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Lymphknotenschwellung

(Geschwollene Lymphknoten)
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Veröffentlicht am 21.10.2020

1. Definition von Lymphknotenschwellung

Meist führen harmlose Infekte zu einer Lymphknotenschwellung. Aber auch schwerere Erkrankungen können sich durch geschwollene Lymphknoten bemerkbar machen.

Lymphknoten sind die Filterstationen für die Lymphflüssigkeit. Das Lymphsystem durchzieht, ähnlich wie die Blutgefässe, den Körper und dient der Abwehr von Krankheitserregern; es ist somit Teil des Immunsystems.

Überall im Körper, wo Lymphbahnen aufeinandertreffen, befinden sich Lymphknoten: am Hals, in der Leiste, in der Achsel und in den inneren Organen. Lymphknoten sind dabei immer ähnlich aufgebaut, können aber unterschiedlich gross sein.

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Geschwollene Lymphknoten können bei vielen verschiedenen Erkrankungen wie Infektionen, Entzündungen sowie gut- und bösartigen Tumoren vorkommen.

Dabei gilt: Je nach Ursache können die geschwollenen Lymphknoten in einem ganz bestimmten Verteilungsmuster auftreten: Manchmal ist eine Lymphknotenschwellung auf eine bestimmte Körperregion begrenzt, Ärzte nennen dies auch lokalisierte Lymphknotenschwellung. Oft liegt dann eine Infektion oder Entzündung in diesem Bereich vor. Typisches Beispiel: geschwollene Lymphknoten am Hals infolge einer Erkältung. Ein anderes Beispiel für eine lokale Lymphknotenentzündung sind geschwollene Lymphknoten in der Leiste bei Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien.

In manchen Fällen finden sich geschwollene Lymphknoten am gesamten Körper des Betroffenen. Mediziner sprechen dann von einer systemischen oder generalisierten Lymphknotenschwellung. Sie kann zum Beispiel bei bestimmten Virusinfektionen wie Masern oder der sogenannten Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) vorkommen. Auch bei durch Bakterien verursachten Infektionskrankheiten kann es zu einer systemischen Lymphknotenschwellung kommen.

Neben den infektiösen Ursachen führen auch manche Krebserkrankungen wie Leukämie (Blutkrebs) zu geschwollenen Lymphknoten am ganzen Körper.

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2. Ursachen von Lymphknotenschwellung

Häufig liegen den vergrösserten Lymphknoten bakterielle oder virale Infektionen zugrunde, wie eine Erkältung. Aber auch Krebserkrankungen können geschwollene Lymphnoten hervorrufen.

Mögliche Ursachen einer Lymphknotenschwellung sind:

  • Infektionen mit Viren, darunter viele Kinderkrankheiten
  • Infektionen mit Bakterien
  • Infektionen mit anderen Krankheitserregern wie Pilzen oder Parasiten
  • Erkrankungen/Fehlregulationen des Immunsystems
  • Seltener: Krebserkrankungen

Daneben gibt es zahlreiche weitere Ursachen für geschwollene Lymphknoten. Manche vernarben im Rahmen einer Entzündung und bleiben dann vergrößert tastbar, wenn die Entzündung längst abgeklungen ist.

 



Geschwollene Lymphknoten können zudem folgende Ursachen haben:

  • allgemeine Infektionen und Entzündungen (wie Erkältung, Mandelentzündung)
  • spezielle bakterielle Infektionen (wie Syphilis, Tuberkulose, Gonorrhoe, Salmonellose)
  • Virusinfektionen (wie Zytomegalie, Mononukleose, Röteln, Masern, HIV-Infektion, Herpes genitalis)
  • Infektionen durch andere Erreger (wie Toxoplasmose, Malaria, Leishmaniose)
  • rheumatische Erkrankungen (wie rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes)
  • gutartige Lymphknotenvergrösserung (wie Sarkoidose)
  • bösartige Lymphome (wie Morbus Hodgkin, Non-Hodgkin-Lymphome, manche Leukämien)

Geschwollene Lymphknoten durch Virusinfektionen

Eine Lymphknotenschwellung entsteht häufig durch Infektionen mit Viren. Einige Beispiele:

  • pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose): Typische Symptome der durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) ausgelösten Erkrankung sind Fieber, geschwollene Lymphknoten und Mandeln sowie eine vergrößerte Milz. Meist bemerkt der Patient zunächst Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Im weiteren Verlauf treten weitere Beschwerden hinzu, die meist den Halsbereich betreffen.
  • Zytomegalie: Das Zytomegalie-Virus kann für Neugeborene und Immungeschwächte gefährlich sein. Ansonsten gesunde Personen bemerken dagegen höchstens leichte Symptome wie eine Lymphknotenschwellung oder länger anhaltende Müdigkeit.
  • Masern: Im akuten Stadium, in dem der typische Hautausschlag sichtbar wird, kommt es gelegentlich zu leichten Lymphknotenschwellungen.
  • Röteln: Mögliche erste Anzeichen der Kinderkrankheit sind vergrößerte schmerzlose Lymphknoten, die vor allem im Nacken und hinter den Ohren auftreten, Fieber und entzündete Schleimhäute der oberen Atemwege. Kurze Zeit später entwickelt sich am Körper ein kleinfleckiger Ausschlag.
  • Mumps: Klassische Symptome sind Fieber und die (oft einseitig) geschwollenen Ohrspeicheldrüsen, die zu den typischen "Hamsterbacken" führen. Die Lymphknoten in der Nähe der Ohrspeicheldrüsen können angeschwollen sein.
  • HIV-Infektion: Einige Wochen nach der Ansteckung mit HI-Virus leiden viele Betroffene unter Symptomen, die einer Erkältung ähneln – darunter meist Fieber, geschwollene Lymphknoten oder eine Halsentzündung.

Geschwollene Lymphknoten durch Bakterien

Zu möglichen bakteriellen Ursachen geschwollener Lymphknoten zählen:

  • bakterielle Mandelentzündung: Oft entsteht sie durch Streptokokken. Halsschmerzen, geschwollene, eitrige Mandeln und Fieber sind klassische Symptome. Häufig sind auch die Lymphknoten im Bereich des Halses geschwollen und schmerzen beim Abtasten.
  • Syphilis: Bleibt die Geschlechtskrankheit unbehandelt, breiten sich die Bakterien über die Lymphbahnen und das Blut im ganzen Körper aus. Typisch sind dann geschwollene Lymphknoten und grippeähnliche Beschwerden.
  • Chlamydien-Infektion: Chlamydien können unterschiedliche Symptome hervorrufen. Bei der durch die Bakterienart Chlamydia trachomatis hervorgerufenen Erkrankung Lymphogranuloma venereum schwellen z.B. die Lymphknoten im Leistenbereich schmerzhaft an.
  • Ulcus molle (weicher Schanker): Bei dieser Geschlechtskrankheit entstehen am Penis bzw. am Scheideneingang Geschwüre. Breiten sich die Erreger aus, können sich die Lymphknoten entzünden und anschwellen.
  • Tuberkulose: Die chronisch verlaufende Bakterieninfektion kann viele unterschiedliche Symptome hervorrufen. Die Bakterien befallen meist die Lunge, sie können sich aber auch in anderen Körperbereichen ausbreiten, z.B. in den Lymphknoten, den Harnwegen oder den Knochen.
  • Katzenkratzkrankheit: Diese Erkrankung wird meist durch Kratzverletzungen von Katzen übertragen. Nach der Infektion schwellen die Lymphknoten in der Nähe der Eintrittstelle an. Auch können die Lymphknoten am Hals oder unter den Achseln vergrößert sein.
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Ein Arzt tastet den Hals einer Patientin nach geschwollenen Lymphknoten ab.

Lymphknoten im Halsbereich schwellen oft durch eine Erkältung an.

Quelle: Getty Images

Geschwollene Lymphknoten durch andere Erreger

Nicht nur Erkrankungen durch Bakterien und Viren, auch Erkrankungen andere Erreger wie Parasiten können geschwollene Lymphknoten hervorrufen.

Ein Beispiel ist die Toxoplasmose, eine durch Parasiten übertragene Infektionskrankheit. Meist bemerken die Betroffenen keine Symptome. Selten kommt es Beschwerden, die an einen grippalen Infekt erinnern. Dazu zählen neben geschwollenen Lymphknoten leichtes Fieber oder Erschöpfung.

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Geschwollene Lymphknoten durch Immunreaktionen

Wenn das Immunsystem fehlerhaft oder unangemessen stark reagiert, kann dies ebenfalls zu geschwollenen Lymphknoten führen, z.B. bei

  • Sarkoidose (Morbus Boeck), einer Erkrankung, bei der sich durch einen Fehler des Immunsystems knötchenartige Neubildungen entwickeln; sind die Lymphknoten befallen, schwellen sie an
  • Systemischem Lupus erythematodes, einer seltenen Autoimmunerkrankung, bei der überall im Körper Entzündungen entstehen können
  • Rheumatoider Arthritis, einer chronisch-entzündlichen Erkrankung, die vor allem die Gelenke betrifft
  • vorübergehenden Reaktionen auf Impfungen
  • Allergien, z.B. gegen Medikamente wie Antibiotika

Geschwollene Lymphknoten bei Krebs

Viele Menschen haben bei geschwollenen Lymphknoten Angst, es könne sich um Krebs handeln. Geschwollene Lymphknoten haben jedoch meist harmlose Ursachen.

Eher selten steckt eine Krebserkrankung dahinter, zum Beispiel sogenannte maligne Lymphome. Darunter versteht man bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems wie

Auch Tochtergeschwulste (Metastasen) können zu Lymphknotenschwellungen führen, wenn sie in die Lymphknoten gestreut haben. Dies kann unter anderem bei Lungenkrebs oder Karzinomen im Magen-Darm-Trakt der Fall sein.

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3. Diagnose von Lymphknotenschwellung

 

Oft ist eine Lymphknotenschwellung harmlos und geht von alleine zurück. Manchmal steckt aber auch eine behandlungsbedürftige Erkrankung dahinter.

Suchen Sie in jedem Fall einen Arzt auf, wenn

  • Sie einen Lymphknoten bemerken, der größer als 1 bis 2 cm ist,
  • ein Lymphknoten sehr plötzlich und sehr stark anschwillt,
  • die Schwellung dauerhaft bestehen bleibt (länger als 4 Wochen),
  • ein deutlich vergrößerter Lymphknoten nicht druckschmerzhaft ist und/oder
  • Sie weitere Beschwerden haben, z.B. FieberNachtschweiss oder Gewichtsverlust.

Erster Ansprechpartner ist in der Regel der Hausarzt. Er wird sich unter anderem nach weiteren Symptomen erkundigen und fragen, seit wann die Schwellung besteht und ob einer oder mehrere Lymphknoten betroffen sind.

 

Die Ärztin schaut sich den oder die vergrösserten Lymphknoten genau an und tastet sie ab. Dabei beurteilt sie auch die Konsistenz der Knoten. Zudem prüft sie, ob sich die geschwollenen Lymphknoten verschieben lassen und ob der Betroffene über Schmerzen klagt, wenn man mit dem Finger auf den Knoten drückt. Anschliessend prüft der Arzt, ob weitere Lymphknoten am Körper geschwollen sind.

Welche weiteren Untersuchungen nötig sein können, hängt davon ab, welche Ursache der Arzt für die geschwollenen Lymphknoten vermutet. Dazu zählen unter anderem:

  • Abtasten der Milz – sie kann bei manchen Erkrankungen vergrössert sein, etwa beim Pfeifferschen Drüsenfieber
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Bluttests (wie grosses Blutbild, Bluteiweisse, immunologische Tests)
  • Biopsie (Gewebeprobenentnahme aus dem Lymphknoten)
  • Röntgenuntersuchungen
  • Computer- und Kernspintomographie (MRT)
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4. Therapie von Lymphknotenschwellung

Geschwollene Lymphknoten erfordern oft keine spezielle Therapie, zum Beispiel wenn die Ursache eine harmlose Erkältung ist. Die Lymphknoten schwellen nach Abklingen der Infektion von selbst wieder ab. Verursachen jedoch schwere Erkrankungen geschwollene Lymphknoten, ist die Therapie der Grunderkrankung sehr wichtig. Bei bakteriellen Infektionen sind gegebenenfalls Antibiotika notwendig.

Infekte durch Viren wie das Pfeiffersche Drüsenfieber (Mononukleose) und Masern werden in der Regel nur symptomatisch behandelt. Für einige Viruskrankheiten stehen sogenannte Virostatika zur Verfügung, welche die Viren gezielt bekämpfen.

Krebserkrankungen wie Morbus Hodgkin oder Non-Hodgkin-Lymphome bedürfen einer speziellen Tumorbehandlung mit Chemotherapie und/oder Bestrahlung.

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