Von Veröffentlicht am 24.11.2016

1. Definition

Definition

Von einer laufenden Nase spricht man, wenn aus einem oder beiden Nasenlöchern Sekret austritt. Dieses bilden die Schleimhäute der Nase und der Nasennebenhöhlen, wenn sie stärker als normal durchblutet werden.

Das austretende Sekret besteht zu 97 Prozent aus Wasser. Ausserdem aus Salzen, Schleimstoffen (Muzinen) und Eiweissen (Proteinen). Der pH-Wert des Sekrets kann zwischen leicht sauer bis neutral schwanken.

Das Sekret kann wässrig, klar bis dickflüssig und gelb sein. Es kann aus einem Nasenloch oder aus beiden Nasenlöchern austreten. Häufig sind die Nasenschleimhäute gleichzeitig gerötet und angeschwollen, wodurch die Nase oft verstopft.

Wenn eine laufende Nase nicht nachlässt, ist manchmal eine genaue Diagnose durch einen Arzt notwendig. Gerade wenn andere Beschwerden wie starke Kopf- oder Ohrenschmerzen hinzukommen. Der Arzt untersucht den Patienten und besonders die Nase sehr gründlich, um die Ursache für die laufende Nase festzustellen.

Eine laufende Nase benötigt eine Therapie, die sich nach ihrer Ursache richtet. Tritt sie aufgrund eines Schnupfens auf, verschwindet sie meist nach einigen Tagen von alleine wieder. Bei anderen Erkrankungen helfen oftmals verschiedene Medikamente.

Ist die laufende Nase Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung wie zum Beispiel Polypen oder Tumoren, ist eine gezielte Therapie dieser Erkrankung erforderlich.

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2. Ursachen

In den meisten Fällen sind bei einer laufenden Nase Viren die Ursachen, die einen Schnupfen (akute Rhinitis) oder eine Erkältung auslösen. In manchen Fällen verstärkt eine gleichzeitige Infektion mit Bakterien die Virusinfektion. Eine laufende Nase kann noch weitere Ursachen haben:

  • Allergien (Allergische Rhinopathie)
  • Nasenpolypen
  • Nasennebenhöhlen-Entzündung
  • Inhalation von reizenden Stoffen (z.B. Staub oder Chemikalien)
  • gestörte Funktion der Blutgefässnerven (hyperreaktive Rhinopathie)
  • Cluster-Kopfschmerzen
  • Tumoren der Nase oder Nasennebenhöhlen

Mit zunehmendem Alter erweitern sich die Blutgefässe in der Nase, was ebenfalls zu einem Anschwellen der Nasenschleimhäute und einer laufenden Nase führen kann. Ausserdem kann die Nase bei kurzfristig starker Durchblutung laufen, beispielsweise bei scharfem Essen oder extremer Kälte.

Ein Sonderfall für eine laufende Nase sind Ursachen wie Verletzungen der Schädelbasis, bei denen Hirnwasser (Liquor) aus der Nase austreten kann.

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3. Diagnose

Wenn eine laufende Nase nicht nachlässt, ist manchmal eine genaue Diagnose durch einen Arzt notwendig – gerade wenn weitere Beschwerden wie starke Kopf- oder Ohrenschmerzen hinzukommen. Der Arzt stellt zunächst einige Fragen:

  • Leben Tiere in der Umgebung des Betroffene?
  • Tritt die laufende Nase nur in bestimmten Monaten (saisonal) auf?
  • Ist der Betroffene beruflich Staub oder Chemikalien ausgesetzt?
  • Sind mehrere Personen im Umfeld erkrankt?
  • Gibt es weitere Beschwerden?

Diese und andere Fragen können dem Arzt erste Hinweise geben, welche Ursache die laufende Nase hat und eine Diagnose stellen.

Danach folgt eine Untersuchung der Nase und der benachbarten Organe. Der Arzt kontrolliert, ob gleichzeitig eine Bindehautentzündung des Auges (Konjunktivitis) vorhanden ist. Er untersucht die Nase und Nasenschleimhaut mithilfe einer Nasenspiegelung (Rhinoskopie) auf Schädigungen oder andere Auffälligkeiten wie zum Beispiel Polypen. Besteht der Verdacht auf eine zusätzliche bakterielle Erkrankung (Superinfektion), nimmt der Arzt einen Abstrich der Nasenschleimhaut, um den Erreger festzustellen. Vermutet der Arzt eine Allergie, führt er in der Regel einen Allergietest durch.

Je nach vermuteter Ursache können weitere Untersuchungen notwendig sein wie beispielweise eine Röntgenuntersuchung der Nase und ihrer Nebenhöhlen, eine Blutuntersuchung oder eine Riechprüfung (Olfaktometrie). Um einen Austritt von Hirnflüssigkeit auszuschliessen, wird das Sekret auf enthaltenen Zucker getestet.

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4. Therapie

Eine laufende Nase benötigt eine Therapie, die sich nach ihrer Ursache richtet. Tritt sie aufgrund eines Schnupfens auf, verschwindet sie meist nach einigen Tagen von alleine wieder. Unterstützend kann das Inhalieren bei Dampfbädern mit Kamille, ätherischen Ölen oder Mineralsalzen helfen. Nasensprays bewirken, dass die Nasenschleimhaut abschwillt. Spülungen mit Salzlösungen lindern ebenfalls die Beschwerden, indem sie die Nasenschleimhaut anfeuchten. Wenn gleichzeitig zu einer Virusinfektion eine bakterielle Superinfektion vorliegt, wird der Arzt eine Antibiotika-Therapie verordnen.

Bei einem allergischen Schnupfen helfen meist sogenannte Degranulationshemmer (z.B. Cromoglicinsäure). Die Schleimlösung bei einer Nasennebenhöhlenentzündung verbessern beispielsweise Acetylcystein und Ambroxol. Pflanzliche Wirkstoffe, welche eine laufende Nase lindern können, sind Myrtol, Anis- oder Eukalyptusöl.

Ist die laufende Nase Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung wie zum Beispiel Polypen oder Tumoren, ist eine gezielte Therapie dieser Erkrankung erforderlich.

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