1. Home
  2. Gesundheit
  3. Symptom
  4. Müdigkeit (Schläfrigkeit)

Müdigkeit

(Schläfrigkeit)
Von
Veröffentlicht am 13.03.2020

1. Definition von Müdigkeit

Müdigkeit ist ganz normal. Wenn man aber oft müde ist, ohne dass dies an Anstrengung oder Schlafmangel liegt, ist häufig eine Erkrankung die Ursache.

Hinter Müdigkeit können körperliche oder seelische Anstrengungen stecken – und natürlich zu wenig Schlaf. Wenn Sie sich allerdings müde fühlen, ohne dass dies durch Anstrengung oder Schlafmangel zu erklären ist, kann die Müdigkeit ihre Ursachen in einer Erkrankung, Umweltgiften oder bestimmten Medikamenten haben.

Nur sehr wenige Menschen suchen wegen Müdigkeit und Abgeschlagenheit einen Arzt auf. Oft geschieht dies erst, wenn eine scheinbar grundlose Müdigkeit den Alltag beeinträchtigt. Dabei kann die Abgeschlagenheit dadurch entstehen, dass man sich entweder dauernd müde fühlt (sog. Dauermüdigkeit) oder zu schnell ermüdet.

Das Gefühl der Erschöpfung, das sich bei Müdigkeit breitmacht, äussert sich zum einen durch körperliche Schlappheit und eine Neigung einzuschlafen. Zum anderen wirkt sich Müdigkeit auch auf nicht-körperliche Bereiche aus – wer müde und schlapp ist, …

  • … fühlt sich lust- und antriebslos (= emotionale Aspekte),
  • … ist in seiner geistigen Leistungsfähigkeit eingeschränkt (= kognitiver Aspekt) und
  • … zeigt einen «Leistungsknick» (= Verhaltensaspekt).

Die möglichen Gründe für Müdigkeit sind vielfältig. Dass chronische (d.h. andauernde) Müdigkeit und die damit verbundenen Einschränkungen durch Schlafstörungen bedingt sein können, ist einleuchtend: Der Schlaf dient der Erholung und ist wichtig dafür, dass das Immunsystem funktioniert. Darüber hinaus kann der Mensch im Schlaf sein Gedächtnis und Erlerntes festigen.

Leide ich unter Schlafstörungen?

Handelt es sich bei Ihren Beschwerden möglicherweise um eine Schlafstörung? Unser Test hilft Ihnen bei einer Einschätzung.

Neben einem gestörten Schlaf kann eine extreme Müdigkeit aber viele weitere Ursachen haben. Dazu gehören vor allem Virusinfektionen der Atemwege. Doch auch andere Erkrankungen, seelische Störungen oder verschiedene Medikamente können dafür verantwortlich sein, dass man sich schnell oder ständig müde fühlt. Nicht zuletzt können die eigene Lebensweise (z.B. Alkoholkonsum) oder Umwelteinflüsse zu Müdigkeit führen.

Dabei ist Müdigkeit nicht gleich Müdigkeit: Die Ausprägung kann von leichten Müdigkeitsbeschwerden bis zum chronischen Müdigkeitssyndrom reichen, bei dem eine bleierne Müdigkeit die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität stark mindert.Frauen empfinden häufiger eine so starke Müdigkeit als Männer. Angehörige höherer sozialer Schichten und Menschen in Partnerschaften sind seltener betroffen.

Eine Frau ist vor dem Laptop eingeschlafen.

Chronische Müdigkeit kann schnell auch im Alltag und bei der Arbeit zur Belastung werden.

Quelle: Getty Images

2. Ursachen von Müdigkeit

Müdigkeit kann verschiedene Ursachen haben: So kann eine körperliche oder seelische Anstrengung den Körper müde machen, aber auch ein unbefriedigtes Schlafbedürfnis. Neben diesen einfachen, nicht krankhaften Gründen kann häufige bis ständige (chronische) Müdigkeit allerdings auch ein Symptom für eine Störung oder Erkrankung sein:

Oft stecken eine Virusinfektion der Atemwege oder Schlafstörungen (z.B. Schlafapnoe) hinter einer Müdigkeit. Weitere mögliche organische Ursachen sind:

In seltenen Fällen hat Müdigkeit ihre Ursachen in einer Krebserkrankung. Ausserdem können Eisenmangel, seelische Störungen und psychosoziale Belastungen (wie Depressionen und Angststörungen) dazu führen, dass man sich schnell oder dauernd schlapp und müde fühlt.

Des Weiteren können viele Medikamente einer Müdigkeit als Ursachen zugrunde liegen. So kann zum Beispiel eine Behandlung mit folgenden Mitteln als Nebenwirkung dazu führen, dass Sie sich müde fühlen:

  • Antidepressiva
  • Neuroleptika
  • Antihistaminika
  • Parkinsonmittel

Ebenso können alle suchterzeugenden Substanzen müde machen – dies gilt vor allem für Alkohol. Ausserdem kommen für eine krankhaft häufige oder ständige Müdigkeit als Ursachen verschiedene Umwelteinflüsse infrage – wie:

  • Blei
  • Amalgam
  • Kohlenmonoxid
  • Kohlenwasserstoffe
Anzeige

3. Diagnose von Müdigkeit

Sucht jemand wegen Müdigkeit einen Arzt auf, besteht der erste Schritt zur Diagnose in einer ausführlichen Befragung – um beispielsweise Folgendes zu klären:

  • Ausmass der Müdigkeit
    Verspüren Sie eher einen Energiemangel oder Schläfrigkeit oder sind Sie oft so müde, dass Sie einnicken?
  • Dauer der Müdigkeit
    Seit wann fühlen Sie sich dauernd müde und schlapp?
  • Tageszeitlicher Verlauf
    Sind Sie schon morgens immer müde oder setzt die Müdigkeit später ein? Sind Sie dann gleichbleibend müde oder nimmt die Müdigkeit und Abgeschlagenheit im Lauf des Tages zu / ab?

Um die Ursache einer Müdigkeit abzuklären, sind auch Informationen zur beruflichen, familiären und sonstigen sozialen Situation wichtig. Darüber hinaus können für die Diagnose weiterführende Angaben hilfreich sein. So wird der Arzt beispielsweise wissen wollen, …

  • … wie lange Sie schlafen und wie Ihre Schlafqualität ist,
  • … ob Sie auffällig zu- oder abgenommen haben,
  • … ob Sie schnarchen,
  • … welche Medikamente Sie einnehmen,
  • … ob bestimmte Umwelteinflüsse eine Rolle spielen könnten.

Um nach organischen Ursachen der Müdigkeit zu suchen, ist eine körperliche Untersuchung nötig: Hierbei tastet der Arzt vor allem die Leber, Milz und Lymphknoten ab, hört das Herz und die Lunge ab und kontrolliert die oberen Atemwege und Schleimhäute. Ausserdem ist es bei Müdigkeit ratsam, Muskelkraft und -reflexe zu kontrollieren.

Je nachdem, welche Gründe der Arzt hinter der Müdigkeit vermutet, können zur Diagnose weitere Untersuchungen folgen, zum Beispiel:

  • Blutuntersuchung
  • Blutzuckertest
  • Untersuchung in einem Schlaflabor
  • Elektrokardiogramm (EKG)
Anzeige

4. Therapie von Müdigkeit

Ihre Müdigkeit hat keine organische Ursache? Zur Therapie reicht dann in der Regel völlig aus, was Sie selbst tun können, um gegen Ihre Müdigkeit anzugehen.

Tipps gegen Müdigkeit

  • Versuchen Sie, ausreichend zu schlafen.
  • Halten Sie nach Möglichkeit einen gleichbleibenden Tagesrhythmus ein.
  • Regen Sie Ihren Kreislauf nach dem Aufstehen durch Wechselduschen an.
  • Machen Sie regelmässig Spaziergänge an der frischen Luft.
  • Verzichten Sie auf Beruhigungsmittel und Alkohol.
  • Schränken Sie den Konsum von Kaffee, Tee und Schokolade ein.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Sind Sie müde, weil Sie nicht ein- oder durchschlafen können, können Sie – aber in Absprache mit einem Arzt und wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind – vorübergehend Schlafmittel (z.B. Doxylamin, Flurazepam) einnehmen, um die Schlafstörungen zu lindern und so die Müdigkeit zu bekämpfen. Zur Therapie leichter Schlafstörungen können Sie auch auf pflanzliche Mittel zurückgreifen. Oft sind zum Beispiel schon folgende Mittel ausreichend, um gegen Müdigkeit vorzugehen:

  • Baldrian
  • Hopfen
  • Melisse

Ist eine andere Grunderkrankung (z.B. Atemwegsinfektion durch Viren, Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes mellitus) für Ihre Müdigkeit verantwortlich, steht die Therapie dieser Erkrankung im Vordergrund.

Anzeige