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Veröffentlicht am 2. Dezember 2021 - 16:20 Uhr

1. Definition von Sodbrennen

Bei Sodbrennen fliesst saurer Magensaft in die Speiseröhre – es brennt vom Bauch bis in den Hals. Häufig lösen bestimmte Lebensmittel die Beschwerden aus.

Sodbrennen macht sich durch ein schmerzhaftes Brennen hinter dem Brustbein bemerkbar. Das unangenehme Gefühl kann vom Oberbauch bis in den Hals reichen. Sodbrennen entsteht, wenn saurer Magensaft zurück in die Speiseröhre fliesst (Reflux).

Sodbrennen ist ein weit verbreitetes Problem: In westlichen Ländern haben etwa 20 von 100 Menschen regelmässig mit dem unangenehmen Brennen in der Speiseröhre zu kämpfen. Bei vielen von ihnen treten weitere Symptome wie saures Aufstossen hinzu. Typischerweise zeigen sich die Beschwerden nach Mahlzeiten.

Meist ist Sodbrennen harmlos und kein Grund zur Sorge. Wer etwa in der Schwangerschaft oder einer stressigen Lebensphase erstmals unter Sodbrennen leidet, hat gute Chancen, dass die Beschwerden wieder verschwinden, sobald die Schwangerschaft beziehungsweise der Stress vorüber ist.

Wer häufig oder über längere Zeiträume hinweg Sodbrennen hat, sollte jedoch in jedem Fall zum Arzt gehen. Denn auf Dauer schadet die aufsteigende Magensäure der Schleimhaut der Speiseröhre. Der Magen selbst ist von einer Schleimhaut ausgekleidet, die ihn vor der Magensäure schützt und dagegen unempfindlich macht. Gelangt der saure Magensaft zurück in die Speiseröhre, verursacht er hingegen Beschwerden. Solche Schleimhautschäden – Mediziner sprechen von Erosionen – lassen sich durch eine frühzeitige Behandlung meist vermeiden.

Vor allem Schwangere sind häufig von Sodbrennen betroffen. Viele Frauen berichten im Verlauf ihrer Schwangerschaft von dem brennenden Schmerz im Oberbauch oder Hals. Durch die wachsende Gebärmutter entsteht ein zunehmender Druck auf den Magen. Da gleichzeitig der Schliessmuskel, der den Magen von der Speiseröhre trennt, während der Schwangerschaft erschlafft und bei Druck leichter nachgibt, kann Magensäure leichter in die Speiseröhre zurückfliessen.

Hinter häufigem Sodbrennen kann sich aber auch die sogenannte gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) verbergen – eine Schwäche des unteren Schliessmuskels der Speiseröhre.

Bei leichtem Sodbrennen reicht es, gewisse Nahrungsmittel zu meiden. Bei häufigerem Sodbrennen sind meist Medikamente nötig, manchmal auch ein operativer Eingriff.

Eine Seniorin hält sich mit der Hand im oberen Brustbereich.

Wenn Brust und Hals brennen, liegt es oft am Essen. Auch Stress oder Medikamente können verantwortlich sein.

Quelle: Getty Images
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2. Ursachen von Sodbrennen

Sodbrennen entsteht, wenn der Schliessmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen gestört ist. Der Magen ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die ihn vor der Magensäure schützt und dagegen unempfindlich macht. Die Speiseröhre hingegen verfügt nicht über eine solche Schutzschicht – daher schmerzt es, wenn sie mit der aufsteigenden Magensäure in Kontakt kommt.

Sodbrennen ist das wichtigste Symptom der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD). Der Name leitet sich von den medizinischen Fachbegriffen für Magen (Gaster) und Speiseröhre (Ösophagus) ab. In westlichen Industrienationen sind etwa 10 bis 20 von 100 Menschen der Bevölkerung von dieser Erkrankung betroffen. Etwa 75 Prozent aller Menschen, die am GERD leiden, haben Sodbrennen. Häufige Ursache der Krankheit ist eine Funktionsstörung des unteren Schliessmuskels der Speiseröhre, des sogenannten unteren Ösophagussphinkters (UÖS).

Sehr häufig tritt Sodbrennen in der Schwangerschaft auf. Die hormonellen Veränderungen können dazu führen, dass der schützende Schliessmuskel zwischen Magen und Speiseröhre schlaffer wird. Zusätzlich wächst die Gebärmutter und drückt auf den Magen. Letztlich gibt der Schliessmuskel so leichter nach und der Magensaft kann in die Speiseröhre fliessen. Sodbrennen tritt bei rund der Hälfte aller Frauen im Verlauf ihrer Schwangerschaft auf.

Auch bestimmte Ernährungsweisen und Genussmittel können Sodbrennen auslösen. Alkohol oder Nikotin beispielsweise bewirken, dass die Muskulatur, welche die Speiseröhre vom Magen trennt, erschlafft. Orangensaft oder scharfe Gewürze (Chili) reizen die Speiseröhrenschleimhaut. Zudem gibt es Speisen, Getränke und Genussmittel, die die Säureproduktion im Magen anregen. Dazu zählen:

  • fettige, saure, scharfe und würzige Lebensmittel
  • Schokolade oder anderen Süssigkeiten
  • kohlensäurehaltige Getränke
  • Äpfel
  • Zitrusfrüchte
  • Kaffee
  • schwarzer Tee

Weitere mögliche Ursachen für Sodbrennen sind:

  • Übergewicht
  • Stress
  • hastiges Essen
  • Medikamenteneinnahme (z.B. manche Psychopharmaka)
  • Infektionen (z.B. mit Helicobacter pylori)
  • eine Hiatushernie (Zwerchfellbruch)
  • Speiseröhrendivertikel (Ausbuchtungen der Speiseröhrenwand)
  • seltener: Magengeschwüre sowie Erkrankungen der Gallenblase und Bauchspeicheldrüse
  • die Sklerodermie, bei der sich unter anderem die Haut und die inneren Organe verhärten

Sind keinerlei krankhafte Veränderungen im Magen nachweisbar, können die Beschwerden unter Umständen mit einem Reizmagen zusammenhängen. Ein Reizmagen entsteht oftmals dann, wenn die Magenbeweglichkeit eingeschränkt ist. Dabei ist die Muskulatur der Magenwand zu träge, oder sie bewegt sich unkoordiniert, sodass die Nahrung nicht reibungslos abtransportiert wird und zu lange im Magen verbleibt. Der Mageninhalt kann dann zurück in die Speiseröhre gelangen und Sodbrennen auslösen.

3. Diagnose von Sodbrennen

Um bei Sodbrennen eine Diagnose zu stellen, nimmt der Arzt zunächst die Krankengeschichte (Anamnese) auf und fragt zum Beispiel:

  • seit wann das Sodbrennen besteht,
  • wie häufig es auftritt (Verdacht auf die Refluxkrankheit besteht, wenn die Beschwerden mindestens einmal pro Woche vorkommen und die Lebensqualität beeinträchtigt ist),
  • ob es sich nach den Mahlzeiten oder im Liegen verstärkt,
  • ob weitere Beschwerden und Vorerkrankungen bestehen,
  • ob Medikamente eingenommen werden.

An die Anamnese schliesst sich in der Regel eine körperliche Untersuchung an. Besteht der Verdacht auf eine Refluxkrankheit als Ursache des Sodbrennens, wird nach der körperlichen Untersuchung in der Regel eine Spiegelung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms durchgeführt (Ösophago-Gastro-Duodendoskopie). Mithilfe dieser Untersuchungen kann die Ärztin feststellen, ob und in welchem Ausmass die Schleimhaut entzündet ist.

Die sogenannte 24-Stunden-pH-Metrie bietet zusätzlich die Möglichkeit, den Säuregehalt (pH-Wert) in der unteren Speiseröhre – und damit den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre – kontinuierlich über 24 Stunden zu messen. Gegebenenfalls sind bei Sodbrennen weitere Untersuchungen wie etwa eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) oder Röntgenuntersuchung sinnvoll.

Zum Nachweis des Bakteriums Helicobacter pylori, das die Magenschleimhaut infiziert und ebenfalls zu Sodbrennen führen kann, kann der Arzt einen Atemtest oder den sogenannten Urease-Schnelltest durchführen. Dazu wird eine Gewebeprobe aus der Magenschleimhaut entnommen und in ein Testmedium gegeben. Dieses färbt sich rot, sofern eine Infektion mit dem Bakterium vorliegt.

4. Therapie von Sodbrennen

Bei Sodbrennen richtet sich die Therapie nach der Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden. Falls Sodbrennen im Liegen auftritt, kann es helfen, das Kopfende des Betts hochzustellen oder ein weiteres Kopfkissen zu benutzen. So kann während des Schlafens die Magensäure nicht so leicht in die Speiseröhre aufsteigen.

Bei leichtem Sodbrennen reicht es als Therapie-Massnahme oft aus, all jene Lebensmittel zu meiden oder nur noch in Massen zu konsumieren, die zu den Beschwerden führen. Auch Alkohol und Nikotin sollte man bei Sodbrennen möglichst meiden.

Für Betroffene mit Sodbrennen sind vor dem Schlafengehen kleinere Mahlzeiten empfehlenswert. Idealerweise sollte die letzte Mahlzeit vor dem Schlafengehen zudem wenigstens drei Stunden zurückliegen.

Bei häufigem Sodbrennen sind in der Regel Medikamente erforderlich, um zu verhindern, dass es nicht zu einer weiteren Entzündung der Speiseröhre kommt. Bleibt die Speiseröhre dauerhaft entzündet, erhöht sich zum Beispiel das Risiko für die Ausbildung eines bösartigen Tumors (Speiseröhrenkrebs). Um die Produktion von Magensäure zu hemmen, werden vor allem sogenannte Protonenpumpenhemmer (z.B. die Wirkstoffe Pantoprazol oder Omeprazol) eingesetzt. Alternativ sind H2-Blocker (wie Ranitidin) sowie säurebindende Mittel (sog. Antazida wie Aluminiumhydroxid, Magnesiumhydroxid) möglich.

Ist die Refluxkrankheit für das Sodbrennen verantwortlich, kann in manchen Fällen auch ein operativer Eingriff sinnvoll sein. Ein gängiges Operationsverfahren ist die Fundoplicatio, bei der der obere Teil des Magens in Form einer Manschette um die Speiseröhrenmündung gelegt und dort vernäht wird. Wenn sich der Magen mit Essen füllt, füllt sich auch die Manschette, wird dadurch grösser und schliesst sich um die Speiseröhrenmündung. Auf diese Weise kann der Schliessmuskel gestützt werden.

Hat der Arzt einen Reizmagen diagnostiziert, kann eine Therapie helfen, die darauf abzielt, die gereizte Magenmuskulatur zu beruhigen und die Magenbewegung zu regulieren. Zum Einsatz kommen können zum Beispiel sogenannte Spasmolytika, die den Spannungszustand der glatten Muskulatur im Magen-Darm-Trakt herabsetzen sowie Prokinetika, welche die Beweglichkeit des Verdauungstraktes fördern.

Liegt dem Sodbrennen eine bakterielle Infektionskrankheit (z.B. Helicobacter-pylori-Infektion) zugrunde, muss diese mit Antibiotika behandelt werden.

Schwangere sollten vorab mit ihrer Frauenärztin oder Hausärztin besprechen, welche Mittel sie gegen Sodbrennen einnehmen dürfen. Es ist besonders wichtig, dass Schwangere darauf achten, nach dem Essen nur mit erhöhtem Oberkörper zu liegen. Säurebindende Speisen wie Haferflocken oder Mandeln können hilfreich sein.

Manche Menschen mit Sodbrennen versuchen, das Brennen in der Speiseröhre mit einem Schluck Milch zu lindern. Andere versuchen, die Beschwerden mit Tee, Mandeln oder Heilerde in den Griff zu bekommen. Ob und inwieweit sich Sodbrennen tatsächlich durch diese und andere Hausmittel lindern lässt, ist allerdings nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht.

«Wissen, was dem Körper gut tut.»
Chantal Hebeisen, Redaktorin
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