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Schmerzen beim Stuhlgang

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Veröffentlicht am 24.11.2016

1. Definition von Schmerzen beim Stuhlgang

Definition

Schmerzen beim Stuhlgang sind häufig. Vor allem Menschen mit chronischer Verstopfung (Obstipation) kennen Schmerzen beim Toilettengang. Auch Verletzungen und Entzündungen der Darmschleimhaut, Hämorrhoiden oder eine Analvenenthrombose können der Grund für Schmerzen beim Stuhlgang sein.

Der Kot (Fäzes) besteht zu grossen Teilen aus abgestossener Darmschleimhaut, Schleim, Bakterien und unverdauten Nahrungsresten. Er hat im Normalfall eine eher weiche bis mittelharte Konsistenz. Bei Verstopfung ist der Kot jedoch meist sehr hart und trocken. Der Betroffene muss stark und häufig unter Schmerzen pressen, um den Stuhl zu entleeren. Dies kann kleine Risse in der Darmschleimhaut und der Schleimhaut des Afters begünstigen. Diese kleine Risse, sogenannte Analfissuren, können brennende und stechende Schmerzen beim Stuhlgang verursachen. Weitere Ursachen einer schmerzhaften Darmentleerung sind zum Beispiel Entzündungen (bspw. Analfistel, Analabszess). Seltener hängen die Schmerzen beim Stuhlgang mit einer bösartigen Geschwulst zusammen (etwa bei Enddarmkrebs).

Schmerzen beim Stuhlgang gehören, ebenso wie Juckreiz und Nässen im Analbereich, medizinisch zu den sogenannten Proktalgien, den Anal- oder Afterbeschwerden. Kommt es zu solchen Beschwerden, ist es wichtig, einen Facharzt für Enddarmerkrankungen – einen Proktologen – aufzusuchen. Dieser kann die Ursachen mithilfe von verschiedenen Untersuchungen klären und entsprechend behandeln. Vor allem bei anhaltenden oder sich verstärkenden Beschwerden empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen. Dies gilt insbesondere bei Blutungen aus dem After oder Blutbeimengungen im Stuhl.

Darüber hinaus gibt es einige Dinge, mit denen Sie Schmerzen beim Stuhlgang entgegenwirken können:

  • Achten Sie auf eine ballaststoffreiche Ernährung.
  • Trinken Sie ausreichend.
  • Bewegen Sie sich regelmässig.

Dies beugt einer schmerzhaften Verstopfung vor. Verwenden Sie ausserdem möglichst nur weiches Toilettenpapier und feuchte Tücher zur Reinigung nach dem Stuhlgang. Auf diese Weise reduzieren Sie das Risiko von Hautreizungen und Rissen der Schleimhaut.

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2. Ursachen von Schmerzen beim Stuhlgang

Treten Schmerzen beim Stuhlgang auf, liegen die Ursachen häufig in einer akuten oder auch chronischen Verstopfung (Obstipation). Ist der Kot (Fäzes) hart, muss der Betroffene stark pressen, um den Stuhl zu entleeren.

Chronische Verstopfung begünstigen die Entstehung von Hämorrhoiden, die wiederum zu Schmerzen und Problemen beim Stuhlgang führen. Sehr schmerzhaft ist zudem eine sogenannte Analvenenthrombose, also Blutgerinnsel in den kleinen Gefässen des Anus.

Schmerzen beim Stuhlgang können viele unterschiedliche Ursachen haben. Auch Durchfall reizt mitunter die sensible Schleimhaut des Afters. Sie entzündet sich, wird rissig und es kommt zu brennenden Schmerzen am After, sobald dieser mit Urin und Kot in Berührung kommt.

Bei einer Analfissur handelt es sich um einen längs verlaufenden Riss der Schleimhaut im Bereich des äusseren Enddarms. Sie macht sich neben Schmerzen beim Stuhlgang vor allem durch Blutauflagerungen im Stuhl bemerkbar.

Analfisteln, röhrenartige Verbindungen zwischen Anusschleimhaut und zum Beispiel der Blase, kommen häufig im Rahmen von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie dem Morbus Crohn vor.

Ebenfalls schmerzhaft sind Analabszesse. Dabei handelt es sich um eitrige Entzündungen, die sich nach aussen hin abkapseln und zu starken Schmerzen beim Stuhlgang führen können.

Eine weitere mögliche Ursache für Schmerzen beim Stuhlgang ist das Analekzem. Eine unangenehme, rote, stark juckende Entzündung am After.

Auch Geschlechtskrankheiten (wie Syphilis) und Feigwarzen (Condylomata acuminata) können Ursachen von Schmerzen beim Stuhlgang sein. Selten sind bösartige Erkrankungen verantwortlich für die Beschwerden, zum Beispiel Analkrebs (Analkarzinom) und Enddarmkrebs (Rektumkarzinom).

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3. Diagnose von Schmerzen beim Stuhlgang

Schmerzen beim Stuhlgang erfordern eine Diagnose durch den Arzt, vor allem wenn weitere Beschwerden wie Blut im Stuhl auftreten. Zum einen lassen sich viele Analbeschwerden wie Hämorrhoiden frühzeitig gut behandeln, zum anderen ist es wichtig, bösartige Ursachen wie Analkrebs oder Darmkrebs auszuschliessen.

Ein Facharzt für Enddarmerkrankungen (Proktologe) stellt im Rahmen der Anamnese zunächst einige Fragen zu den Schmerzen beim Stuhlgang, beispielsweise:

  • Seit wann bestehen die Beschwerden?
  • Nässt und juckt der After?
  • Haben Sie Blut im Stuhl oder am Toilettenpapier bemerkt?
  • Wie oft haben Sie Stuhlgang und leiden Sie häufig unter Verstopfung oder Durchfall?
  • Sind bei Ihnen Hämorrhoidalleiden oder andere Erkrankungen bekannt?

Anschliessend legt sich der Betroffene mit angezogenen Beinen auf einer Untersuchungsliege auf die Seite und der Arzt schaut sich den Anus genau an. Zunächst prüft er, ob bereits mit blossem Auge erkennbare Hämorrhoiden, Schleimhautrisse oder Entzündungen vorliegen. Durch eine sogenannte rektale Untersuchung kann der Arzt mit dem Finger Veränderungen im Anus, wie veränderte Hämorrhoiden oder einen Tumor, ertasten. Mit einem Spiegelinstrument, dem Proktoskop, schaut er dann tiefer in den Analkanal hinein.

Je nach Verdacht sind weitere Untersuchungen notwendig, um die Ursache der Schmerzen beim Stuhlgang zu ermitteln und die Diagnose zu sichern. Dazu zählen beispielsweise eine Rektoskopie (Endoskopie des Mastdarms) oder eine Koloskopie (Darmspiegelung). Bei einer Darmspiegelung kann der Arzt tiefere Darmabschnitte betrachten als bei einer Proktoskopie. Auch Abstriche von der Anusschleimhaut sowie Biopsien (Gewebeprobenentnahme) aus der Schleimhaut können erforderlich sein, um die Ursachen der Schmerzen beim Stuhlgang herauszufinden und die Diagnose zu stellen.

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4. Therapie von Schmerzen beim Stuhlgang

Bei Schmerzen beim Stuhlgang richtet sich die Therapie nach der jeweiligen Ursache der Beschwerden. Denn die Schmerzen sind nur das Symptom, von Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung (Obstipation) oder einer anderen Erkrankung.

Deshalb ist die Behandlung der Ursache von besonderer Bedeutung.

Führt Verstopfung (Obstipation) zu Schmerzen beim Stuhlgang, ist es ratsam, mit dem Arzt über die geeignete Therapie zu sprechen. Oft hilft es dann, sich ausreichend zu bewegen sowie genügend Flüssigkeit und Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Ballaststoffe lockern den Stuhl auf wodurch dieser leichter den Darm in Richtung After passieren kann. Auch sanfte Darmmassagen können dabei helfen, hartnäckige Verstopfung zu lösen.

Bei vielen Analbeschwerden, die zu Schmerzen beim Stuhlgang führen, lindern Salben, Zäpfchen oder Klysmen die Symptome. Sie enthalten schmerzstillende sowie juckreiz- und entzündungshemmende Wirkstoffe (wie Kortison, Lidocain und Hamamelis). Auch Sitzbäder mit Kamille oder Teebaumöl erweisen sich in der Regel als wohltuend. Vergewissern Sie sich allerdings, ob diese Stoffe hautverträglich sind und die Schleimhaut des Afters nicht zusätzlich reizen.

Stellt der Arzt ein Hämorrhoidalleiden als Ursache der Schmerzen beim Stuhlgang fest, reicht eine Therapie mit Salben und Zäpfchen häufig nicht aus. Dann ist mitunter eine Verödung (Sklerosierung), das Abbinden (Ligatur) oder die operative Entfernung der Knoten notwendig. Eine Analvenenthrombose kann der Arzt ebenfalls chirurgisch behandeln. Bösartige Tumoren im Anal- und unteren Darmbereich (wie Analkrebs und Enddarmkrebs) erfordern eine spezielle, umfangreiche Behandlung (Operation, ggf. Chemo- und Strahlentherapie).

Verursacht ein Analabszess Schmerzen beim Stuhlgang, entfernt der Arzt diesen operativ. Unbehandelt kann der Abszess zu Komplikationen und im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen.

Um Schmerzen beim Stuhlgang vorzubeugen, können Sie selbst Einiges tun. Sorgen Sie für einen regelmässigen und weichen Stuhlgang, indem Sie…

  • sich ballaststoffreich ernähren,
  • viel trinken
  • und sich regelmässig bewegen.

Benutzen Sie ausserdem vorzugsweise weiches Toilettenpapier (ggf. feuchte Tücher), um die empfindliche Haut rund um den After nicht zu reizen, und achten Sie auf eine gute Intimhygiene.

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