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Schmerzen in der Hand

(Handschmerzen)
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1. Definition

Definition

Schmerzen in der Hand können viele Ursachen haben, zum Beispiel Verletzungen, Entzündungen oder Gelenkschäden.

Die Hand (lateinisch: manus) ist das Greifwerkzeug des Menschen. Sie besteht aus den Handwurzelknochen, der Mittelhand und den Fingern (Daumen und vier Langfinger). Die Hand hat überdies mehrere Gelenke, zum Beispiel das Handgelenk, welches sie mit dem Unterarm verbindet, sowie die Fingergelenke.

An der Hand befinden sich ausserdem zahlreiche Muskeln, Sehnen, Bänder, Nerven und Blutgefässe. Erkrankungen und Verletzungen dieser Strukturen können zu Handschmerzen führen. Häufig sind Verletzungen (z.B. Sturz auf die Hand), Arthrose (Gelenkverschleiss) und Fehlbelastungen der Grund für Handschmerzen.

Die Ursachen von Handschmerzen sind vielfältig, da die Hände im Alltag meistens stark beansprucht werden. So können zum Beispiel falsche oder zu grosse Belastungen Handschmerzen verursachen. Aber auch Erkrankungen oder Verletzungen können zu Schmerzen in der Hand führen, zum Beispiel:

  • Rheuma (rheumatoide Arthritis)
  • Gelenk-, Bänder- oder Sehnenverletzungen
  • Engpass-Syndrome wie das Karpaltunnelsyndrom
  • Muskelverletzungen wie Muskelfaserriss

Die Schmerzen in der Hand können auf die Hand beschränkt sein oder ausstrahlen – mitunter wirken sich Handschmerzen bis in die Schulter aus. Treten Schmerzen in der Hand auf, kann ein Arzt mithilfe verschiedener Untersuchungen die Diagnose stellen. Verschiedene Bewegungstests geben einen ersten Hinweis auf den Auslöser der Handschmerzen. Je nach vermuteter Ursache ordnet der Arzt weitere Untersuchungsverfahren an, zum Beispiel Röntgen-, Kernspin- oder neurologische Untersuchungen. Manchmal ist es auch notwendig, ein Gelenk zu punktieren oder zu spiegeln (Arthroskopie).

Ob und gegebenenfalls wie die Handschmerzen behandelt werden müssen, hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Oft reicht es aus, die Hand zu schonen oder mit Cremes oder Salben zu behandeln. Auch Krankengymnastik oder Kälte- beziehungsweise Wärmetherapie können bei Schmerzen in der Hand helfen. Manchmal verschreibt der Arzt Schmerzmittel. Bei manchen Ursachen beseitigt eine Operation die Handschmerzen, zum Beispiel bei Engpass-Syndromen oder Gelenkschäden.

2. Ursachen

Für Schmerzen in der Hand gibt es zahlreiche Ursachen. Die meisten Menschen beanspruchen ihre Hände sowohl im Alltag, als auch in vielen Berufen sowie beim Sport sehr stark. Gerade beim Tragen und Heben, beim Schreiben an der Tastatur oder beim Tennisspielen besteht die Gefahr von falscher oder zu grosser Belastung. Aber auch wenn die Hand längere Zeit ruhiggestellt war (z.B. im Gips nach einem Knochenbruch) kann es zu Handschmerzen kommen. Bei Schmerzen in der Hand können die Ursachen auch Knochen- und Gelenkbeschwerden, Muskelprobleme, Nervenreizungen und Nervenschädigungen sowie Durchblutungsstörungen sein. Die Handschmerzen können dabei ihren Ursprung auch im Arm oder in der Schulter haben und in die Hand ausstrahlen.

Schmerzen in der Hand haben unter anderem folgende Ursachen:

  • Gelenkverletzungen, Bänder- und Sehnenverletzungen (Zerrung und Riss)
  • Gelenkausrenkung (Luxation), wie Verrenkung des Handgelenks
  • Gelenkentzündung (Arthritis)
  • Gelenkverschleiss (Arthrose), z.B. des Daumensattelgelenks (Rhizarthrose)
  • Gelenkrheuma (rheumatoide Arthritis)
  • Repetitive Strain Injury (Überlastung durch jahrelange, immer gleiche Tätigkeiten)
  • Muskelverspannungen und Muskelverletzungen (vom sog. Muskelkater bis hin zum Muskelfaserriss)
  • Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis)
  • Gichtanfall
  • Engpass-Syndrome (z.B. Guyon-Tunnelsyndrom, Karpaltunnelsyndrom)
  • Ganglion (Überbein)
  • schnellender Finger
  • Dupuytren-Krankheit (Bindegewebsverhärtung und Knötchenbildung im Bereich der Hohlhand)
  • Sudeck-Krankheit
  • Knochenbrüche (z.B. Mittelhandfraktur)
  • Knochenentzündung
  • Osteoporose (Knochenschwund)
  • Lunatummalazie (Erweichung des Mondbeins, eines Handwurzelknochens)
  • Durchblutungsstörungen und Blutgerinnsel (Thrombosen) in der Hand
  • Tumoren (gut- und bösartig)
  • Nervenerkrankungen mit Nervenschäden
  • Haut- und Nagelkrankheiten im Handbereich (z.B. Nagelbettentzündung)

3. Diagnose

Bei Schmerzen in der Hand ist eine genaue Diagnose durch einen Arzt besonders wichtig bei länger anhaltenden, chronischen Handschmerzen oder plötzlichen, sehr starken Beschwerden. Schwer verletzte Hände sowie entzündlich geschwollene und überwärmte Hand- oder Fingergelenke sollten ebenfalls ärztlich untersucht und behandelt werden. Leichte Schmerzen in der Hand verschwinden oft nach kurzer Zeit von ganz alleine, zum Beispiel wenn die Hand einen Tag lang ungewohnter Belastung ausgesetzt war (beispielsweise viel Schreiben oder Tippen am PC).

Um bei Schmerzen in der Hand die richtige Diagnose zu stellen, klärt der Arzt zunächst ein paar Fragen zu den genauen Beschwerden sowie zu möglichen zusätzlichen Problemen und Vorerkrankungen (z.B. Arthrose) ab. Wichtig ist beispielsweise, wo genau der Schmerz sitzt, seit wann die Handschmerzen bestehen, ob man die Hand falsch belastet hat, ob man beruflich viel an der Tastatur arbeitet oder ob es eine Verletzung oder einen Unfall gab.

Es folgt eine gründliche Untersuchung des Arms und der betroffenen Hand, wozu auch verschiedene Bewegungstests gehören. Der Arzt prüft, ob eine Gelenkschwellung und ein Gelenkerguss (Flüssigkeitsansammlung im Gelenk) an Hand- und Fingergelenken vorhanden sind, ob die Bewegung der Hand eingeschränkt ist und ob Muskeln verkürzt sind.

Je nach vermuteter Ursache der Handschmerzen sind weitere Untersuchungen notwendig. Dies können unter anderem sein:

  • Röntgenaufnahmen
  • Blutuntersuchungen (z.B. auf Entzündungswerte bei Verdacht auf Rheuma)
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • neurologische Untersuchung (auf Erkrankungen und Schäden von Nerven)
  • elektrophysiologische Untersuchungen (Messung der Nervenleitgeschwindigkeiten, z.B. EMG)
  • Prüfung des sogenannten vegetativen Nervensystems (z.B. Schweisstest, Thermographie, Hauttemperatur)
  • Angiographie (Röntgenuntersuchung der Blutgefässe) bei Verdacht auf eine Durchblutungsstörung
  • Arthroskopie (Gelenkspiegelung)
  • Gelenkpunktion bei Gelenkerguss
  • Kernspintomographie (MRT)

4. Therapie

Bei Schmerzen in der Hand richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache. Akute Handschmerzen nach kurzzeitiger Fehl- oder Überlastung verschwinden oft ganz von alleine. Unter Umständen sind Salbenverbände oder eine Gipsschiene notwendig, um die Hand ruhig zu stellen.

Um die Beschwerden zu lindern, lassen sich Handschmerzen mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln (wie Acetylsalicylsäure, Diclofenac) behandeln, die vorwiegend als Tabletten, Salben oder Pflaster erhältlich sind. Bei Handgelenk-Beschwerden ist es möglich, das Gelenk mit Kortisonpräparaten oder örtlichen Betäubungsmitteln (wie Bupivacain) zu spülen oder die Wirkstoffe in das Gelenk zu spritzen.

Bei einigen Ursachen von Schmerzen in der Hand ist eine Operation notwendig. Knochenbrüche (wie Fingerbruch, Mittelhandbruch) können abhängig vom Bruch konservativ (also ohne Operation, z.B. mit einem Gips) oder operativ behandelt werden. Bei Engpass-Syndromen wie dem Karpaltunnelsyndrom müssen die gedrückten Nerven, Muskeln und Blutgefässe gegebenenfalls operativ entlastet werden. Gelenkschäden lassen sich heutzutage oftmals im Rahmen einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) operieren.

Unterstützend sind bei Schmerzen in der Hand weitere Therapie-Massnahmen sinnvoll, beispielsweise:

  • Physiotherapie
  • Wärme-oder Kältebehandlung
  • Muskeltraining (Kräftigung und Dehnung)
  • Bewegung und gelenkfreundliche Sportarten (z.B. Schwimmen)
  • Wasser- und Bädertherapie
  • Elektrotherapie
  • Ultraschalltherapie
  • orthopädische Hilfsmittel (wie Bandagen)

Ob bei Schmerzen in der Hand vorübergehende Schonung oder Bewegung, und ob Wärme oder Kühlung besser sind, hängt von der jeweiligen Ursache ab. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt.