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Ohrenschmerzen

(Schmerzen im Ohr)
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Veröffentlicht am 21.10.2020

1. Definition von Ohrenschmerzen

Von Ohrenschmerzen sind besonders Kinder sehr häufig betroffen. Was sind die Ursachen, wie vermeidet man schwere Folgeschäden und welche Hausmittel helfen?

Als Ohrenschmerzen bezeichnet man alle Schmerzen, die im äusseren Ohr, im Mittelohr oder Innenohr auftreten. Auch eine schmerzende Ohrmuschel gilt als Ohrenschmerz.

Ohrenschmerzen können plötzlich erscheinen und wieder verschwinden oder länger anhalten, als:

  • drückender Schmerz oder Stechen im Ohr,
  • einseitig oder beidseitig oder
  • nur beim Kauen auftreten.

Die Ohren sind vor allem in ihren äusseren und mittleren Anteilen besonders schmerzempfindlich. Die feine Haut, die Knochen und Knorpel umgibt, ist von zahlreichen Nerven durchzogen. Da sich im Ohr das Hörorgan und das Gleichgewichtsorgan befinden, gehen Ohrenschmerzen oft auch mit einer Hörminderung und Schwindel einher. Weitere häufige Begleitsymptome sind zum Beispiel ein Fremdkörpergefühl im Ohr oder Ohrgeräusche. In manchen Fällen kann sich Blut oder Flüssigkeit im Ohr befinden und austreten.

Welches Ausmass Ohrenschmerzen annehmen und welche zusätzlichen Symptome auftreten, hängt in hohem Mass von ihren Ursachen ab. Ohrenschmerzen können zum Beispiel entstehen, wenn:

  • das Mittelohr oder der äussere Gehörgang entzündet ist (häufigste Ursachen),
  • die Ohrtrompete entzündet oder verschlossen ist,
  • die Ohrmuschel eine Infektion oder eine Erfrierung aufweist,
  • das Trommelfell verletzt ist,
  • der Gehörgang durch Fremdkörper oder Ohrenschmalz verschlossen ist,
  • die Ohrspeicheldrüse entzündet ist (z.B. bei Mumps),
  • ein Zahn oder das Kiefergelenk erkrankt ist,
  • die Gaumenmandeln entzündet sind (Tonsillitis) oder
  • Luftdruckveränderungen auftreten (z.B. beim Fliegen, Tauchen oder Autofahrten mit grossem Höhenunterschied, durch einen Schlag aufs Ohr oder durch eine Explosion).
Eine ältere Frau hält sich das schmerzende Ohr.

Ohrenschmerzen können sehr heftig sein. Um bleibende Schäden zu verhindern, sollte man damit zum Arzt.

Quelle: Getty Images

Schmerzen im äusseren Ohr entstehen beispielsweise, wenn der Gehörgang zuschwillt und die Schwellung auf den Gehörgangsknochen drückt. Bildet sich im Mittelohr aufgrund einer Entzündung Eiter im Ohr, der nicht abfliessen kann, führt dies meist ebenfalls zu Ohrenschmerzen, da ein grosser Druck im Ohr entsteht.

Ohrenschmerzen sind meist starke Schmerzen, die auch nachts nicht nachlassen. Da Schmerzmittel oft nicht gegen starke Ohrenschmerzen helfen und je nach Ursache bleibende Schäden entstehen können, ist es ratsam, zügig einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) aufzusuchen und sich nicht allein auf Hausmittel zu verlassen.

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2. Ursachen von Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen können sehr unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen. Sehr häufig treten Schmerzen im Ohr auf, weil der äussere Gehörgang oder das Mittelohr entzündet ist:

  • Eine Mittelohrentzündung (Otitis media) ist meist die Folge einer Erkältung, bei der sich Bakterien von der Nasen- oder Rachenschleimhaut bis in das Mittelohr ausbreiten. Ohrenschmerzen durch Mittelohrentzündungen sind vor allem bei Kindern zwischen drei und acht Jahren verbreitet.
  • Die Entzündung des äusseren Gehörgangs (Otitis externa) ist eine Infektion der Gehörgangshaut durch Bakterien oder Pilze, die häufig aufgrund einer übertriebenen Ohrhygiene oder Verletzungen durch Wattestäbchen entsteht. Sie ist bei Erwachsenen die häufigste Ursache für Ohrenschmerzen. Häufig entsteht diese Infektion auch durch eindringendes Badewasser, vor allem im Sommer.

Daneben können Ohrenschmerzen folgende Ursachen haben:

  • Entzündung oder Verschluss der Ohrtrompete (bei Kindern vor allem im Vorschulalter z.B. durch eine krankhaft vergrösserte Rachenmandel)
  • Infektionen der Ohrmuschel
  • Erkrankungen der Zähne oder des Kiefergelenks
  • Gehörgangsverschluss durch Fremdkörper oder Ohrenschmalz
  • Erfrierung der Ohrmuschel (z.B. beim Skifahren)
  • Entzündung der Ohrspeicheldrüse (z.B. bei Mumps)
  • Verletzungen des Trommelfells
  • Gaumenmandelentzündung (Tonsillitis)
  • Wundrose (Erysipel)
  • Gürtelrose (Herpes zoster)
  • Allergien
  • Krebserkrankungen, wie zum Beispiel Kehlkopfkrebs
  • Trigeminusneuralgie

Ausserdem können Ohrenschmerzen ihre Ursachen in einem veränderten Luftdruck haben, wozu es zum Beispiel beim Fliegen, Tauchen oder Autofahrten mit grossem Höhenunterschied kommen kann. Grosse Luftdruckveränderungen entstehen auch bei einem Schlag auf das Ohr oder bei einer Explosion.

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3. Diagnose von Ohrenschmerzen

Bei Ohrenschmerzen ist immer eine Diagnose durch eine HNO-Ärztin ratsam, um die Ursache für die Schmerzen im Ohr abklären zu lassen, denn: Wenn eine mögliche Behandlung zu spät beginnt oder eine falsche Therapie erfolgt, kann es zu bleibenden Schäden kommen.

Der erste Schritt zur Diagnose von Ohrenschmerzen besteht in einer ausführlichen Befragung (Anamnese). Dabei erkundigt sich der HNO-Arzt nach Art, Ort, Dauer und Intensität der Schmerzen. Darauf folgt eine ausführliche Untersuchung der Ohren. Dabei betrachtet die Ärztin zunächst die Ohrmuschel und untersucht anschliessend den äusseren Gehörgang und das Trommelfell mithilfe einer Ohrspiegelung (sog. Otoskopie).

Bei Ohrenschmerzen können zur Diagnose ausserdem verschiedene Tubenfunktionsprüfungen zum Einsatz kommen, um die Durchgängigkeit der Ohrtrompete (lat. Tuba) zu testen. Um eine mögliche Hörminderung festzustellen, stehen unterschiedliche Hörtests zur Verfügung.

Je nachdem, welche Ursache vermutlich hinter den Ohrenschmerzen steckt, erfolgen zur weiteren Diagnose zusätzliche Untersuchungen, wie zum Beispiel eine Röntgenuntersuchung des Kiefers, eine zahnärztliche Kontrolle, eine Blutuntersuchung oder eine Spiegelung des Nasenrachens. Um mögliche Erreger einer Infektion zu identifizieren, kann der Arzt ausserdem einen Abstrich aus dem Ohr nehmen.

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4. Therapie von Ohrenschmerzen

Bei Ohrenschmerzen hängt die Therapie immer von der Schmerzursache ab. Ob Hausmittel gegen Ihre Ohrenschmerzen zur Behandlung ausreichend sind, besprechen Sie am besten immer möglichst schnell mit Ihrem Arzt.

Haben Sie Ohrenschmerzen, weil Ihre Ohrmuschel entzündet ist, können Sie die entzündeten Stellen örtlich mit entzündungshemmenden Salben behandeln. In schweren Fällen ist eine Therapie mit Antibiotika erforderlich.

Wenn eine Mittelohrentzündung für Ihre Ohrenschmerzen verantwortlich sind, bieten sich zur Therapie Ohrentropfen an. Diese Mittel helfen gegen Ohrenschmerzen, da sie schmerz- und entzündungshemmend sind und gleichzeitig örtlich betäuben. Um den Erreger abzutöten, kommt eine Antibiotika-Therapie zum Einsatz. Unter Umständen öffnet der Arzt ausserdem Ihr Trommelfell, damit der Eiter im Ohr abfliessen kann. Wenn eine Gehörgangsentzündung hinter den Ohrenschmerzen steckt, hilft dagegen eine örtlich Behandlung mit entzündungshemmenden Ohrentropfen und zusätzlichen Antibiotika.

Ist eine entzündete Ohrmuschel für die Ohrenschmerzen verantwortlich, können Sie als örtliche Therapie eine entzündungshemmende Salbe auf die entzündeten Stellen auftragen. In schweren Fällen ist es notwendig, die Entzündung mit Antibiotika zu behandeln.

Treten Mittelohrentzündungen mit Ohrenschmerzen bei Ihrem Kind häufiger auf, kann das – vor allem im Vorschulalter – auch an vergrößerten Rachenmandeln liegen. In diesem Fall kann es nach erfolgreicher Behandlung der Infektion selbst ratsam sein, die Rachenmandel entfernen zu lassen: Diese Operation (sog. Adenotomie) ist oft ambulant möglich.

Sind Ihre Ohrenschmerzen Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung wie einer Gürtelrose oder Mumps, ist eine gezielte Therapie dieser Krankheit nötig.

Welche Hausmittel helfen gegen Ohrenschmerzen?

Ein bekanntes Hausmittel gegen Ohrenschmerzen sind Zwiebeln: Zwiebel erwärmen, klein schneiden, in ein Tuch wickeln und aufs schmerzende Ohr legen. Dabei sollte möglichst nur eine Stoffschicht zwischen Zwiebel und Ohr liegen, das Päckchen sollte möglichst klein sein.

Zusätzlich kann auch Wärme bei einer Mittelohrentzündung wohltuend gegen die Ohrenschmerzen sein. Rotlicht oder ein erwärmtes Traubenkernkissen sind ebenfalls zur Wärmebehandlung geeignet.

Steckt hinter den Ohrenschmerzen eine Mittelohrentzündung, können diese Hausmittel eine Therapie mit Medikamenten aber nicht ersetzen. Suchen Sie stattdessen möglichst bald eine Ärztin auf, um abzuklären, was am besten gegen die Ohrenschmerzen hilft. Je nach Ursache können im Ohr bleibende Schäden entstehen, wenn die Behandlung zu spät beginnt oder nicht angemessen ist.

  • Wenn Ihre Ohr durch einen Fremdkörper oder Ohrenschmalzpfropf wehtut, kann der Arzt diese mithilfe von speziellen Instrumenten aus dem Ohr entfernen.
  • Haben Sie aufgrund einer Verletzung des Trommelfells Ohrenschmerzen, kann eine äußere Schienung des Trommelfells (z.B. mit einer Silikonfolie) die Heilung unterstützen.
  • Schließt sich das Trommelfell nicht, können Sie sich operativ ein künstliches Trommelfell einsetzen lassen.

Eventuell ist auch gar keine Behandlung nötig: Die meisten Verletzungen des Trommelfells heilen innerhalb von zwei Wochen von alleine ab.