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Trockene Haut

(Hauttrockenheit)

Definition

von Onmeda-Ärzteteam

Definition

Sehr viele – auch völlig gesunde – Menschen haben eine trockene Haut, besonders im Alter. Hauttrockenheit tritt auf, wenn bestimmte innere und äussere Faktoren vorliegen, die das Austrocknen der Haut begünstigen. Für trockene Haut kommen als Ursachen aber auch Erkrankungen der Haut oder anderer Organe infrage.

Je nach Hauttyp unterscheidet man trockene Haut, normale Haut oder fettige Haut. Die meisten Menschen haben eine sogenannte Mischhaut, die sich aus verschiedenen Hauttypen zusammensetzt: Dabei kann beispielsweise eine trockene Haut am restlichen Körper auch mit fettiger Haut im Gesicht kombiniert sein. Ausserdem schwankt der Hauttyp in Abhängigkeit vom Hormonspiegel, dem Alter, der Jahreszeit und dem Gesundheitszustand der Person.

Trockene Haut ist sehr feinporig und fühlt sich an wie Pergament. Sie ist rau, leicht rissig und spröde. Oft ist trockene Haut gespannt und verursacht Juckreiz. Ausserdem reagiert sie empfindlich auf Temperatureinflüsse. Sehr trockene Haut kann zu einem sogenannten Austrocknungsekzem führen, dessen Symptome vor allem nach dem Duschen oder Waschen auftreten: Die Haut reisst ein, ist gerötet und juckt.

Auch wenn keine ernste Erkrankung dahinter steckt, ist extrem trockene Haut kein rein kosmetisches Problem: Ist die Haut zu trocken, kann dies dazu führen, dass sie nicht mehr richtig funktioniert. Und die Haut hat als grösstes Organ des Menschen viele Funktionen: Sie schützt uns vor äusseren Einflüssen, indem sie den Körper gegen UV-Strahlung, Krankheitserreger oder mechanische Verletzungen abschirmt. Sie regelt die Körpertemperatur, indem sie die unter der Haut verlaufenden Blutgefässe erweitert oder verengt. Darüber hinaus steuert sie den Wasserhaushalt (z.B. durch Schwitzen). Ferner erfüllt die Haut eine Sinnesfunktion, da sie zum Beispiel Temperaturreize, Berührungen oder Schmerzen wahrnimmt, und sie dient der Kommunikation (z.B. durch Erröten oder Erblassen).

Ausserdem kann trockene Haut auch seelisch belastend sein, da die Haut für das Selbstbewusstsein eine wichtige Rolle spielt und zum Teil (z.B. im Gesicht oder an den Händen) meist gut sichtbar ist.

Ursachen

Trockene Haut entsteht durch eine zu geringe Fettproduktion der Talgdrüsen in der Haut und eine gestörte Feuchtigkeitsregulation. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Unter anderem können folgende Faktoren den Zustand der Haut beeinflussen:

  • erbliche Veranlagung
  • Alter
  • Untergewicht
  • Heizungsluft
  • Klimaanlage
  • Luftfeuchtigkeit
  • Lufttemperatur
  • Seifen und Duschgel
  • Waschlotionen
  • Parfums
  • Medikamente
  • hormonelle Verhütungsmittel
  • Bestrahlung


Auch eine Fehl- und Mangelernährung oder Alkohol- und Nikotinkonsum kommen für trockene Haut als Ursachen infrage.

Körperstellen, die schlechter durchblutet sind und wenig Talgdrüsen aufweisen (wie z.B. die Unterschenkel), sind besonders anfällig für trockene Haut.

Besonders im Winter haben viele Menschen mit trockener Haut zu kämpfen. Kalte Luft und geringe Luftfeuchtigkeit im Freien in Kombination mit warmer Heizungsluft setzen der Haut zu und trocknen sie aus.

Darüber hinaus steigt mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit, trockene Haut zu bekommen. Dies kann mehrere Ursachen haben. Unter anderem begünstigen die drei folgenden Mechanismen trockene Haut im Alter:

  • Die Talgproduktion nimmt natürlicherweise im Alter ab.
  • Die Oberhaut (Epidermis) kann weniger Feuchtigkeit binden.
  • Die Schweissdrüsen bilden weniger Schweiss.

Trockene Haut bei Erkrankungen

Auch verschiedene Erkrankungen können trockene Haut verursachen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Neurodermitis
  • Schuppenflechte (Psoriasis)
  • Ichthyose (Fischschuppenkrankheit)
  • Handekzem
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Nebenschilddrüsen-Unterfunktion (Hypoparathyroidismus)
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), z.B. bei Hashimoto-Thyreoiditis
  • Darmerkrankungen (z.B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und Dünndarmentzündung)
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Zollinger-Ellison-Syndrom ( Magen-Darm-Beschwerden, ausgelöst durch einen Überschuss an bestimmten Hormonen)
  • Zöliakie (Sprue, Glutenunverträglichkeit)
  • Allergien (z.B. auf Nahrungsmittel oder Waschmittel)
  • Ulcus cruris (Geschwür am Unterschenkel)

Diagnose

Um die Ursachen der trockenen Haut herauszufinden, wird der Arzt verschiedene Fragen stellen, zum Beispiel:

  • Seit wann ist die Haut so trocken?
  • Treten Begleitsymptome auf?
  • Sind Allergien oder andere Grunderkrankungen bekannt?
  • Haben Sie kürzlich Ihre Ernährung umgestellt oder nehmen Sie regelmässig Medikamente ein?

Diese und andere Fragen können dem Arzt einen ersten Hinweis auf die mögliche Ursache für die trockene Haut liefern.

Anschliessend erfolgt eine körperliche Untersuchung, um festzustellen, wie stark die Hauttrockenheit ausgeprägt ist und wo überall zu trockene Haut vorliegt. Mithilfe spezieller Geräte kann der Arzt ausserdem den Wassergehalt, das Fett an der Hautoberfläche und die Rauigkeit der Haut bestimmen.

Allergietests dienen dazu, eine Allergie auszuschliessen, die die trockene Haut verursachen könnte, zum Beispiel eine Kontaktallergie gegen bestimmte Nahrungsmittel oder nickelhaltigen Körperschmuck.

Je nachdem, welche Ursache der Arzt für die trockene Haut vermutet, erfolgen weitere Untersuchungen, wie eine Blut- und Stuhluntersuchung, eine Darmspiegelung, um Gewebeproben zu entnehmen (Biopsie), eine Ultraschall- oder eine Röntgenuntersuchung.

Therapie

Trockene Haut muss möglichst wieder ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt werden. Ausserdem ist es wichtig, den Verlust von Feuchtigkeit einzudämmen. Dabei richtet sich die Behandlung individuell nach der Ursache für die Hauttrockenheit.

Steckt eine Erkrankung hinter der trockenen Haut – zum Beispiel eine Hormonstörung – so muss diese, wenn möglich, behandelt werden. Bei manchen Hauterkrankungen lassen sich die Ursachen jedoch nicht bekämpfen, etwa bei Neurodermitis oder Psoriasis (Schuppenflechte). In diesen Fällen behandelt der Arzt die trockene Haut unter anderem mit entzündungshemmenden und feuchtigkeitsbindenden Salben, Cremes, Lotions und Badezusätzen.

Das können Sie selbst gegen trockene Haut tun:

  • Reinigen Sie Ihre Haut mit einem milden Reinigungsmittel.
  • Verzichten Sie auf alkoholhaltiges Gesichtswasser.
  • Verwenden Sie am besten eine wasserfreie, fetthaltige Creme, die ausserdem Vitamin A und Vitamin E enthält.
  • Pflegen Sie Ihre Haut mit medizinischen Ölbädern.
  • Trocknen Sie sich nach dem Waschen vorsichtig ab. Rubbeln Sie die Haut nicht trocken!
  • Baden oder Duschen Sie nur lauwarm und cremen Sie sich danach ein.
  • Reiben Sie Ihre Haut nicht mit Schwämmen oder Badehandschuhen ab.
  • Verwenden Sie spezielle Seifen, die die trockene Haut nicht irritieren, idealerweise pH-neutrale Waschlotionen.
  • Tragen Sie eher lockere Kleidung.

Auch im Hinblick auf trockene Haut gilt: Vorbeugung ist besser als Therapie! Darum ist es empfehlenswert, auf Hautgesundheit zu achten, selbst wenn Ihre Haut nicht zu trocken ist. Allgemeine Tipps für eine gesunde Haut sind zum Beispiel:

  • Trinken Sie ausreichend.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung; Obst und Gemüse nicht vergessen!
  • Verzichten Sie auf Zigaretten und trinken Sie keinen bzw. wenig Alkohol.
  • Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung, besonders in der Mittagssonne.
  • Bewegen Sie sich viel: Dies regt die Hautdurchblutung an und der Schweiss säubert die Haut.
  • Verwenden Sie für die tägliche Hygiene Waschlotionen mit hautfreundlichem pH-Wert.