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Nasenbluten

(Epistaxis)
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1. Definition

Definition

Nasenbluten (Epistaxis) ist häufig und meist harmlos. Über die Hälfte aller Erwachsenen ist im Laufe des Lebens mindestens einmal davon betroffen. Ärztliche Hilfe ist in den wenigsten Fällen notwendig. Nasenbluten kann verschiedene Ursachen haben.

In der Nasenschleimhaut befinden sich zahlreiche kleine und sehr empfindliche Blutgefässe (Kapillaren), die zum Beispiel durch heftiges Niesen oder Nase schnäuzen, aber auch durch einen Schlag auf die Nase oder Nasenbohren einreissen können. Dann kommt es zu Nasenbluten. Gewöhnlich hört die Epistaxis nach einigen Minuten von selbstwieder auf.

Als Erste-Hilfe-Massnahme bei Nasenbluten empfiehlt es sich, eine aufrechte Sitzposition einzunehmen und den Kopf leicht nach vorne zu neigen – so kann das Blut über die Nasenöffnung nach aussen abfliessen. Ausserdem hilft es, den Nacken zu kühlen, zum Beispiel mit einem kalten Waschlappen oder einer kalten Kompresse. Durch den Kältereiz verengen sich die Blutgefässe und das Nasenbluten kommt rascher zum Stillstand. Indem man die Nasenflügel mit den Fingern zusammenpresst, lässt sich die Epistaxis normalerweise rasch stoppen.

Bei Nasenbluten sollte man den Kopf stets nach vorne neigen. Wenn Sie den Kopf nach hinten neigen, fliesst das Blut in den Rachen ab und kann so in die Lunge oder in den Magen gelangen. Das kann beim Betroffenen zu Husten oder Übelkeit und Erbrechen (Bluterbrechen) führen. Gelangt beim Nasenbluten Blut in den Mundraum, ist es deshalb auch ratsam, das Blut auszuspucken und nicht runterzuschlucken. Ist der Betroffene nicht in der Lage, aufrecht zu sitzen, ist ein Liegen auf der Seite sinnvoll.

Insbesondere im Winter kommt es häufiger zu Nasenbluten, da durch die trockenere Luft auch die Nasenschleimhäute meist recht trocken sind und die zarten Blutgefässe in der Nase leichter reissen können.

Häufiges Nasenbluten kann aber auch im Rahmen bestimmter Erkrankungen auftreten, beispielsweise bei Bluthochdruck, Blutarmut und bei Nasenpolypen.

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2. Ursachen

Nasenbluten (Epistaxis) kann vielfältige Ursachen haben. Gelegentliches Nasenbluten nach zu heftigem Schnäuzen, Niesattacken oder Nasenbohren ist in der Regel harmlos. Die kleinen Blutgefässe der Nasenschleimhaut sind recht empfindlich für Verletzungen. Nasenbluten tritt deshalb fast immer bei einem Schlag auf die Nase oder ähnlichen Ursachen auf, etwa bei Verletzungen im Kopfbereich. Zur Epistaxis kann es ausserdem kommen, wenn physikalische (z.B. durch Fremdkörper in der Nase) oder chemische Reize (bspw. Reizgase) die Nasenschleimhaut schädigen.

Auch in den kalten Wintermonaten kann Nasenbluten vermehrt auftreten, etwa wenn die warme Heizungsluft die Nasenschleimhäute austrocknet. Die trockene Nasenschleimhaut ist dann nicht mehr so widerstandsfähig und kann schneller einreissen. Hier können spezielle Nasensprays mit Meersalz helfen, um die Schleimhäute in der Nase regelmässig zu befeuchten und Nasenbluten vorzubeugen.

Bei Menschen, die blutverdünnende und gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, kommt es meist schneller zu Nasenbluten. Häufig ist die Epistaxis in diesen Fällen auch stärker ausgeprägt, da die Blutung aufgrund der blutverdünnenden Medikamente länger anhält.

Neben Erkrankungen im Nasenbereich (z.B. Nasenpolypen, Nasensteine, Nasennebenhöhlen-Entzündung, Nasentumoren) und akuten Infekten (wie Erkältung mit Schnupfen), gibt es auch eine Reihe von Allgemeinerkrankungen, die bei häufigem und teilweise sehr heftigem Nasenbluten als Ursachen infrage kommen:

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Blutarmut (Anämie)
  • Gefässkrankheiten (wie Morbus Osler)
  • Arteriosklerose (Arterienverkalkung)
  • Vitaminmangel (wie Vitamin-K-Mangel, Vitamin-C-Mangel)
  • Bluterkrankheiten (Hämophilie, Willebrand-Jürgens-Syndrom)
  • Leukämie (Blutkrebs)

Nasenbluten bei Kindern und Kleinkindern

Nasenbluten (Epistaxis) ist bei Kindern – vor allem Kleinkindern – häufig. Ursache ist dann meist Nasebohren oder ein Stoss oder Schlag auf die Nase beim Spielen oder Raufen. Besonders bei Kleinkindern kommt es vor, dass sie sich Fremdkörper, etwa eine Murmel, in die Nase stecken und damit die empfindliche Nasenschleimhaut verletzen. Nur selten sind Erkrankungen die Ursache von Nasenbluten bei Kleinkindern und Kindern.

Unabhängig von der Ursache lässt sich Nasenbluten bei Kindern und Kleinkindern durch Kühlung des Nackens stoppen. Dazu eignet sich ein kalter, feuchter Waschlappen, den man dem Kind auf den Nacken legt. Zudem ist es wichtig, dass das Kind den Kopf nach vorne beugt, damit kein Blut in den Magen oder die Atemwege gelangt. Gleichzeitig sollte sich das Kind mit einem Taschentuch die Nase zudrücken, um das Nasenbluten zu stillen. Bei besonders starkem Nasenbluten eignet sich hierfür auch eine Nasentamponade.

Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Kind besonders häufig Nasenbluten hat? Dann machen Sie einen Termin beim Kinderarzt aus. Er kann feststellen, warum die Nase bei Ihrem Kind häufig blutet. Hat er die Ursache erkannt, kann der Kinderarzt selbst oder ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt meist gleich mit der geeigneten Therapie beginnen – zum Beispiel, indem er ein erweitertes Blutgefäss der Nase verödet (Embolisation).

3. Diagnose

Bei häufigem und starkem Nasenbluten ist es wichtig, eine gezielte Diagnose zu stellen. Nasenbluten (Epistaxis) erkennt man am Austritt von hellrotem oder dunkelrotem, mitunter verklumptem (koaguliertem) Blut aus einem oder beiden Nasenlöchern. Um herauszufinden, was genau das Nasenbluten verursacht, führt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt eine sogenannte Nasenspiegelung (Rhinoskopie) durch. Meist reicht die Spiegelung der vorderen Nasenabschnitte aus, um die Blutungsquelle zu ermitteln. Dabei betrachtet der HNO-Arzt die Nasenhöhle und die vorderen Nasengänge mittels Nasenspekulum, einem zangenartigen Gerät mit trichterförmiger Spitze sowie einer Lichtquelle oder einem reflektierenden Spiegel.

Gegebenenfalls sind noch weitere Untersuchungen notwendig, um Verletzungen auszuschliessen. Bei einem schweren Schlag auf die Nase beispielsweise ordnet der Arzt eine Röntgenaufnahme des Kopfs an. Auf dem Röntgenbild kann er erkennen, ob Verletzungen im Nasen- und Kopfbereich vorliegen. Weitere bildgebende Verfahren, welche der Arzt bei häufigem und starkem Nasenbluten zur Diagnose heranziehen kann, sind die Computertomographie (CT), die Magnetresonanztomographie (MRT) oder die Angiographie. Diese Verfahren setzt der Arzt bei Nasenbluten jedoch nur sehr selten ein. Um Allgemeinerkrankungen wie Bluthochdruck oder Blutarmut als Ursache des häufigen Nasenblutens nachzuweisen, sind weitere Untersuchungen durch einen Allgemeinarzt oder Facharzt für Innere Medizin (Internist) erforderlich.

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4. Therapie

Als Sofortmassnahme bei Nasenbluten sollte man den Kopf nach vorne beugen, damit das Blut aus der Nase abfliessen kann. Dies ist wichtig, da verschlucktes Blut in den Magen gelangen und so einen Brechreiz auslösen kann.

Blutstillend und wohltuend bei Nasenbluten wirkt die Kühlung des Nackens mit einer kalten Kompresse oder einem feuchten Handtuch. Um das Nasenbluten zu stoppen, empfiehlt es sich ausserdem, die Nasenflügel ein paar Minuten lang im vorderen Bereich zusammenzudrücken. Normalerweise hört die Blutung kurze Zeit danach auf.

Bei Nasenbluten, das sich trotz dieser Massnahmen nicht stillen lässt, ist umgehend ärztliche Hilfe gefordert. Der Arzt kann spezielle Nasentamponaden in die Nase einführen und so das Nasenbluten leichter stoppen. Wenn der Arzt das blutende Gefäss in der Nase ausfindig macht, kann er dieses auch mithilfe von 40%iger Trichloressigsäure an der blutenden Stelle verätzen und so die Blutung stillen. Eine Therapie, die sich bei häufigem Nasenbluten eignet, ist die sogenannte Embolisation. Bei diesem Verfahren verödet der Arzt das erweiterte und häufig blutende Gefäss mittels Laser.

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