückt der Arzt auf beide Darmbeinschaufeln, während sich der Patient in Rückenlage befindet – oder während er in Seitenlage das oben liegende Bein nach hinten überstreckt. Bei Kreuzschmerzen durch Probleme mit dem Iliosakralgelenk löst der Handgriff einen Schmerz aus.

Radiologische Untersuchungsmethoden beinhalten konventionelles Röntgen des Beckens sowie – bei der Frage nach Entzündungen oder Tumoren – Spezialuntersuchungen wie die Computertomographie (CT) und auch Magnetresonanztomographie (MRT) sowie nuklearmedizinische Untersuchungen wie die Knochenszintigraphie.

6. Therapie

Bei Kreuzschmerzen besteht die Therapie in erster Linie in physiotherapeutischen Massnahmen sowie medikamentöser Schmerzbehandlung. Bei Schmerzen im Iliosakralgelenk als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen ist es wichtig, gleichzeitig die jeweilige Grunderkrankung zu behandeln.

Medikamentöse Therapie

Bei Kreuzschmerzen setzt der Arzt meist eine medikamentöse Therapie ein. Sind die Kreuzschmerzen infektiös bedingt, kann eine Antibiotikatherapie (etwa mit Tetrazyklinen bei Chlamydieninfektion) verhindern, dass sich chronische Kreuzschmerzen wie beim Morbus Reiter ausbilden.

Rheumatische Erkrankungen als mögliche Ursache von Kreuzschmerzen erfordern eine Therapie mit sogenannten Steroiden (z.B. Kortisonpräparate) und Nicht-steroidalen Antirheumatika, die gegen die Entzündungen wirken.

Bei degenerativ bedingten Kreuzschmerzen ist neben Physiotherapie und Schmerzmitteln die Einnahme von Kalzium, Vitamin D und eventuell Calcitonin sinnvoll – ähnlich wie bei der Osteoporosebehandlung.

Bestehen starke Schmerzen, kann eine lokale Injektion von sogenannten Lokalanästhetika die Beschwerden lindern und die Beweglichkeit wiederherstellen.

Sind Tumoren die Ursache für die Kreuzschmerzen, behandelt man diese so gezielt wie möglich. Medikamente lindern die Schmerzen. Kreuzschmerzen, die durch Tochtergeschwulste (Metastasen) im Knochen bedingt sind, lassen sich durch Bisphosphonate lindern. Die Wirkstoffe dämmen den weiteren Knochenabbau ein und stärken den Knochen durch Kalziumeinbau. Unterstützen kann man diese Wirkung durch Gabe von Kalzium und Vitamin D, ähnlich der Behandlung der Osteoporose.

Physiotherapie

Die Physiotherapie spielt bei der Therapie von Kreuzschmerzen eine wichtige Rolle. Es gibt vielfältige physiotherapeutische Möglichkeiten, die der Therapeut bei Rücken- beziehungsweise Kreuzschmerzen einsetzen kann:

  • Wärmeanwendungen (z.B. Fangopackungen)
  • manuelle Therapie zur Lösung von Blockierungen und Lockerung der Muskeln
  • Reflexzonenbehandlung
  • Unterwassergymnastik
  • Kurzwellentherapie
  • Ultraschall- beziehungsweise Reizstrombehandlungen

Ziel der Physiotherapie ist es, die Schmerzen zu beseitigen und die Gelenkfunktion wiederherzustellen. Wichtig ist die Muskelkräftigung – Schon- und Fehlhaltungen sollten vermieden werden, da sie die Kreuzschmerzen meist verstärken.

Alternative Massnahmen

Alternative Massnahmen können bei Kreuzschmerzen eine Behandlung ergänzen. Sie ersetzen jedoch nicht die gründliche Untersuchung mit Ausschluss anderer Grunderkrankungen, welche die Kreuzschmerzen auslösen.

Alternativ zur Schulmedizin lassen sich mittels Entspannungsübungen, wie sie etwa beim Yoga praktiziert werden, die Muskeln lockern und damit auch Schmerzen lindern. Auch durch Akupunktur ist eine gute symptomatische Schmerzbehandlung möglich.

Bei leichten Kreuzschmerzen oder Schmerzen aufgrund von Verspannungen hilft häufig schon Wärme. Hierfür empfehlen sich:

 

  • Bäder mit Kräuterzusätzen: Diese sollten nicht länger als 15 Minuten dauern, eventuell mit anschliessender Ruhezeit. Die Wassertemperatur sollte ungefähr der Körpertemperatur entsprechen, keinesfalls wärmer. Bei bereits angewärmter Muskulatur sind in der Badewanne leichte Dehn- und Streckübungen zu empfehlen. Auch regelmässiges Schwimmen im Warmwasserbecken kann Kreuzschmerzen lindern.
  • Sauna: Personen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden, Schilddrüsenüberfunktion oder akuten Infektionen sollten jedoch auf Saunagänge verzichten beziehungsweise sie mit ihrem Hausarzt abklären.
  • Warme Güsse: Für etwa zehn bis 15 Minuten mit einem harten Wasserstrahl auf die Hauptschmerzpunkte zielen.
  • Wärmepackungen (Fango, Paraffin und Moorschlamm).
  • Feuchtwarme Kompressen, Heizkissen und Wärmestrahler sind beliebte Hausmittel.
  • Wärmeumschläge: In der Apotheke erhältliche Wärmeumschläge erhitzen sich durch chemische Prozesse selbstständig auf 40 Grad Celsius und halten diese Temperatur über mehrere Stunden. Die Wärme lindert die Schmerzen und kann die Therapie auf natürliche Art unterstützen, so dass in vielen Fällen die Einnahme von Schmerzmitteln reduziert werden kann.
  • Wärmepflaster: Wärmepflaster enthalten zum Beispiel den Wirkstoff Capsaicin, welcher die Haut reizt, die Durchblutung anregt und hierüber die Therapie fördert. Hier sollte darauf geachtet werden, die Pflaster nicht mit Schleimhäuten in Verbindung zu bringen, da dies schwere Reizungen zur Folge haben kann.

7. Verlauf

Kreuzschmerzen können einen unterschiedlichen Verlauf nehmen – abhängig von ihrer Ursache und Behandlung. In vielen Fällen sind die Schmerzen vorübergehend und bessern sich durch eine Therapie. Wichtig ist, auf seine (Rücken-)Gesundheit zu achten, damit Kreuzschmerzen nicht erneut auftreten. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen nehmen die Kreuzschmerzen einen chronischen Verlauf. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Einige Erkrankungen, die zu Rückenschmerzen führen, neigen eher zu einem chronischen Verlauf, unter anderem Morbus Reiter. Beim Reiter-Syndrom findet man eine Entzündung des Harnleiters (Urethralentzündung), Bindehaut- und Gelenkentzündung sowie Hautveränderungen der Handinnenflächen und Fusssohlen, seltener auch mit Fieber und Beteiligung innerer Organe (Karditis, Pleuritis). Häufig liegt auch eine sogenannte Schmerzspirale vor. Dabei bewirken Schmerzen beim Betroffenen Stress, Muskelblockaden sowie eine Schonhaltung – der Betroffene meidet aus Schmerzempfinden Bewegung. Der Nervenstoffwechsel stellt sich auf den Schmerz ein (Schmerzgedächtnis). All dies fördert einen chronischen Verlauf von Rückenschmerzen. Entstehen chronische Kreuzschmerzen, hilft eine gezielte Behandlung, die Schmerzen zu lindern und trotz Rückenschmerzen aktiv zu sein.

8. Vorbeugen

Es gibt Möglichkeiten, die Kreuzschmerzen vorbeugen: Bewegen Sie sich regelmässig körperlich, vermeiden Sie Übergewicht und versuchen Sie, Fehlhaltungen und Fehlbelastungen zu umgehen – so können Sie Rückenschmerzen und Kreuzschmerzen vorbeugen.

Bestehen bereits Kreuzschmerzen, kann vorsichtige Bewegung häufig die Beschwerden lindern – fragen Sie hierzu Ihren Arzt.