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Magenschmerzen

(Gastralgie)
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Veröffentlicht am 14.10.2020

1. Definition von Magenschmerzen

Magenschmerzen kennen viele aus eigener Erfahrung. Meist treten die Beschwerden nur kurzfristig auf. Manchmal können sie aber über längere Zeit bestehen.

Unter Magenschmerzen versteht man Schmerzen, die vom Magen ausgehen und im Oberbauch links bis mittig auftreten. Mediziner sprechen hier auch von einer Gastralgie.

Magenschmerzen können in unterschiedlicher Weise auftreten: Sie können sich scharf, brennend oder dumpf anfühlen oder auch krampfartig verlaufen. Magenkrämpfe sind im Grunde nichts weiter als Magenschmerzen, die plötzlich und meist auch in kurzen Abständen hintereinander auftreten. Magenschmerzen können kurzfristig Beschwerden verursachen oder über einen längeren Zeitraum andauern. Manchmal gehen Magenschmerzen auch mit anderen Beschwerden wie Aufstossen, Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen einher.

Die meisten Menschen ordnen einen Schmerz, der im Oberbauch links bis mittig auftritt, dem Magen zu. Doch nicht immer entstehen diese als Magenschmerzen empfundenen Beschwerden tatsächlich im Magen. Stattdessen können sie auch von anderen Organen, wie dem Darm, der Gallenblase, der Bauchspeicheldrüse oder dem Herzen herrühren.

Je nach Ursache können bereits einfache Massnahmen Magenschmerzen lindern. Häufig hilft zum Beispiel schon ein wenig Wärme oder ein Kräutertee gegen die Gastralgie. Vor allem Pfefferminz-, Melissen- oder Kamillentee sind hier zu empfehlen. Aber auch Mischungen mit Fenchel, Anis und Kümmel können helfen, weil sie krampflösend wirken.

Ist zu viel Magensäure die Ursache der Magenschmerzen, können säurebindende Medikamente (Antazida) sinnvoll sein – oder auch eine Änderung der Essgewohnheiten. Zu fettes oder scharfes Essen etwa fördert die Magensäureproduktion. An zu viel Magensäure können jedoch auch Alkohol und Zigaretten schuld sein.

Treten die Magenschmerzen über einen längeren Zeitraum auf oder auch mehrmals in der Woche, ist es ratsam, die Beschwerden ärztlich abklären zu lassen. Ebenso, wenn weitere Symptome hinzukommen sollten, wie zum Beispiel Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Hängen die Magenschmerzen mit zu viel Stress zusammen, ist es auf lange Sicht sinnvoll, regelmässig Entspannungsübungen zu praktizieren. Entspannungsmethoden wie das autogene Training oder die progressive Muskelentspannung sind bei Gastralgie empfehlenswert.

Eine Frau hält eine Wärmeflasche auf ihren Bauch.

Magenschmerzen lassen sich meist einfach behandeln – zum Beispiel mit einer Wärmeflasche.

Quelle: Getty Images

2. Ursachen von Magenschmerzen

Ähnlich wie bei Bauchschmerzen gibt es für das Symptom Magenschmerzen (Gastralgie) viele Ursachen, die infrage kommen. Oft sind Magenschmerzen nur das Ergebnis einer harmlosen Magenverstimmung. Eine Gastralgie kann aber auch Symptom einer ernsthafteren Erkrankung sein. Manchmal gehen die vermeintlichen Magenschmerzen gar nicht vom Magen aus, sondern von anderen Organen (z.B. Darm oder Herz).

Mögliche Ursachen für Magenschmerzen sind unter anderem:

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3. Diagnose von Magenschmerzen

Magenschmerzen (Gastralgie) können viele Ursachen haben. Die richtige Diagnose ergibt sich oft aus der Krankengeschichte des Betroffenen. Fragen, die der Arzt in diesem Zusammenhang stellen könnte, sind:

  • Seit wann bestehen die Magenschmerzen?
  • Traten die Schmerzen das erste Mal auf oder haben Sie häufiger Magenschmerzen?
  • Wo genau tut es weh?
  • Strahlen die Schmerzen aus?
  • Haben Sie die ganze Zeit Magenschmerzen oder kommen und gehen sie?
  • Sind die Beschwerden bewegungsabhängig?
  • Haben Sie Appetit?
  • Werden die Magenschmerzen nach dem Essen stärker?
  • Tritt die Gastralgie nach bestimmten Speisen auf oder wird sie durch sie stärker?
  • Treten neben den Magenschmerzen andere Beschwerden auf (z.B. Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Völlegefühl, Schluckbeschwerden)?
  • Fühlen Sie sich erschöpft?
  • Haben Sie Gewicht verloren?
  • Rauchen Sie?
  • Trinken Sie Alkohol?
  • Nehmen Sie zurzeit Medikamente ein?
  • Sind bei Ihnen Vorerkrankungen bekannt (z.B. Magengeschwür)?

Für die Diagnose wird der Arzt den Patienten ausserdem körperlich untersuchen, indem er ihn zum Beispiel mit dem Stethoskop abhört und den Bauch abtastet. Häufig sind zur Stellung der Diagnose weitere Untersuchungen notwendig, wie etwa eine Ultraschalluntersuchung, eine Magenspiegelung oder eine Blutuntersuchung.

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4. Therapie von Magenschmerzen

Magenschmerzen (Gastralgie) sind kein eindeutiges Symptom, weshalb als Ursache einige Erkrankungen infrage kommen. Je nach Ursache für die Magenschmerzen sind zum Beispiel folgende Therapie-Massnahmen möglich:

  • Medikamente, u.a.
    • krampflösende Mittel (Spasmolytika)
    • Schmerzmittel (Analgetika)
    • Mittel, um den Säuregehalt des Magens zu vermindern, z.B. säurebindende Mittel (Antazida)
  • Änderung der Ernährungsgewohnheiten
  • Verzicht auf Alkohol und Zigaretten
  • psychotherapeutische Unterstützung

Schmerzlindernd bei Gastralgie wirken oft auch:

  • Wärme
  • Kräutertees (z.B. Pfefferminze, Melisse, Kamille)
  • Entspannungsübungen (z.B. autogenes Training, progressive Muskelentspannung)
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