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Lymphknotenschwellung

(Geschwollene Lymphknoten)
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1. Definition

Definition

Fast jeder Mensch hat schon einmal geschwollene Lymphknoten am eigenen Körper ertastet – zum Beispiel am Hals oder in der Leiste. Meist führen harmlose Infekte zu einer Lymphknotenschwellung. Aber auch schwerere Erkrankungen können sich durch geschwollene Lymphknoten bemerkbar machen.

Lymphknoten sind die Filterstationen für die Lymphflüssigkeit («Gewebswasser»). Das Lymphsystem durchzieht, ähnlich wie die Blutgefässe, den Körper und dient der Abwehr von Krankheitserregern; es ist somit Teil des Immunsystems. Die Lymphzellen (Lymphozyten) gehören zu den weissen Blutkörperchen.

Überall im Körper befinden sich Lymphknoten: am Hals, in der Leiste, in der Achsel und in den inneren Organen. Lymphknoten sind dabei immer ähnlich aufgebaut, können aber unterschiedlich gross sein.

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Ein Querschnitt durch einen menschlichen Lymphknoten. (Bild: Thinkstock Kollektion)

Geschwollene Lymphknoten können bei vielen verschiedenen Erkrankungen wie Infektionen, Entzündungen sowie gut- und bösartigen Tumoren vorkommen.

Dabei gilt: Je nach Ursache können die geschwollenen Lymphknoten in einem ganz bestimmten Verteilungsmuster auftreten: Manchmal ist eine Lymphknotenschwellung auf eine bestimmte Körperregion begrenzt, Ärzte nennen dies auch lokalisierte Lymphknotenschwellung. Oft liegt dann eine Infektion oder Entzündung in diesem Bereich vor. Typisches Beispiel: geschwollene Lymphknoten am Hals infolge einer Erkältung. Ein anderes Beispiel für eine lokale Lymphknotenentzündung sind geschwollene Lymphknoten in der Leiste bei Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhoe (Tripper) oder einer Infektion mit Chlamydien.

In manchen Fällen finden sich geschwollene Lymphknoten am gesamten Körper des Betroffenen. Mediziner sprechen dann von einer systemischen oder generalisierten Lymphknotenschwellung. Sie kann zum Beispiel bei bestimmten Virusinfektionen wie Röteln oder der sogenannten Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) vorkommen. Auch bei durch Bakterien verursachten Infektionskrankheiten kann es zu einer systemischen Lymphknotenschwellung kommen.

Neben den infektiösen Ursachen führen auch manche Krebserkrankungen wie Leukämie (Blutkrebs) oder Lymphdrüsenkrebs eine Rolle zu geschwollenen Lymphknoten am ganzen Körper.

2. Ursachen

Bei einer Lymphknotenschwellung sind die Ursachen meistens harmlos. Häufig liegen den vergrösserten Lymphknoten bakterielle oder virale Infektionen zugrunde, wie eine Erkältung. Aber auch gutartige und bösartige Neubildungen können geschwollene Lymphnoten hervorrufen.

Geschwollene Lymphknoten können zudem folgende Ursachen haben:

  • allgemeine Infektionen und Entzündungen (wie Erkältung, Mandelentzündung)
  • spezielle bakterielle Infektionen (wie Syphilis, Tuberkulose, Gonorrhoe, Salmonellose)
  • Virusinfektionen (wie Zytomegalie, Mononukleose, Röteln, Masern, HIV-Infektion, Herpes genitalis)
  • Infektionen durch andere Erreger (wie Toxoplasmose, Malaria, Leishmaniose)
  • rheumatische Erkrankungen (wie rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes)
  • gutartige Lymphknotenvergrösserung (wie Sarkoidose)
  • bösartige Lymphome (wie Morbus Hodgkin, Non-Hodgkin-Lymphome, manche Leukämien)

3. Diagnose

Wenn Sie geschwollene Lymphknoten bei sich feststellen und Sie verunsichert sind, was der Auslöser ist, kann ein Arzt Ihnen weiterhelfen. Er versucht, eine Diagnose zu stellen. Wenn klar ist, was zu der Lymphknotenschwellung geführt hat, kann er bei Bedarf eine geeignete Therapie verordnen. Oftmals gehen Lymphknotenschwellungen von alleine zurück, sobald der Körper den Infekt erfolgreich zurückgedrängt hat.

Liegen geschwollene Lymphknoten vor, helfen folgende Schritte, um die Ursache weiter einzugrenzen: Der Arzt prüft den allgemeinen Gesundheitszustand des Betroffenen und fragt ihn nach seiner Krankenvorgeschichte (Anamnese) und möglichen Begleitbeschwerden.


Weitere Fragen könnten sein:

  • Liegt eine Infektion, etwa eine Erkältung oder eine Mandelentzündung, vor?
  • Ist einer oder sind mehrere Lymphknoten geschwollen?
  • Wo befindet sich die Schwellung?
  • Wann haben Sie die Schwellung erstmals bemerkt?
  • Bestehen Vorerkrankungen?
  • Nehmen Sie Medikamente ein?
  • Waren Sie kürzlich auf einer Fernreise?
  • Haben Sie Gewicht verloren?

Der Arzt schaut sich den oder die vergrösserten Lymphknoten genau an und tastet sie ab. Dabei beurteilt er auch die Konsistenz der Knoten. Zudem prüft er, ob sich die geschwollenen Lymphknoten verschieben lassen und ob der Betroffene über Schmerzen klagt, wenn man mit dem Finger auf den Knoten drückt.

Anschliessend prüft der Arzt, ob weitere Lymphknoten am Körper geschwollen sind. In manchen Fällen misst der Arzt die Körpertemperatur des Betroffenen. Es hängt davon ab, welche Ursache der Arzt für die geschwollenen Lymphknoten vermutet, welche weiteren Untersuchungen nötig sein können.


Dazu zählen unter anderem:

  • Abtasten der Milz – sie kann bei manchen Erkrankungen vergrössert sein, etwa beim Pfeifferschen Drüsenfieber
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Bluttests (wie grosses Blutbild, Bluteiweisse, immunologische Tests)
  • Biopsie (Gewebeprobenentnahme aus dem Lymphknoten)
  • Röntgenuntersuchungen
  • Computer- und Kernspintomographie

4. Therapie

Geschwollene Lymphknoten erfordern keine spezielle Therapie, wenn die Ursache eine harmlose Erkältung ist. Die Lymphknoten schwellen nach Abklingen der Infektion von selbst wieder ab. Verursachen jedoch schwere Erkrankungen geschwollene Lymphknoten, ist die Therapie der Grunderkrankung sehr wichtig. Bei bakteriellen Infektionen sind gegebenenfalls Antibiotika notwendig.

Infekte durch Viren wie das Pfeiffersche Drüsenfieber (Mononukleose) und Masern werden in der Regel nur symptomatisch behandelt. Für einige Viruskrankheiten stehen sogenannte Virostatika zur Verfügung, etwa Aciclovir bei Genitalherpes.

Lymphome, wie der Morbus Hodgkin oder Non-Hodgkin-Lymphome, bedürfen einer speziellen Tumorbehandlung mit Chemotherapie und Bestrahlung.