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Nervosität

(Innere Unruhe)
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Definition

Starker Schlafmangel, zu viel Koffein, ständiger Lärm, eine bevorstehende Prüfung – dies und vieles mehr kann starke Nervosität oder innerliche Unruhe verursachen.

Der Begriff Nervosität bezeichnet einen inneren Zustand der Unruhe, in dem die natürliche Gelassenheit verringert oder völlig verloren gegangen ist. In den meisten Fällen ist diese nervöse Verfassung eines Menschen zusätzlich gekennzeichnet durch:

Manchen Menschen gelingt es, selbst eine starke innere Nervosität und Unruhe zu verbergen. Oft sind die Symptome des nervösen Zustands aber auch äusserlich deutlich zu erkennen. Dann ändert sich die Körpersprache, die Stimme hebt sich und die Sprache wird schneller. Wer nervös oder unruhig ist, hat das Gefühl, gehetzt und ständig unter Druck zu sein. Eine extreme Nervosität macht meist sehr reizbar und nervöse Menschen geraten bei dem geringsten Anlass aus dem Gleichgewicht.

Die Gründe für eine innere Unruhe oder Nervosität können harmlos sein und es reichen oft einfache Massnahmen (wie Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf, Bewegung an der frischen Luft, Sauna, Massage und Entspannungsbäder), um die Nervosität in den Griff zu bekommen.

Nervosität und innere Unruhe können aber auch als Symptome verschiedener Krankheiten auftreten (z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Leberzirrhose). Wer über längere Zeit nervös oder unruhig ist, ohne dies auf eine bestimmte Situation zurückführen zu können, geht daher am besten zum Arzt. Auch wenn gleichzeitig zur Nervosität Rückenschmerzen oder Magenschmerzen auftreten und es zu Durchfall oder Herzrhythmusstörungen, zu einer verstärkten Angst oder Depression kommt, ist ein Arztbesuch ratsam.

Nervosität oder innere Unruhe haben ihre Ursachen häufig in besonderen Situationen, die mit extremer Anspannung, Angst und Stress einhergehen: Viele Menschen sind zum Beispiel sehr nervös und unruhig, wenn Prüfungen, Vorstellungsgespräche oder andere schwierige Situationen bevorstehen. Aber auch wer zu wenig Schlaf bekommt oder ständig Lärm ausgesetzt ist, kann mit zunehmender Nervosität reagieren.

Wiederholte oder ständige Nervosität und innere Unruhe können auch Symptome einer Krankheit sein: Wer nervös oder unruhig ist, kann beispielweise eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), Bluthochdruck, eine Unterzuckerung im Rahmen eines Diabetes mellitus Typ I oder auch eine Leberzirrhose haben. Weitere mögliche Ursachen für Nervosität sind ein Sonnenstich oder Hitzschlag, wozu es nach einer übermässigen Sonneneinstrahlung oder Hitzeeinwirkung kommen kann.

Für innere Unruhe bei Frauen kommen als Ursachen auch die Wechseljahre oder ein prämenstruelles Syndrom infrage. Nervosität bei Kindern kommt ausserdem häufig als Symptom einer Aufmerksamkeitsstörung (ADHS) vor.

Auch ein Zuviel an koffeinhaltigen Getränken kann nervös oder unruhig machen. Darüber hinaus können Nervosität und Unruhe als Nebenwirkungen verschiedener Medikamente sowie als Folge von Medikamenten-, Drogen- oder Alkoholmissbrauch auftreten. Während einem Drogenentzug treten oft starke innere Unruhe und extreme Nervosität auf.

Wenn Nervosität oder innerliche Unruhe unabhängig von einer bestimmten Situation auftritt und über längere Zeit bestehen bleibt, ist eine Diagnose durch einen Arzt empfehlenswert. Um die Ursachen der Nervosität abzuklären, erfolgt zunächst eine ausführliche Befragung:

  • Wann ist die Nervosität das erste Mal aufgetreten?
  • Wie lange hält sie schon an?
  • Hat sich ihre Intensität in der Zwischenzeit verändert?
  • Welche anderen Beschwerden treten auf?
  • Sind Grunderkrankungen bekannt?
  • Nehmen Sie Medikamente?
  • Liegt ein Drogenmissbrauch vor?

Es folgt eine allgemeine körperliche Untersuchung. Teil der Diagnose bei Unruhe und Nervosität ist meistens auch eine Blutuntersuchung, um unter anderem die Schilddrüsenhormone und den Blutzucker zu messen. Oft kann der Arzt aufgrund der Befragung und der ersten Untersuchung schon eine Verdachtsdiagnose zum Grund für die Nervosität stellen.

Je nach vermuteter Ursache für die Nervosität oder Unruhe kommen zur abschliessenden Diagnose weitere Untersuchungen zum Einsatz, wie eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse, eine Szintigraphie oder eine Ultraschalluntersuchung der Leber.

Grundsätzlich hängt bei Nervosität die Therapie von ihrer Ursache ab. Wenn Sie kurzfristig aufgrund einer besonderen Situation leicht nervös sind (z.B. wegen einer bevorstehenden Prüfung), können Ihnen pflanzliche Wirkstoffe helfen. Wirksam gegen innere Unruhe und Nervosität sind beispielsweise Baldrian, Johanniskraut, Hopfen, Melisse und die Passionsblume. Beachten Sie dabei, dass diese Wirkstoffe nicht sofort nach der Einnahme helfen, sondern erst nach regelmässiger Einnahme über ein paar Tage ihre volle Wirkung entfalten. Ätherische Öle, vor allem Sandelholz- und Orangenöl, können Nervosität lindern.

Bei Nervosität sind auch Entspannungstechniken wie autogenes Training zur Therapie geeignet und ausreichend Schlaf kann die Nervosität bereits verringern. Darüber hinaus sind bei Unruhe sportliche Aktivitäten, ein Spaziergang, Sauna, Massage und Entspannungsbäder empfehlenswert. Ausserdem ist es wichtig, dass Sie Stress nach Möglichkeit vermeiden.

Ist Ihre Nervosität Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung, wie beispielsweise Bluthochdruck, einer Schilddrüsenüberfunktion oder Leberzirrhose, ist die gezielte Therapie dieser Krankheit notwendig. Wenn Ihre Nervosität und Unruhe psychisch bedingt ist, können Sie eine Psychotherapie in Betracht ziehen.