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Nachtschweiss

(Nächtliches Schwitzen)
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1. Definition

Definition

Von Nachtschweiss reden Mediziner, wenn eine Person nachts übermässig schwitzt. Die Betroffenen wachen oft schweissgebadet auf – und müssen manchmal den durchnässten Schlafanzug und das Bettlaken wechseln. Ob zu warme Kleidung, Medikamente oder eine Erkrankung: Die Ursachen von Nachtschweiss sind vielfältig.

Nächtliches Schwitzen – auch Nachtschweiss genannt – ist unangenehm und kann den Schlaf stören. Nicht immer ist es leicht, herauszufinden, was dahintersteckt.

Übermässiges Schwitzen nennen Ärzte generell auch Hyperhidrosis – dieser Begriff sagt aber noch nichts darüber aus, ob das starke Schwitzen in der Nacht oder tagsüber auftritt. Er umschreibt lediglich, dass ein Mensch am ganzen Körper oder auch an bestimmten Körperstellen viel schwitzt – zum Beispiel an den Händen oder unter den Achseln. Eine Hyperhidrose kann ein Symptom unterschiedlicher Krankheiten sein oder auch als eigenständiges Krankheitsbild ohne weitere erkennbare Ursache auftreten.

Eine starke Schweissproduktion muss aber nicht zwingend krankhaft sein – bei hochsommerlichen Temperaturen, während eines Saunabesuchs oder beim Sport ist es nicht nur normal, sondern sogar sehr wichtig, dass Sie viel schwitzen: Der Feuchtigkeitsfilm auf der Haut kühlt und schützt Ihren Körper vor Überwärmung.

Tritt bei Ihnen eine Hyperhidrosis als nächtliches Schwitzen auf, kann es sich dabei also um eine ganz normale Reaktion Ihres Körpers handeln: Möglicherweise entsteht der Nachtschweiss, weil die Raumtemperatur in Ihrem Schlafzimmer zu hoch oder Ihr Bettzeug zu dick ist – oder Sie tragen zu warme Nachtkleidung und müssen deshalb nachts schwitzen.

In manchen Fällen ist Nachtschweiss Symptom einer Erkrankung: Fast jeder Mensch kennt nächtliches Schwitzen – zum Beispiel im Rahmen einer schweren Erkältung oder Grippe. Bei solchen Infekten leiden die Betroffenen aber nicht nur unter Nachtschweiss, sondern schwitzen auch tagsüber vermehrt.

Bei einigen Erkrankungen ist nächtliches Schwitzen typisch, besonders dann, wenn die Betroffenen gleichzeitig Fieber haben und Gewicht verlieren. Dieses gemeinsame Auftreten von Nachtschweiss, Gewichtsverlust und Fieber nennt man auch B-Symptomatik. Sie kann bei schweren Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder einer HIV-Infektion vorkommen oder auf eine bösartige Erkrankung wie Lymphdrüsenkrebs oder Leukämie hinweisen.

Ist nächtliches Schwitzen weder auf Erkrankungen oder andere Ursachen zurückzuführen, spricht man vom sogenannten idiopathischen Nachtschweiss.

2. Ursachen

Nachtschweiss kann viele Ursachen haben. In manchen Fällen ist Nachtschweiss eine natürliche Reaktion auf eine zu hohe Umgebungstemperatur: Wer einen zu warmen Schlafanzug trägt oder in einem geheizten Raum schläft, kann nachts schnell ins Schwitzen kommen.

Aber auch die Ernährung spielt eine Rolle: Scharfe Gewürze und üppige Mahlzeiten vor dem Schlafengehen können Nachtschweiss fördern – ebenso wie Alkohol und Drogen. Darüber hinaus tritt Nachtschweiss manchmal nach der Einnahme bestimmter Medikamente auf, etwa Antidepressiva, Hormonpräparate oder fiebersenkende Mittel.

Psychische Ursachen sind ebenfalls möglich. So können etwa Angst, übermässiger Stress oder Schmerzen mit übermässigem Nachtschweiss einhergehen.

Hinter vermehrtem Schwitzen (sog. Hyperhidrosis), das in der Nacht auftritt, können aber auch körperliche Erkrankungen / Reaktionen stecken. Als mögliche Ursachen von Nachtschweiss kommen Krankheiten infrage wie

  • hormonelle Störungen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion oder Umstellungen, wie sie während der Wechseljahre oder in der Schwangerschaft auftreten
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus)
  • Infektionskrankheiten (z.B. Grippe, Tuberkulose, AIDS, Malaria)
  • neurologische Erkrankungen (z.B. Morbus Parkinson, Schlaganfall)
  • Tumorerkrankungen (z.B. Leukämien, Lymphome wie Morbus Hodgkin und Non-Hodgkin-Lymphome)
  • Schlafapnoe oder
  • der Entzug von Medikamenten, Alkohol und Drogen.

Wenn schwere Infektionserkrankungen wie Tuberkulose oder Krebserkrankungen die Nachtschweiss-Ursachen sind, haben die Betroffenen häufig auch Fieber und verlieren Gewicht (sog. B-Symptomatik).

Übrigens: Manchmal findet man keine Ursachen für den Nachtschweiss. Ärzte sprechen dann von idiopathischem Nachtschweiss.

3. Diagnose

Nachtschweiss kann zwar harmlos sein – dennoch ist eine rasche Diagnose durch den Arzt empfehlenswert; denn manchmal stecken bestimmte Erkrankungen dahinter.

Der Arzt stellt zunächst einige Fragen, beispielsweise seit wann der Nachtschweiss besteht und wie stark das nächtliche Schwitzen ist.

Eine typische Frage des Arztes ist dann: «Wie oft müssen Sie den Pyjama oder das Bettlaken wechseln?» Zudem wird er nach weiteren Beschwerden fragen, insbesondere nach Fieber und Gewichtsverlust.

Treten alle drei Symptome gleichzeitig auf, liegt eine sogenannte B-Symptomatik vor. Die B-Symptomatik ist ein typisches Zeichen für schwere Infektionskrankheiten (z.B. Tuberkulose oder AIDS). Ausserdem können einige bösartige Erkrankungen mit Fieber, Gewichtsverlust und Nachtschweiss verbunden sein, etwa Leukämie oder Lymphome. gleichzeitig zu Fieber, Gewichtsverlust und Nachtschweiss. 

Hat der Arzt alle nötigen Fragen gestellt, untersucht er den Patienten gründlich. Dabei hört er zum Beispiel die Lungen ab oder tastet nach vergrösserten Lymphknoten. Blutuntersuchungen können weiteren Aufschluss über die Ursache von Nachtschweiss geben. Je nachdem, welche Erkrankung der Arzt vermutet, sind weiterführende Untersuchungen notwendig (z.B. Ultraschalluntersuchung, Röntgenaufnahmen, Knochenmarkspunktion).

4. Therapie

Bei Nachtschweiss zielt die Therapie in erster Linie darauf ab, die Ursache zu finden und zu beseitigen. Da es viele verschiedene Gründe für Nachtschweiss gibt, ist die Therapie von Fall zu Fall sehr unterschiedlich.

Ist zum Beispiel eine bakterielle Infektion die Ursache für den Nachtschweiss verantwortlich, ist eine Therapie mit Antibiotika geeignet. Steckt eine Krebserkrankung hinter Nachtschweiss, ist möglicherweise eine Chemotherapie oder Bestrahlung angebracht.

Tipps gegen Nachtschweiss ohne körperliche Ursachen

Wenn der Arzt keine erkennbare Ursache für Ihren Nachtschweiss gefunden hat, können unter Umständen ein paar allgemeine Massnahmen Abhilfe schaffen:

  • Nehmen Sie kurz vor dem Schlafengehen keine grossen Mahlzeiten mehr zu sich.
  • Essen Sie keine zu scharf gewürzten Speisen.
  • Verzichten Sie auf Kaffee und Alkohol.
  • Lüften Sie Ihr Schlafzimmer gründlich und schlafen Sie ohne Heizung.