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Schwellung in der Leiste

(Leistenschwellung)
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1. Definition

Definition

Eine Schwellung in der Leiste kann plötzlich auftreten. Die Leistenschwellung ist je nach Ursache schmerzhaft oder schmerzlos.

Die Leiste ist der untere seitliche Teil der Bauchwand. Die Leistenregion (Inguinalregion) wird von Knochen – nämlich den beiden Darmbeinkämmen und dem oberen Rand des Beckens – sowie zur Mitte hin vom geraden Bauchmuskel und der Schamgegend begrenzt. Im Leistenkanal befindet sich der sogenannte Leistenring, eine natürliche Schwachstelle und möglicher Grund für eine Schwellung in der Leiste. Hier verlaufen Muskeln, Nerven, Blut- und Lymphgefässe, Lymphknoten, beim Mann der Samenstrang und einige weitere Strukturen.

Durch die Lücke der inneren Bauchwand im Bereich des Leistenkanals können sich Gewebe und Organe aus der Bauchhöhle vorwölben und die Leistenschwellung verursachen. Dann spricht man von einem Leistenbruch oder einer Leistenhernie. Sie kommt sehr häufig bei Männern vor. Einer Schwellung in der Leiste können aber auch einige andere Ursachen zugrunde liegen.

Wenn Sie eine Schwellung in der Leiste bei sich bemerken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er kann die Ursache der Leistenschwellung feststellen. Dies ist wichtig, weil manchmal eine schnelle Behandlung notwendig ist. Etwa bei einem Leistenbruch kann Gewebe aus dem Bauchraum – zum Beispiel ein Teil des Darms – durch den Leistenkanal austreten. Im schlimmsten Fall wird dieses Gewebe eingeklemmt und stirbt ab. Deshalb ist es wichtig, die Ursache der Schwellung in der Leiste schnell zu erkennen und zu therapieren.

Den Grund einer Leistenschwellung kann der Arzt mit verschiedenen Untersuchungen herausfinden, zum Beispiel mittels Ultraschall oder Bluttests. Eine ausführliche Befragung gibt ihm zunächst Hinweise auf die mögliche Ursache der Schwellung in der Leiste. Nachdem der Mediziner den Betroffenen eingehend körperlich untersucht hat, kann er dann entscheiden, ob und welche weiteren Untersuchungen notwendig sind.

Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Manchmal heilt eine Schwellung in der Leiste von selbst wieder aus, in anderen Fällen sind Medikamente notwendig. Bei einem Leistenbruch oder bösartigen Veränderungen ist dagegen häufig eine Operation notwendig.

2. Ursachen

Eine Schwellung in der Leiste kann verschiedene Ursachen haben. Eine häufige und typische Ursache für eine Schwellung in der Leiste ist ein Leistenbruch. Dabei rutscht Gewebe aus dem Bauchraum, zum Beispiel Darm, durch den Leistenkanal. Vor allem Männer sind davon betroffen.

Oft stecken hinter der Leistenschwellung aber auch vergrösserte Lymphknoten. Die Lymphknoten in der Leiste können entzündlich vergrössert sein und sind dann sehr schmerzhaft. Eine solche Lymphknotenschwellung ist häufig die Ursache von einer Schwellung in der Leiste. Vergrösserte Lymphknoten kommen aber auch im Rahmen von Lymphdrüsen- und Krebserkrankungen (z.B. Lymphomen, Leukämien) oder als Metastasen (Tochtergeschwülste) vor.

Bei einer Schwellung in der Leiste kommen als Ursachen auch andere Tumoren wie das gutartige (= kein Krebs) Lipom (Fettgeschwulst) infrage. Weitere mögliche Ursachen sind Abszesse (abgekapselte Entzündungen) sowie Thrombosen (Blutgerinnsel) in der Leistengegend. Ein Ganglion im Hüftgelenk kann eine Leistenschwellung vortäuschen. Bei Jungen und Männern steckt manchmal ein Hodenhochstand oder eine Hydrozele (Wasseransammlung im Hoden) hinter der Schwellung in der Leiste.

Darüber hinaus kann eine vorübergehende Leistenschwellung nach Bauchoperationen auftreten.

3. Diagnose

Eine Schwellung in der Leiste erfordert eine Diagnose durch den Arzt. Denn handelt es sich um einen Leistenbruch, ist unter Umständen eine rasche Therapie erforderlich, weil das vorgetretene Bauchgewebe einklemmen kann. Auch sollten bösartige Erkrankungen wie ein Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) ausgeschlossen werden.

Der Arzt stellt im Rahmen der sogenannten Anamnese ein paar Fragen, beispielsweise wann die Schwellung bemerkt wurde, ob sie grösser geworden ist, ob sie schmerzt und vieles mehr. Die körperliche Untersuchung erfolgt zunächst im Stehen. Dabei betrachtet der Mediziner die Schwellung in der Leiste genau und tastet sie ab. Zur Diagnose-Findung fordert Sie der Arzt auf, zu husten und pressen, um zu schauen, ob die Schwellung dadurch grösser wird (was bei einem Leistenbruch der Fall ist). Ausserdem prüft der Arzt, ob sich die Schwellung in den Bauchraum zurückdrängen lässt. Dies dürfen Sie aber keinesfalls selbst versuchen, da dabei Gewebe eingeklemmt werden kann.

Bei einer Schwellung in der Leiste setzt der Arzt zur Diagnose ausserdem bildgebende Verfahren ein, meist eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie). Je nach vermuteter Ursache der Schwellung in der Leiste sind weitere Untersuchungen notwendig. Bei einem vergrösserten Lymphknoten können zum Beispiel Blutuntersuchungen und die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) notwendig sein.

4. Therapie

Bei einer Schwellung in der Leiste richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache. Ein Leistenbruch erfordert in der Regel eine Operation. Bruchbänder sind nur sinnvoll, wenn eine Operation nicht möglich ist und sollten niemals ohne Absprache mit einem Arzt zur Selbstbehandlung getragen werden.

Lösen vergrösserte Lymphknoten die Schwellung in der Leiste aus, hängt die Therapie ebenfalls von der Ursache ab. Entzündlich geschwollene Lymphknoten heilen oft von alleine aus, manchmal sind zum Beispiel Antibiotika bei bakteriellen Entzündungen hilfreich. Kleinere Knötchen wie ein Lipom kann der Arzt meist problemlos entfernen.

Bösartige Tumoren (wie Lymphome, Leukämien) als Ursache der Leistenschwellung erfordern eine spezielle Behandlung (z.B. Chemo- und Strahlentherapie).

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