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Kribbeln

(Ameisenlaufen)
Von Veröffentlicht am 25. Januar 2019

1. Definition

Definition

Kribbeln ist eine Missempfindung, die an sämtlichen Stellen des Körpers auftreten kann. Kribbeln kann zahlreiche Ursachen haben. Medizinisch zählt das Kribbeln zusammen mit anderen Sensibilitätsstörungen der Nerven wie Brennen und Taubheitsgefühlen zu den sogenannten Parästhesien.

Da Kribbeln ein sehr allgemeiner Begriff ist, fällt hierunter neben dem Kribbeln in den Fingern, Händen oder Armen auch das Kribbeln in Füssen, an den Beinen und allgemein am ganzen Körper – oder auch das Kribbeln in der Nase beim Niesreiz.

Oft verschwinden Kribbelempfindungen von ganz alleine, zum Beispiel wenn man sich am Ellenbogen gestossen hat und der Ellennerv dadurch gereizt wurde. Wenn Kribbel-Parästhesien aber längere Zeit anhalten oder sehr stark beeinträchtigen, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen, um den Ursachen für das Kribbeln auf den Grund zu gehen.

Die möglichen Ursachen von Kribbeln sind vielfältig. So können zum Beispiel Nervenreizungen, Entzündungen oder neurologische Erkrankungen zu Kribbeln führen.

Um bei Kribbeln die Diagnose der Ursache zu stellen, sind verschiedene Untersuchungen notwendig. Nach einer ausführlichen Befragung des Betroffenen führt der Arzt vor allem sogenannte Sensibilitätsprüfungen durch. Dabei streicht er zum Beispiel mit einem Wattestäbchen über die betroffene Stelle. Damit kann er prüfen, ob das Berührungsempfinden in Ordnung ist. Je nach vermuteter Ursache sind dann weitere Untersuchungen nötig, zum Beispiel eine Blutuntersuchung, Allergietests oder bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie (CT).

Ob bei Kribbeln eine Therapie notwendig ist, hängt vor allem von der Ursache dieser Missempfindung ab. Teilweise hilft bereits ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung aus. Bei bakteriellen Infektionen ist dagegen eine Behandlung mit Antibiotika notwendig.

2. Ursachen

Kribbeln kann eine Vielzahl an Ursachen haben – von ganz harmlosen, vorübergehenden Nervenreizungen über Entzündungen bis hin zu schweren neurologischen Erkrankungen. Bei Kribbeln, etwa im Arm oder Bein, kommen als Ursachen infrage:

  • Toxische, entzündliche oder mechanische Schädigung einzelner Nerven durch Gifte, Infektionen, Einklemmung und vieles mehr (z.B. Karpaltunnelsyndrom, bei dem der Nervus medianus im Bereich des Handgelenks abgedrückt wird)
  • Direkte Nervenreizung nach Untersuchungen (wie Liquorpunktion, ENG und Infusionen)
  • Orthopädische Erkrankungen, bei denen Nerven eingeklemmt sind (z.B. ein Bandscheibenvorfall führt zu Kribbeln im Arm oder Bein – je nachdem, welcher Abschnitt der Wirbelsäule betroffen ist)
  • Polyneuropathien (wie bei Diabetes mellitus oder bei Alkoholismus)
  • Durchblutungsstörungen (z.B. Arteriosklerose, periphere arterielle Verschlusskrankheit)
  • Viruserkrankungen (wie Gürtelrose)
  • bakterielle Infektionen (z.B. Borreliose)
  • Allergien
  • Vitaminmangel (wie Vitamin-B1-Mangel)
  • Eisen- und Magnesiummangel
  • Blutarmut (Anämie)
  • Nebenwirkung von Medikamenten
  • Restless-Legs-Syndrom (RLS) verursacht Kribbeln im Bein bzw. in den Beinen
  • Hyperventilationssyndrom
  • seelische Ursachen, beispielsweise bei Angst- und Panikstörungen
  • Schlaganfall (Apoplex)
  • Hirntumoren und Rückenmarkstumoren
  • neurologische Erkrankungen wie multiple Sklerose (MS) und Parkinson

Kribbeln in den Händen kann ebenfalls unterschiedliche Ursachen haben, zum Beispiel bei starken Temperaturunterschieden. Kühlen die Hände im Winter stark aus, beginnen sie zu kribbeln, wenn sie sich wieder aufwärmen. Auch neurologische Erkrankungen wie das Karpaltunnelsyndrom können bei Kribbeln in den Händen die Ursachen sein.

3. Diagnose

Langanhaltendes Kribbeln erfordert die Diagnose der Ursachen durch den Arzt. Ob hinter dem Kribbeln eine harmlose Nervenreizung oder aber eine ernste Erkrankung steckt, kann nur die ärztliche Untersuchung sagen. Man kann zunächst den Hausarzt aufsuchen, der gegebenenfalls zum Neurologen oder Orthopäden weiter überweist. Der Arzt stellt zunächst einige Fragen zu den genauen Kribbelbeschwerden, wie:

  • Wo genau kribbelt es?
  • Wann ist das Kribbeln aufgetreten?
  • Gab es ein bestimmtes Ereignis (beispielsweise eine Untersuchung oder eine Verletzung)?
  • Bestehen weitere Beschwerden (wie Brennen, Juckreiz, Fieber)?
  • Sind Vorerkrankungen bekannt (z.B. Diabetes mellitus, Bandscheibenvorfall)?
  • Werden Medikamente eingenommen?

Um die richtige Diagnose zu finden, folgen eine körperliche Untersuchung, eine Blutuntersuchung sowie eine gründliche neurologische Untersuchung, bei welcher der Arzt das Gefühlsempfinden genau testet. Mit einfachen Sensibilitätsprüfungen, zum Beispiel indem er mit einem Wattestäbchen über den betroffenen Bereich streicht, kann der Arzt bereits Missempfindungen wie Kribbeln feststellen. Je nach Befund sind weitere Untersuchungen notwendig, zum Beispiel orthopädische Untersuchungen, Röntgenaufnahmen, spezielle Blutuntersuchungen, eine Computertomographie (CT), Kernspintomographie (MRT), Elektroneurographie (ENG), Elektroenzephalographie (EEG), Liquorpunktion (Hirnwasseruntersuchung), Angiographien oder Allergietests.

4. Therapie

Oftmals verschwinden die Missempfindungen von ganz alleine – wenn nicht eine behandlungsbedürftige Erkrankung dahintersteckt. Sind falsche Lebens- und Essgewohnheiten mit Stress, Vitamin-, Eisen- oder Magnesiummangel verursacht, empfehlen sich eine ausgewogene Ernährung, Bewegung und gesündere Lebensweise. Medikamente, die Kribbeln auslösen, sollten nur in Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden.

Ein Bandscheibenvorfall sowie Nerven-Kompressions-Syndrome wie das Karpaltunnelsyndrom als Ursachen des Kribbelns erfordern unter Umständen eine Operation. Bakterielle Infektionen, die für das Kribbeln verantwortlich sind, lassen sich gegebenenfalls mit Antibiotika behandeln. Zur Behandlung des Restless-Legs-Syndroms und damit gegen das Kribbeln eignet sich eine medikamentöse Therapie unter anderem mit Dopamin-Präparaten oder Dopamin-Agonisten.

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