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1. Definition

Definition

Sodbrennen macht sich durch ein schmerzhaftes Brennen hinter dem Brustbein bemerkbar. Das unangenehme Gefühl kann vom Oberbauch bis in den Hals reichen. Sodbrennen entsteht, wenn saurer Magensaft zurück in die Speiseröhre fliesst (Reflux).

Im Zusammenhang mit Sodbrennen kann es ausserdem zu saurem Aufstossen kommen. Manchmal gelangt beim Aufstossen auch etwas Magensaft zurück in den Rachenbereich oder Mundraum.

Der Magen ist von einer Schleimhaut ausgekleidet, die ihn vor der Magensäure schützt und dagegen unempfindlich macht. Gelangt der saure Magensaft zurück in die Speiseröhre, verursacht er hingegen Beschwerden. Mediziner bezeichnen diesen Rückfluss als gastroösophagealen Reflux. Der Begriff leitet sich von den medizinischen Fachbegriffen für Magen (Gaster) und Speiseröhre (Ösophagus) ab. Normalerweise wird das Zurückfliessen des Magensafts in die Speiseröhre durch eine Art Schliessmuskel verhindert – den Ösophagussphinkter.

Gelegentliches leichtes Sodbrennen kennt fast jeder Mensch, etwa nach sehr fettem Essen oder nach zu viel Kaffee. In den Industrieländern berichtet gut ein Viertel der Bevölkerung wenigstens einmal pro Monat über Sodbrennen in Zusammenhang mit Essen, aber auch nach Alkohol oder Zigaretten. Entsprechend zählt eine ungünstige Ernährung oder Lebensweise auch zu den häufigeren Ursachen für Sodbrennen. Aber auch Stress kann bei manchen Menschen Sodbrennen auslösen.

Vor allem Schwangere sind häufig von Sodbrennen betroffen. Viele Frauen berichten im Verlauf ihrer Schwangerschaft von dem brennenden Schmerz im Oberbauch oder Hals. Durch die wachsende Gebärmutter entsteht ein zunehmender Druck auf den Magen. Da gleichzeitig der Schliessmuskel, der den Magen von der Speiseröhre trennt, während der Schwangerschaft erschlafft und bei Druck leichter nachgibt, kann Magensäure leichter in die Speiseröhre zurückfliessen.

Hinter häufigem Sodbrennen kann sich aber auch die sogenannte gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) verbergen – eine Schwäche des unteren Schliessmuskels der Speiseröhre.

Auf Dauer kann sich durch häufiges Sodbrennen die Schleimhaut in der Speiseröhre verändern. Bei andauernden Beschwerden durch Sodbrennen ist deshalb eine Abklärung durch den Arzt zu empfehlen.

2. Ursachen

Für Sodbrennen gibt es vielfältige Ursachen. Häufig tritt Sodbrennen ernährungsbedingt auf. So leiden viele Menschen nach dem Genuss verschiedener Lebensmittel und Getränke, durch die der Magen mehr Magensäure produziert, an Sodbrennen, so zum Beispiel nach:

  • übermässigem, fettem, scharfem und würzigem Essen
  • Schokolade oder anderen Süssigkeiten
  • kohlensäurehaltigen Getränken
  • Äpfeln
  • Zitrusfrüchten
  • Kaffee
  • schwarzem Tee

Auch Alkohol oder Nikotin können Ursache für Sodbrennen sein. Sie bewirken, dass die Muskulatur, die die Speiseröhre vom Magen trennt (Ösophagussphinkter), erschlafft. Dadurch kann saurer Magensaft in die Speiseröhre gelangen.

Sodbrennen zählt ausserdem zu den typischen Schwangerschaftsbeschwerden: Rund die Hälfte aller Frauen leidet im Verlauf ihrer Schwangerschaft darunter. Der schützende Schliessmuskel zwischen Magen und Speiseröhre wird durch die hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft schlaffer. Die wachsende Gebärmutter drückt zusätzlich auf den Magen. Letztlich gibt der Schliessmuskel so leichter nach und der Magensaft kann in die Speiseröhre zurückfliessen.

Ursachen für Sodbrennen können ausserdem Stress, Sorgen und zu hastiges Essen sein. Sind in diesem Zusammenhang keinerlei krankhafte Veränderungen im Magen nachweisbar, hängen die Beschwerden unter Umständen mit einem Reizmagen zusammen.

Eine Funktionsstörung des unteren Schliessmuskels der Speiseröhre (unterer Ösophagussphinkter) liegt der sogenannten gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) zugrunde. Hierbei fliessen Verdauungssäfte aus dem Magen krankhaft in die Speiseröhre zurück und verursachen häufiges Sodbrennen, das nach grösseren Mahlzeiten auftritt und sich im Liegen verstärkt. Etwa 75 Prozent aller Menschen, die an der Refluxkrankheit leiden, haben Sodbrennen. Neben solchen Beschwerden kann die Refluxkrankheit auch Spätfolgen hervorrufen: Die dauerhafte Speiseröhrenentzündung erhöht zum Beispiel das Risiko für die Ausbildung eines bösartigen Tumors (Speiseröhrenkrebs).

Weitere mögliche Ursachen für Sodbrennen sind:

  • Übergewicht
  • Medikamenteneinnahme (z.B. manche Psychopharmaka)
  • Infektionen (z.B. mit Helicobacter pylori)
  • eine Hiatushernie (Zwerchfellbruch)
  • Speiseröhrendivertikel (Ausbuchtungen der Speiseröhrenwand)
  • seltener: Magengeschwüre sowie Erkrankungen der Gallenblase und Bauchspeicheldrüse

3. Diagnose

Tritt Sodbrennen häufig auf, sollte man die Beschwerden ärztlich abklären lassen. Der Arzt kann feststellen, ob das Sodbrennen behandlungsbedürftig ist und ob eine Refluxkrankheit hinter den Beschwerden steckt.

Um bei Sodbrennen eine Diagnose zu stellen, nimmt der Arzt zunächst die Krankengeschichte auf und fragt zum Beispiel:

  • seit wann das Sodbrennen besteht,
  • ob es sich nach den Mahlzeiten oder im Liegen verstärkt,
  • ob weitere Beschwerden und Vorerkrankungen bestehen,
  • ob Medikamente eingenommen werden.

Wer unter der Refluxkrankheit leidet, berichtet oft von einem brennenden Gefühl hinter dem Brustbein, das vom Oberbauch bis in den Hals steigt, von Magenkrämpfen nach dem Essen, vermehrtem Speichelfluss, saurem Geschmack im Mund, Blähungen, Völlegefühl und saurem Aufstossen.

Besteht der Verdacht auf eine Refluxkrankheit als Ursache des Sodbrennens, wird nach der körperlichen Untersuchung in der Regel eine Spiegelung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms durchgeführt (Ösophago-Gastro-Duodendoskopie). Mithilfe dieser Untersuchungen kann der Arzt feststellen, ob und in welchem Ausmass die Schleimhaut entzündet ist.

Die sogenannte 24-Stunden-pH-Metrie bietet zusätzlich die Möglichkeit, den Säuregehalt (pH-Wert) in der unteren Speiseröhre kontinuierlich 24 Stunden lang zu messen. Gegebenenfalls sind bei Sodbrennen weitere Untersuchungen wie etwa eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) oder Röntgenuntersuchung sinnvoll.

4. Therapie

Bei Sodbrennen richtet sich die Therapie nach der Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden.

Bei leichtem Sodbrennen reicht es als Therapie-Massnahme oft aus, ein bisschen mehr auf die Ernährung zu achten und all jene Lebensmittel zu meiden oder in Massen zu konsumieren, die zu den Beschwerden führen. Typische Lebensmittel oder Getränke, die zu Sodbrennen führen können, sind:

  • üppiges, fettes Essen 
  • scharfe Gewürze
  • Kaffee
  • schwarzer Tee
  • Schokolade bzw. Süssigkeiten
  • kohlensäurehaltige Getränke (z.B. Limonaden, Mineralwasser)
  • Äpfel
  • Zitrusfrüchte

Auch Alkohol und Nikotin sollte man bei Sodbrennen möglichst meiden.

Für Betroffene mit Sodbrennen sind vor dem Schlafengehen kleinere Mahlzeiten empfehlenswert. Idealerweise sollte die letzte Mahlzeit vor dem Schlafengehen zudem wenigstens drei Stunden zurückliegen.

Falls Sodbrennen auch im Liegen auftritt, kann es helfen, das Kopfende des Betts hochzustellen oder ein weiteres Kopfkissen zu benutzen. So kann während des Schlafens die Magensäure nicht so leicht in die Speiseröhre zurückfliessen.

Gegen leichtes Sodbrennen haben sich Hausmittel wie Milch, Magen-Darm-Tees, Kamillentee oder das langsame Kauen von Nüssen oder Mandeln bewährt.

Bei häufigem Sodbrennen sind in der Regel Medikamente erforderlich, um zu verhindern, dass es nicht zu einer weiteren Entzündung der Speiseröhre kommt. Um die Produktion von Magensäure zu hemmen, werden vor allem sogenannte Protonenpumpenhemmer eingesetzt. Alternativ sind H2-Blocker sowie säurebindende Mittel möglich.

Ist die Speiseröhre bei sehr weit fortgeschrittener Refluxkrankheit durch Vernarbungen verengt, kann eine Operation (Fundoplicatio) notwendig sein.

Liegt dem Sodbrennen eine Infektionskrankheit (z.B. Helicobacter-pylori-Infektion) zugrunde, muss diese behandelt werden.

Schwangere sollten vorab mit ihrem Frauenarzt oder Hausarzt besprechen, welche Mittel sie gegen Sodbrennen einnehmen dürfen. Da Sodbrennen in der Schwangerschaft in der Regel nicht durch eine Magenübersäuerung bedingt ist, sind säureblockende Medikamente hier nur begrenzt wirksam. Daher ist es besonders wichtig, dass Schwangere darauf achten, nach dem Essen nur mit erhöhtem Oberkörper zu liegen. Säurebindende Speisen wie Milch können hilfreich sein.