1. Home
  2. Gesundheit
  3. Symptom
  4. Ödem (Wassersucht)

Von

1. Definition

Definition

Ein Ödem (Wassersucht) ist laut Definition eine Ansammlung von Flüssigkeit im Raum ausserhalb der Körperzellen. Ein Ödem entsteht, wenn Wasser aus den Gefässen heraustritt und sich im Gewebe oder in bestimmten Körperräumen wie der Bauchhöhle ansammelt.

Typische Arten von Ödem sind dicke, schwere Beine am Abend und Wassereinlagerungen an den Fussgelenken. Sammelt sich das Wasser in der Bauchhöhle, sprechen Mediziner von Aszites (Bauchwassersucht). Die Wasseransammlungen können aber überall im Körper vorkommen. Ödeme treten bei zahlreichen Erkrankungen und Stoffwechselstörungen auf. Manchmal sind sie vorübergehend und harmlos (z.B. durch hormonelle Veränderungen vor der Regelblutung). Die Wassersucht kann aber auch durch eine schwere Krankheit entstehen (wie Herzinsuffizienz oder Leberzirrhose).

Charakteristisch für ein Ödem sind sichtbare Dellen, die zurückbleiben, wenn man mit dem Finger auf den angeschwollenen Bereich drückt.

Um bei einem Ödem die Diagnose zu erstellen, befragt der Arzt den Betroffenen zunächst zu seinen Beschwerden. Dabei geht es darum, wann die Wassersucht das erste Mal aufgetreten ist und ob sich die Symptome in bestimmten Situationen verschlechtern (z.B. abends). Ausserdem erkundigt er sich nach bekannten Vorerkrankungen wie einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder einer Leberzirrhose. Danach folgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt die betroffene Stelle untersucht, aber auch auf Anzeichen einer Venenschwäche achtet – zum Beispiel Krampfadern. Manchmal sind zusätzliche Untersuchungen nötig, um die Ursache für das Ödem zu finden. Dazu gehören zum Beispiel Blutuntersuchungen, verschiedene Röntgenaufnahmen oder Ultraschall (Sonographie).

Wie die Wassersucht behandelt wird, hängt im Wesentlichen von den zugrunde liegenden Ursachen ab. Bewegung, Sport und Physiotherapie können die Beschwerden wirksam lindern. Bei einer Venenschwäche können zusätzlich Kompressionstrümpfe sinnvoll sein.

2. Ursachen

Ein Ödem (Wassersucht) kann zahlreiche Ursachen haben, unter anderem:

  • Herzerkrankungen (z.B. Herzinsuffizienz, Herzklappenfehler, Herzentzündungen)
  • Durchblutungsstörungen und Venenschwäche
  • Nierenerkrankungen (z.B. Nierenentzündung, nephrotisches Syndrom)
  • Lebererkrankungen (z.B. Leberentzündung, Leberzirrhose)
  • Hormonelle Ursachen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Schilddrüsenunterfunktion, prämenstruelles Syndrom (PMS), Schwangerschaft)
  • Medikamente (z.B. Kortison, gefässerweiternde Mittel, NSAR-Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure)

Weiter kommen bei einem Ödem als Ursachen infrage:

  • Allergien
  • Infektionen und Entzündungen
  • Eiweissmangel (Hypoproteinämie)
  • Tumorerkrankungen
  • Verletzungen (z.B. Sportunfall)

Je nach Ursache und Auftreten unterscheidet man darüber hinaus spezielle Sonderformen von Ödemen, zum Beispiel das Lymphödem.

Quincke-Ödem (Angioödem)

Das Quincke-Ödem ist eine Art von Ödem, das zu Schwellungen der Haut und Schleimhäute führt. Mediziner bezeichnen es auch als Angioödem. Auch die veraltete Bezeichnung angioneurologisches Ödem ist noch geläufig.

Das Quincke-Ödem kann mehrere Tage anhalten und führt häufig zu Schmerzen oder einem Spannungsgefühl an den Betroffenen stellen. Meistens tritt das Angioödem an Lippen, Augenlidern, der Zunge oder im Rachen auf. Es gibt zwei Arten von Quincke-Ödem mit jeweils unterschiedlichen Ursachen:

  • Histamin-vermitteltes Angioödem, Quincke-Ödem bei Nesselsucht (Urtikaria): Diese Form macht etwa die Hälfte aller Fälle von Quincke-Ödem aus und stellt eine Art allergische Reaktion dar.
  • Angioödem durch einen Enzymmangel (C1-Esterase-Inhibitor-Mangel): Der für das Quincke-Ödem verantwortliche Enzymmangel kann erblich bedingt sein. Es können aber auch verschiedene Erkrankungen und Medikamente als Ursachen zugrunde liegen.

3. Diagnose

Bei einem Ödem (Wassersucht) ist eine gründliche Untersuchung notwendig, damit der Arzt die richtige Diagnose stellen kann. Einem Ödem können behandlungsbedürftige Erkrankungen zugrunde liegen. Deshalb ist es wichtig, die Ursache eines Ödems ärztlich abklären zu lassen. Um bei einem Ödem die Diagnose zu sichern, wird der Arzt zunächst einige Fragen stellen, beispielsweise wann die Wassersucht aufgetreten ist, ob die Ödeme unter bestimmten Bedingungen stärker werden (z.B. dicke Beine am Abend), ob Vorerkrankungen bestehen (wie eine Herzinsuffizienz, eine Leberzirrhose), ob Medikamente eingenommen werden und vieles mehr.

Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung, bei der der Arzt zum Beispiel nach bereits vorhandenen Venenveränderungen wie Krampfadern achtet, die für eine Wassersucht verantwortlich sein können. Durch Blut- und Urinuntersuchungen überprüft er unter anderem die Werte der Eiweisse und Elektrolyte (wie Kalium), da diese mitunter die Diagnose ermöglichen. Je nach vermuteter Ursache der Ödeme sind weitere Untersuchungen sinnvoll. Dies können zum Beispiel Ultraschalluntersuchungen, Röntgenuntersuchungen, eine Phlebographie (Röntgenuntersuchung von Venen mit Kontrastmittel), eine Lymphographie (Röntgenuntersuchung der Lymphwege), eine Computertomographie (CT), Kernspintomographie (MRT), weitere Blutuntersuchungen, Herzuntersuchungen und vieles mehr sein.

4. Therapie

Um bei einem Ödem (Wassersucht) die richtige Therapie zu finden, ist es wichtig, die Grunderkrankung zu erkennen und zu behandeln (z.B. medikamentöse Behandlung einer Herzinsuffizienz). Als langfristige Therapie des Ödems stehen Bewegung, Sport und Physiotherapie an erster Stelle, vor allem wenn die Ursache venöse Durchblutungsstörungen in den Beinen sind. Besonders geeignete Sportarten sind zum Beispiel Nordic Walking, Schwimmen und Radfahren. Bewegung aktiviert die Venenpumpe und presst das Wasser aus dem Gewebe heraus. Das gleiche lässt sich mit spezieller Venengymnastik erreichen.

Um das Abschwellen zu erleichtern, sollte die betroffene Gliedmasse hochgelagert werden. Darüber hinaus kann bei Beinödemen eine Kompressionstherapie (Kompressionsverband, Kompressionsstrümpfe), also eine Behandlung mit Druckausübung, sinnvoll sein.

Sogenannte pneumatische Bandagen (Intermittierende pneumatische Kompression) vermindern Schmerzen und Schwellungen in den Gliedmassen und fördern die Durchblutung. Dabei übt ein Gerät verschiedene Drücke auf das Gewebe aus, wodurch angesammeltes Gewebewasser aus dem geschwollenen Bereich abfliessen soll. Diese Behandlung kann bei einem Ödem die Physiotherapie aber nur ergänzen. Auch eine spezielle Streichmassage, die manuelle Lymphdrainage, kann bei einem Ödem (v.a. Lymphödem) zur Therapie hilfreich sein und den Abtransport des Gewebewassers beschleunigen.

Um schnell Wasser aus dem Körper zu schwemmen, verordnet der Arzt mitunter entwässernde Medikamente, sogenannte Diuretika. Sie bekämpfen aber ebenfalls nur das Symptom Ödem und nicht die Ursachen der Wassersucht. Daher sind sie für die langfristige Ödem-Therapie nicht geeignet.

Ist die Ursache des Ödems eine leichte Venenschwäche, können Venenmittel mit pflanzlichen Wirkstoffen wie rotem Weinlaub helfen. Rotes Weinlaub kann stabilisierend auf die Gefässe wirken, die Durchblutung in den feinsten Gefässen (Kapillaren) verbessern und Wassereinlagerungen im Gewebe verringern. Weitere pflanzliche Wirkstoffe, die als Venenmittel zum Einsatz kommen können, sind zum Beispiel Aescin aus der Rosskastanie oder Troxerutin.