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Reizhusten

(trockener Husten)
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Veröffentlicht am 29.04.2020

1. Definition von Reizhusten

Reizhusten ist ein oft anfallsartig auftretender, trockener Husten ohne Schleimbildung. Auslösen können ihn zum Beispiel Rauch, Pollen, Staub oder Viren.

Trockener Husten entsteht meist, wenn die Atemwege gereizt werden – er tritt zum Beispiel bei beginnenden Erkältungskrankheiten, bei vielen Lungenerkrankungen, aber auch als Nebenwirkung von einigen Medikamenten auf.

Auch eingedrungene Fremdkörper oder verschiedene Entzündungen wie eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) oder eine Entzündung der Bronchialschleimhaut (Bronchitis) können die Atemwege reizen und einen trockenen Husten auslösen.

Je nach Ursache können weitere Beschwerden wie Halsschmerzen, Schnupfen, Räusperzwang oder Kurzatmigkeit zum Reizhusten dazukommen.

Generell ist Husten eine Schutzreaktion des Körpers. Er wird durch den Hustenreflex ausgelöst, um die Atemwege von eingedrungenen Fremdkörpern, Krankheitserregern und Schleim zu befreien. Verantwortlich für einen Hustenreiz können auch verschiedene Entzündungen oder allergische Reaktionen sein.

Reizhusten kann je nach Dauer akut auftreten (kürzer als drei Wochen) oder chronisch sein (länger als drei Wochen).

Eine gründliche körperliche Untersuchung durch den Arzt gibt Aufschluss über die genauen Ursachen des Reizhustens. Unter Umständen erfolgen weitere Untersuchungen wie zum Beispiel eine Lungenfunktionsprüfung oder eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs, um ernsthafte Erkrankungen auszuschliessen, bei denen trockener Husten als eines der Symptome auftritt.

Bei einem Reizhusten kommen je nach Ursache verschiedene Therapie-Massnahmen in Frage: In der Regel sollte sich mit der Behandlung der Grunderkrankung auch der Husten bessern und vergehen. Bei starkem und häufigem Reizhusten helfen eventuell auch hustenstillende Medikamente. Tritt trockener Husten im Zusammenhang mit einer Erkältungskrankheit auf, helfen in vielen Fällen verschiedene Hausmittel wie zum Beispiel Hals- und Brustwickel oder Erkältungsbäder.

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2. Ursachen von Reizhusten

Die häufigsten Ursachen von Reizhusten (trockener Husten) sind Reizungen der unteren oder der oberen Atemwege durch Entzündungen, allergische Reaktionen, eingedrungene Fremdkörper oder beginnende Erkältungs- oder Grippeerkrankungen. Reizhusten kann aber auch als Nebenwirkung verschiedener Medikamente auftreten.

Auch folgende Erkrankungen können die Atemwege reizen und trockenen Husten auslösen:

Darüber hinaus kann Reizhusten als Nebenwirkung einiger Medikamente auftreten, wie zum Beispiel ACE-Hemmer und AT-II-Blocker gegen Bluthochdruck und Herzinsuffizienz, Fentanyl oder Amiodaron sowie ältere Betablocker.

Husten, der länger als acht Wochen anhält und der sich nicht auf eine körperliche Erkrankung zurückführen lässt, wird auch als chronischer idiopathischer Husten bezeichnet. Die Betroffenen reagieren übersensibel auf Reize – warum lässt sich häufig nicht mit Sicherheit sagen. Teilweise sind virale Effekte für die Hypersensitivität des Hustenreizes verantwortlich.

Wenn sich keinerlei körperliche Ursachen für die Beschwerden finden und auch keine Hypersensitivität vorliegt, können auch psychische Probleme dahinterstecken. Dieser sogenannte psychogene Husten ist häufig daran zu erkennen, dass die Beschwerden sich bei Anspannung verstärken und während des Schlafens aussetzen. Viele Betroffene verspüren darüber hinaus den Zwang, sich zu räuspern.

Ein Mann hustet in seine Hand.

Trockener Husten hängt meist mit einer Reizung im Hals zusammen. Diese kann diverse Gründe haben.

Quelle: Getty Images

Reizhusten nachts

Nächtlicher Reizhusten kann harmlose Ursachen haben, zum Beispiel wenn die Betroffene im Schlaf versehentlich etwas Speichel einatmet. In solchen Fällen klingt der Husten normalerweise rasch von selbst wieder ab.

Es gibt aber auch Erkrankungen, die sich durch nächtlichen Reizhusten äussern können. Dies ist zum Beispiel bei Allergien wie der Hausstaubmilbenallergie oder beim gastroösophagealem Reflux, bei dem übermässig Verdauungsäfte zurück in die Speiseröhre fliessen, der Fall.

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Reizhusten bei Kindern

Husten zählt zu den häufigsten Symptomen bei Kindern und kann vielerlei Ursachen haben. Trockener Reizhusten deutet allerdings meist auf einen beginnenden Virusinfekt der Atemwege hin.

Weitere mögliche Ursachen für Reizhusten bei Kindern sind unter anderem:

Tritt der Reizhusten plötzlich und anfallartig auf und hat das Kind Atemnot, kann es sein, dass es versehentlich einen Fremdkörper eingeatmet hat, zum Beispiel ein Stückchen eines Nahrungsmittels oder Spielzeugs. In diesem Fall sollte das Kind auf keinen Fall versuchen, den Reizhusten zu unterdrücken. Ärzte gehen davon aus, dass kräftiges Husten die wirksamste Methode ist, den Fremdkörper loszuwerden. Bleiben Husten und Atemnot jedoch, sollte unverzüglich ärztliche Hilfe gesucht werden.

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3. Diagnose von Reizhusten

Ein unproduktiver Reizhusten (trockener Husten) kann auf verschiedene Grunderkrankungen hinweisen. Um die Diagnose zu stellen, wird die Ärztin den Betroffenen zunächst ausführlich nach den Beschwerden befragen: Wann sind sie zum ersten Mal aufgetreten, zu welcher Tageszeit und in welcher Umgebung treten sie meist auf, und bestehen sonstige Beschwerden wie Halsschmerzen, Schnupfen, Kopfschmerzen, Heiserkeit oder Atembeschwerden? Ausserdem fragt die Ärztin nach Vorerkrankungen wie Allergien und nach eingenommenen Medikamenten.

Anschliessend erfolgt eine gründliche körperliche Untersuchung von Hals, Rachen und Oberkörper. Lunge und Herz werden mit einem Stethoskop abgehört. Insbesondere bei Verdacht auf Asthma, Lungenfibrose, einen Tumor, eine chronisch-obstruktive Lungenkrankheit (COPD) oder ein Lungenemphysem ist zudem ein Lungenfunktionstest wichtig.

Auch bildgebende Verfahren können wichtige Hinweise auf die Ursache des Reizhustens liefern. Durch eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs kann festgestellt werden, ob die Lunge entzündet ist. CT-Aufnahmen zeigen Veränderungen im Brustkorb auf – etwa Flüssigkeitsansammlungen, Lungenfibrosen und Lungenembolien. Mittels einer Bronchoskopie können die unteren Atemwege nach Fremdkörpern und krankhaften Veränderungen absuchen. Dazu wird ein Endoskop – eine an einem dünnen Schlauch befestigte kleine Kamera – über Mund oder Nase in die Atemwege eingeführt.

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4. Therapie von Reizhusten

Bei Reizhusten (trockenem Husten) richtet sich die Therapie nach der jeweiligen Ursache. Durch die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung sollte in der Regel auch der Husten vergehen.

Da Husten normalerweise dazu dient, die Atemwege zu reinigen, sollte man ihn nicht zwangsläufig durch Medikamente unterdrücken. Wenn trockener Husten jedoch sehr stark und häufig auftritt, kann die Schleimhaut Schaden nehmen. Auch kann starker Husten den Schlaf stören. Hustenhemmende Arzneimittel (Antitussiva) können dann als Therapie-Massnahme infrage kommen. Antitussiva stillen den Hustenreiz, indem sie auf das Hustenzentrum im Gehirn wirken und so den Hustenreflex hemmen. Sie lindern Husten in der Regel innerhalb einer Stunde.

Wirkstoffe von hustenhemmenden Arzneimitteln sind zum Beispiel Codein, Dihydrocodein, Pentoxyverin, Dextromethorphan, Benproperin und Noscapin. Betroffene sollten diese Arzneimittel jedoch nicht länger als eine Woche einnehmen, da bei gewissen Wirkstoffen – besonders Codein und Dihydrocodein – ein Abhängigkeitsrisiko besteht. Ausserdem können Nebenwirkungen wie Verstopfung oder Konzentrationsschwäche auftreten, die die Fahrtüchtigkeit beeinflussen kann.

Ist der Reizhusten ein Symptom länger andauernder oder chronischer Krankheiten, kann eine gezielte Behandlung nötig sein. Bei einem Pseudokrupp kann die Ärztin Kortisonpräparate verschreiben, die der Entzündung im Kehlkopf entgegenwirken. Eine Allergie lässt sich mit Antihistaminika oder Glukokortikoiden lindern.

Bei pflanzlichen Hustenmitteln besteht keine Gefahr, abhängig zu werden. Gegen Reizhusten helfen zum Beispiel Spitzwegerich- und Eibischextrakte oder Isländisches Moos. Auch Honig kann hilfreich sein. Die meisten dieser Mittel wirken, indem sie eine Zuckerhülle um die Hustenrezeptoren im Rachen legen, welche diese vor Reizen schützen. Da der Zucker höchstens eine halbe Stunde auf den Rezeptoren haftet, wirken diese Mittel allerdings nicht nachhaltig.

Hausmittel können bei anhaltendem Reizhusten mit harmloser Ursache zumindest vorübergehend schnell Linderung verschaffen. Viele Betroffene empfinden Hals- und Brustwickel sowie Erkältungsbäder als wohltuend. Manchmal können auch Dampfbäder und Tees die Beschwerden kurzfristig lindern.

Wer häufig nachts einen Hustenreiz verspürt, sollte damit zum Arzt gehen. Bis die Ursache geklärt ist, können folgende Massnahmen helfen, den nächtlichen Husten zu lindern:

  • schlafen mit hochgelagertem Oberkörper
  • ausreichend Wasser trinken
  • das Schlafzimmer gründlich von Staub und Schmutz reinigen
  • das Schlafzimmer kühl halten und vor dem Schlafen lüften
  • abends auf scharfe Gewürze, säurehaltige Getränke, sehr fettige Speisen und Alkohol verzichten

Kindern, die aufgrund einer Erkältung unter nächtlichem Husten leiden, hilft manchmal ein Löffel Honig vor dem Schlafengehen.

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