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1. Definition

Definition

Der Begriff Sehstörungen fasst verschiedene Beeinträchtigungen des Sehapparats zusammen.

Es gibt viele verschiedene Arten von Sehstörungen. Sie können sich vielfältig äussern, zum Beispiel durch einen Ausfall von Teilen des Gesichtsfelds, Sehen von Doppelbildern, Schwarzwerden vor den Augen, einen sogenannten Tunnelblick, Augenflimmern, Blitze, helle Punkte, Blendungen sowie verschleierte, verschwommene oder verzerrte Bilder.

Je nach Ursache der Sehstörungen können begleitend verschiedene andere Beschwerden auftreten. Beispiele dafür sind Schwindel, Erbrechen, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen oder Kaubeschwerden.

Sehstörungen können vorübergehend auftreten, aber auch länger anhalten. Manche Sehstörungen sind harmlos und verschwinden von alleine wieder, andere dauern an.

Sehstörungen können verschiedene Ursachen haben. Manche davon sind relativ harmlos, etwa ein zu geringer Blutzuckerspiegel (Unterzuckerung). Bei einigen Betroffenen tritt dann zum Beispiel Augenflimmern auf. In diesem Fall verschwinden die Sehstörungen wieder, wenn sich der Blutzuckerwert normalisiert. Sehstörungen wie Flimmern vor den Augen können auch kurz vor oder während eines Migräne-Anfalls auftreten. Hier halten die Beschwerden ebenfalls normalerweise nur solange an, wie die Migräne-Attacke anhält.

Manche Erkrankungen rufen dagegen anhaltende Sehstörungen hervor. Dazu gehören zum Beispiel die Netzhautablösung, aber auch Durchblutungsstörungen im Auge oder im Gehirn bis hin zum Schlaganfall. Daher sollten Sie bei Sehstörungen, die länger auftreten und deren Auslöser nicht bekannt ist, immer einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen abzuklären und eine mögliche Behandlung einzuleiten.

Die Therapie richtet sich bei Sehstörungen, wie Flimmern vor den Augen, nach den zugrunde liegenden Ursachen. Etwa bei einer Unterzuckerung reicht es bereits aus, wenn Betroffene ein Stück Traubenzucker essen oder einen zuckerhaltigen Saft trinken. Bei Migräne helfen oft Medikamente. Bei Kurz- oder Weitsichtigkeit sind Sehhilfen sinnvoll, zum Beispiel eine Brille.

Ernsthafte Erkrankungen wie eine Netzhautablösung oder Grauer Star (Katarakt) machen manchmal eine Operation notwendig, um die Sehstörungen zu behandeln.

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2. Ursachen

Sehstörungen können vielfältige Ursachenhaben. Manche davon sind harmlos, andere sollten behandelt werden. Kurz anhaltende Sehstörungen, die ohne begleitende Augenschmerzen auftreten, können bei einem Kreislaufkollaps, Migräne oder Unterzuckerung (Hypoglykämie) entstehen.

Über längere Zeit anhaltende Sehstörungen können beispielsweise folgende Ursachen haben:

  • Papilleninfarkt (akute Durchblutungsstörung des Blinden Flecks) aufgrund einer Arteriosklerose oder Diabetes mellitus
  • Verschluss der Zentralarterie der Netzhaut (retinaler Arterienverschluss)
  • Blutung im Glaskörper des Auges
  • Netzhautablösung
  • Entzündung des Sehnervs (Retrobulbärneuritis)
  • Venen- oder Arterienverschlüsse
  • Entzündung der Kopfarterien (Arteriitis)

Sehstörungen, die sich über Monate oder sogar Jahre hinweg langsam verschlechtern, sind am häufigsten bei Weit- oder Kurzsichtigkeit. Sie können aber auch beim Grauen Star (Katarakt) aufgrund einer Rückbildung der Hornhaut oder bei der altersabhängigen Makuladegeneration auftreten.

Bei schmerzhaften, akut auftretenden Sehstörungen kommen als Ursachen zum Beispiel ein akuter Glaukomanfall, die Hornhauterkrankung Keratokonus, eine Entzündung des Sehnervs oder der mittleren Augenhaut (Uveitis) in Betracht.

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3. Diagnose

Bei Sehstörungen ist im Rahmen der Diagnose der wichtigste erste Schritt, diese dem Arzt genau zu beschreiben.

  • Seit wann treten die Sehstörungen auf?
  • Verschlechtert sich die Sehstörung?
  • Wie genau äussern sie sich?
  • Kommt es zu Gesichtsfeldausfällen, werden Blitze oder schwarze Punkte gesehen?
  • Sind die Bilder unscharf oder doppelt?
  • Treten gleichzeitig andere Beschwerden wie Übelkeit oder Kopfschmerzen auf?

Diese Beschreibung kann dem Arzt einen ersten Hinweis auf die Ursache der Sehstörungen geben.

Anschliessend führt der Arzt einen Sehtest durch, bestimmt das Gesichtsfeld und misst den Augendruck. Mithilfe der sogenannten Spaltlampenuntersuchung kann er Veränderungen oder Narben auf der Hornhaut sichtbar machen. Um das Innere des Auges, vor allem die Netzhaut zu kontrollieren, wird eine Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) durchgeführt.

Je nach vermuteter Ursache können weitere Untersuchungen helfen, diese zu bestätigen oder auszuschliessen. Dazu gehören beispielsweise neurologische Untersuchungen, Blutuntersuchung, Fluoreszensangiographie, eine Ultraschalluntersuchung oder auch ein Sehtest wie der Amsler-Gitter-Test.

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4. Therapie

Bei Sehstörungen richtet sich die Therapie immer individuell nach der Ursache. Da sie meist Begleitsymptom einer Grunderkrankung sind, ist in diesen Fällen eine zielgerichtete Therapie dieser Krankheit notwendig.

Treten Sehstörungen im Rahmen eines Migräne-Anfalls auf, können Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen (sog. Antiemetika) als erster Schritt die Begleitsymptome bessern. Danach kommen Schmerzmittel (Analgetika) zum Einsatz.

Bei Sehstörungen aufgrund einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) können Betroffene zum Beispiel ein Stück Traubenzucker essen oder zuckerhaltige Säfte trinken.

Eine Netzhautablösung können Ärzte meist operativ stoppen. Dabei nähen sie eine Silikonplombe oder ein Silikonband von aussen auf das Auge. Ausserdem können sie mithilfe von Laserstrahlen Löcher zwischen Pigmentepithel und Netzhaut verkleben.

Bei Sehstörungen durch einen akuten Glaukomanfall verschreibt der Arzt zur Therapie Medikamente, die den Augendruck senken. Anschliessend operiert er das Auge.

Eine Weit- oder Kurzsichtigkeit kann mit Sehhilfen, wie einer Brille oder Kontaktlinsen, korrigiert werden. Langfristig helfen in manchen Fällen Augenlaser-Operationen, welche die Sehschwäche dauerhaft ausgleichen können.

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