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Schmerzen in der Brust

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Veröffentlicht am 29.04.2020

1. Definition von Schmerzen in der Brust

Brustschmerzen stehen oft im Zusammenhang mit Herzerkrankungen. Auch Probleme der Lunge, der Speiseröhre oder des Skeletts kommen als Ursache in Frage.

Wichtig bei Schmerzen in der Brust ist die rasche Diagnose durch den Arzt: Er kann ernste Erkrankungen ausschliessen – oder diese umgehend behandeln.

Mediziner bezeichnen Schmerzen in der Brust auch als Thoraxschmerzen. Die Schmerzen können je nach Ursache sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Sie können zum Beispiel

 

  • einseitig nur im Brustbereich auftreten oder bis in den Rücken oder die Arme ausstrahlen,
  • plötzlich kurz oder sehr lang anhaltend auftreten,
  • in Ruhe oder bei Bewegung erscheinen oder
  • in Abhängigkeit von den Atemzügen oder davon unabhängig bestehen.


Häufig sind Schmerzen in der Brust nicht das einzige Symptom: Je nach Ursache können weitere Beschwerden hinzukommen, so zum Beispiel

 


Solche Symptome können dem Arzt wichtige Hinweise auf die zugrundeliegende Ursache der Brustschmerzen geben.

Hinter Schmerzen in der Brust können sich ganz unterschiedliche Erkrankungen verbergen. Zu den vom Herzen ausgehenden Ursachen gehören zum Beispiel der akute Angina-pectoris-Anfall im Rahmen einer koronaren Herzerkrankung (KHK) oder ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt).

In den meisten Fällen ist aber nicht das Herz Auslöser von Schmerzen in der Brust. So können beispielsweise Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems oder die gastroösophageale Refluxkrankheit zu Brustschmerzen führen, aber auch eine Rippenfellentzündung (Pleuritis) kann sich durch Schmerzen im Brustbereich äussern.

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Obwohl Schmerzen in der Brust häufig nicht akut lebensbedrohlich sind, sollten sie in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden. Scheuen Sie sich daher nicht, bei Brustschmerzen einen Arzt oder eine Notaufnahme aufzusuchen.

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2. Ursachen von Schmerzen in der Brust

Schmerzen in der Brust beziehungsweise im Brustbereich können viele Ursachen haben.

Mediziner unterteilen je nach Auslöser in

 

  • vom Herzen ausgehende (kardiale) und
  • nicht vom Herzen ausgehende (nicht-kardiale) Ursachen.

Herzerkrankungen als Ursache

Zu den häufigen vom Herzen ausgehenden Ursachen von Schmerzen in der Brust zählt der Angina-pectoris-Anfall im Rahmen einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Dabei sind die Herzkranzgefässe (Koronararterien) so verengt, dass die Durchblutung des Herzmuskels gestört ist. Wenn der Muskel dadurch nicht mehr genug mit Sauerstoff versorgt wird, kommt es zu einem Angina-pectoris-Anfall. Typische Symptome sind Schmerzen in der Brust, ein Druckgefühl, Luftnot und grosse Angst. Auch bei einem Herzinfarkt können Brustschmerzen auftreten.

Als weitere kardiale, also vom Herzen ausgehende Ursachen, kommen etwa infrage:

 

Kardiale Ursachen lösen häufig Schmerzen in der linken Brust beziehungsweise auf der linken Brustseite aus.

Andere Ursachen

Bei Schmerzen in der Brust muss nicht unbedingt eine Herz-Kreislauf-Erkrankung dahinterstecken – es kann viele andere Ursachen für die Beschwerden geben. So können Brustschmerzen auch von der Lunge, der Hauptschlagader, der Speiseröhre oder von Nerven, Muskeln und Skelett ausgehen. Auch psychische Ursachen sind möglich.

Schmerzen in der Brust: Mögliche nicht vom Herzen ausgehende Ursachen

 

Organ / Körperbereich Beispiele
Speiseröhre und Bauchraum

Entzündung der Speiseröhre durch zurückfliessenden Magensaft (Refluxösophagitis, Refluxkrankheit)

Speiseröhrenkrampf (Ösophagospasmus)

Riss in der Speiseröhre (Ösophagusruptur)

Gallenkolik

Bauchspeicheldrüsenentzündung

Magenschleimhautentzündung (Gastritis)

Lunge Lungenembolie

Luft zwischen Lunge und Brustwand (Pneumothorax)

Brustfellentzündung (Pleuritis)

Lungenentzündung (Pneumonie)

COPD, Asthma
Bewegungsapparat Erkrankungen des Skelettsystems und der Brustwand

Verletzungen wie Prellungen, Muskelzerrungen, Rippenfrakturen

Metastasen in Brustwand oder Rippenfell
Nervensystem Nervenschmerzen, z.B. bei Gürtelrose
Hauptschlagader (Aorta) Aortendissektion: Aufspaltung der Wandschichten in der Aorta
Schmerzen ohne körperlichen Befund (funktionelle Schmerzen) Angststörung

Depression

Somatoforme Störung
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Ausserdem gibt es weitere Grunderkrankungen, bei denen mitunter Schmerzen in der Brust auftreten. Zu diesen gehören beispielsweise die Sarkoidose oder der systemische Lupus erythematodes.

Schmerzen in der weiblichen Brust können auch verschiedene gynäkologische Ursachen zugrunde liegen, zum Beispiel eine Brustentzündung (Mastitis). Mediziner sprechen bei Schmerzen in der weiblichen Brust von Mastodynie oder Mastalgie.

Ein Mann mit Schmerzen in der Brust und seine Frau lassen sich ärztlich beraten.

Schmerzen in der Brust können auf verschiedene schwere Krankheiten hindeuten. Sie sollten deshalb immer ärztlich abgeklärt werden.

Quelle: Getty Images
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3. Diagnose von Schmerzen in der Brust

Schmerzen in der Brust oder im Brustbereich müssen medizinisch abgeklärt werden, um eine akut lebensbedrohliche Erkrankung ausschliessen oder feststellen zu können. Zunächst stellt der Arzt dazu seinem Patienten einige Fragen zur Krankheitsgeschichte (sog. Anamnese). Die Auskünfte des Patienten geben dem Mediziner wichtige Hinweise auf die mögliche Ursache der Brustschmerzen.

Der Arzt wird beispielsweise wissen wollen,

 

  • wo genau die Schmerzen auftreten,
  • ob die Schmerzen in andere Körperbereiche ausstrahlen,
  • wie sich die Schmerzen anfühlen (z.B. stechend, drückend, brennend …),
  • wie lange die Schmerzen andauern,
  • ob es sich um einen Dauerschmerz oder einen immer wiederkehrenden Schmerz handelt,
  • ob die Schmerzen plötzlich oder schleichend eingesetzt haben,
  • ob die Schmerzen in bei bestimmten Bewegungen ab- oder zunehmen und
  • ob Körperposition, Atmung oder Nahrungsaufnahme die Schmerzen beeinflussen.


Zudem wird der Arzt fragen, ob der Patient weitere Beschwerden hat, so zum Beispiel Übelkeit, Oberbauchbeschwerden, Schweißausbrüche oder Fieber. Ausserdem benötigt der Arzt Informationen über mögliche Vorerkrankungen oder vorangegangene Verletzungen. Zudem wird er nach möglichen Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten fragen. Mögliche Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung sind beispielsweise Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, erhöhte Cholesterinwerte und eine entsprechende erbliche Veranlagung.

Im Anschluss an das Gespräch mit dem Patienten folgt eine körperliche Untersuchung. Der Arzt hört Herz und Lunge ab, zudem misst er Puls und Blutdruck.

Zur Standarddiagnostik bei Schmerzen in der Brust oder im Brustbereich gehören zudem ein Elektrokardiogramm (EKG) und eine Blutuntersuchung. Auch eine Röntgenaufnahme des Brustbereichs kann sinnvoll sein.

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Je nachdem, welche Ursache der Arzt für die Schmerzen in der Brust vermutet, können sich zusätzliche Untersuchungen anschliessen, so zum Beispiel:

 

  • eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie),
  • eine Untersuchung der Herzgefässe mit Kontrastmitteln (Herzkatheter),
  • ein Belastungs-EKG, oder
  • eine Computertomographie.
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4. Therapie von Schmerzen in der Brust

Bei Schmerzen in der Brust oder im Brustbereich hängt die Therapie von der zugrunde liegenden Ursache ab. Beispiele für Erkrankungen und mögliche Therapien:

 

  • Einen akuten Angina-pectoris-Anfall kann man mit Nitroglyzerin (Glyceroltrinitrat) als Spray oder Zerbeisskapsel schnell beenden.
  • Bei einem Herzinfarkt ist es wichtig, dass der Arzt die Durchblutung des Herzmuskels medikamentös (Nitroglycerin, Acetylsalicylsäure, Heparin) oder durch eine Aufweitung der verschlossenen Herzkranzarterie (z.B. mithilfe einer Ballondilatation) wiederherstellt.
  • Bei einer Refluxkrankheit verschreibt der Arzt Medikamente, welche die Produktion der Magensäure reduzieren beziehungsweise die Säure neutralisieren. Dazu stehen Protonenpumpenhemmer (z.B. Omeprazol), H2-Rezeptorenblocker (z.B. Ranitidin) und Antazida zur Verfügung.
  • Ist eine Rippenfellentzündung die Ursache für Schmerzen in der Brust ist meist eine Therapie mit Antibiotika nötig, um die auslösenden Erreger abzutöten.

Grundsätzlich gilt: Schmerzen in der Brust sollen immer untersucht werden – die Ursachen können harmlos, aber auch lebensbedrohlich sein. Im Zweifelsfall sollten Sie daher immer den Arzt aufsuchen.

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