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Schuppen

(Kopfschuppen)
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Veröffentlicht am 24.11.2016

1. Definition

Definition

Schuppen (Kopfschuppen) können ein hartnäckiges Problem sein. Beachtung finden sie oft erst, wenn die weißen oder gelblichen Flöckchen in großer Menge in den Haare oder auf (dunkler) Kleidung zu finden sind oder wenn ein starker Juckreiz ständig den Drang weckt, sich am Kopf zu kratzen.

Eine Schuppe (lat.: Squama) ist eine grössere Ansammlung von Hornzellen, die sich von der Kopfhaut abgelöst haben. Dass sich Hautzellen ablösen, ist eigentlich ganz normal: Die Haut des Menschen erneuert sich innerhalb eines Monats vollständig, indem Hautzellen aus tiefen Schichten an die Oberfläche wandern und dort abgestossen werden. Während ihrer Wanderung entwickelt sich die Zelle zur Hornzelle, die sich immer mehr abflacht und schliesslich ihren Zusammenhalt verliert und sich als Hornsäckchen von der Haut ablöst. Normalweise sind die abgelösten Zellen so klein, dass sie mit blossem Auge nicht erkennbar sind. Bilden sich die nachwachsenden Zellen aber zum Beispiel zu schnell, können sich die oberen Zellen nicht schnell genug voneinander lösen und es entstehen Zellhaufen. Ab einer Gruppe von etwa 500 Zellen sind sie dann auf der Haut des Kopfs als Schuppen sichtbar.

Nicht jedes Schuppenproblem ist gleich – Kopfschuppen können trocken oder fettig sein: Trockene Schuppen auf der Kopfhaut sind eher klein und rieseln leicht vom Kopf auf die Kleidung. Fettige Schuppen sind gelblich. Zerreibt man sie zwischen den Fingern, bleibt ein fettiger Film zurück. Ausserdem können Schuppen verschiedene Formen haben, wie beispielsweise:

  • kleieförmig (pityriasiform),
  • plättchenförmig (psoriasiform),
  • blätterförmig (lamellös) oder
  • schildchenförmig (ichthyosiform).

Schuppen können eine ganz harmlose Ursache haben, aber auch Anzeichen verschiedener Hautkrankheiten sein. Wenn trotz ausreichender Haarhygiene ein lang anhaltendes Schuppenproblem besteht, ist es daher ratsam, auf jeden Fall einen Hautarzt aufzusuchen: Dieser kann die Ursache der Kopfschuppen abklären und gegebenenfalls festlegen, mit welchem Mittel gegen die Schuppen vorzugehen ist. Wenn die Schuppen nur selten und vorübergehend auftauchen, kann man sie mit einem Anti-Schuppen-Shampoo loswerden.

2. Ursachen

Schuppen auf der Kopfhaut (Kopfschuppen) können harmlose Ursachen haben oder auch Begleitsymptom einer Hautkrankheit sein.

Trockene Schuppen entstehen häufig, wenn die Kopfhaut stark ausgetrocknet oder strapaziert ist. Dieses ist beispielsweise bei hohen Temperaturen im Sommer, beim Waschen der Haare mit zu heissem Wasser oder bei langem Trocknen der Haare mit einem Haartrockner der Fall. Trockene Kopfschuppen können ihre Ursachen ausserdem in einem beschleunigten Hautstoffwechsel haben, der häufig bei Allergien auftritt. Auch winzige Entzündungsherde auf der Kopfhaut, deren Ursache meist eine Besiedelung mit einem Pilz oder mit Bakterien ist, kann die Bildung von Hornzellen verstärken.

Fettige Schuppen haben ihre Ursachen am häufigsten in einer Funktionsstörung der Talgdrüsen in der Kopfhaut. Die abgelösten Hornhautzellen verbinden sich mit dem in grossen Mengen gebildeten Talg und es entstehen gelbe Kopfschuppen. Grund für die übermässige Talgproduktion (sog. Seborrhö) ist meist ein seborrhoisches Ekzem.

Weitere Ursachen für trockene und feuchte Schuppen auf der Kopfhaut können sein:

  • Schuppenflechte (Psoriasis capitis)
  • Neurodermitis
  • Pilzerkrankungen wie die Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor) oder Tinea capitis
  • Kontaktallergie (allergische Kontaktdermatitis)
  • chronischer Lupus erythematodes (Schmetterlingsflechte)
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3. Diagnose

Bei Schuppen (Kopfschuppen) ist eine ärztliche Diagnose (durch einen Hautarzt) auf jeden Fall ratsam, wenn das Schuppenproblem trotz guter Haarpflege nicht verschwindet oder beispielsweise Haarausfall, eine gerötete oder juckende Kopfhaut zusätzlich zu den Schuppen auftreten.

Zunächst erfasst der Hautarzt bei Schuppen der Kopfhaut die Krankengeschichte (sog. Anamnese): Für die Diagnose ist wichtig zu wissen, ob die Kopfschuppen nur gelegentlich auftreten und immer wieder verschwinden und wie lange sie schon vorhanden sind. Auch mögliche Begleitsymptome der Schuppen wie zum Beispiel Juckreiz oder gleichzeitig vorliegende Hauterkrankungen (z.B. Neurodermitis oder Allergien) können auf die mögliche Ursache der Schuppen hinweisen.

Anschliessend erfolgt zur Schuppen-Diagnose eine körperliche Untersuchung: Hierbei prüft der Hautarzt die Kopfhaut genau auf Auffälligkeiten (sind z.B. Rötungen vorhanden?) und auf die Art der Kopfschuppen (sind die Schuppen trocken oder fettig? Welche Form und Grösse haben sie?).

Je nachdem, welche Ursache der Arzt für die Schuppen vermutet, sind zur abschließenden Diagnose zusätzliche Untersuchungen nötig. So können beispielsweise ein Allergietest, ein Abstrich mit Erregerkultur, eine Gewebeprobe (Biopsie) und eine Blutuntersuchung hinzukommen, um den Grund für die Kopfschuppen genau zu bestimmen.

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4. Therapie

Bei Schuppen (Kopfschuppen) erfolgt in der Regel eine örtliche Therapie. Welches Mittel gegen Schuppen der Kopfhaut wirksam ist, hängt von der jeweiligen Ursache ab.

Ein Shampoo speziell gegen Schuppen ist zur Therapie ausreichend, wenn die Kopfhautschuppen nur sehr selten und kurz auftreten. Ein solches Anti-Schuppen-Shampoo enthält unter anderem Wirkstoffe gegen Pilze (sog. Antimykotika). Wenn es Ihnen gelungen ist, die Schuppen mit dem Shampoo erfolgreich zu bekämpfen, gelten vorbeugend folgende Tipps zur Haarpflege:

  • Waschen Sie die Haare nicht mit zu heissem Wasser,
  • trocknen Sie die Haare, wenn überhaupt, nur sehr kurz mit einem Haartrockner an und
  • verwenden Sie nicht zu viele Pflegeprodukte.

Wenn die Schuppen auf dem Kopf grosse Zusammenlagerungen bilden, ist es möglich, diese mit Salicylsäure zu lösen. Ist die Kopfhaut bei Schuppen stark entzündet, kommen zur Therapie kortisonhaltige Haartinkturen zum Einsatz. Ausserdem kann, um mögliche bakterielle Erreger zu beseitigen, eine Behandlung mit Antibiotika gegen die Kopfschuppen erfolgen.

Sind die Schuppen Begleitsymptom einer Hautkrankheit, ist in jedem Fall eine gezielte Therapie dieser Erkrankung notwendig.

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